Jesterfox schrieb:
Sollte man ihnen das zum Vorwurf machen? Ich denke nicht... es ist ihr gutes recht das zu wollen. Aber genauso sehe ich es als mein recht an anspruchsvollere Spiele zu fordern ;-)
Es ist ihr gutes Recht ja. Jedoch ist es auch mein gutes Recht zu beurteilen, dass mir das Ergebnis ihres Rechts nicht passt.
Ganz ehrlich sollen die Leute doch zocken, was sie wollen. Von mir aus. Nur wenn ich mir dann im Feundeskreis anhören muss, wie toll doch einige aktuelle Spiele sind, dann kotzt mich das schon ab und zu an.
Ich habe jemanden, der mir ständig in den Ohren hängt, ich solle mir doch mal von ihm Assassin's Creed ausleihen.
An dieser Stelle möchte ich betonen, dass jeder Mensch und somit ich auch, von Vorurteilen geplagt ist und ich mit Sicherheit dem Spiel mehr Unrecht tue, als es verdient hat.
Allein der Name Assassin's Creed plus das, was ich bis jetzt gesehen habe, ruft eine extreme Unlust hervor.
Zuallerst mal: "Warum heißt es
Assassin's Creed"? Man spielt keinen Attentäter, sondern einen Massenmörder! Ich kann zig Leute töten oder töten lassen und es im Spiel dann so hindrehen, dass nix passiert ist. Klar ist das eigentlich Kinderkram. Aber genau das stört mich eben, dass ich keine Lust habe, es anzufangen. Weil nun halt ein gewisses "Bild" in meinem Kopf ist. Der Titel passt schon nicht zu dem, was im Spiel passiert. Dazu kommt dann das "Korset", in dem sich fast alle Spiele heute bewegen
müssen, weil der Gamer von heute nunmal ne sehr genaue Vorstellung davon hat, wie ein Spiel auszusehen hat und wie es abzulaufen hat.
Vielleicht trifft nicht alles zu, aber dann kann mich ja einer korrigieren:
- Es wird coole Sprüche geben.
- Es wird einige Kurzanspielungen auf gesellschaftskritische Umstände geben.
- Es wird ein sehr überschaubares Kampfsystem geben.
- Es wird eine sehr überschaubare Auswahl an Items geben.
- Wahrscheinlich wird nichtmal der härteste Modus wirklich hart sein, es sei denn es wird den Gegner unrealistisch viel HP gegeben oder sie werden unverhältnismäßig viel gespawnt.
- Es wird keine steile Lernkurve geben. Schnelle Erfolge sind sicher.
Das Ganze wird dann von einer OK Story begleitet und OK mäßig rübergebracht. Für mich ergibt das ein OK Spiel.
Das ist das Bild, was ich von Assassin's Creed habe, allein durch den Namen und die kurzen Spielminuten, von denen mich mein Freund nicht verschont hat.
Aus Eigeninitiative habe ich mich mit dem Spiel nicht befasst.
Gibt noch mehr solcher Beispiele.
Mass Effect zB. Hier habe ich den ersten Teil durchgespielt und dann den zweiten Teil für ca. 3 Stunden angehabt. Dann merkte ich, dass man sich noch weiter von dem, was für mich ein RPG ausmacht, entfernt hat und hatte keine Lust mehr. Mass Effect 3 interessiert mich von daher schonmal null.
Alle anderen sind jedoch hin und weg von den beiden oben genannten Titeln.
Für mich nur aus dem Grund nachvollziehbar, weil sie eben andere, vor allem ältere Spiele nicht kennen.
Steve81 schrieb:
Die Spiele von heute sind nicht "anspruchsloser" als die Spiele die ich auf dem Atari oder dem Amiga gespielt habe.
Man muss das schon im Verhältnis sehen. Damals war halt nicht so viel möglich, wie heute. Von daher ist es schon ne größere Untat, mit den heute gegebenen Mitteln und Erfahrungen Einheitsbrei rauszubringen, als vor 30 Jahren.
Steve81 schrieb:
Das Gegenteil ist der Fall. Mir kommt es bei vielen alten Spielen so vor, als wären die Entwickler gezwungen gewesen, das Spiel fortwährend zu erschweren, um Spieler bei der Stange zu halten. Plötzlich wird alles schneller, kürzer, mehr oder stärkere Gegner kommen, es gibt selten Speicherpunkte usw.
Das alles hat nicht wirklich was mit Anspruch zu tun.
Kommt drauf an, welche Art von Anspruch du meinst. Grade was den Schwiriegkeitsgrad angeht, sind heutige Spiele definitiv einfacher und somit anspruchsloser. Was heulen doch alle rum, dass
Dark Souls unfär sei. "
In dem Gebiet kann man gar nix sehen", "
In dem Gebiet gibt es zuviele Fallen", "
Durch den Gegner schlage ich immer durch" blablabla.
Einfach weil sie es nicht mehr abkönnen, dass es nicht alle 30 Sekunden Checkpoints gibt oder ich mir tausend Speicherpunkte selber machen kann. Oder weil das Kampfsystem eine andere Art von Tiefgang hat. Eben nicht, was skille ich als Nächstes? Welchen Move lerne ich als nächstes?
Ich würde mir mal in einem RPG wie Mass Effect wünschen, das es gar keine Erfahrungspunkte gibt, sondern ich sofort alles drauf habe, wie es auch als
Universal Soldier sein sollte, den ich in zig Spielen personifiziere.
Von daher sehe ich das "bei der Stange halten" eher andersherum. Bloß den Gamer nicht zu sehr strapazieren, damit er auch ja weiterspielt und uns bei Metacritic 90% gibt.
Es gibt viele Arten von Anspruch. Ich glaube, dass Leuten wie mich die letzten Jahre nur deshalb so ankotzen, weil sich die Spiele in Richtungen entwickelt haben, die andere Schwerpunkte setzen und somit den Anspruch in
den Bereichen anheben, die mir eher egal sind:
- Komplexität verringern und dafür Zugänglichkeit steigern.
- Lange Spielzeit durch "downtime" vermeiden und dafür kurzweilige, konstante Action.
- Dichte, verwachsene, an-die-Hand nehmende Spielwelt tauschen, gegen große, offene, erkundungseinladene Spielwelt.
Dazu kommen noch andere Dinge, die es früher einfach nicht gab. Onlinegestützte Trophy's zB.