Quo vadis BTMG?

AW: Cannabis Legalisierung

welcher zweifelhafte nutzen?
soll also heißen es ist besser der staat erlaubt alles? anarchie sozusagen wäre also euer ziel?

der staat entmündigt uns doch andauernd. oder darf man zb dvds die man legal erworben hat, selbst nur für den hausgebrauch, vervielfältigen? oder heißt es dann etwa "da ist ein kopierschutz drauf, den darf man nicht umgehen, blabla."

ich bin mir noch immer nicht sicher, wieviele sich in diesem thread nur gegen das verbot ansich sträuben oder wieviel unbedingt hanf konsumieren wollen. so wie ich diRams posts deute, geht es ja lediglich darum, dass es verboten ist, und eben da das problem ist, und eigentlich eh keiner hanf rauchen will.
 
AW: Cannabis Legalisierung

Lies' dich doch bitte endlich in den Thread ein. Der "zweifelhafte Nutzen" ist dort bereits mehrfach erläutert worden.
 
AW: Cannabis Legalisierung

kannst du mir die stelle auch sagen, oder muss ich 130 seiten durchackern? deine pdfs les ich gerade nebenbei
 
AW: Cannabis Legalisierung

@jud4s
Genauso wenig ist geklärt warum man unbedingt Alkohol legal konsumieren sollte. Oder warum man legal eine Zigarette rauchen soll. Wieso man legal jeden morgen einen Kaffee mit der Droge Koffein trinken soll ist auch ungeklärt. Aber man darf es und das ist der springende Punkt, heißt aber nicht das dies nun jeder macht oder machen soll.

Man muss es nicht aber wer möchte kann es ohne Androhung von Strafe tun. Man kann auch gegen die vorher genannten legalen Drogen warnen und das passiert ja auch, weil das Strafrecht wäre das falsche Mittel und kontraproduktiv.

Die Sekretärin die jeden Tag Unmengen Kaffee trinkt wird auch nicht strafrechtlich Verfolgt um ihr Problem zu beseitigen, sondern es wird durch Hilfe und Prävention versucht den Konsum zu senken.
Ebenso wird dies bei Alkohol oder Tabak versucht.

Jetzt erkläre du mir mal warum dies nicht beim Cannabis versucht wird, zumindest unter dem Hintergrund das ein Verbot seit Jahrzehnten nicht funktioniert.
Wäre Cannabis seit ein paar Jahren verboten, ok da könnte man denken wird schon, aber Jahrzehnte lang ohne Resultat?
Ich möchte noch mal drauf hinweisen um was es geht:
Als erstes mal eine Statistik über die Anzeigen im Cannabis Bereich:
Zur Erklärung: Blau = Anbau / Grün = Einfuhr / H+S = Handel und Schmuggel / Rot=Konsum

Wie die Grafik sehr gut zeigt ist der Anteil der angezeigten Konsumenten im Cannabisbereich sehr hoch und bindet unnötige Ressourcen welche erstens viel Geld kostet und die Polizei unnötig von anderen wichtigen Aufgaben abhält.

Man darf nicht vergessen: Trotz der sogenannten geringen Menge ist die Polizei in jedem Fall verpflichtet eine Anzeige zu schreiben und gegeben falls Ermittlungen einzuleiten.

Die letzte gravierende BTMG Verschärfung gab es im Jahr 1981, schauen wir mal was es gebracht hat:

Erklärung:
Rot = Cannabisverstöße / Blau= Verstöße gesamt

1982 gab es knapp 40.000 Anzeigen wegen Cannabis, im Jahr 2000 waren es schon 130.000 und gipfelte in der Mitte des 2000er Jahrzehnts auf 170.000 und stagniert wieder bei 130.000 wobei wieder ein leichter Aufwärtstrend zu sehen ist (aktuell 139.000).

Ehrlich ein super Erfolg der Repressionspolitik, wirklich total perfekt gelaufen(natürlich ironisch gemeint).

Das ist natürlich ein vernichtendes Ergebnis für die Repression und es ist quatsch wenn man 130.000 Anzeigen schreibt und knapp 4 Millionen Konsumenten mit Strafe bedroht.

Und die Strafen können manchmal richtig heftig ausfallen, von Geldstrafe, Gefängnis bis zur Sicherheitsverwahrung ist alles möglich.
Jetzt werden natürlich die meisten aufhorchen und zurecht fragen : Sicherheitsverwahrung? Auf einer Stufe mit Mörder, Sexualverbrecher, Kinderschänder?
Ja auch das gibt es glaubt ihr nicht dann lest bitte hier weiter: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/01/24/sicherungsverwahrung-fur-gras/
http://www.hanfjournal.de/hajo-website/artikel/2011/132_juni/s11_0611_biermanski.php


Zugegeben ein renitenter Cannabishändler ( und nur Cannabis keine anderen Drogen), dennoch rechtfertigt ein Verkauf niemals eine Sicherungsverwahrung. Denn dann müssten ja alle Coffeeshopsbesitzer in den Niederlanden bei überschreiten der deutschen Grenze ebenfalls in Sicherungsverwahrung gebracht werden müssen. Selbst wenn der Delinquent aus Überzeugung handelt ist dieser Schritt eines Rechtstaates unwürdig.

Solche Machenschaften müssen beseitigt werden, und mittlerweile ist sich die Mehrheit der Wissenschaftler einig das dieser bisherige Weg ein Irrweg war und korrigiert werden muss.
 
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Seppuku schrieb:
Auf welches Nervensystem wirken welche Drogen denn komplett anders? So pauschal gestellt verstehe ich die Frage nicht.

Dann lass es mich kurz erklären:
Hast du schonmal erlebt, wass passiert, wenn eine Katze (Geschlecht egal) ein halbes Gramm Haschisch friisst?
Die schlafen davon irgendwann auch ein, vorher passierte jedoch zumindest in den Fällen, die ich bisher beobachten konnte etwas ganz anderes.
Die Katze ging im wahrsten Sinne die Wände hoch - und das ein paar Stunden lang. Nicht die geringste Spur einer beruhigen Wirkung, wie sie für Menschen doch recht normal ist. Teilweise wurden die Tiere aggressiv - ebenfalls ein bei menschlichen Bekifften eher seltenes Verhalten - sogar bei jenen, die die Substanz NICHT bewusst zu sich genommen haben.
Mindestens eine Katze hat dieses Verhalten (Hasch fressen) sogar wiederholt, eine rein panische Reaktion auf uneinordenbare Körperzustände kann es also eigentlich nicht gewesen sein.

Stechapfel - ein Nachtschattengewächst, welches mehrere stark sedierene und halluzinogene Alkaloide enthält und in ziemlich vielen deuutschen Vorgärten zu finden ist (die Pflanzen kann man bei vielen Gärtnern llegal kaufen genau wie Engelstrompete) - bewirkt beim Menschen zunächst einen Tiefschlaf (mit anschließendem Schlafwandel-ähnlichem Zustand).
Im Pferderennbetrieb war diese Pflanze hingegen eine Weile als beliebtes Dopingmittel bekannt. Damit behandelte Pferde erzielten viel höhere Leistungen - starben aber auch relativ häufig nach gewonnenem Rennen an extremer Entkräftung. Vielleicht waren sie aus Panik so schnell unterwegs, da bin ich dann überfragt, es ist sicher der erste Gedanke, der einem bei diesem Beispiel kommen mag (Panik, Fluchtverhalten, Hochleistung aus Todesangst). Aber kann man es sicher sagen? Zumindest ich kann mich nicht mit toten Pferden unterhalten, und sehe mich daher zu Zweifeln angehalten.

Daran dachte ich bei der Frage, warum Drogen solch unterschiedliche Wirkungen haben. Und diese Beispiele stammen noch von verschiedenen Spezies, bei den meisten Drogen kann man nichtmal sicher prognostizieren, dass sie auf zwei Menschen die exakt gleiche Wirkung haben (am Beispiel Alk wurde das hier schon mehrmals diskutiert und da kommt scheinbar auch jeder gut mit zurecht, aber bei den bösen Drogen kommen regelmäßig Pauschalisierungen auf's Tapee).
Einige Drogen (z.B. LSD) lassen es nichteinmal zu, vom Verlauf der bisherigen "Trips" auf den des nächsten zu schließen - das ist und bleibt eine Lotterie.

Was eine Substanz im Körper chemisch bewirkt, da kann man objektiv Daten sammeln und auswerten. Und bei den bisherigen Auswertungen entsprechender Daten waren die legalen Drogen Alkohol und Nikotin ganz oben mit dabei. Und damit ist das "giftig"-Argument für mich eben definitiv gestorben.

Wozu das alles? Natürlich um zu zeigen, dass Droge nicht einfach Droge ist. Je nach Organismus unterscheiden sich die beobachtbaren Reaktionen. MMn liegt das eben daran, dass jede Spezies auch im Bezug auf Drogen ihre ganz eigene Evolution durchgemacht hat.
Jede Spezies tat es auf ihre eigene Weise, aber ALLE mussten sich mit bewusstseinsverändernden Substanzen (Drogen) und Giften auseinandersetzen, und einen Weg finden, mit diesem Teil der Natur umzugehen.

Ganz nebenbei, es gibt Leute, die ab und zu mal feiern wollen, aber die Erfahrung machen mussten, dass ihr Körper Alkohol NICHT verträgt (manchen gefällt die Wirkung von Alkohol einfach nicht, weswegen sie sich auch nicht dran gewöhnen). Ich habe Cannabis als eine mögliche und abgesehen von möglicher Strafverfolgung wenig gefährliche Alternative kennengelernt ... deswegen setze ich mich für die Legalisierung ein.
Ob jemand kiffen kann oder nicht, daran ändert bekanntermaßen auch ein Verbot nicht wirklich viel. Wer will, der tut das auch wenn es illegal ist.

Was sollte ein bekennender Alkoholkonsument wie @diRAM tun, wenn Alkohol illegal wäre? Sollte man den dann per Gesetz (und empfindlichen Strafen) dazu zwingen, z.B. Qat zu kauen, weil das eben gesellschaftölich breit akzeptiert, kulturel verwurzelt und daher legal ist?
Genau das passiert momentan mit Alkohol - zum Glück funktioniert dieser "Zwang" bei garnicht wenigen nicht besonders gut.
 
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In wie weit ist das Verhalten der Katze anders als beim Menschen?
http://www.health.harvard.edu/newsletters/Harvard_Mental_Health_Letter/2010/April/medical-marijuana-and-the-mind schrieb:
Although many recreational users say that smoking marijuana calms them down, for others it has the opposite effect. In fact, the most commonly reported side effects of smoking marijuana are intense anxiety and panic attacks. Studies report that about 20% to 30% of recreational users experience such problems after smoking marijuana. The people most vulnerable are those who have never used marijuana before.
Ich weiß nicht wirklich worauf du hinaus willst. Dass die Wirkung eines Stoffes (z.B. eines Arzneimittels) von vielen Faktoren beeinflusst wird, ist ja nichts neues... Gerade wenn sie in komplexe Systeme im Körper eingreifen.
Sind jetzt unvorhergesehene Effekt postitiv oder negativ zu sehen? Und eine komplette Spezies wird sicherlich kaum an eine Droge gewöhnen. Das klappt ja nicht einmal beim Alkohol (--> ADH bei Asiaten...).

Und zu den Pferden: Wenn ich dir Stechapfelblätter in den Hintern stecke, dann kannst du dir einmal überlegen, ob du eher unruhig oder einschlafen würdest...
 
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Seppuku schrieb:
In wie weit ist das Verhalten der Katze anders als beim Menschen?

Bisher war die Wirkung bei ALLEN Katzen, die ich beobachten konnte exakt die gleiche. Auch bei Katzen, die seit Jahren relativ regelmäßig Haschisch essen (wie mir von den Besitzern berichtet wurde). Natürlich kommt das nicht so oft vor, schließlich wollen die Leute ihr Hasch lieber selbst rauchen.
Du findest bestimmt auch einen Artikel, der behauptet, dass Mariuana im Prinzip bei allen Nutzern zu Panikattacken führt, Gewohnheitskiffer aber einfach gelernt haben, das auszublenden oder zu unterdrücken.
Panik durch Mariuana ist hinreichend belegt, meist für Erstkonsumenten, und recht selten für Langzeitkonsumenten. Noch viel seltener wird es bei Leuten nachgewiesen, die ab und zu mal kiffen.
Meinen ersten Alk-Rausch fand ich auch nicht gerade angenehm, allerdings gab es da etwas, wovor ich noch mehr Angst hatte, als vor der Wirkung (die ich bis daher so nicht kannte). Das Schlapppschwanz-Image, dass mir meine Schulkameraden und Freunde dann sehr wahrscheinlich zugeschrieben hätten - also habe ich eben die Klaoppe gehalten und versucht cool zu bleiben.
Die Aggression bei Katzen auf THC passt wunderbar zur Panik-These, diese Reaktion ist mir allerdings nur bei "Erstkonsum" bekannt. Das übrige Verhalten (Auspowern) war jedoch scheinbar obligatorisch. Für so doof, dass sie aus reiner Gewohnheit wiederholt nutzloses Fluchtverhalten zeigen, halte ich Katzen eben nicht. Vor allem Frage ich mich, warum frisst eine Katze zum zweiten mal freiwillig dieses Zeug, wenn sie beim ersten mal davon einfach nur Panik hatte?
Hast du dafür auch ein logische Erklärung?

Ach ja ich hab mich ja auch recht kurz danach zum zweiten mal besoffen. Vielleicht gibt es ja bei Katzen auch Gesetze, die alles ausser Haschisch verbieten, und ein soziales Miteinander, welches Verweigerer gerne mal als "Pussies" bezeichnet.

Seppuku schrieb:
Und zu den Pferden: Wenn ich dir Stechapfelblätter in den Hintern stecke, dann kannst du dir einmal überlegen, ob du eher unruhig oder einschlafen würdest...

Sicher, es ist aber hoch wahrscheinlich, dass ich dabei einschlafe. ;)
Und wenn ich dann aus dieser Schlafphase erwache, werde ich ganz sicher keinen Weltrekord brechen (höchstens einen im leise und undeutlich Sprechen, unkontrolliertem Stolpern oder anderen motorischen Störungen).
Pferde schlafen davon einfach NICHT ein und auch von motorischen Störungen kann man bei diesen Tieren nicht wirklich sprechen. Egal ob Panik oder nicht, hier sehe ich andere Wirkungen des Stoffes auf den Organismus als beim Menschen, denn ob ein Mensch von Stechapfel nun panisch wird oder nicht, das schützt ihn NICHT vor den übrigen Wirkungen dieser Pflanze.
Auch wenn es manchmal behauptet wurde, bei Panik handelt es sich nicht um eine normale Folge von Drogen sondern um eine erlernte bzw. genetisch programmierte Reaktion auf unbekanntes, nicht einschätzbares - lieber flüchten, als nicht zu wissen was passiert. Normalerweise lässt diese Panik nach, wenn der Nutzer den Stoff, seine Wirkung und vor allem den Umstand, dass sie nicht ewig hält, kennengelernt hat, und einschätzen kann.

Panik im Umgang mit bewusstseinverändernden Drogen ist meist kein Dauerzustand und bei zumindest einer Droge (LSD - "oh mein Gott, bin ich jetzt hängengeblieben?" ) ist die Panik Mediengemacht - unterirdische Aufklärung über die Droge selbst, bei absoluter Konzentration auf wenige krasse Negativbeispiele. Man weiß genau (oder bildet es sich zumindest ein), wie diese Droge wirken kann, man kennt die Bilder von Verrückten, der Realität vollkommen Entflohenen LSD-Opfer.
Wer das Zeug mal genommen hat (vielleicht auch nicht nur einmal) der weiß, dass diese Droge einfach absolut unberechenbar ist, dass jeder Trip einen an den Rand des Wahnsinns treiben kann - dass aber die wenigsten Konsumenten davon tatsächlich Wahnsinnig werden. Der Anfang des Rausches ist scheinbar immer gleich (Euphorie, Lachflash) aber was dann kommt, kann man vorher nicht genau sagen.

Aber wir entfernen uns immer weiter vom Thema. Vielleicht reicht es ja aus, wenn ich dir sage, dass mMn für die meisten Drogen nicht prognostiziert werden kann, wie sie auf einen Organismus wirken, bis er sie zum ersten, zweiten und dritten mal zu sich genommen hat. Vor allem kann man nicht von der Wirkung auf Menschen auf die Wirkung auf Katzen oder Pferde schließen - andersrum genauso. Unterschiedliche Organismen unterschiedliche Wirkungen. Das einzige was bei nahezu allen gleich sein sollte, ist die Wirkung der Substanz als Gift.
Ich denke ebenfalls, dass jahrelange Negativpropagansda im Bezug auf Drogen vor allem eines erreicht hat: Desinformation und Abschreckung der ängstlichen. Bei Erstkonsumenten ist der Effekt oft eher "Ach, so schlimm ist das ja garnicht" - und in diesem Fall geht der Schuss einfach total nach hinten los, denn bei diesen Leuten zerstört es eigentlich zunächst das Vertrauen in öffentliche Informationakanäle.



Ich habe gestern eine Interessante Doku über die Geschichte des Drogenkonsums gesehen ("Im Rausch - die Geschichte der Drogen" ). Darin wurde die These aufgestellt, dass letztlich vor allem religiöse Gründe Rauschzustände aus unserem spirituellen Alltag verbannt haben. Niemand darf zu Gott gelangen, ausser durch Jesus (i.e. die Kirche) also haben die frühen Christen systematisch die Tempel der alten Mysterienglauben geschändet (als sie dann im 5.Jahrhundert endlich mächtig genug waren) und bis auf die Grundmauern niedergerissen. Bis zu diesen religiösen Fanatikern und der daran anschließenden Wirtschaftsmacht Kirche waren Drogen fester Betstandteil eigentlich jeder Hochkultur, als Medizin und als Rauschmittel - vor allem um mit den göttlichen Elementen in Kontakt zu kommen. Ein solcher Alltagsgebrauch hätte die Kirche daran gehindert, ihr absolutes "Seelenheil-Monopol" zu errichten. Also musste die ehemalige Drogenkultur komplett ausgelöscht werden - nur beim Alkohol und dem Weihrauch haben sie es nicht geschafft, das mussten sie dann in ihren Ritus einbauen (z.B. Messwein als als Blut Christi), genau wie das mit vielen anderen heidnischen Bräuchen geschah (als Bsp. Weihnachten = Wintersonnenwende, da hat sich sogar die Symbolik nicht groß geändert, das ganze ist noch immer ein billiger Ersatz für rauschende Wintersonnenwendfeiern). Die Geburtsgesschenke an Jesus (Weihrauch, Myrrhe, Salbei), enthalten bewusstseinsverändernde Substanzen - das sind Drogen gewesen, und es machte damals wohl auch einfach keinen Sinn, einer spirituellen Führerfigur (als die Jesus in der eigentlich einzigen Quelle über sein Leben, in der Bibel aufgebaut wurde) andere Sachen zu schenken. Drogen waren damals ein direkter Draht zu den Göttern.

Unsere heutigen Drogenprobleme sind nach dieser Doku vor allem einem global agierenden Wirtschaftssystem zu verdanken, welches z.B. mit Opium Millionen verdiente (dafür wurden sogar Kriege geführt aber nicht um die Anbaugebiete, sondern um den Absatzmarkt China), sowie einer aufkeimenden unkontrollierten Pharma-Industie, die unsere heutigen "bösen" Drogen als "cure-it-all" vemarktet hat - mit ähnlichen Intentionen die den Drogenmarkt noch heute am Leben erhalten - viel Geld für möglichst wenig Leistung.
Bei mir hinterließ diese Doku das Gefühl: Als religiöse Utensilie waren Drogen in fast allen Hochkulturen verteten und kontrollierbar, damit hat das Christentum gründlich aufgeräumt. Als Drogen dann in Form von nichtmal verschreibungspflichtigen Medikamenten wieder auf den Markt kamen war eine Abhängigkeitsproblematik kaum zu vermeiden - vor allem weil Drogen ja tatsächlich zunächst etwas Erleichterung bringen, bis es dann eben nicht mehr reicht, man aber ohne das "Medikament" (i.e. das in ihm enthaltene Rauschmittel) nicht mehr zufrieden ist.
Bei seiner Markteinführung wurde Coca-Cola in Apotheken als "Dope" verkauft - es bestand zum Großteil aus mit Kokain versetztem Rotwein war also genaugenommen nichts weiter als ein "belebender Drogencocktail". Heroin wurde zunächst unter anderem als "Morphium-Substitut" vermarktet.
Coca-Cola ist laut dieser Doku eines der ersten global vermarkteten Produkte (das erste war "Patna-Opium", welches von der British Eastindia-Company vertrieben wurde). Drogen wurden schon im Kolonialzeitalter global gehandelt - mit staatlicher Duldung und unter staatlichem Schutz.

Was ist davon zu halten? Bei mir fiel das auf fruchtbaren Boden, da ich Kirche und Pharmaindustrie ohnehin nicht besonders mag, aber wie sieht das jemand, der diesen Institutionen weniger kritisch gegenübersteht?
Hat die Geschichte am ende nicht nur dafür gesorgt, dass wir Drogen heute entweder als Medikamente oder zum Spass nehmen? Die ehemalige spiriituelle Bedeutung haben sie jedenfalls für die wenigsten heutigen Konsumenten. Die nehmen Drogen gegen Kopfschmerzen, Fieber oder andere Krankheitssymptome, zur Entspannung, als "un poco energia" oder einfach weil sie ohne nicht gut klarkommen (z.B. weil sie abhängig sind oder weil ihr Arbeits- und Biorhythmus nicht zusammenpassen KÖNNEN - z.B. Valium zum Einschlafen und Kaptagon zum Wachwerden, damit das auch am hellichten Tag problemlos klappt, weil man in der Nacht schon wieder im Flieger nach "wasweißichwo" sitzen muss).

@dacapo + diRAM
Kriminalsistisch betrachtet ist das Cannabisverbot ohenhin ein Flop, wie fast jedes Verbot.
Allerdings fühle ich mich zu dem Hinweis angehalten, dass die Zahlen kriminalistischer Untersuchungen (v.A. Statistiken zu Anzeigen und Inhaftierungen) zweierlei Dinge bedeuten können:
1. Einen tatsächlichen Anstieg der Vergehen, und
2. Eine gestiegene Sensibilität in der Öffentlichkeit, sowie die in den letzten Jahren stark ausgebauten Überwachungsmechanismen und Techniken.
Vor allem letzteres macht aus diesen Statstiken ein unzuverlässiges Messinstrument für den tatsächlichen Konsum. Eigentlich sagen diese Statstiken nicht mehr, als dass mehr Leute sich haben erwischen lassen ... ob man daran tatsächlich ein gesteigertes Konsumverhalten sehen kann, ist mMn reine Spekulation, denn dieses Bild kann auch dadurch entstehen, dass die Dunkelziffern gesunken sind, sich also nur die Sichtbarkeit des Konsumverhaltens geändert hat.
Die, die diese Statistiken anfertigen, gehören ganz sicher zu der Gruppe Menschen, vor denen man illegales Verhalten besser verstecken sollte, zumindest solange sie in offizieller Funktion agieren.
 
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Deswegen habe ich bewusst auf die plumpe Verlinkung von PKS oder Strafverfolgungsstatistik verzichtet und mich in meinen Aussagen auf Texte, wie z.B. den PSB 2006 bezogen, die deine Hinweise berücksichtigen ;)
 
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Nur zur Info:
Georg Wurth vom deutschen Hanfverband hat soeben die Millionärswahl bei Pro 7 gewonnen, da kann man mal sehen was für einen Stellenwert dieses Thema in Wirklichkeit in Deutschland hat
 
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Du unterliegst hier immernoch dem Irrglauben, dass ein derartiger Gewinn die Wirklichkeit wiederspiegeln würde und damit repräsentativ wäre. Wenn ich mir die Einschaltquoten, das Debakel um das Votingsystem und generell die (mediale) Resonanz anschaue, zeigt das relativ deutlich, welch selektiven Realitätsausschnitt diese "Show" darstellt. Kurzum: Das Ergebnis ist bedeutungslos.
 
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Also ich habe zum Beispiel bei dieser Wahl für den Typen mit dem Wasser für Afrika abgestimmt und auch den anderen Typen mit den Schulen in Neuguinea hätte ich es gegönnt.
Trotzdem war, ob Bedeutungslos oder nicht, den meisten Zuschauern dieses Thema in der Show am wichtigsten, weswegen der Hanfverband gewonnen hat.

Egal ob Wirklichkeit oder nicht, Fakt ist das anscheinend knapp 2-4 Millionen Menschen aktuell Cannabis konsumieren und knapp 13 Millionen Menschen Cannabis konsumiert haben.
Das ist ein Faktum und eine Größenordnung die man nicht ignorieren sollte. Und wenn diese sich zusammentun dann ergibt das wie man sehen kann eine ziemlich große Lobby.

Anderes Beispiel war ja die Bundeskanzlerfrage wo knapp 10 000 Menschen über eine Reihe von Fragen abstimmten. Die Frage nach der Cannabislegalisierung war die am häufigsten gestellte.

Also im sozialen Bereich ist dieser Teil für einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung bei weitem interessanter als zum Beispiel die Hartz Gesetze und deren Sanktionen.
Aber man kann das immer klein reden nur bei Cannabis ist der Fall nicht so einfach da wir von einer geächteten verbotenen Droge sprechen. Nach außen werden sich viele Cannabisfeindlich geben, im privatem oder anonymen dann wieder ganz anders dazu stehen.

Das alles erinnert stark an die Prohibition mit Alkohol, wo selbst Politiker die öffentlich für die Prohibition waren, abends sich dann den geschmuggelten Whiskey gönnten.

Und by the way: Über repräsentativ habe ich in meinem vorherigen Post nie gesprochen, danke das du mir Worte in den Mund legst die ich nie geschrieben habe.^^
 
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Ich streite doch gar nicht ab, dass es eine Gruppe gibt, für die das Thema wichtig ist - weswegen ich diesen Thread auch für absolut sinnvoll erachte. Was mir aber insbesondere bei deiner Argumentation immer wieder auffällt ist, dass Du (aber auch andere) singuläre Ergebnisse, wie das einer Unterhaltungssendung auf Pro7 oder eben ein online Voting zu Fragen an die Bundeskanzlerin auf YouTube, eine m.E. zu hohe Bedeutung beimisst.
Wie Du selbst schreibst, sind derartige Ergebnisse, und vermutlich eigene Erlebnisse, die Basis, auf der Du Annahmen über den absoluten "Stellenwert" des Themas Cannabislegalisierung in der "Wirklichkeit" formulierst. Ich möchte aber lediglich aufzeigen, dass diese Ergebnisse eben nicht die "Wirklichkeit" wiederspiegeln, sondern vielmehr ein kleiner Ausschnitt derselben sind. Ein kleiner Ausschnitt der keinerlei Rückschlüsse auf einen etwaigen "Stellenwert" des Themas in der (gesamten) "Wirklichkeit" erlaubt. Doch genau diesen Rückschluss (=Repräsentativität) implizierst Du mit deinen bisherigen Aussagen, exemplarisch an Post #2590 zu sehen.

Du willst wissen was einen "nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung" wirklich interessiert? Bitte schön:
http://www.ruv.de/de/presse/downloa...en-2013/dieaengstederdeutschen_bundesweit.pdf
 
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Ich bin mir grad nicht so sicher, ob durch R+V veröffentlichte Zahlen tatsächlich repräsentativer sind, als online-Umfragen oder TV-Shows.
Irgendwie finde ich grade nichts dazu, wie diese Zahlen zustande gekommen sind.
Hast du da Infos, anhand derer sich die Repräsentativität DIESER Zahlen belegen ließe? Oder an denen man wenigstens sehen kann, welche Ängste überhaupt abgefragt wurden (Ich hab da durchaus fachliches Interesse). Geht das auf die von verschiedenen deutschen Unis seit mehreren Jahrzehnten durchgeführte Langzeitstudie zu Ängsten zurück (dazu fehlt im Prinzip die Differenzierung nach Geburtskohorten), oder hat die R+V-Gruppe da selbst Forschung zu laufen?
Irgendwie kann ich mir schlecht vorstellen, dass die gefragt haben "haben sie Angst vor der Legalisierung von Cannabis?", eine solche Frage stand nämlich nichtmal im über 10-seitigen Fragebogen oben genannter Langzeitstudie. Eine Frage die nicht gestellt wurde, kann in diesem Ranking NATÜRLICH keine Rolle spielen, aber das bedeutet dann eben nicht, dass es den Leuten egal wäre, sie hatten nur einfach nicht die Chance, ihr dahingehendes Interesse auszudrücken.
Schicke Balkendiagramme bastle ich dir auch, wenn ich nur meine direkten Verwandten (oder den R+V-Vorstand) befragt habe. ;)
Solange ich nicht weiß, wo die Zahlen herkommen, sind das für mich nur ein paar Bilder - mehr nicht.

Ich denke schon, dass diese Zahlen repräsentativer sind, als die Einschaltquoten und Umfragen einer TV-Show. Immerhin hatten die sehr wahrscheinlich eine präzise Forschungsfrage, statt nur "Wer kriegt denn jetzt die Kohle?" Ich will es eben nur etwas genauer haben, als es ein paar Balkendiagramme ohne weitere Infos hergeben.
Aus dem Ergebnis einer Fernsehlotterie ein Meinungsbild für Deutschland zu basteln, würde aber auch mir nicht im Traum einfallen, sowas taugt dafür echt garnicht.

PS:
Die Verlaufskurven fand ich sehr interessant, die Spitzen korrelieren garantiert mit den zeitgleichen medialen Fokii - einfach herrlich, sowas zu sehen. Danke dafür :)
 
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Auf die Schnelle hab' ich nur das gefunden: http://www.ruv.de/de/presse/download/pdf/aengste-der-deutschen-2013/untersuchungsmethode.pdf
Als Berater scheint Professor Dr. Manfred G. Schmidt, Politologe an der Universität Heidelberg zu fungieren. Ob das ein Qualitätsmerkmal ist kann ich jedoch nicht beurteilen ;)

Mir ging es auch nicht um den konkreten Themenbezug zur "Cannabislegalisierung". Ich wollte damit nur einen kurzen (oder verkürzten) Hinweis darauf geben, was für einen "nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung" tatsächlich von Belang sein könnte. Denn das Thema Drogen taucht ja mit einer spezifischen Fragestellung durchaus in der Studie auf..
 
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diRAM schrieb:
Professor Dr. Manfred G. Schmidt ... Universität Heidelberg

Haha, den Typen kenne ich (Ich war in der Langzeitstudie Probant, und die Briefe dazu kamen glaube ich immer von dem, aber auf jeden Fall von der Universität Heidelberg, da dort der Sitz der Forschungsgruppe war).
Also führt die R+V scheinbar diese Langzeitstudie fort (auch Unis müssen mittlerweile outsourcen). Sogar ein paar der Fragen kommen mir echt bekannt vor ... allerdings ist es extrem minimiert (der Fragenkatalog der Uni-Studien hatte meist um die 10 Seiten) und als persönliches Interview haben sie es damals nur mit der jüngsten Befragtengruppe durchgeführt (ich war bei meiner ersten Befragung in der 5. Klasse), und auch NICHT im Jahresabstand (da wären die beim damaligen Umfang aus der Auswertung nicht mehr rausgekommen), ich glaube da wurde nur alle 3-5 Jahre befragt, und immer die selben Leute, da es ja um die Entwicklung persönlicher Lebensängste ging.
Wahrscheinlich ist die R+V-Studie lediglich von der Langzeitstudie inspiriert, und die haben sich den damals Verantwortlichen eben als Experten geholt.

Dass das nur am Rande einen themenbezug hatte war mir klar. Es war auch nicht so als Kritik gedacht. Das kam mehr aus Richtung Interesse.

OK. Zack -> zurück zum Thema!
 
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Ok mein Fehler es hätte heißen sollen"......da kann man mal sehen was für einen Stellenwert dieses Thema in Wirklichkeit für eine recht große Lobby in Deutschland hat"

Im übrigen ist diese Studie schon komisch denn zum Thema Drogen heißt es "Angst vor der Drogensucht der eigenen Kinder" dies soll für 35% der Befragten relevant sein, kann das nun im Umkehrschluss heißen das für 65% diesbezüglich keine Angst besteht? Oder sie es nicht für wichtig erachten? Aber das ist auch nicht relevant.......

.......denn bei bis zu 4 Millionen aktuellen Konsumenten und 13 Millionen Bundesbürger die mal mit Cannabis zu tun hatten, kann man nun wirklich nicht mehr von einer kleinen Gruppe sprechen.
Da reden wir von einem Bevölkerungsanteil im guten zweistelligen Bereich, und da sind wahrscheinlich nicht mal passive Unterstützer wie mich eingerechnet, oder Wissenschaftler, Doktoren, Strafrechtsprofessoren, etc. die niemals Cannabis genommen haben und auch kein Interesse haben jemals zu kiffen.

Von daher ist von einer kleinen Randgruppe zu sprechen m.M. nicht angebracht.

Das viele nicht in die Öffentlichkeit gehen oder öffentlich dazu stehen hängt nun mal mit der angedrohten Strafverfolgung zusammen. Von daher ist es kein Wunder das viele denken es betrifft nur einen winzig kleinen Teil.

@DerOlf Post#2588
Wollte noch eine Sache zu den Statistiken anmerken:
Natürlich kann der Kontrolldruck,etc. erhöht worden sein und deswegen der Konsum gleichbleibend sein oder vielleicht sogar insgesamt gefallen sein.
Deswegen habe ich die Statistik nicht gepostet.
Mir ging es darum Aufzuzeigen das
1. viele Menschen eigentlich unnötiger weise in die Justizmaschinerie geraten (also mindestens 130.000 Konsumenten ohne den Straftatbestand des Schmuggel oder Handel) und
2. die Ressourcen der Polizei unnötigerweise mit Nonsense verschwendet werden. Ein Verbot das nicht durchzusetzen ist, ist pure Geldverschwendung die der Steuerzahler berappen muss.

Ein Beispiel dazu vom Görlitzer Park in Berlin:



Das Foto ist aus einem Artikel der Taz und darunter steht:
"Feiern im Görlitzer Park, mit viel Gras drum herum. "
http://www.taz.de/!120448/

Menschen die friedlich zusammensitzen, Spaß haben und vielleicht Cannabis rauchen.....na und? Sie stören keinen und schädigen auch niemand (obwohl ich mir bessere Location vorstellen könnte als in irgendwelchen Parks zu kiffen,z.b. in Coffeeshops)........

.......und auf der anderen Seite ist beinahe täglich das hier zu sehen:


In einem Artikel der Berliner Zeitung mit dem Titel:
"Nach der Razzia ist vor der Razzia"
http://www.berliner-zeitung.de/poli...zia-ist-vor-der-razzia,10809296,24922256.html

Bezeichnend ist der letzte Satz in dem Artikel:
"Die Befragung der Festgenommenen am Görlitzer Ufer war noch nicht abgeschlossen und Drogenhunde durchschnüffelten noch die Büsche – da waren die ersten Dealer schon wieder da und boten ihre Drogen zum Kauf an."

Da frag ich mich schon ob man die Leute für dumm verkaufen möchte. Jeden Tag diese enormen Polizeieinsätze, die es übrigens so auch schon vor zwanzig Jahren an vielen Orten in der Bundesrepublik gab, und keinerlei Verbesserung der Lage gebracht haben.
Dealerbanden haben sich da breit gemacht, belästigen Familien mit Kindern, Anwohner und Unbeteiligte und nur weil irgendein Pseudosignal gesetzt werden muss und ideologische Befriedigung im Verbot gesucht wird.
Und da kann man mittlerweile alle Großstädte in Deutschland nehmen.
Und nun soll mir noch mal einer sagen das irgendwo eine Hemmschwelle oder irgendein Jugendschutz z.b. am Görlitzer Park in Berlin, oder Sternschanze in Hamburg und den vielen weiteren Orten besteht?
Also manche leben in einer Traumwelt und belügen sich ideologisch, anders kann ich diese Motivation die verfehlte Drogenpolitik beizubehalten nicht verstehen.
 
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dacapo schrieb:
obwohl ich mir bessere Location vorstellen könnte als in irgendwelchen Parks zu kiffen,z.b. in Coffeeshops

Wieso? Im Sommer sind Parks und Wälder doch ideal.
Momentan muss ich dir allerdings erstmal recht geben - ich muss nämlich jetzt mal grade Schnee Schippen gehen. ;)
 
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Na ja, ich finde als Nichtkiffer muss ich das nicht unbedingt haben in irgendwelchen Parks kiffende Menschen um mich zu haben. Für Jugendliche oder Kinder die da spielen möchten ist das auch nicht das wahre.

Von daher sollten Kiffer gerne in irgendwelchen Coffeeshops oder Zuhause kiffen. Der Konsum sollte in der Öffentlichkeit natürlich weiter verboten sein. Also entweder in dafür vorhergesehenen Örtlichkeiten oder Zuhause, analog dazu sollte auch der Alkoholkonsum entweder in Gaststätten oder Zuhause konsumiert werden.

p.s. sei Froh das du Schnee schippen kannst, bei uns wird es dieses Jahr wohl nichts mehr werden mit Schnee^^
 
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Naja, Schnee ist auch relativ. Heute morgen war nichts mehr da - aber zum ausrutschen hätt's eben gereicht -> Winterdienst (wahrscheinlich das erste und letzte mal dieses Jahr).
Ich finde es immer wieder geil, wenn kleine Lebewesen ihre erste Erfahrung mit diesem Medium sammeln (Hundewelpen, Kleinkinder) - einfach herrlich. Mein eigener Neffe (3 Wochen) war dafür gestern leider noch etwas zu klein - der hat das komplett verpennt. :)


Das wäre dann ja das holländische Modell (Kiffen zuhause oder in Coffeeshops), bzw. auf Alkohol übetragen das US-amerikanische. Dass Letzteres Bedeutet, dass Obdachlose Säufer dennoch draußen trinken und es beim Alkoholkauf eine obligatorische Papiertüte dazuguibt ist dir hoffentich klar. Auch die Amis saufen öffentlich, die erkennt man an der Papiertüte ;)
Naja, kenn ich aber eigentlich auch nur aus Filmen, ich hab keine Ahnung, wie das da tatsächlich abläuft, war noch nie selbst da.

Ich empfand das Naturerleben eigentlich immer als zentralen Bestandteil dessen, was Drogen interessant machte. Zuhause geht es dann tatsächlich nur noch um den Rausch, und das finde ich eigentlich auch nicht OK.
Nebenbei, ich habe als Kind oft in Parks gespielt. Bis auf die leeren Flaschen die öfter mal rumlagen (damals waren Dosen noch viel häufiger) habe ich eigentlich nie was von Drogen mitbekommen (1970er und 80er). Das begann für mich erst, als ich Anfang der 90er selbst anfing, in städtischen Parks zu feiern, dann ist mir recht plözlich aufgefallen, wie viele Menschen da feiern, und wie wenige nur zum "normalen" Parkbusiness da waren (Spazierengehen z.B.).

Darüber, ob das irgendwie zusammenhängt habe ich allerdings ehrlich gesagt nie wirklich nachgedacht. Stattdessen habe ich mich einfach über die vielen Gleichgesinnten gefreut, und über die Krawallmacher geärgert (die gabs natürlich auch - die gibt's irgendwie überall).

Aber an meinen ersten Kneipenbesuch erinnere ich mich noch gut. Gerade 18, stolz wie Oskar mit ein paar Freunden in die nächste Kneipe, Ausweis vorzeigen (ja der Kneipier hat tatsächlich gefragt), und dann merken, dass das Bier hier NICHT besser schmeckt als vorher im Park (eigentlich sogar schlechter, ich mochte lange kein gezapftes Bier).
Was ich damit sagen will: Die Kneipe war für mich vorher ein magischer Ort, wo die Erwachsenen hingingen, um zu feiern (jaja, die Kindliche Vorstellungswelt eben) - für mich war mit 10 schon klar, wenn ich Erwachsen bin gehe ich auch in die Kneipe, und betrinke mich, einfach weil ich es dann ja endlich darf.
Das Verbot schafft Attraktivität und genauso tut das eine Reduktion des Konsums auf beschränkte Orte - nicht der Konsum wird dadurch attraktiver, sondern der Ort des Konsums. Im Fall Kneipe/Alk ist das Werbung und ich weiß nicht ob du sowas auch für Coffeshops/Cannabis wirklich haben willst.

Spätestens seit Stefan Raab gehört "Kiffen" sowieso zum allgemeinen Wortschatz auch Minderjähriger, da ist es mMn besser, wenn die Kids auch relativ früh mitbekommen, was dieses Wort bedeutet. Statt es nur als Textzeile in einem lustigen Liedtext zu internalisieren.

Ich bin mir einfach unsicher, ob die von dir vorgeschlagene Geheimniskrämerei im Bezug auf Drogen die Wirkung hat, die du dir erhoffst. Ich habe momentan eher das Gefühl, dass es ängstliche Eltern sind, die dafür sorgen, dass man in den Parks sowenig spielende Kinder sieht - das war vor 15 Jahren noch etwas anders, und die Feierbirnen im Park gaben sich oft die größte Mühe, diese Aktivitäten nicht zu stören. Wir haben tatsächlich selten mehr als 10% der Parkfläche mit Beschlag belegt (da war es dann allerdings oft "rappelvoll" ) - das kann man als Spaziergänger mit spielenden Kindern wohl recht leicht umgehen.
Ausserdem ist Kiffen ja keine ansteckende Krankheit oder färbt ab. Die Omnipräsenz von Kiffern im Park sorg u.U. nur für ein paar unangenehme Fragen an Mama und Papa.

Ob die heutigen Jugendlichen das noch auf die Reihe bekommen, kann ich allerdings nicht so beurteilen - teilweise scheint Rücksichtnahme da eher etwas zu sein, was nur "Opfer" zeigen.

Vielleicht geht es dir dabei weniger um die Drogen, als du denkst. Vielleicht möchtest du lieber die Leute, die sie nehmen aus der Öffentlichkeit verbannen. Das fände ich z.T. verständlich, es hat aber nicht direkt was mit den Drogen zu tun, sondern eher mit einer Erziehung, die statt Sozialkompetenz eher erfolgreiches Vorankommen in einer Ellenbogengesellschaft anpeilt.
Und da ist die Politik nur indirekt gefragt.

Ich halte als Pädagoge allgemein nicht so viel von einer hermetischen Schutzzone "Kindheit". Wie sollen die auf die "harte Realität" klarkommen, wenn diese systematisch von ihnen ferngehalten wird, bis sie 14, 16, 18, 21 sind und dann selbst entscheiden dürfen/müssen.
Für die Vorbereitung aufs Leben taugt dieses Versteckspiel mMn nur bedingt.
 
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