Der Daedalus
Commander
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Benj schrieb:Ich hätte mich auch gefreut, etwas darüber zu lesen, welche Ansätze zur Konfliktlösung es gibt. Aber dabei spielt wieder die Ursache eine Rolle. Jeder neigt dazu, die Lösung so zu konstruieren, dass der Schuldhabende den Nachteil daraus zieht. Was ist aber, wenn der vermeintliche Schwarze Peter aber nicht eindeutig ist?
Ich denke, dass der schwarze Peter sehr wohl einen Namen hat. Aber benennen wir ihn später.
Der Konflikt kann nur politisch gelöst werden (zumindest wenn man keinen Krieg möchte der eine der beiden Parteien auslöscht), das sollte denke ich ja wohl jedem klar sein. Welches sind die Grundlagen für eine politische Lösung?
Abgesehen von den Feinheiten der Zugeständnisse und Forderungen bleibt die Grundvorraussetzung, dass die Politiker ihre Politik frei von der Beeinflussung radikaler Gruppen machen können.
Wenn die Ziele der Politiker durch eigene radikale Gruppen ad absurdum geführt werden, dann kann dies keine Grundlage dafür sein Verhandlungen mit einem "Gegner" zu führen die den Frieden zum Ziel haben. Vor allem nicht dann, wenn die Ziele der radikalen Gruppen dem Frieden ganz klar wiedersprechen.
Wenn durch die Ermordung eines "Friedenspolitikers" (Rabin) dazu führen kann dass sich die Politik des ganzen Landes verändert (was ja zum Glück nicht passiert ist) dann kann unter diesen Bedingungen kein Friedensprozess zustande kommen.
Wenn ein Land (A) den Frieden mit einem anderen Land (B) möchte dann aber nicht dazu in der Lage ist zu verhindern, dass von dem eigenen Territorium aus Angriffe gegen Land B durchgeführt werden, dann kann kein Friedensprozess zustande kommen.
Also wer ist der schwarze Peter?
Der schwarze Peter, dass sind all diese Gruppen die versuchen ihr radikales Gedankengut mit Gewalt durch zu setzen und deren Interesse nicht der Frieden, sondern ein Aufflammen des Konfliktes ist.
Projezieren wir es nun auf den Nahen Osten, dann sind es die radikalen Siedler, die Hamas, die Hisbollah.
Was macht man um die Grundlagen für einen funktionierenden Friedensprozess zu schaffen?
Man verhindert, dass Politik von diesen radikalen Gruppen gemacht wird und zeigt seinem Gegenüber, dass man nicht daran interessiert ist, dass diese Gruppen den Friedensprozess stören.
Gerade im Falle Libanon zeichnet sich dies jetzt ab. In den Medien wird schon eine Möglichkeit diskutiert, die diesen Konflikt beenden könnte.
Die Israelische Armee will die Hisbollah im Norden weiter schwächen. Es wird darüber diskutiert, dass dann die reguläre libanesische Armee in den Norden einrückt und dies vielleicht mit Unterstützung von Blauhelmtruppen.
Ich frage mich warum es für diese Lösung erst zu einem Krieg kommen muss.