Quo vadis BTMG?

AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

hallo7 schrieb:
Man hat ja gesehen wie viele Probleme China mit der Einführung von Opium hatte...
Ja hat man ... vor allem in GB ... und von dort kamen letztlich auch die Probleme, die China mit dieser Droge hatte (das Opium der EastIndiaTradingCo war eines der ersten global vertriebenen Produkte).

An den Problemen hat GB gut verdient, und auch mit allen Mitteln dafür gesorgt, dass die Chinesen das nicht in den Griff bekamen.
Der Hauptgrund für den sog. "Opiumkrieg" waren kaiserliche Programme zur Einfuhrbeschränkung und Konsumeindämmung (durch die Schließung von Opiumhäusern) ... das Empire hat da einfach millitärisch Wirtschaftsinteressen verteidigt und diesen Markt gesichert. Die diplomatische Korrespondenz aus dieser Zeit zeigt ganz klar, dass es dem Empire ausschließlich um den Erhalt des Hauptabsatzmarktes für ihr Opium aus Indien ging ... und um die mit dem Opiumkonsum einhergehende Schwächung des "schlafenden Drachen" China.
Das war zwar nicht "staatliche Abgabe", aber immerhin staatliche Intevention zum Markterhalt ... das ist so, als hätte die BRD den Gebrauch von Android verboten, um Apples iOS die Marktführerschaft zu sichern ... mit dem Unterschied, dass die Briten das nicht im eigenen Land durchgezogen haben ;)

Und jetzt sage mir, welcher Staat oder welches globale Unternehmen hinter unseren heutigen Drogenproblemen steht ...
 
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AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

Heute brachte die Berliner Zeitung ein Interview mit dem Drogenbeauftragten des Staates Colorado.
Ich greif nur ein paar Punkte kurz auf:

...Besseres Cannabis als auf dem Schwarzmarkt......
....Colorado ist genauso geblieben, wie es auch vor der Legalisierung war. Das hat man aber erwarten können, denn Menschen ändern ihr Drogenkonsumverhalten nicht auf der Grundlage, ob eine Droge legal ist oder illegal.....
.....Ein regulierter Markt hat die Möglichkeit, Marihuana aus der kriminellen heraus in eine regulierte Welt zu holen. Dadurch können wir die Droge sicherer machen, besser kontrollieren und auch für einen besseren Umgang mit ihr sorgen. Regulierung ist besser als der Schwarzmarkt.......
.....Die Kommerzialisierung von Tabak und Alkohol haben gezeigt, dass die Zahl der Konsumenten gestiegen ist.........
....Im vergangenen Jahr hat Colorado etwa 100 Millionen Dollar an diesen Steuern eingenommen.....
......Die Hälfte davon geht aber in die Regulierung, die Kontrolle des lizenzierten Marktes. ......
.....Die Langzeiteffekte werden aber sicherlich dazu führen, dass viele Kosten gespart werden: Viele Menschen müssen wegen des Drogenkonsums nicht mehr ins Gefängnis. Die Polizei kann sich auf andere Sachen konzentrieren.........
....Schwarzmarkt....Leider ja. Es gibt noch Leute, die Cannabis schwarz, also unlizensiert anbauen.....


http://www.berliner-zeitung.de/berlin/besseres-cannabis-als-auf-dem-schwarzmarkt-23665246

Wie man sieht überwiegen ganz klar die Vorteile, und auch bei anderen Drogen wäre ein nicht strafbewehrtes Verbot sicherlich zum Vorteil. Mir persönlich geht es um die Strafbarkeit und Kriminalisierung von Drogen, denn diese schafft erst das Leid was wir heute auf der Straße wahrnehmen.

Wie dann eine Abgabe für die Bevölkerung aussehen könnte müsste dann noch mal genau geprüft werden. Und ich bin sicher da gibt es schlaue Köpfe die ein Modell für Deutschland oder die Welt entwickeln könnten. Aber wir als Gesellschaft müssen uns dafür öffnen, denn bisher ist jeder Ansatz in der Drogenpolitik nur auf Abstinenz ausgerichtet, und das ist, wie glaube ich alle zustimmen können, gescheitert.
 
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....Colorado ist genauso geblieben, wie es auch vor der Legalisierung war. Das hat man aber erwarten können, denn Menschen ändern ihr Drogenkonsumverhalten nicht auf der Grundlage, ob eine Droge legal ist oder illegal....
.....Die Kommerzialisierung von Tabak und Alkohol haben gezeigt, dass die Zahl der Konsumenten gestiegen ist.........

Widersprichht sich das grad nicht?

Zudem: In meiner Jugend hab ich auch gekifft. Heute nicht mehr. Vielleicht würde ich ja mal wieder. Aber ich tue es nicht, ganz einfach, weil es illegal ist und ich mir den Streß der illegalen Besorgung nicht anturn will. Wer weiß schon an wen ich da gerade und was ich da bekomme.
Wäre es dagegen legal in einer Apothekle z.B. zu bekommen, dann würde ich sicherlich ein paar Euro investieren.
Allerdings bin ich froh, dass es nicht legal zu bekommen ist. Vater Saat wacht über mich und beschützt mich davor. Für mich ausnahmsweise mal eine gute Sache.
 
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Haudrauff du belügst dich selber ;)

Das ist Quatsch denn wer kiffen will kann es ja ohne Probleme tun. Du kannst auch nach Holland fahren, oder in die Staaten wo es legal ist und stressfrei kiffen. Auf der anderen Seite musst du nicht kiffen wenn es auch legal erhältlich wäre. Passiert ja auch in den Niederlanden, Colorado und anderen Staaten wo liberalisiert wurde.Aber natürlich wenn dir die Prohibition hilft, und du die Finger davon lässt ist das super.

Leider gehörst du da zu einer Minderheit an, denn wer Drogen nehmen will nimmt sie, die Möglichkeit in anderen Ländern stressfrei oder stressfreier wie in Deutschland zu konsumieren besteht auch, von daher schwache Argumentation :cool_alt:

Ok mein Fehler, hier die Frage:
"Herr Freedman, fahren in Colorado jetzt alle bekifft in ihren Wagen von Ort zu Ort?"
Antwort:
"Nein. Colorado ist genauso geblieben, wie es auch vor der Legalisierung war. Das hat man aber erwarten können, denn Menschen ändern ihr Drogenkonsumverhalten nicht auf der Grundlage, ob eine Droge legal ist oder illegal. Wir können erst nach ein paar Jahren einschätzen, ob sich der Konsum verändert."


Der andere Satz bezog sich auf folgende Frage:
"Und was sprach dagegen?"
Antwort:
"Die Kommerzialisierung von Tabak und Alkohol haben gezeigt, dass die Zahl der Konsumenten gestiegen ist. Die Firmen haben ihre Kampagnen auf Zielgruppen ausgerichtet, die besonders stark beeinflussbar sind, die Jugendlichen."

Liegt an uns so eine Kommerzialisierung zuzulassen, oder eine strikte Regulierung einzuführen. Ich bin für strikte Regulierung.
 
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YesWeedCan schrieb:
Das ist Quatsch denn wer kiffen will kann es ja ohne Probleme tun. Du kannst auch nach Holland fahren, oder in die Staaten wo es legal ist und stressfrei kiffen.

Mal schnell nach Holland fahren? Kostet mich sicherlich einige Hundert Euro.
Also so ganz Problemlos wie du es darstellst ist es sicherlich nicht.
Zudem wäre kiffen für mich nur streßfrei wenn ich es zuhause auf meiner Couch tun kann.

Leider gehörst du da zu einer Minderheit an, denn wer Drogen nehmen will nimmt sie, die Möglichkeit in anderen Ländern stressfrei oder stressfreier wie in Deutschland zu konsumieren besteht auch, von daher schwache Argumentation

Das ich da in der Minderheit bin ist deine Meinung. Ich hab eine andere.
Es gibt sicherlich genügend Menschen in unserem Land die das Kiffen aufgrund der illegalität sein lassen.
Da gibts alleine mehrere Berufsgruppen denen das verwehrt ist. Die verlieren ihren Job, wenn sie kiffen.
Ärzte, Beamte, Berufskraftfahrer, der Sicherheitsbereich generell und nicht zuletzt aus aktuellen Anlass Politiker.
 
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@YeyWeedCan
Und ich sage dir, du belügst dich und nicht Haudrauf sich. Dein Fehler ist, dass du jeden Ausprobierer (25% der EU Bürger) als Langzeitkonsumenten siehst. Dem ist nicht so. Viele probieren es aus, lassen es dann aber wieder, eben weil durch die Illegalität allein bereits eine Hemmschwelle da ist, die für viele normal erzogenen eben bereits ausreicht. Nichts anderes bedeutet es, wenn eine Umfrage zu Drogenerfahrung gemacht wird. Diese Hemmschwelle ist es aber auch, die Ausprobierer in jener Gruppe belässt und sie nicht zu Dauerkonsumenten werden lässt. Eine Legalität nimmt diese Hemmschwelle und die der Herr in deinem Interview auch unverhohlen zugibt, Die Legalisierung aller anderen Drogen hat immer gezeigt, dass die Zahl der Dauerkonsument massiv steigt. Das wird weder bei Cannabis auf Dauer sein noch bei anderen Drogen. Das passiert auch nicht von heute auf morgen, dass sind Langzeit Effekte, den die Menschen heute sind ja noch in dem Wissen erzogen worden, dass es Illegal, etwas schlechtes ist und dies legen sie nicht unvermittelt ab. Aber Generationen, die damit groß werden, dass es etwas ganz normal legales mit gewissen Risiken ist, werden ein anderes Verhältnis dazu aufbauen.
 
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DerOlf schrieb:
J
Und jetzt sage mir, welcher Staat oder welches globale Unternehmen hinter unseren heutigen Drogenproblemen steht ...

Darauf wollte ich eigentlich nicht hinaus, sondern darauf dass sehr viele Chinesen auf den Opium Zug aufgesprungen sind obwohl vorher keinerlei Abhängigkeit bestand.

Natürlich dürfte damals auch "Werbung" dafür gemacht worden sein, aber das Beispiel sollte eigentlich zeigen wie schnell die Konsumentenzahl steigen kann, wenn man etwas einführt bzw. legalisiert.
Da muss man dann zwangsläufig auch die Folgen betrachten und gerade bei harten Drogen sind die Folgen schwerwiegend.
 
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Nehmt euch bitte mal die Zeit und liest diesen Artikel von gestern:
http://www.tagesspiegel.de/politik/...auf-entzug-von-der-wirklichkeit/13049668.html

Der spiegelt so ziemlich gut meine Meinung wieder, und zeigt auch das es kein Patentrezept gibt.


Und warum soll ich mich selber belügen? Die Strafandrohung ist in vielen Studien für die meisten Menschen weder Grund für den Verzicht von BTM oder die Verringerung des Konsums.
Ich kann hier mit einer Studie aus dem Jahr 2001 aushelfen:
http://www.bzga.de/pdf.php?id=0213c90d8a47b66830d4c0bcc12cee00



Und sicher da lassen sich auch besonders viele von Strafandrohung beeinflussen und nehmen deswegen keine Drogen....alles klar^^ :D

Und Mustis, bitte zeig mir wo eine Legalisierung oder Verringerung der Strafbarkeit massiv den Konsum steigen hat lassen? Erfahrungen wie Portugal die Drogen entkriminalisiert haben sprechen eine andere Sprache.
Ergänzung ()

Mustis schrieb:
@YeyWeedCan
Und ich sage dir, du belügst dich und nicht Haudrauf sich. Dein Fehler ist, dass du jeden Ausprobierer (25% der EU Bürger) als Langzeitkonsumenten siehst.

Ne denn ich weiß sehr wohl, dass die meisten Konsumenten Cannabis nahmen und die allermeisten nur für eine kurze Zeit oder gar einmalig.
 
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Portugal hat sämtliche Drogen entkriminalisiert? Wirklich? Mal davon abgesehen, dass entkriminalisiert noch keine Legalität darstellt! Beispiele dafür wurden bereits genannt: Alkohol und Tabak. Des weiteren Opium.

Dazu etwas Info: In China war Opium nicht legal, es wurde geduldet unter Zwang durch die Briten, wurde von Briten eingeführt und verursachte massive Probleme. Große Teile der Bevölkerung verfielen dem Opium, Kriminalität stieg massiv an, die Süchtigen arbeiteten nicht mehr etc. pp. Der Kaiser Chinas wollte daher Opium verbieten bzw. das eigentlich bestehende Verbot durchsetzen und das war den Briten im Wege, die dieses mit großen Gewinnen schmuggelten. Der Punkt ist hierbei, dass ein quasi legale Droge derart Schaden in der Gesellschaft verursachte, dass der Kaiser 2 Kriege führte um das Opiumverbot durchzusetzen.

Und wieder belügst du dich meiner Meinung nach. Ich und Haudrauff haben nicht gesagt, dass die direkte Strafverfolgung davon abhält, dass man Drogen nicht dauerhaft konsumiert. Sondern das Wissen um die Illegalität und dem damit verbundenen deutlich Mehraufwand der Beschaffung. Daraus resultiert dann ein "Kein Interesse." Die wenigsten der Befragten wissen doch welche konkreten Strafen dahinter stehen. Damit haben sie sich überhaupt nicht beschäftigt, weil sie aufgrund der Tatsache, dass es sowieso illegal ist, keinerlei Interesse daran besteht sich in irgendeiner Richtung damit zu befassen. Bei solchen Umfragen muss man immer Fragestellung zu den Antworten und die Antworten untereinander berücksichtigen. Und hier fasst die Antwort "Kein Interesse" nahezu alle anderen insofern zusammen, dass diese kombiniert eben genau das ergeben: Kein Interesse. Wenn du als Jugendlicher gefragt wirst, warum du keine Drogen haben willst, machst du dir doch keine Gedanken darum, woher konkret deine Ablehnung herrührt. Du weisst, man tut es nicht, weil es illegal ist und von daher besteht kein Interesse. Diese Umfrage wäre eigentlich nur dann interessant gewesen, wenn die Antwortmöglichkeit "Kein Interesse" nicht vorhanden wäre und die Befragten sich somit hätten reflektieren müssten, woher dieses Desinteresse eigentlich herrührt.
 
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AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

Also irgendwie führt das zu nichts ;)

Ich weiß nicht wo ihr lebt, aber da wo ich lebe da bekommt man ohne Probleme jede Menge die man haben möchte. Man wird angesprochen und viele haben auch ihre Dealer in irgendwelchen Wohnungen sitzen wo sie entspannt einkaufen können.
Nicht zu vergessen das DarkNet wo man per Mausklick alle Betäubungsmittel und Legal Highs ebenfalls "stressfrei" kaufen kann. Ein Restrisiko bleibt immer, und die Frage ist ob dieses Risiko und die manchmal umständliche Art der Beschaffung Menschen so wie Haudrauff vom Konsum abhält?

Meistens ist der Einstieg fließend, und was das tückische ist, eben nicht assoziiert mit Elend und einem kriminellen Umfeld, sondern mit Party machen und Spaß haben.
Ein guter Kumpel hat auf einmal XTC Tabletten, oder Speed oder Crystal dabei und bietet es mal ganz nebenbei an. Man bekommt es dann oft geschenkt oder zu einem günstigen Preis.
Einge lehnen ab, aber sicherlich nicht aus Gründen weil es schwierig beschafft werden kann, andere nehmen es ein mal und nicht wieder, noch andere nur ab und zu und die letzte Gruppe wird süchtig. Und die letzte Gruppe ist dann auch diese Gruppe die am Ende die volle Wucht der Repression abbekommt.

Es mag ein paar Leute geben die sich diesen Stress etc. wegen der Illegalität nicht antun wollen, aber es gibt auch Menschen die nicht masturbieren weil man denen sagt man bekommt einen krummen Finger davon :D
 
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Wie alle glauben die Politik würde sich für die Menschen interessieren. ;)
Gehen wir Nurmal zu den Anfängen zurück. Als Cannabis legal war, als es noch kulturell akzeptiert war. Da war es Rauschmittel, Nutzpflanze usw., bis es auf einmal in den in den 60ern verboten wurde.

1 Der Hauptgründe war das Aufkommen von Baumwolle zur industriellen Nutzung. Es macht ja wenig sinn wenn man schon eine Pflanzenart (Hanf) hat, die resistenter gegen Schädlinge ist und ziemlich anspruchslos, was den Boden und Dünger betrifft. Deswegen musste Hanf verboten werden sonst hätte sich die Baumwolle nicht durch gesetzt.

Jetzt darf sich jeder interessierte selber ein Bild davon machen. Bevor man mir wieder mangelnde Kenntnis vorwirft. :rolleyes:

Das Stich oder Suchwort in der suchmaschine eurer Wahl lautet Harry J. Anslinger

Wenn man etwas verbietet, ohne das jemals nutzen oder Gefährlichkeit abgewägt worden sind, dann muss man sich doch als denkender Mensch die Frage stellen, was der Sinn dieses Verbots ist. Mit Schutz hat das sicher nichts zutun. Es geht wie immer nur ums Geld oder die Meinung eines Ignoranten. Solch willkürlich und unbegründete Verbote werde ich niemals akzeptieren. Wer sich diese Verbotspolitik gefallen lässt der kann sich gleich das Leben verbieten lassen.
 
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AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

Ich les hier ja schon lange mit und kann mich uneingeschränkt hinter den Argumenten beider Seiten stellen.
Die Entkriminalisierung, legaler Handel und dadurch verbundene Vorteile wie Steuereinnahmen und qualitativ gutes Gras sind ja wirklich Prima. Da bin ich absolut dafür.
Aber:

YesWeedCan schrieb:
Meistens ist der Einstieg fließend, und was das tückische ist, eben nicht assoziiert mit Elend und einem kriminellen Umfeld, sondern mit Party machen und Spaß haben.

Drogen bleiben eben Drogen.
Ich hab ja selbst schon diverses ausprobiert. Und es gibts auch schon genug Abhängige in unserer Welt. Das fängt ganz klassisch mit Alkohol und Nikotin an und geht über illegale weiche und harte Drogen weiter. Ich persönlich selbst zähle mittlerweile sogar Genußmittel wie Coffein, Zucker und Fett hinzu.

Der Staat ist nicht dazu da um jeden die maximale Freiheit zu gewährleisten. Manchmal muß der Staat auch seine Bürger vor sich selbst beschützen. Generell halt ich ja auch Alkohol mit seinen Auswirkungen für gefährlicher als Cannabis. Allerdings ist ein Alkoholverbot einfach utopisch.

Bei den Argumenten für und gegen einer Legalisierung stehts meiner Meinung nach fifty-fifty.
Also solange die Vorteile für eine Legalisierung nicht massiv überwiegen bin ich für den Status Quo.
 
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Haudrauff schrieb:
Bei den Argumenten für und gegen einer Legalisierung stehts meiner Meinung nach fifty-fifty.
Also solange die Vorteile für eine Legalisierung nicht massiv überwiegen bin ich für den Status Quo.
Wieso "massiv überwiegen"? "Minimal überwiegen" sollte doch reichen, das wäre doch bereits ein Gewinn.

Aber die Vorteile der Legalisierung müssen nicht überwiegen. Das ist ein schwerer Denkfehler. Das selbe gilt für die Argumentation der Legalisierung. Nur die Legalisierung zu analysieren ist falsch.
Die Gesamtheit der Vor- und Nachteilen der Legalisierung muss mit den Vor- und Nachteilen der Illegalisierung verglichen werden.


Du schreibst "fifty-fifty" bei den Argumenten für eine Legalisierung. Mich würde sehr einige Gegenargumente interessieren. Oft sind Gegenargumente einer Legalisierung näher betrachtet Argumente für die Legalisierung.
Bitte nenne einige, die du als relevant und gültig betrachtest.
 
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AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

damit die Befürworter der Leglisierung aller Drogen dann wieder die selben Behauptungen aufstellen und als Fakten darstellen? Ich verstehe nicht, warum nur entweder oder bei der Legalisierung der Drogen geht. Entweder alle oder keine, so kommt es mir vor. Warum nicht Cannabis, Kokain legalisieren, härtere Drogen aber weiterhin behandeln wie bisher weil sie eine größere GEfahr darstellen. Ich mein nur weil mit Nikotin eine ähnlich tückische bereits legal ist muss ich doch nicht zwangsweise die anderen ebenfalls legalisieren und hoffen, dass von den vielen möglichkeiten, was darauf entstehen kann, die positivste zutrifft, die als einzige eine Verbesserung darstellen würde.
Was habe ich davon, wenn einige entkriminalisiert werden (und User harter Drogen sind nunmal prozentual wirklich wenige), dafür die Gefahr aber groß ist, dass sich der Drogenkonsum stark erhöht weil Hemmschwellen abgebaut werden? Zumal mit legalen Drogen auch die Industrie einen Anreiz hat sich einzumischen und weitaus tückischere Drogen zu erforschen und dann auch zu verkaufen? wenn der Weg einmal geebnet ist...
 
AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

Mustis schrieb:
Warum nicht Cannabis, Kokain legalisieren, härtere Drogen aber weiterhin behandeln wie bisher weil sie eine größere GEfahr darstellen.
Der Meinung bin ich auch, nicht zu vergessen das ganze Chemische Zeug das im Umlauf ist das gehört auch verboten, die Folgeschäden davon sind enorm.
 
AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

Ich möchte auch noch mal klarstellen:
Im Prinzip bin ich auch gegen alle Drogen. Man kann ein schönes Leben auch ohne berauschende Mittel haben, aber dies ist nicht der Punkt. Ich bin auch sehr dafür die Prävention weiter auszubauen und auf alle Drogen anzuwenden. Wobei natürlich realistischer weise Alkohol, Tabak und Cannabis eine Sonderstellung in dem Bereich Drogen haben sollten. Diese Sonderstellung sollte sich darin zeigen, dass diese Drogen reguliert aber im Endeffekt frei verfügbar für Erwachsene sein sollten. Ich bin auch sehr dafür den Verkauf von Alkohol wie in Schweden nur in bestimmten Läden zuzulassen und Tabak sollte wie in meinem Heimatland Italien nur in Tabakläden verkauft werden.

Aber was machen wir mit den anderen Drogen? Da gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder die rigorose Linie mit allen strafrechtlichen Konsequenzen oder eine liberale Line die das Problem harte Drogen als Gesundheitsproblem betrachtet.

Die vielbeschworene Linie dazwischen bringt nichts, denn wenn ich nur entkriminalisiere dann erlaube ich zwar den Konsum, aber das Zeug fällt nicht vom Himmel, was bedeutet irgendjemand stellt das illegal her und verdient dabei.
Und nun spinnen wir mal weiter, angenommen wir lassen uns auf eine totale repressive Linie ein, legalisieren nur Cannabis neben Alkohol und Tabak.
Schon heute schieben die Polizeibeamten millionen Überstunden vor sich her. Die USA jahrelange Spitzenreiter was eine repressive Politik angeht, hat unzählige Menschen im Gefängnis sitzen. Teilweise bekommen da Leute z.b. in South Carolina für einen Joint mehrjährige Haftstrafen, diese Haftstrafen müssten wir auch in Deutschland verhängen damit ein kleiner Erfolg erzielt werden würde.
Und auch die Polizei müsste massiv aufgestockt werden, denn vorhandene Kapazitäten sind nicht ausreichend um dem Drogenproblem her zu werden. Da helfen auch drastische Strafen nichts wie das beispiel Singapore oder Malaysia zeigen.
Besonders gut konnte man das in Thailand sehen. Im jahr 2008 oder 2009 begann die Regierung einen Drogenkrieg der seines gleichen suchte. In dieser Zeit wurden unzählige Drogenhändler ohne Gerichtsverhandlung von der Polizei hingerichtet und erschossen. Heute im Jahr 2016 ist die Drogensituation in Thailand genauso wie vor der großen Repression in Thailand.

Also muss ein Land wie Deutschland diese Repression und den Druck aufrecht erhalten um dem Drogenproblem beizukommen. Es müssten permanente Kontrollen und Checkpoints eingeführt werden, die Bürger müssten quasi 24 Stunden am Tag überwacht werden. Ich möchte nicht in so einem Land leben, insbesondere nicht wegen einer Sache wo Menschen sich selber schädigen.

Schon heute kann man in Berlin wenn man den Notruf wählt bis zu 30 Minuten warten bis man überhaupt durchgestellt wird, wie soll da eine wirksame Drogenkontrolle stattfinden? Und selbst wenn man Drogenbekämpfung als höchste Priorität einstuft wird man andere Delikte vernachlässigen müsen. Ich persönlich finde es besser wenn Polizisten z.b. bei Raub, Einbruch oder Kapitalverbrechen eingesetzt werden wie irgendwelchen Suchtkranken hinterherzulaufen.

Und nun fällt auch noch die UNO den Staaten praktisch in den Rücken und erklärt öffentlich, dass die repressive Linie für Drogendelikte nicht zielführend ist.
So und an diesem Punkt frage ich mal alle die hier sagen," iiii chemische Drogen oder harte Drogen sind zu gefährlich als das sie legal zugänglich gemacht werden sollten", folgendes:

Was ist die Alternative? Ihr schreit alle nein nein nein, aber weiter kommt da nichts rüber. Denn mit eurem nein nein nein sorgt ihr doch im Endeffekt nur dafür, dass alles so bleibt wie bisher, dass eine Gruppe an dem Leid der anderen Menschen gutes Geld verdient.

Wie gesagt, ich bin da bei jedem der massive Bedenken hat, habe ich auch wenn es um Drogen geht wie Crystal, Heroin oder Kokain.

Aber in meinen Augen ist eine wie auch immer geartete Liberalisierung von allen Drogen unumgänglich, wie die bei harten Drogen aussehen könnte bin ich überfragt, und insbesondere bei harten Drogen muss auch anders wie bei Cannabis eine weltweite Lösung her. Diese Drogen sind zu gefährlich als das sie einzelne Staaten freigeben sollen.

Ich bin mal echt gespannt, außer dem dumpfen NEIN NEIN NEIN auch konkrete Lösungen zu hören!

Edit passende Lektüre aus der Taz:
„Ein Verbot vergrößert Risiken“

http://www.taz.de/Legalisierung-von-Cannabis/!5284116/
 
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Mustis schrieb:
damit die Befürworter der Leglisierung aller Drogen dann wieder die selben Behauptungen aufstellen und als Fakten darstellen?
Es liest sich so als hättest du Angst, dass wenn du deine Argumente preisgibst, sie nicht der ausgesetzten Realität standhalten.
Willst du eigentlich das Thema Legalisierung/Illegalisierung ergründen oder deinen Standpunkt dazu nur bestädigt sehen?
Eher nicht das erstere, denn ausgeführte und logisch halbwegs untermauerte Gegenargumente zu den Behauptungen die du ohne Basis nur in den Thread geworfen hast (übrigens so wie du es im Zitat selbst kritisierst), hast du einfach ignoriert. Du kannst aber gerne das Gegenteil beweisen und auf die Gegenargumente eingehen.



YesWeedCan schrieb:
...Teilweise bekommen da Leute z.b. in South Carolina für einen Joint mehrjährige Haftstrafen, diese Haftstrafen müssten wir auch in Deutschland verhängen damit ein kleiner Erfolg erzielt werden würde....

... Also muss ein Land wie Deutschland diese Repression [wie in Thailand] und den Druck aufrecht erhalten um dem Drogenproblem beizukommen. Es müssten permanente Kontrollen und Checkpoints eingeführt werden, die Bürger müssten quasi 24 Stunden am Tag überwacht werden. Ich möchte nicht in so einem Land leben, insbesondere nicht wegen einer Sache wo Menschen sich selber schädigen.
Das ist von deiner Seite aus sicher nicht so gemeint wie es aussieht. Man kann es aber falsch verstehen.
Denn ein Erfolg ist es sicher nicht, wenn man einen nicht unerheblichen Prozentsatz der Bürger in das Gefängnis steckt. In der Gesamtheit ist das ein erheblicher Misserfolg.
Auch wären "permanente Kontrollen und Checkpoints" genauso Drogenprobleme wie die Abhängigkeit und Schädigung der Gesundheit.


YesWeedCan schrieb:
Ich möchte auch noch mal klarstellen:
Im Prinzip bin ich auch gegen alle Drogen. Man kann ein schönes Leben auch ohne berauschende Mittel haben, aber dies ist nicht der Punkt. Ich bin auch sehr dafür die Prävention weiter auszubauen und auf alle Drogen anzuwenden. Wobei natürlich realistischer weise Alkohol, Tabak und Cannabis eine Sonderstellung in dem Bereich Drogen haben sollten. Diese Sonderstellung sollte sich darin zeigen, dass diese Drogen reguliert aber im Endeffekt frei verfügbar für Erwachsene sein sollten. Ich bin auch sehr dafür den Verkauf von Alkohol wie in Schweden nur in bestimmten Läden zuzulassen und Tabak sollte wie in meinem Heimatland Italien nur in Tabakläden verkauft werden.
Exakt, Drogenprobleme müssen bekämpft werden, soweit es geht und sofern die Nachteile durch die Bekämpfung nicht überwiegen. Ein Teil davon ist ein Werbeverbot (damit auch für Bier) und Verkauf nur in speziellen Läden, also Alkohol z.B: nur im unabhängigen Getränkemarkt. Cannabis und Tabak in "Tabakläden". Heroin, MDMA, LSD, usw. in Apotheken, teilweise frei, teilweise auf Rezept.
Wichtig ist eine wissenschaftlich fundierte, unaufgeregte, nüchterne Aufklärungskampagnie über alle Drogen, also auch neu für Alkohol und Tabak. Diese darf nicht nach einigen Jahren abebnen und könnte z.B. in den Chemieunterricht einfließen.
Das Geld dafür wäre durch teilweise, oder größtenteils entfallende Repressionskosten, Gesundheitskosten, Steuereinnahmen, usw. ausreichend vorhanden.

Das sind nur Beispiele, wie das System exakt aussehen muss, kann ich nicht erarbeiten.
 
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@Lumin
Ich wollte nur aufzeigen welche Möglichkeiten bestehen, so wie eine Legalisierung auf der einen Seite im Raum steht, so ist die andere Seite totale Repression.
Und da ist selbst die heutige Rechtslage in Singapore oder Malaysia noch harmlos gegen, denn die einzige Möglichkeit wäre eben totale Überwachung, inklusive kurzen Prozess und Liquidation von Drogenhändlern und Konsumenten wie die Thailänder es versucht haben.

http://www.dw.com/de/späte-tätersuche-nach-dem-drogenkrieg-in-thailand/a-2251368

Das ich das nicht gut heiße, versteht sich von selbst. ;)
Doch nur mit solchen Mitteln wäre Deutschland vielleicht irgendwann mal Drogenfrei wenn man Alkohol und Nikotin oder auch Kaffee und Zucker nicht hinzuzählt. Eine Entkriminalisierung oder auf Harm Reduction ausgerichtete Politik bringt ebenso wie die Repression nur unbefriedigende Ergebnisse, wie der Anstieg der Drogentoten im letzten Jahr beweisen.
Ich gebe zu, die Sache mit den harten Drogen ist knifflig zu lösen, bei Cannabis sollte die Sache aber am Ende klar sein.

Wenn man nun sieht, dass viele Dealer gepackt werden die ein ganzes Repatoire an Drogen in der Tasche haben, dann ist eine Cannabislegalisierung dringender denn je.
Die Menschen die Cannabis konsumieren, müssen unbedingt von der harten Drogenszene ferngehalten werden. So sehr ich Verständnis für Süchtige die harte Drogen konsumieren und Suchtkrank sind habe, um so weniger Verständnis habe ich für Dealer die insbesondere neben Cannabis noch andere Drogen im Sortiment haben.

Es kann nicht sein, dass ein Cannabiskonsument Cannabis beschaffen möchte und dann Crystal, Heroin, Kokain, oder Speed angedreht bekommt weil der Dealer daran mehr verdienen kann. Ich finde wir sollten aufhören mit Cannabis die Menschen in die kriminelle Drogenszene zu locken, dafür setze ich mich ein.
Denn während Drogen wie Crystal in der Tat sehr gefährlich sind, ist Cannabis für die meisten Menschen relativ harmlos. Nicht völlig harmlos, aber eben auch nicht so gefährlich wie harte Drogen. So schreibt selbst die Bild Zeitung (ich weiß keine gute Quelle^^)in einem Artikel über Volker Beck folgendes:
"Als wäre Crystal Meth so harmlos wie ein Häppchen Haschisch! Als könnte er seinen Drogenbesitz hinter der Haltung der Grünen-Partei zu Cannabis verstecken."
http://www.bild.de/bild-plus/politik/inland/volker-beck/wann-ist-beck-weg-44798804.bild.html

Das sagt doch alles aus, und ich kenne die Bild Zeitung noch aus den achtzigern und neunziger jahren als sie über Cannabis gerne vom Rauschgiftsüchtigen haschgiftspritzenden Junkie sprach, und heute indirekt selber zugibt wie harmlos Haschisch im Vergleich zu harten Drogen ist.
 
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Das Problem läßt sich meiner Meinung nach nur über Aufklärung lösen. Hier sollte man inverstieren damit die Menschen erst gar nicht zu Drogen greifen. Wenn die Nachfrage sinkt dann wird auch das Angebot sinken. Wenn aber die Nachfrage da ist dann wird auch das Angebot nicht verschwinden, das Risiko wird in Kauf genommen auch darum weil man damit viel Geld machen kann. Der Kampf gegen Drogen kann man mit dem Kampf Don Quichotes gegen die Windmühlen vergleichen.
 
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Man kann das ganze doch auch Schritt für Schritt umsetzen, erst wird Cannabis legalisiert und aufbauend auf diesen Strukturen möglicherweise auch andere Drogen, falls gewünscht.

Ich war erst vor ein paar Tagen in Amsterdam, sehr entspannt wie das ganze geregelt ist. Wer will geht da rein und wer keine Lust hat geht einfach vorbei, wie am Kiosk / Kneipe wo es Bier und Zigaretten gibt. Auch habe ich keine Schülerhorden vor den Shops gesehen, ich denke die Gesellschaft in Holland ist einfach damit groß geworden und der Reiz von Cannabis ist einfach nicht größer als der von Alkohol oder Tabak. Der Krieg gegen Drogen hat bereits zu viel Schaden angerichtet, es wird Zeit einen neuen Weg einzuschlagen, zum Wohle der Gesellschaft und der Kranken.

Und keine Mafiagelder mehr in die Politik! Legalisierung zum Wohl der Ehrlichen!
 
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