Quo vadis BTMG?

Ich finde Tabak ist Tabak und Schnaps ist Schnaps und Cannabis ist Cannabis :)

Ich rauche keine Zigaretten, würde aber nie auf die Idee kommen Tabak zu verbieten. Ebenso wie beim Cannabis oder Alkohol müsste es weiterhin in der Eigenverantwortung des einzelnen stehen, ob er raucht oder nicht.
Jeder weiß was passiert wenn man raucht, aber man kann nicht alle bestrafen nur weil manche zu viel rauchen oder süchtig danach sind. Ebenso beim Alkohol, egal was die Studien sagen, ein Verbot bringt nichts allerdings sollte man den Passus herauszunehmen welches die Schuldunfähigkeit in Bezug mit Alkohol regelt.
Wer mit Alkohol nicht umgehen kann soll auch nicht besser gestellt werden wenn er Straftaten begeht.

Die meisten auch Verbotsbefürworter von Cannabis werden mir da recht geben und laut aufschreien das im Bereich Tabak und Alkohol unbedingt an Eigenverantwortlichkeit festgehalten werden muss.

Kommen wir dann zum Cannabis hört diese Verantwortlichkeit auf einmal auf und der Staat muss ein kontraproduktives Verbot durchsetzen! Soviel Heuchelei gibt es wirklich selten.
Na ja dazu wurde schon viel geschrieben nur noch eins:
Uruguay hat jetzt definitiv legalisiert und meine Prognose ist das die meisten Südamerikanischen Staaten noch vor 2020 nachgezogen haben:
http://www.faz.net/aktuell/politik/...kontrollierten-marihuana-handel-12705710.html



Ergänzung 21.12.13:

Mal interessante Zahlen zu einer aktuellen Umfrage des Institut Gallup in den Niederlanden:

"Insgesamt wollen 65% der Niederländer Cannabis legalisieren (VVD 60%, PVV 65%, D66 82%, PvdA 67%, SP 74%). Bei den CDA-Wählern sind es dagegen nur 49%. Aber auch nur 43% wollen es weiterhin verbieten.

Von den Niederländern hat die Mehrheit mit 54% noch nie Cannabis konsumiert. Interessant auch: 25% haben nach einmaligem Konsum nicht mehr gebraucht. Nicht überraschend ist, dass die Menschen mit Erfahrung Cannabis keine negativen Eigenschaften zuschreiben. Lediglich der regelmäßigem Konsum habe negative Auswirkungen."

http://keinwietpas.de/2013/12/15/niederlaender-gegen-den-haag-legalisier-marihuana/

In Deutschland dürfte der Konsum ähnlich hoch oder wenig sein (wie man das sehen will), hat aber zusätzlich die ganzen negativen Auswirkungen durch die Strafverfolgung, die in den Niederlanden bei den Konsumenten vollständig wegfällt.

Bewiesen sollte auch sein das eine freie Verfügbarkeit eben nicht zu häufigem Konsum anregt, was ja hier immer wieder behauptet wurde.

Die Problemuser haben Probleme, in Deutschland oder den Niederlanden gleichermaßen, eine unnötige nutzlose Strafverfolgung in Deutschland erschwert aber den Zugang zu eben diesen Problemusern.
 
Zuletzt bearbeitet: (Beiträge zusammengeführt / überflüssigen BB-Code entfernt)
AW: Cannabis Legalisierung

Man kann Grass (egal welche Art) mit jeder legalen Droge (Alk., Tabak ...) vergleichen und jedes Mal wird Grass besser (weniger Gefährlich) abschneiden. Trotzdem ist gerade diese Droge verboten.

Ich denke wenn man es wie in den NL macht (mit legalem Anbau) werden viele Dealer wegfallen = arbeiten gehen MÜSSEN.
Manche werden auf härtere Drogen umsteigen um im Geschäft zu bleiben aber der Großteil (die kleinen "Fische") wird untergehen.

Die Polizei hat mehr Zeit für die richtig bösen Jungs^^ und der Staat verdient auch dabei (Steuern).
Die Konsumenten werden qualitativ gute Ware für gutes Geld bekommen, kein Vogelsand oder andere Streckmittel.

Jeder bis auf die Dealer kommen gut dabei weg... so sehe ich das.
 
AW: Cannabis Legalisierung

Wer wissen möchte wohin das Verbot führt und wieso es nicht zu stoppen ist sollte sich mal das Video von Albaniens Marihuana Dorf ansehen, wo nur ein Dorf 900 Tonnen des Rauschmittels herstellt.
Von diesen Dörfern gibt es aber einige in Albanien und noch viel mehr auf der ganzen Welt^^

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/albanien-das-marihuana-dorf-12728277.html
Albanien
Das Marihuana-Dorf
In einem abgelegenen Bergdorf in Südalbanien ernten die Bauern jedes Jahr um die 900 Tonnen Marihuana. Der geschätzte Marktwert: viereinhalb Milliarden Euro. Dabei ist der private Marihuana-Anbau auch in Albanien illegal. Einwohner des Dorfs Lazarat schotten sich ab und bedrohen Fremde mit Waffen. Die Polizei hat seit Jahren kaum etwas gegen Drogenanbau ausgerichtet. Angeblich steuern Mafiabanden aus Albanien und Italien die Drogengeschäfte - zumeist geschützt von Justiz und Politik, die Schweigegeld kassieren.

Achtung wer den Anblick von zig Kilos Marihuana und deren Verabeitung nicht ansehen kann möge nicht auf den Link klicken!!!

Ein Wahnsinn die Realität so auszublenden und stur am Verbot festzuhalten!
 
AW: Cannabis Legalisierung

dacapo schrieb:
Ein Wahnsinn die Realität so auszublenden und stur am Verbot festzuhalten!
[verschwörungstheorie]
Der Wahnsinn hat doch Methode (kann man sogar an deinem kurzen Zitat sehen).
Nur solange das Verbot exiistiert, funktionieren auch die mafiösen Strukturen, und nur solange die funktionieren. können Politiker (die das Verbot aufheben könnten) auch Schmiergelder kassieren.
Also ist es doch nur logisch, dass eben solche Politiker gar kein Interesse daran haben können, ein für sie derart lukratives Verbot abzuschaffen.
[/verschwörungstheorie]

Dass ein Verbot am Konsum wenig ändert (und damit auch die Kosten den Gesundheitswesens nur tangiert), sollte auch dem letzten Idioten anhand der Geschichte von Drogenverboten klar werden können.
Solange Verbote kaum Auswirkungen auf die Zugänglichkeit der Stoffe haben, ändern sie auch nichts am Konsum - denn was ich in der Hand habe, kann ich auch einnehmen.
Legal, illegal oder scheißegal.

Wer ein wirksames Verbot irgend einer Substanz durchsetzen will, der muss JEDEN Konsum und Besitz unter Todesstrafe stellen - und selbst das wird nicht alle abhalten.

Das wichtigste am Verbotenen ist und bleibt das 11. Gebot: Du sollst dich nicht erwischen lassen!
Ein Verbot erweitert nur die Handlungspallette, auf die dieser Grundsatz zutrifft - aber es zwingt eben nicht zu einer Handlungsänderung oder -unterlassung.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Cannabis Legalisierung

@DerOlf

Genau so sehe ich das auch und in diesem Kontext sollte man meinen Post sehen.

Ich bin zwar nicht Kiffer, finde es aber Wahnsinn wenn ich sehe wie viele Marihuanapflanzen auf der Welt im Umlauf sind, und dann irgendwelche Hirnis stur am Verbot festhalten, obwohl ja mittlerweile jeder nach knapp 80 Jahren zum Teil massiver Verfolgung sehen kann das die ganze Schoße gescheitert ist.

Wäre mir im Prinzip auch egal, aber nicht egal ist es wenn Steuergelder in Milliardenhöhe für Nutzlose Repression verschleudert wird, nicht egal ist es wenn unbeteilligte Menschen durch Repression und Drogenkrieg zu Schaden kommen (z.b. durch Beschaffungskriminalität,Bandenkriege,etc.) und erst Recht nicht egal ist es mir wenn mafiöse Organisationen wie bisher zig Milliarden verdienen.

Ich wäre glücklich wenn das Verbot wirksam wäre, aber wie bei der Alkohol Prohibition muss man einsehen das es eben nicht wirksam ist und die Staaten auf der Welt hatten jetzt zig Jahre Zeit dies zu beweisen. Hat nicht geklappt? Na dann muss man sein scheitern einsehen und danach handeln!
Zumindest beim Cannabis sollten wir die Menschen schützen und sie aus dem illegalen Drogenmarkt fernhalten, aber soweit denken manche ja nicht mehr.
Und je mehr man den Leuten die gegen eine wie auch immer geartete Freigabe von Cannabis sind den Spiegel vorhält und damit ihre Illusion einer drogenfreien Welt zerstört, umso persönlicher werden dann die Angriffe.
Insbesondere mir wurde ja schon mehrmals in diesem Threat vorgeworfen selber zu kiffen, dabei ist die einzige Droge die ich gelegentlich konsumiere nur im Wein enthalten. Schuldig ich gestehe:D
 
AW: Cannabis Legalisierung

DerOlf schrieb:
Dass ein Verbot am Konsum wenig ändert (und damit auch die Kosten den Gesundheitswesens nur tangiert), sollte auch dem letzten Idioten anhand der Geschichte von Drogenverboten klar werden können.

Beweisen sie nicht das Gegenteil? Man Vergleiche doch einfach mal die Zahl der Alkoholiker mit derer die Koks nehmen. Oder mirwegen sogar mit allen die "harte Drogen" nehmen.

Oder die Anzahl der Raucher.
 
AW: Cannabis Legalisierung

@Thraciel
Bei einem Vergleich ALLER Drogen (inkl. Kaffee, Zucker u.Ä.) mag sich der Eindruck aufdrängen, dass Verbote etwas bringen, immerhjin werden nicht verbotene Substanzen sehr viel mehr konsumiert, als verbotene.
Allerdings sollte man mit derartigen Vergleichen sehr vorsichtig sein, denn vor allem die verbotenen Substanzen haben teilweise Wirkungen, auf die nicht jeder steht, und sie sind nicht "kulturell" verwurzelt, wie das Saufen in DE.
Es fehlt den meisten harten Drogen an einer Merch-Industrie, die (wie beim Alkohol) zu einer wirkungsaffinen Sozialisation beiträgt (Hurra, endlich 16,18,21 - endlich DARF ich mich sinnlos besaufen).

Ob ein Verbot einer Substanz sinnvoll ist, oder nicht, dafür braucht man (theoretisch-methodisch betrachtet) mindestens zwei Gruppen. Eine mit und eine ohne Verbot - aber beide mit dem gleichen Zugang zur Droge (denn an dem ändern Verbote ganz sicher nichts).
Erst wenn in der Gruppe MIT Verbot signifikant weniger Droge konsumiert wird, als in der Gruppe OHNE Verbot, kann man von einer Verbotswirksamkeit sprechen.

Ein Vergleich zwischen der Niederlanden und der BRD im Bezug auf Canabisprodukte ist da schon eher methodisch sinnvoll - aber der liefert leider eher Argumente FÜR die Legalisierung, denn in Holland gibt es nicht signifikant mehr Kiffer als in DE
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Cannabis Legalisierung

und sie sind nicht "kulturell" verwurzelt, wie das Saufen in DE.
Wird nicht genau das durch die Legalisierung gefördert?
Es wäre naiv diese zukünftige Entwicklung nicht in Betracht zu ziehen. Bei Alkohol kann man ganz klar sagen, dass die Verarmlosung und die Omnipräsenz (gerade weil es Kulturgut ist (wobei das Argument bei dem Konsumverhalten, wie man es heute sieht, mehr als fadenscheinig ist)...) alles andere als förderlich für einen rationalen Umgang mit dem Gift Ethanol war (und das ist ein generationenübergreifender Prozess). Es ist ja heute traurigerweise so, dass man schief angeschaut wird, wenn man keinen Alkohol trinkt.

Ein Vergleich zwischen zwei Ländern ist übrigens genauso fragwürdig, weil es (extrem) starke Schwankungen selbst innerhalb eines Landes in Bezug auf Drogenkonsum gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Cannabis Legalisierung

Ich verstehe nach wie vor nicht was für Legalisierung spricht. Es ist doch inzwischen mehrfach statistisch belegt, dass Cannabis ein einfacher Einstieg in diese Welt ist. Und ich lade dich gerne mal auf eine. Nachtschicht am Wochenende im Rettungsdienst ein, weder bekiffte noch die auf härteren Drogen (gerne noch zusätzlich betrunken) brauche ich regelmäßig. Da besteht fast eine Garantie, dass derjenige sich danebenbenimmt. Bei Alkohol gibt es auch Randalierer, die führen sich aber weder so auf noch haben sie übermäßig kraft oder kein Schmerzempfinden mehr...
 
AW: Cannabis Legalisierung

Seppuku schrieb:
Ein Vergleich zwischen zwei Ländern ist übrigens genauso fragwürdig, weil es (extrem) starke Schwankungen selbst innerhalb eines Landes in Bezug auf Drogenkonsum gibt.

Sicher ist auch der Vergleich verschiedener Länder nicht ganz sauber. Es ist wohl auch eher ein Beispiel für einen Vergleich nach dem Muster "Experimentalgrupppe - Kontrollgruppe", Für den es ja vor allem darauf ankommt, dass unterschiedliche Gesetzesumwelten (i.Bez. auf die Canabisprohibition) für die beiden Gruppen existieren. Leider gibt es diese Situation eben nur länderübergreifend.

Eine kulturelle Verwurzelung gibts bei Canabis in DE sowieso (je nach Milieu unterschiedlich). Für manche gehört THC zum kulturellen Leben. Die rauchen z.B. zum Feierabend ein Tütchen, statt das kulturell verwurzelte Feierabendbier in der Eckkneipe zu trinken. Kiffen stellt für nicht wenige eine echte Alternative zu Alkohol dar.

Das kraut wurde in Mitteleuropa nebenbei schon seit mehreren Jahrtausenden angebaut (und auf verschiedene arten genutzt), bevor jemand auf die Idee kam (vor nichtmal 100 Jahren), dass man das illegalisieren müsste. Historisch betrachtet ist Hanf eine traditionelle mitteleuropäische Kulturpflanze - ähnlich wie heute Weizen oder Dinkel. Sie ist eben nach und nach durch andere Pflanzen verdrängt worden, die zum einen lukrativer waren (z.B. Tabak) oder NICHT in Europa wuchsen (Sisal, Baumwolle), den kleinen Rest erledigten dann Kunstfasern. Mittlerweile ist klar, dass Kledung aus Hanf um einiges wiederstandsfähiger ist, als welche aus Baumwolle, dass die Pflanze schneller wächst und komplett verwertbar ist, und damit ökologisch viel verträglicher als die Herstellung von Kunstfasern.
Kurz: erst ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit hat den Hanf als Nutzpflanze wieder Salonfähig gemacht.

Dennoch: Niemand braucht mir erzählen, dass die damals alle immer nur Futter- oder Faserhanf angebaut haben. Es hat über lange Zeit wahrscheinlich niemanden wirklich interessiert, was da genau wächst, solange man aus den Fasern Stoffe herstellen sowie Körner und Blätter ans liebe Vieh verfüttern konnte. Unter Umständen ist die landläufige Unterteilung in Faser-, Futterhanf und "Gras" nicht viel älter als das Canabis-Verbot an sich. Letztlich ist einiges an botanischem Wissen notwendig, um THC-freie Hanfsorten zu züchten - ich habe genaugenommen k.A. wie lange es überhaupt schon "reine" Faser- oder Futterhanf-Sorten gibt, die annähernd kein THC enthalten.
Hat da irgendjemand genauere Infos?

@Thraciel
Zum Thema Canabis als Einstiegsdroge habe ich weiter oben schon ein wenig geschrieben (Beitrag 2406, S.121). Bitte nochmal lesen und ein bisschen drüber nachdenken, was da den "Einstieg in diese Welt" schafft.
Natürlich sind Berauschte keine angenehme Klientel, ich finde allerdings die (bloß) Bekifften noch am wenigsten unangenehm - die werden nur recht selten aggresiv, was bei Alkohol, Koks oder XTC mMn schon fast zwingend dazugehört. Durch Alkohol kann man die Wirkung JEDER Droge verstärken (bis es unangenehm wird), und das Zeug ist frei zugänglich, wird in jedem Laden verkauft, in dem man feiern gehen könnte - und natürlich saufen die Leute auch wenn sie XTC genommen haben. Das wird dann unangenehm obwohl ich mir nun eben nicht sicher bin, an welcher Droge das nun liegt. Es pauschal auf illegale Substanzen abzuwälzen finde ich aber falsch, zumindest wenn man den Multiplikator Alkohol aussen vor lässt. Das Zeug ist nicht zu verachten, wenn es darum geht aus normalen Menschen unangenehme Zeitgenossen zu machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Cannabis Legalisierung

Seppuku schrieb:
Ein Vergleich zwischen zwei Ländern ist übrigens genauso fragwürdig, weil es (extrem) starke Schwankungen selbst innerhalb eines Landes in Bezug auf Drogenkonsum gibt.

Die Auswirkungen der Illegalität und darum geht es bleiben aber immer gleich. Wenn Bewohner einer Region oder eines Landes weniger konsumieren, umso besser.
Mal ein beispiel:
Gefährlicher Alkoholkonsum
Alkohol ist im Iran verboten, schlimmstenfalls droht sogar die Todesstrafe. Dennoch wollen viele Iraner nicht verzichten. Um an bezahlbare Spirituosen zu kommen, kaufen sie gepanschten Alkohol – oft mit fatalen Folgen.
http://www.dw.de/gefährlicher-alkoholkonsum/a-16772433

Also, dort ist Alkohol sogar unter Todestrafe verboten und die Alkoholkultur ist sicherlich eine andere als in Deutschland bzw.Europa/Amerika, dennoch sind die Auswirkungen der Illegalität die selben wie sie während der Prohibition in den USA waren.
Von daher verstehe ich persönlich nicht warum eine Legalisierung nicht vergleichbar ist? Der Konsum ist sicherlich nicht vergleichbar, ebenso ist es beim ALkohol so das es Länder mit niedrigem Konsum und Länder mit höherem Konsum gibt (wo Deutschland übrigens ganz weit vorne ist). Aber was irgendwie nicht verstanden wird: Legaler Zugang bedeutet nicht das nun jeder Bürger kiffen tut, eventuell steigt der Probierkonsum bei legalem Zugang, wird sich aber wie man an Langzeitstudien in den Niederlanden sehen kann wieder einpendeln und sogar niedriger sein als heute in Ländern wo die Droge illegal ist (siehe aktuelle Studie aus den Niederlanden welche ich gepostet habe).


Thraciel schrieb:
Bei Alkohol gibt es auch Randalierer, die führen sich aber weder so auf noch haben sie übermäßig kraft oder kein Schmerzempfinden mehr...

Da bleibt mir die Spucke weg, und du arbeitest im Rettungsdienst. Sorry das du solche abgedroschenen Thesen hier aufstellst ist ungeheuerlich. Die Klientel die du meinst wird neben Cannabis noch zig andere Drogen inklusive Alkohol intus haben. Und noch was : Wenn du wirklich im Rettungsdienst arbeitest dann solltest du definitv wissen das die meisten Einsätze im Bereich Drogen nur den Alkohol (und zwar den alleinigen Konsum) betreffen! Stichwort hilflose Personen,etc.
Die Gewalttätigen Personen im Alkoholrausch solltest du im Rettungsdienst weniger begegnen, da diese meistens bei der Polizei ausnüchtern dürfen.

Aber um deine These mal zu wiederlegen hier ein Zeitungsbericht aus der Schweiz aus dem Jahr 2004:

Hooligans dürfen kiffen
Wenn am Sonntag das erste Schlagerspiel der EM 2004 zwischen England und Frankreich läuft, wird in Portugal kiffen erlaubt sein. Die Sicherheitskräfte hoffen dadurch die Hooligans vor gewalttätigen Ausschreitungen abzuhalten.
Während betrunkenen Fussballfans der Eintritt ins Stadion verwehrt wird, will die Polizei bei kiffenden Fans ein Auge zudrücken, wie «Sun Online» meldet. Alkohol mache agressiv, kiffen dagegen stimme friedlich. Diese Erfahrung machte schon die holländische Polizei während der EM 2000, zahlreiche englische Fans waren zu bekifft um noch Randale zu machen.
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/13250845
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Cannabis Legalisierung

Also, dort ist Alkohol sogar unter Todestrafe verboten und die Alkoholkultur ist sicherlich eine andere als in Deutschland bzw.Europa/Amerika, dennoch sind die Auswirkungen der Illegalität die selben wie sie während der Prohibition in den USA waren.
Es ist ja schön und gut die negativen Folgen des (Alkohol)verbots aufzuzeigen (die es definitiv gibt). Aber warum betrachtest du nicht einmal die positiven Aspekte (z.B. Zahl an Alkoholkranken in beiden Ländern)? Warum steht da je nach Quelle ein Faktor 10 dazwischen?
 
AW: Cannabis Legalisierung

Seppuku schrieb:
Aber warum betrachtest du nicht einmal die positiven Aspekte (z.B. Zahl an Alkoholkranken in beiden Ländern)? Warum steht da je nach Quelle ein Faktor 10 dazwischen?

Du hast Recht in westlichen Ländern ist die Zahl der Alkoholkranken höher, es geht aber darum ob ein generelles Verbot geeignet ist um Alkoholkranke oder im Falle von Cannabis dort die kleine Zahl an Psychisch Abhängigen zu beseitigen.
In Islamischen Ländern ist natürlich der Umgang mit Alkohol ein anderer da dort im Koran steht das Alkohol ein Getränk des Teufels ist, und der gläubige Moslem von Haus aus eher dem Alkohol abgeneigt ist. Also greift gerade hier deine vorher genannte These das verschiedene Länder oder Kulturen im Konsumverhalten nicht zu vergleichen sind.
Aber ein Verbot schafft die gleichen negativen Auswirkungen egal in welcher Kultur das durchgezogen wird.
Das Verbot in einem Islamischen Land nun als Begründung für eine signifikant niedrige Anzahl an Alkoholkranken heranzuziehen ist in diesem Falle weltfremd.
Dazu mal eine Grafik:

Interessant ist es zu sehen das in Nordafrika wo Alkohol relativ frei zugänglich ist und legal verkauft wird ein genauso niedriger Konsum ist wie in streng Islamischen Ländern wie Saudi Arabien,etc. wo der Alkohol unter schwersten Strafen verboten ist.

Auf der anderen Seite stellt sich die Frage warum in unseren Ländern immernoch Alkohol so leicht zugänglich ist? Muss der Alkohol in Supermärkten ohne große Kontrolle verkauft werden? Oder an irgendwelchen Kiosken oder Buden? Plädiere sehr die norwegische Lösung die sogar ein Tick schärfer als die schwedische Variante in ganz Europa einzuführen.
Wie die aussieht kann jeder im Internet googeln, hier aber eine Grafik was sie bewirkt:

Also wer ernsthaft das Alkoholproblem (insbesondere bei jugendlichen) angehen möchte , muss ernsthaft neue Lösungen und eine andere Alkoholpolitik durchführen.
Ein unkontrollierter freier Verkauf wie es zur Zeit mit Alkohol statt findet hilft bei einer möglichen Freigabe mit Cannabis genauso wenig, wie das sture Verbot.
Ein Monopol auf den Cannabisverkauf beim Staat und viel wichtiger Lizenzierte Abgabestellen für den Verkauf, ähnlich der Variante in Norwegen oder Schweden für den Alkohol.
In den Staaten Washington und Colorado wo Cannabis ab morgen legal ist wird versucht das mit strengen Auflagen umzusetzen.

Niemand möchte Cannabis zwischen Kaugummis und Weingummis im Supermarkt haben!

Und zum Schluß noch eins was ich in Wikipedia gelesen habe und die Sache genauso wie damals den Nagel auf den Punkt trifft (Auszug):
Der Alkoholkonsum sank infolge der Prohibition nachweislich. Alkoholpolitisch unbelastete Mediziner zitieren die Prohibition als Beispiel, wie durch eine Senkung des Konsums die alkoholbedingten Schäden, z. B. die Zahl der Todesfälle durch Leberzirrhose, vermindert werden konnten. Die Zahl der in die Illegalität gezwungenen Alkoholkonsumenten, die an der durch ihre Krankheit verursachten Leberzirrhose verstarben, hat also nicht die Höhe der verstorbenen Konsumenten zu Zeiten legalen Alkoholkonsums erreicht. So war eine deutliche Abnahme der alkoholbedingten Todesfälle in der Fastprohibition 1910–1920 festzustellen, ein Tiefstand 1920–1931 sowie ein langsames, aber stetiges Ansteigen seither.

Nachteile:
Das Ziel, die Kriminalität zu senken, wurde nicht erreicht. Die landesweit rund 2.300 nur gering entlohnten Prohibitionsagenten waren nicht in der Lage, das Verbot vollständig durchzusetzen. In den Folgejahren entwickelte sich das illegale Geschäft sehr zügig, da die Nachfrage nach Alkohol nicht aufhörte. Als Straftat wurde nur der Verkauf gewertet, nicht der bloße Konsum. Damit gelang der Kriminalität ein beachtlicher Aufschwung. Allein von 1920 bis 1921 stieg die Kriminalität um 24 % an. Auch über die ganzen 1920er Jahre nahm die Kriminalität stark zu:

Wir sind an dem gleichen Punkt, die Nachteile überwiegen und rechtfertigen ein Verbot in keinster weise mehr.
Nach jahrzehntelangem Scheitern muss man das leider einsehen und betrifft imo für alle Drogen.

Leider blendest du Seppuku permanent die negativen Folgen aus. In keinem Statement habe ich von dir irgendetwas über die negativen Auswirkungen der Prohibition gelesen.

So nun geh ich feiern und werde heute auch mal wieder Drogen zu mir nehmen, und zwar in Form eines Rotkäppchensekt (um Mitternacht) und einer Amarettoflasche die ich mir für heute extra gegönnt habe (natürlich Amaretto di Saronno :D )
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Cannabis Legalisierung

Ich finde es interessant das hier schon im Threadtitel der Propagandaname aus der Zeit der Verbotsdiskussion benutzt wird.
Cannabis ...die Pflanze heißt HANF :freak: und ist eine jahrtausemde alte Kulturpflanze.
Unsere Großeltern haben die noch benutzt um nach einem harten Arbeitstag zu entspannen und dann setzten die Amerikaner weltweit das Verbot durch.
Sie sind damit faktisch gescheitert, genau so wie mit der Prohibition, nur dauerte es viel viel länger um das zuzugeben.
Die ganze Diskussion hier in Deutschland ist müssig.
Das Verbot in den USA wird fallen, dann werden sich hier in Deutschland jahrelang Expertenrunden und "Fachleute" die Köpfe heiß reden und letzten Endes fällt es auch hier.
Ich bin absolut für eine Legalisierung, ich kenne eine ganze Reihe Ü30 Leute die regelmäßig konsumieren und voll im Leben stehen.

Wenn ich hier allerdings lese das Kinder und Jugendliche offenbar hemmungslos barzen...damit habe ich in der Tat ein Problem.
In dem Alter IST es nachgewiesenermaßen schädlich für die Hirnentwicklung, und es kommt ja meist auch zum Mischkonsum mit Tabak. Das ist übrigens das was bei einem Joint sofort knallt, THC braucht bis zur Wirkung länger.
Legalisieren, ja, aber striktes Weitergabeverbot an Personen unter 18.
Mir ist klar dass das unterlaufen werden wird ( wird es aber auch heute schon ).
Aber, wenn es legal zu bekommen ist dann kann man viel offener über problematisches Konsumverhalten reden und die Konsumenten sind dann auch vor Brix, Blei und Co geschützt.
Ergänzung ()

kalle340 schrieb:
Aus medizinischer Sicht ist THC weit weniger bedenklich als zb Alkohol und Tabak. Letztere beiden verändern jedoch nicht deinen Charakter, was THC, regelmäßig konsumiert, sehr wohl tut.
Da ist dann wieder die Frage wie gut man sich im Griff hat. 2-3 Jhonnys im Monat sind vollkommen unbedenklich. Aber wenn es dann 2-3 in der Woche werden geht's schon los. Es ist eben eine Risikoabwägung, und die steht momentan zu Ungunsten von THC
Wie kommt du darauf ? Ich behaupte jetzt einfach mal das die Personen "durch" Gras so verkommen (kenne ich auch ) sowiso ein Problem haben, ohne Kiff wären sie vermutlich Alkis geworden.
Ausserdem, wäre es legal dann wäre die soziale Kontrolle viel größer...funktioniert ja bei Alkohol bei vielen Menschen auch ganz gut.
 
AW: Cannabis Legalisierung

alexbaxter schrieb:
Cannabis ...die Pflanze heißt HANF :freak: und ist eine jahrtausemde alte Kulturpflanze.

cannabis ist der lateinische begriff und bezeichnet die gattung. hanf ist der deutsche name für die pflanze. die gattung hat mehrere arten (u.a. sativa, indica, ruderalis). hanf fasst soviel ich weiß alle arten in einem begriff zusammen. also, da sollte schon unterschieden werden. hanf ist nicht gleich hanf.
 
AW: Cannabis Legalisierung

Mal ein paar Impressionen zu der Eröffnung der Cannabisshops in Colorado

Drogenhöllen sehen anders aus, und die Konsumenten sehen auch anders aus wie hier oft in bester konservativer Meinung beschrieben :rolleyes:
Da wie eigentlich erwähnt jeder Bürger zumindest in einer Großstadt (insbesondere in NRW, aber auch Frankfurt, HH, und Berlin) zu jeder Zeit an jede Menge Cannabis kommen kann ist das ganze Verbot nur noch ein Witz.
Besonders schön ist das endlich auch die These das internationale Drogenabkommen welches angeblich eine Cannabisfreigabe verhindert nicht umgangen werden kann.
Alles nur bla bla bla um die Bürger doof zu halten :lol:

Aber um es noch mal ganz klar zu sagen: Es geht hier um Erwachsene die Cannabis konsumieren (in Colorado ab 21 Jahre) und ich denke es entlastet die Polizei ungemein wenn sie nicht mehr Erwachsene Kiffer jagen muss sondern sich nur noch auf den Jugendschutz beschränken kann.
Das ist doch was wir alle wollen, aber anscheinend sollen weiterhin jugendliche mit Cannabis in ein kriminelles Milleu gezogen werden welches dann in manchen Fällen in den Konsum harter Drogen endet.
Die Polizei kann es nicht verhindern da sie zu oft mit erwachsenen Kiffern zu tun hat und die Ressourcen dafür nicht ausreichen.

Es ist einfach Schade das manche hier und die Politik allgemein eine beschränkte Sichtweise hat, und Bürger die nichts mit Drogen zu tun haben dürfen die Suppe auslöffeln. Bei uns wurde schon dreimal eingebrochen zu Hause und der letzte Täter wurde gefasst und war ein Drogensüchtiger Junkie.Echt super..........
Ich hab die Schnauze echt voll von dieser scheinheiligen Drogenpolitik die leid für alle Seiten hervorbringt und nur die Dealer reich macht!!!!
 
AW: Cannabis Legalisierung

dacapo schrieb:
Das ist doch was wir alle wollen, aber anscheinend sollen weiterhin jugendliche mit Cannabis in ein kriminelles Milleu gezogen werden welches dann in manchen Fällen in den Konsum harter Drogen endet.
Unddas wird jetzt wie durch eine Freigabe ab 21 Jahren verhindert?
 
AW: Cannabis Legalisierung

Kein Kontakt mit Dealern, kein Kontakt mit den echten Giftlern, kein Kontakt mit dem kriminellen Milieu.
Wenn du regelmäßig beim Dealer um die Ecke kaufst, kommst du leicht in Versuchung, auch mal was Anderes aus seinem Angebot auszuprobieren, einfach weil es verfügbar ist. Außerdem hast du durch den Hanf- Konsum eh schon eine Straftat begangen, dann ist es dir eh schon egal noch eine zu begehen.
Ist diese Möglichkeit garnicht gegeben, wie in der Apotheke oder im Hanf-Shop, ist auch die Versuchung, mal was Anderes zu Probieren viel niedriger.
Außerdem steigt mMn die Hemmschwelle ggü. "harten" Drogen, wenn Marihuana nicht mehr gesetzlich verfolgt wird.
 
AW: Cannabis Legalisierung

Ach ja, Stimmt. Wenn es nur noch ab 21 Jahren erlaubt ist, wird auch kein unter 21jähriger versuchen Cannabis zu bekommen. Ist ja heute bereits auch schon so...
Und warm sollte bitte die Hemmschwelle gegenüber harten Drogen steigen? Das ist ja genau das Argument, welches bei Cannabis immer nicht zählen darf...
Hier wird sich auch wirklich alles hingedreht, wie man es braucht...
 
AW: Cannabis Legalisierung

alexbaxter schrieb:
Ich finde es interessant das hier schon im Threadtitel der Propagandaname aus der Zeit der Verbotsdiskussion benutzt wird.

Ähem, nur zur Information, der Propaganda-Begriff war "Marihuana". Er wurde gewählt, weil er am besten zur Herkunftsregion des Stoffes passte, gegen die sich die Propaganda i. d. USA richtete. Neben der Droge wurde durch diese Begriffsnutzung fast ein halber Kontinent (in dessen Sprache dieser Begriff vorkommt - er ist Spanisch) dämonisiert.

Canabis ist tatsächlich nur die Oberbezeichnung für eine Pflanzenart, und hat mit Propaganda nicht mehr zu tun, als bspw. "Östrogen" oder "Auftrieb".

Seppuku schrieb:
Hier wird sich auch wirklich alles hingedreht, wie man es braucht...

"Fight Fire with Fire", falls du mit dieser Bemerkung was anfangen kannst.

Etwas, an das ich nicht einfach drankomme (weil es eben NICHT im gleichen Regal liegt) einzunehmen, ist aber um ein vielfaches schwieriger, als wenn der Dealer gleich dem Supermarkt ALLES anbieten kann.

Die Hemmschwelle, mit der meist Argumentiert wird, ist der Schritt in die Illegalität - vielleicht nicht so sehr auf Seiten der Kunden - aber auf Seiten der Dealer. Gras-Dealer sind nicht weniger kriminell, als Heroin- oder Koksdealer. Und genau deswegen stellt die Erweiterung des Angebotes eben KEIN zusätzliches Risiko für den Dealer dar - solange er sich schon durch die Weitergabe von Canabisprodukten strafbar macht. Diese Hemmschwele wird momentan dort überschritten, wo ein Mensch mit Canabis in Berührung kommt und es evtl. weitergibt. In diesem Moment ist er in einem Milieu, welches ihm bei der momentanen Gesetzeslage erlaubt, restlos JEDE illegale Substanz zu handelln - schlimmer wird es dadurch jedenfalls schonmal nicht, nur die Konkurenz wird u.U. etwas aggressiver.

Wer mit Drogenhandel reich werden möchte, der bleibt ohnehin nicht bei Gras. Und die Gesetzeslage sorgt momentan (per Verbot) dafür, dass der Schritt vom Handel mit Gras zum Handel mit Waffen nicht so groß ist, wie der zum Handel mit Gras. Das einzige, was einen ohnehin kriminellen Dealer davon abhalten kann, ist eben nicht die Illegalität der Handlung selbst, sondern ein moralisches Gerüst, welches z.B. den Handel mit Waffen, Heroin oder Uran per se vebietet - im Prinzip ist es good will, wenn jemand das entgegen seinen Möglichkeiten NICHT macht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben