Quo vadis BTMG?

AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

ähh in Holland ist der Schwarzmarkt riesig, den angebaut werden darf es auch nicht legal. In Holland ist Cannabis auch nur entkriminalisiert. Sämtliche Coffeeshops beziehen ihr Gras illegal, den sowohl Einfuhr als auch Anbau sind in Holland nach wie vor illgeal:

"Ein grundlegendes Problem der Duldungspolitik bleibt ungelöst: Die achterdeurproblematiek, das Problem der Hintertür. Die Polizei könnte leicht jeden Coffeeshop ruinieren, wenn sie am Lieferanteneingang die Drogenkuriere abfangen würde, denn der Anbau und die Einfuhr von Drogen sind nach wie vor illegal und werden mit bis zu vier Jahren Haft geahndet. Eine Anfrage auf Neuregelung in Bezug auf die Lieferanten der Coffeeshops im Jahr 2000 wurde mit dem Hinweis, dies in Abstimmung mit den Nachbarländern machen zu wollen, noch nicht angegangen. Daher sind die Preise für weiche Drogen in den Niederlanden annähernd so hoch wie und teils höher als z. B. auf dem deutschen Schwarzmarkt, da sich die Anbauer diese Gefahr entlohnen lassen."

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Coffeeshop_(Niederlande)

Bin nach wie vor irritiert, mit welchem geballten Unwissen hier diskutiert wird. Die Häufigkeit mit der Quellen nicht zu gemachten Aussagen passen bzw. Aussagen mit Quellen widerlegt werden können macht eigentlich eine fundierte Diskussion unmöglich.
 
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Deine aus der Luft gegriffenen Antworten auf nicht gestellte Fragen erschweren das führen einer Diskussion - da hast Du vollkommen recht. :freak:
 
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Bucklava schrieb:
Und keine Mafiagelder mehr in die Politik! Legalisierung zum Wohl der Ehrlichen!

Aus der Luft gegriffen? Es ist in Holland nicht legal. Punkt aus. Deine Aussage ist Nonsense. Weder hat in Holland eine Legalisierung stattgefunden, noch geht es zum Wohle der Ehrlichen, noch ist der Schwarzmarkt und somit die MAfia in irgendeiner Weise dadurch eingeschränkt. Eine legale Versorgung gibt es nicht, jedes Gramm Cannabis in Holland ist illegal eingeführt oder illegal angebaut. Oder anders ausgedrückt: In Holland hat die MAfia einen sicheren und stabilen Hafen, den der Konsum ist entkriminalisiert, konstant hoch und die Versorgung findet ausschließlich über den Schwarzmarkt statt, vorbei an Staat und Wirtschaft. Und die Polizei schaut größtenteils zu.

Deine Antwort ist dahingehend schlicht ignorant, zumal ich dir auch noch Quellen gepostet habe, wo du diese Problematik nachlesen kannst und die deine Aussagen schlicht als unwahr richtigstellen.

Wer Holland als Beispiel für eine Legalisierung heranzieht, hat nicht kapiert, wie es in Holland abläuft.
 
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Ich sehe schon, Du hast eine total eingeschränkte Sichtweise auf die perspektive Anderer.
Also ich rede von der Abgabe an die Konsumenten (entspannt geregelt) - Du denkst um drei Ecken und erzählst mir was von illegalem Anbau - merkste Was?

Das die Holländer Ihr Gras gerne in Deutschland anbauen lassen, ist nichts neues....
 
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Aha. Hier wird also diskutiert, welche Vorzüge eine Legalisierung hätte. Es wird damit argumentiert, dass unter anderem damit die Kriminalität und damit die Kosten sinken, der Staat Einnahmen hat und das ganze legalisiert abläuft. Und du gibst als Beispiel Holland an und auf den Hinweis, dass das dort alles nicht existiert, erzählst du mir, es ginge ja nur um die Konsumenten? Äh ja hallo? Was bringt es einem, wenn der Konsum entkriminalisiert (nicht legalisiert! auch an diesem Punkt liegst du schlicht falsch) wird aber die Versorgung rein illegal ist? Ein Großteil der Probleme bleibt damit existent. wer blendet den hier einen ganz wesentlichen Teil der Problematik aus?
 
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Naja Holland ist doch ein gutes Beispiel wenn es um die Abgaberegelung geht, wo ist dein Problem? Wir müssen ja das System nicht 1 zu 1 übernehmen, es geht auch um die Einstellung der Holländer und deren Umgang mit den Shops, Du suchst aber schon wieder Probleme, die es noch gar nicht gibt, weil wir lange nicht soweit sind. Diese Diskussion geht auch um Anerkennung in der Gesellschaft, die Förderung von Sucht bei Legalisierung usw. da kann man Holland schon als Beispiel nennen und nehmen - die Rahmenbedingungen sind gerade kein Thema weil es viel zu sehr ins Detail geht!
 
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Es geht nicht zu sehr ins Detail. ich brauche das eine ohne das andere nicht Betrachten. Rein den Konsum zu entkriminalisieren ist nichts anderes als die Kapitulation vor dem Schwarzmarkt. Es bringt der Gesellschaft nichts, wenn der Schwarzmarkt weiterhin existent ist aber ein paar Haschköppe ungestraft quarzen können.
 
AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

Ja und weiter ? Davon redet doch auch niemand, unsere Diskussion hier hat in etwa soviel Einfluss auf die Legalisierung in Deutschland, wie mein Verdauungsvorgang auf die Erdumlaufbahn :D

Und natürlich kann man sich einen Aspekt der aktuellen Lage in Holland ansehen und darüber reden - für die Frage wie die Gesellschaft / Masse mit solchen Shops umgeht und welche Auswirkungen diese auf die entsprechenden Orte haben - spielt es keine Rolle ob der Anbau legal oder halblegal erfolgte.
 
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Doch spielt es. Die Drogenkriminalität ist in Holland nämlich alles andere als unproblematisch. Oder meinste Amsterdam hat nur zum Spass den Ruf als eine der Drogenhauptstädte Europas? Und Großbritannien freut sich seit jahren über den Drogentourismus seiner Bürger nach Holland. Dort aber übrigens mehr Kokain als Cannabis.

Amsterdam hat nach London und Tallin nicht umsonst die höchste Kriminalitätsrate in Europa: http://www.spiegel.de/panorama/just...faehrlichsten-laender-in-der-eu-a-464595.html

Mafiöse Verbindungen aus dem Drogenhandel und der Prostitution und Beschaffungskriminalität von Abhängigen tragen einen großen Teil zu bei.

Also tu bitte nicht so, als wäre Holland ein Paradebeispiel für guten Umgang mit Drogen, nur weil der Konsum dort entkriminalisiert und man vor dem illegalen Drogenhandel defacto kapituliert hat. Das entspricht schlicht nicht der Realität.
 
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Na in Holland ist aber nur Cannabis geduldet, der Rest ist genauso illegal wie woanders, warum sollten also Engländer nach Holland fahren um Kokain zu kaufen?

Bei täglich ca. 1 Mio. Touristen hat man halt auch viele die das ausnutzen wollen, Frankfurt hat auch eine hohe Kriminalitätsrate, aber nur aufgrund der Tatsache das jeder Vorfall am Flughafen in unsere Statistik einfließt....dadurch wird die Stadt aber nicht krimineller...nur die Statistik! Und kapituliert hat niemand in Holland, aber schönes Wort hast Du da verwendet. Ich kapituliere hiermit vor deiner nicht vorhandenen Fähigkeit eine differenzierte Diskussion zu führen. Ich will nicht vom ganzen Kuchen reden müssen, wenn wir nicht mal Krümel auf dem Teller haben und der Koch jedes mal die Schuld auf den nicht vorhandenen Backofen schiebt.
 
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Weiche Drogen sind in Holland entkriminalisiert. Das betrifft nicht nur Cannabis: https://de.wikipedia.org/wiki/Weiche_Droge_(Niederländisches_Recht)

Und ja Kokain zählt nicht dazu, ist in Amsterdam aber ähnlich einfach erhältlich. Denn da wo andere Drogen wie Pilze und Haschisch problemlos illegal eingeführt werden können, können genauso andere Drogen wie eben Kokain sehr einfach geschmuggelt werden. Amsterdam ist eines der Kokstore Europas.

Du kannst gern die Augen vor der Realität verschließen, die auf vermeintlich positive Aspekte versteifen und alle was nicht ins Bild passt als unwichtige Details abtun. Holland ist und wird dadurch kein positives Beispiel für Drogenumgang das als Vorbild dienen sollte. Außer man will einfach nur ungestraft Quarzen und alles andere ist einem schlicht komplett egal.

Zu deinem Beispiel mit Frankfurt: der Frankfurter Flughafen fließt meines Wissens nach nicht in die Statistik der Stadt ein. Kannst mich aber gern eines besseren in Form einer Quelle belehren. Unabhängig davon ist deine Aussage trotzdem sehr merkwürdig, in Anbetracht, dass Frankfurt nicht mal im Ranking auftaucht und damit unter den 10% von Lissabon liegt. Die Touristen allein sinds also offensichtlich nicht.

Differenziert heißt übrigens sich mit dem Thema auseinander setzen. Und nicht irgendwelche Behauptungen aufstellen, diese nicht belegen und Gegenargumente dann damit abtun, dass es ja alles keine Rolle spiele und nur Details wären. Eine differenzierte Diskussion betrachtet vor allem nicht nur Teilaspekte sondern das Gesamtbild. Und zum Thema Legalisierung von Drogen gehört auch die legale Versorgung dazu und nicht nur eben eine Entkriminalisierung von Konsumenten.
 
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Mustis schrieb:
Denn da wo andere Drogen wie Pilze und Haschisch problemlos illegal eingeführt werden können, können genauso andere Drogen wie eben Kokain sehr einfach geschmuggelt werden.
Das Argument zieht nicht, Fakt ist Cannabis kann in Holland legal eingeführt werden da sind die Dealer raus. Und die anderen werden wie überall anders auch illegal eingeführt.
Außer man will einfach nur ungestraft Quarzen
Sollen sie das doch tun, die Wirkung ist mit Alkohol vergleichbar und meiner Meinung nach ist Alkohol das viel größere Problem als Cannabis.
 
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Wenn der Schwarzmarkt das Problem ist, dann ist doch klar was zu tun ist. Prohibition beenden, denn diese ist das Fundament des Schwarzmarktes. Und das gilt - obs einem passt oder nicht - für alle Drogen.

Das ist allerdings vollkommen utopisch und das kann auch keiner wirklich wollen. Da der common sense also allenfalls bei "weichen" Drogen Abstriche machen könnte, sollte es darum gehen, den Markt für diese Substanzen vom Markt der restlichen Drogen effektiv zu trennen ... Coffeeshops oder Konsumräume wie in Holland schaffen das allerdings nicht (wie man am florierenden holländischen Schwarzmarkt sieht, von dem übrigens zumindest vor 5 Jahren auch die Coffeshops noch abhängig waren).

Eine echte Legalisierung von Cannabisprodukten würde eine solche Trennung vielleicht hinbekommen.
Allerdings halte ich es dabei für notwendig, den Handel und die Preiskontrolle beim Staat zu verorten ... nicht weil das die Aufgabe des Staates wäre, sondern viel eher, weil ich glaube, dass eine privatwirtschaftliche Verwertbarkeit von Cannabisprodukten viele der Vorteile einer Legalisierung zunichte machen würde. Einfach aus Gründen des Wachstumszwangs ...

1. Gewinnmaximierung (u.U. mit gesundheitsschädlichen Streckmitteln oder durch Produzentenausbeute - genau wie es heute gemacht wird)
2. Neukundenakquise (z.B. durch Werbung oder Direktmarketing - wie heute, bloß bei öffentlichen Events auf dem Großbildschirm)

Das Dealer-Angebot von "Alternativen" gäbe es dann nicht, aber ansonsten wäre es nichts anderes.

Ich dreh den Spieß mal sarkastisch um:
Man sollte Alkohol endlich legalisieren, dann würde mir der Coffeeshop-Betreiber zu meiner Tüte nicht ständig unter der Hand Bier, Wein oder gar Schnaps anbieten ... der elende Pusher ;) ... und wenn ich dann mal "OK, gib mir 'n Bier" sage, dann ist das auch noch so Volksfest-Plürre mit mindestens 50% Wasser.

Oder etwas anders: Fändet ihr es toll, wenn ihr beim Bier holen an der Kasse immer wieder Gras, Koks, Heroin und Crack ablehnen müsstet, weil es halt völlig normal ist, dass die Verkäuferin wenigstens mal nachfragt?
Genau so geht es Manchem beim Gras kaufen ... und ich persönlich fand das schon vor 20 Jahren scheiße.
 
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AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

hallo7 schrieb:
Nur falls das lesen der Quelle von Mustis zu kompliziert ist...
Und jetzt zeige mir mal wo ich das Gegenteil behauptet habe.
Das was du zitiert hast war ja eine ganz andere Aussage und sie war zutreffend.
 
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Ich gebe zu, dass die Niederlande (Holland ist ein Bundesland^^) kein optimales Beispiel ist um für ein gutes Legalisierungsmodell herzuhalten.

Aber Mustis nun muss ich dich auch mal belehren: Deine Schlüsse die du daraus ziehst sind absolut falsch, und gerne erkläre ich dir auch wieso ;)

Ich lese jeden Tag niederländische Zeitungen, habe meine Kindheit und einen Teil des Erwachsenen Leben in Flandern verbracht, spreche so gut wie perfekt flämisch (niederländische Mundart) und interessiere mich heute noch für die Politik in den Benelux Ländern.

In den siebziger Jahren wurde, nachdem es vorher schon illegale Shops gab die auch harte Drogen verkauften, das Duldungsmodell zunächst in Amsterdam auf dem Weg gebracht. Dort bekam als erstes der Shop Yellow Mellow und kurz danach The Bulldog eine Duldungslizenz um nach genau festgelegten Kriterien Cannabis zu verkaufen.
Das wichtigste Ziel dabei war die Wahrung der Volksgesundheit um Konsumenten von Cannabis nicht in die kriminelle Ecke zu führen wo alle Drogen angeboten werden. Also sagte man pragmatisch, wer sich an gewisse Regeln hält darf geduldet mit Lizenz Cannabis in einem Coffeeshop abgeben.
In den Anfangsjahren gab es folgende Kriterien:

Ab 16 Jahre
max.30Gramm pro Person und Einkauf
keine harte Drogen, kein Alkohol im Coffeeshop


Wie gesagt zunächst nur für Amsterdam beschränkt, wurde das Modell unverändert ab 1984 für die ganze Niederlande eingeführt. Es wurde immer als Zwischenlösung angesehen, bis eine weltweite Legalisierung von Cannabis kommt (wegen der UN Konvention) und man hatte auch nie den Anspruch gehabt mit diesem Coffeeshopmodell ganz Europa mit Cannabis zu versorgen.

Ende der achtziger, bzw. Anfang der neunziger Jahre und insbesondere mit Einführung von Schengen 1993 explodierte die Anzahl der sogenannten "Drugstouristen" in den Niederlanden.

Solange es im Prinzip nur für die eigenen Bürger ging, solange war das Cannabisproblem auch in den Niederlanden überschaubar.
Das "Achterdeur" Problem, also Hintertür Problem mit dem illegalen Ankauf von Cannabis durch die Coffeeshops war nicht so ausgeprägt wie es später wurde. Denn es wurde Anfangs im bescheidenen Rahmen Cannabis umgesetzt.

Mitte der neunziger Jahren als das Problem Drogentouristen explodierte, war Wim Kok von der PVDA (vergleichbar mit SPD) an der Macht in Holland. Die Niederlande wollte zu diesem Zeitpunkt Cannabis legalisieren, was auf massiven Wiederstand von Helmut Kohl und Jaques Chirac stieß. Das kleine Land Niederlande war in dieser zeit fortwährenden Anfeindungen aus Deutschland und Frankreich ausgesetzt, was zu Änderungen im Coffeeshopbeleid führte.

Die Duldungskriterien wurden verändert und beinhalten seit dem folgendes:

Ab 18 Jahre
Kein Alkohol und harte Drogen
Abgabe von 30gr auf 5gr
keine Overlast (Belästigung, Ruhestörung, etc.)
Keine Werbung ( wer in den achtziger Jahren in Amsterdam am Bahnhof ankam, den begrüßte ein riesiges Schild mit Werbung von einem Coffeeshop, a la Best Weed in Town^^)


Das Thema achterdeur, also die legale Anlieferung welches die Regierung vorher ebenfalls regeln wollte, war wegen dem Druck von Kohl und Chirac vom Tisch. Somit nahmen die Dinge ihren Lauf, und alleine in einer kleinen Grenzstadt Terneuzen kamen täglich über 5000 Franzosen Cannabis kaufen. In Venlo kamen genauso viele Deutsche weswegen dort Coffeeshops direkt an die Grenze verfrachtet wurde.

Niemals und ich betone niemals, hat irgendeine Partei ernsthaft das System Coffeeshop in Frage gestellt, denn die Niederländer haben gute Erfahrungen mit den Coffeeshops dort, wenn es um die Trennung der Märkte und sichere Umgebung für den Kunden geht.
Das ist auch was Bucklava gemeint hat, de facto ist Cannabis für Konsumenten bis 5 Gr. im Coffeeshop oder zuhause legal. Laut Gesetz ist sogar bis 30gr. legal, bzw. die Strafbarkeit für einen Niederländer beginnt auch heute noch ab 30 Gr.

Dann merkte, inzwischen eine konservative Regierung, dass die Niederlande de facto ein Cannabislieferant für ganz Europa geworden ist, und versuchte in allen Städten einen Wietpas einzuführen. Der Wietpas berechtigt nur einheimische Bürger in Shops etwas zu kaufen.

Man wollte die Duldungspolitik wieder dahin führen was wie der Niederländer sagen würde " de bedoeling was", also zum ursprünglichen Zweck zurück. Im Vordergrund sollte statt einer europaweiten Versorgung wieder der Fokus auf den lokalen Markt gerichtet werden, in der Hoffnung den illegalen Ankauf einzudämmen.

Ich betone nochmal, niemals stand zu irgendeinem Zeitpunkt fest die Coffeeshops ganz zu verbieten, auch wenn ich mich erinnere, dass in Deutschland Propaganda Meldungen geschaltet wurden. Ich erinnere mich wie so im Jahr 2012 viele zeitungen triumphierten, Coffeeshop gescheitert, die Niederlande verabschiedet sich von Coffeeshops usw. Ich habe damals schon, im Wissen was die niederländischen Zeitungen berichtet haben, mir gedacht "träumt mal weiter in Deutschland^^"

Bei Einführung des Wietpas, spielten schon mal die meisten Gemeinden nicht mit, denn sie hatten entweder keine Probleme oder es galt wie in Amsterdam als Touristenziel ohne Overlast.
Städte an der deutschen und belgischen Südgrenze sprangen aber dankbar auf dem Zug auf und führten den Wietpas ein. Die erste Stadt die den Wietpas nach einer Woche abschaffte war Nijmegen.
Und warum? Weil dort genau das gleiche passierte wie in Berlin und anderen Städten heute, es bildete sich eine Straßenszene wo nicht nur Cannabis sondern alle Drogen verkauft wurden.
Der Bürgermeister von Nijmegen war so schlau und zog die Reißleine und die Straßenszene verschwand. Nach und nach schafften Venlo, Roermond, Kerkrade, Heerlen und zu letzt Eindhoven den Wietpas wieder ab.

Zu Eindhoven die knapp zwei Jahre an den Wietpas festgehalten haben möchte ich eine Meldung zeigen:

Wietpas én straatdealers weg in Eindhoven (Wietpas und Straßendealer weg aus Eindhoven)
... Sinds iedereen weer welkom is in de coffeeshops is de overlast verdwenen, samen met de straatdealers....... (seit wieder jeder Willkommen ist in den Coffeeshops ist die Belästigung zusammen mit den Strassendealer verschwunden)


http://www.rollingstoned.nl/23-11-15-wietpas-en-straatdealers-weg-in-eindhoven/

In diesem Zusammenhang frage ich mich auch wirklich was das mit dem Modellprojekt in Berlin oder anderen Städten soll? Wir haben ein Modellprojekt in den Niederlanden, die Ergebnisse sind da man muss nur mal hinschauen und nicht wissentlich die Fakten von dort Ignorieren.

Ok Quo Vadis Coffeeshop? Nach dem man nun realisiert hat, dass der Wietpas so gut wie gescheitert ist und nicht als Instrument taugt um den illegalen Einkauf einzudämmen, möchte man nun eine Gemeindeanbau initiieren der aber noch in Vorbereitung ist.

http://www.n-tv.de/panorama/Cannabis-Anbau-Legalisierung-rueckt-naeher-article16497636.html

Wenn man über die niederländische Drogenpolitik berichten möchte, dann sollte man das umfassend tun, ansonsten gibt es ein zu verzerrtes Bild von den Coffeeshops ;) Die einen glorifizieren es vielleicht zu stark, die anderen dramatisieren diese Shops allerdings auch zu extrem.

Am Ende bleibt festzuhalten, dass die Politik nicht perfekt ist und nicht ausgereift scheint, wenn man aber die Geschichte dahinter kennt und insbesondere die letzten Jahrzehnte beobachtet wo die kleine Niederlande von allen Ländern mehr oder weniger als Drogenhölle angefeindet wurde, dann versteht man, dass man einerseits die einheimischen Konsumenten nicht verfolgen wollte, aber andererseits durch vermeintliche Untätigkeit in der Achterdeurproblematik nur das organisierte Verbrechen subventionierte.
 
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Kronos60 schrieb:
Und jetzt zeige mir mal wo ich das Gegenteil behauptet habe.
Das was du zitiert hast war ja eine ganz andere Aussage und sie war zutreffend.

Lies doch einfach was ich zitiert habe?

Du behauptest das es Fakt wäre, dass die Einfuhr von Cannabis in Holland legal wäre und Dealer raus wären. Das stimmt nicht. Punkt. Wo ist hier das Verständnisproblem?


Das Problem mit dem Verbot der Einfuhr und des Anbaus in Holland ist ja eben, dass sich die Produkte über die Grenzen hinweg ausbreiten würden. Deswegen haben die das auch noch nicht legalisiert sondern "dulden" den derzeitigen Zustand, auch wenn er nicht ideal ist.

Der selbe Spaß mit den Wietpass. Eigentlich niemals richtig eingeführt bzw. verworfen bevor es losging, wurde er trotzdem ein gültiges Gesetz. Die Niederländer stört es nicht sonderlich, trotzdem ist die Rechtssicherheit wiedermal sehr undurchsichtig.
 
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hallo7 schrieb:
Du behauptest das es Fakt wäre, dass die Einfuhr von Cannabis in Holland legal wäre und Dealer raus wären. Das stimmt nicht. Punkt. Wo ist hier das Verständnisproblem?
Fakt ist Cannabis ist in Holland legal, da habe ich angenommen das auch die Einfuhr legal ist irgendwie muss man ja das Zeug einführen. Natürlich dürfen Dealer es nicht einführen. Hätte ja auch keinen Sinn wenn man es legal bekommen kann warum sollte man dann einen Dealer aufsuchen. Deswegen schrieb ich bei Cannabis sind Dealer raus.
 
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Kronos60 schrieb:
Fakt ist Cannabis ist in Holland legal, da habe ich angenommen das auch die Einfuhr legal ist irgendwie muss man ja das Zeug einführen. Natürlich dürfen Dealer es nicht einführen. Hätte ja auch keinen Sinn wenn man es legal bekommen kann warum sollte man dann einen Dealer aufsuchen. Deswegen schrieb ich bei Cannabis sind Dealer raus.

Tja, dann hättest du die Quellen lesen sollen oder Mustis Post lesen. Die Dealer werden benötigt um die Coffee Shops zu versorgen. Die Einfuhr und der Anbau ist illegal. Du darfst es kaufen und konsumieren, aber es gibt keinen legalen Weg der Versorgung. Die Behörden dulden den Ist-Zustand.

Nächstes mal besser lesen, vor allem wenn man nochmal darauf hingewiesen wird ;)
 
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@YesWeedCan

Coffeeshops standen sehr wohl zur Diskussion. Zuletzt ließ Amsterdam eine Menge davon schließen, ein Kriterium war, dass sie nicht in der Nähe von Schulen sein durften. 250 Meter glaub ich war die Grenze. Das war übrigens 2014. Und Weed ist in Holland nicht legal. Es ist entkriminalisiert, heißt, bis zu bestimmten Mengen ist es straffrei bei privaten Gebrauch bzw. in Coffeeshops. Solange es nicht wie in Colorado legal angebaut werden kann und somit keine legale Versorgung stattfinden kann, kann Weed gar nicht legal sein, weil die Beschaffung grundsätzlich illegal ist. Und das sich Holland angefeindet sah ist normal. Ich schrieb bereits, das Amsterdam ein Drogentor Europas ist und eine Drogentouristenstadt. Macht es Holland Drogen noch einfacher, sind zwangsweise Nachbarstaaten und Europa betroffen. Das selbe Problem hätte Deutschland auch bei Legalisierung aller Drogen. Auch das sprach ich bereits an. In Fällen wie Kokain und Opiaten wirst du sogar mit weltweiten Protesten rechnen dürfen. Die USA wird sich sicher freuen, wenn die Kartelle ihr Kokain problemloser nach Europa schmuggeln können, weil ein Land es dort legalisiert.

@Kronos
In Holland darf es keiner legal einführen oder anbauen... Das ist die Krux an der Sache und deswegen ist der Konsum auch nur straffrei, sprich entkriminalisiert, aber nicht legal...
 
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