Quo vadis BTMG?

Die Zahl der Drogentoten und der Drogennutzer wurde hier verlinkt. Kannst du dir raussuchen und selbst rechnen, bin nämlich nicht dein Pfleger und du kein Hilfebdürftiger der keine Eigenleistungen erbringen kann. Und ja ich habe es für mcih durchgerechnet.

Aber es war SO! klar. Selber NICHTS nachweisen und dann jeden Gegenbeweis anzweifeln bei null Eigenleistung.

Aber kleiner Hinweis: Im Schnitt sterben jährlich in Deutschland offiziell ca. 1100 Menschen an harten Drogen. Also deutlich mehr als 10 mal so viele.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Köstlich wie Mustis wieder die Diskussion abwürgt in dem er Anderen Worte in den Mund legt, Dinge bei anderen kritisiert die er selbst in jedem Post macht und unpassende Fakten und Argumente ausblendet.

Mal aufgeschlüsselt. Es fängt an mit:
Heffertonne schrieb:
Wenn ständig argumentiert wird, dass bestimmte Substanzen "gefährlich" sind und darum verboten gehören, dann sollte auch Fallschirmspringen und solche Geschichten verboten werden. Wievielen Familien wurde schon durch ein verunglückten Fallschirmspring ein Vater oder Mutter geraubt?:(
Das sagt also aus, DASS Fallschirmspringen gefährlich ist, ganz ohne vergleich. Diese Aussage ist also bereits bewiesen, wenn nur ein Mensch dadurch gestorben ist. Möllemann kennt jeder, also abgehackt, Aussage stimmt (ansonten hier prüfen).

Nun kommt aber Mustis...
Mustis schrieb:
Durch fallschirmspringen sind weitaus weniger väter/mütter gestorben als durch drogen.
... und macht einen Vergleich, den er aber natürlich hier machen darf.
Doch zwei Zeilen weiter schreibt er noch im selben Post:
Völlig an den haaren herbei gezogener vergleich.
Auf Mustis Vergleich wird reagiert:
crashbandicot schrieb:
Hast du dafür Zahlen oder ist das ein an den Haaren herbeigezogener Vergleich?
Eine verständliche Reaktion, da solche Vergleiche ohne Zahlen nicht stehen gelassen werden können. Vielleicht ist die Sache ja genau umgekehrt, dann wäre Mustis Vergleich besonders interessant für diesen Thread.

Doch als Antwort kommt von Mustis:
Mustis schrieb:
Hab ich den Vergleich ohne Zahlen aufgestellt? Nö, habe ich nicht. Warum soll ich Quellen bieten um etwas zu widerlegen, was überhaupt nicht belegt wurde? Das ist gelinde gesagt Irrsinn! Unabhängig davon bleibt der Vergleich idiotisch. (...)
Solche Vergleiche haben in der Diskussion nicht zu suchen, egal welche Seite man vertritt. Es zeigt höchstens, auf welch argumentativ dünnen Eis man wohl steht, wenn man solche merkwürdigen Vergleiche anstellt. (...)
Was? Selbstkritik? Anscheinend nicht wenn man den Postanfang betrachtet. Es kommt sogar noch mehr:
Mustis schrieb:
Die Zahl der Drogentoten und der Drogennutzer wurde hier verlinkt. Kannst du dir raussuchen und selbst rechnen, bin nämlich nicht dein Pfleger und du kein Hilfebdürftiger der keine Eigenleistungen erbringen kann. Und ja ich habe es für mcih durchgerechnet.

Aber es war SO! klar. Selber NICHTS nachweisen und dann jeden Gegenbeweis anzweifeln bei null Eigenleistung.

Zusammengefasst also: Nach einer Behauptung stellt Mustis einen Vergleich an, der vorher nicht da war.
Schiebt dann den gegenteiligen Vergleich Anderen zu und liefert Zahlen wieso dieser nicht korrekt ist.
Nach einer berechtigten Anzweifelung der Vollständigkeit dieser Zahlen wird er angreifend und kristisiert Andere für das was sie nicht gemacht haben (einen Vergleich), er selbst aber schon.
:daumen:


Auch wenn der Vergleich nicht zu 100% passt, wäre es trotzdem interessant wieviele Tote es pro Jahr pro 1000 Fallschirmspringer gibt und wieviele Tote es pro Jahr pro 1000 Konsumenten illegaler Drogen gibt. Also falls jemand Lust hat das zu recherchieren, schreibt das Ergebnis hier (ich würde es machen, bin aktuell aber in China, von hier aus sind Recherchen unmöglich.)
 
Mustis schrieb:
Hab ich den Vergleich ohne Zahlen aufgestellt? Nö, habe ich nicht. Warum soll ich Quellen bieten um etwas zu widerlegen, was überhaupt nicht belegt wurde? Das ist gelinde gesagt Irrsinn! Unabhängig davon bleibt der Vergleich idiotisch. Auto fahren, im Bus reisen, mit der Bahn fahren, ja vermutlich selbst mit dem Flugzeug fliegen ist tödlicher und trotzdem wird diesen Vergleich keiner anstellen. Warum auch, bei dem einen ist das gesundheitliche Risiko immer da, bei Fallschirmspringen und anderen Extremsportarten sind es Unfälle und nicht dem Sport als solchem inne. Zumindest ist mir nicht bekannt, dass der Fallschirmsprung als solcher in irgendeiner Art und Weise gefährlich wäre.

Solche Vergleiche haben in der Diskussion nicht zu suchen, egal welche Seite man vertritt. Es zeigt höchstens, auf welch argumentativ dünnen Eis man wohl steht, wenn man solche merkwürdigen Vergleiche anstellt. Schließlich sind auch schon Mütter und Väter geraubt (was ein Wort in dem Zusammenhang -.-) worden, während sie spazieren waren.


Ach Mensch, ich habe soviel zu diesem Thema geschrieben.
Und dann wird ein Aspekt meines Textes herausgepickt, den ich offensichtlich überspitzt dargestellt habe, um meinen Punkt klar zu machen. Und jetzt wird darauf herumgeritten und alles andere ignoriert. So kann man doch nicht diskutieren :(

Natürlich war der Vergleich "idiotisch" (gut, dass du es erkannt und trotzdem nicht verstanden hast). Da brauch ich keine Statistik nachzureichen, vorallem weil ich in diesem Vergleich nicht gesagt habe, dass durch irgendetwas MEHR oder WENIGER sterben, als durch etwas anderes.


Mustis schrieb:
Durch fallschirmspringen sind weitaus weniger väter/mütter gestorben als durch drogen. Argumente statt bestürzung und fragwürdiger behauptungen. Zudem ist mir noch kein fallschirmspringer bekannt der in seinem "rausch" andere verletzt, bedroht oder sonstwie beeinflusst hat. Ebensowenig ist mir einer bekannt, der um seinen "rausch" zu finanzieren kriminell wurde...

Völlig an den haaren herbei gezogener vergleich.

Es gab schon Vorfälle, wo Fallschirmspringer auf Zuschauer gelandet sind. Mit tödlichem Ausgang für die Unbeteiligten. Der "Rausch" des Fallschirmsprunges kann, wie jeder andere Rausch auch, süchtig machen. Und dann laufen im Gehirn änhliche Prozesse ab wie bei Drogensüchtigen, mit all seinen negativen folgen.

Denn wenn in dieser Diskussion das Wort "Drogen" oder "Drogensüchtiger" geschrieben wird, denken alle sofort an die Hero-Drogenjunkies am Bahnhof. Obwohl Sucht und Rausch und Substanzen viel mehr sein können, als einem auf den Horizontteller passt.

Fallschirmspringen ist jetzt nur ein zugegeben beknacktes Beispiel, um meinen Punkt klar zu machen.
Aber da du solche Vergleiche, die manchmal nötig sind, um Dinge aus anderen Perspektiven zu betrachten, verbietest, lass ich es mit dem Fallschirmspringen sein.



hallo7 schrieb:
Ähm nein. Das ist nicht ganz das selbe. Viele Rauschmittel wirken sekundär und sind primär sehr wohl schädlich (dein Beispiel mit den Delphinen und dem Gift, du brauchst nicht glauben, dass dieses Gift keinen Schaden verursacht), egal ob sie die Synapsen angreifen oder eben Psychedelika, welche Psychosen oder Wahrnehmungsstörungen auslösen können.

Schau dir auch mal die Zähne und das Zahnfleisch der Menschen an, die Koka Blätter kauen...
Das mit dem Delphin war ich nicht.
Es ging mir aber allein um die "Rauschwirkung", die sich im Nervensystem abspielt.
Ein traumatisches Erlebnis, ohne Konsum von Substanzen (Krieg, Unfall (auch ohne pysischen Schaden), Verlust eines Familienmitglieds etc.) kann deine Psyche durcheinander bringen. Andersrum kann zB das Abschließen des Achievments "Werde Mutter/Vater" im positiven Sinne deine Psyche beeinflussen. Du siehst du Welt aufeinmal aus einer anderen Perspektive und bist erfüllter als jemals zuvor in deinem Leben.

Was du jetzt mit sekundär und primär meinst, versteh ich nicht ganz. Bin aber auch kein Neurologe.


hallo7 schrieb:
Der zweite Satz ist hier wichtiger, denn das ist eben im Allgemeinen nicht gegeben. Auch bei Alkohol und Nikotin nicht. Diese Eigenschaft würde ich noch am ehesten Cannabis zuschreiben, aber keinesfalls härtere Drogen.

Darum sollten wir uns um mehr die Rahmenbedingungen kümmern. D.h. Prävention, Aufklärung, Hilfe, Therapie, Schadensminderung, usw.
Außerdem spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle. zB sollte einem klar sein, dass zB sozial schwache Menschen eher zu Drogen greifen oder dadurch Probleme bekommen, als die sozial stärkeren. Im oben verlinkten Video (TED Talks) wurde auch gesagt, dass in Portugal ein riesiges Job- und Ausbildungsprogramm für Jugendliche geholfen hat. Mitfinanziert durch den Verkaufen von Drogen.
Denn durch Repression und Androhung/Ausübung von Strafe, bekommen wir das Problem nicht in den Griff und machen es sogar noch schlimmer.

hallo7 schrieb:
Und zum Fallschirmsprung: Das Risiko ist immanẹnt. Sprich anders als bei Drogen hängt es nicht von deinem pathologischen Zustand ab, welchen man eben nicht kennt. Somit ist es kein diffuses Risiko welches 30 Jahre später schlagend werden kann sondern es ist nur während des Sprunges existent. Sprich, das Risiko eines Fallschirmsprunges kann jeder abschätzen, jeder kennt die Folgen. Bei Drogen ist das nicht so.

Durch Fallschirmspringen kannst du auch Rückenprobleme bekommen, die erst viel später auftauchen oder schlimmer werden. Auch wenn alles glatt läuft. Oder schief gelandet und Knie verdreht. Da kannste jegliche (sportliche) beinintensive Karriere an den Nagel hängen.

@Lumin: Danke für die Mühe. Ich weiß aber nicht, ob sie es wert gewesen ist.
 
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Hagen_67 schrieb:
Wie gesagt, ganz andere Thematik, aber so sollte der Umgang mit Cannabis bei jungen Leuten auch sein. Wirst Du erwischt- z.B. Führerschein für laaaaaange Zeit adé.
ääääääh......so ist es aktuell .....
wenn du mit Cannabis erwischt wirst und die beamten darauf lust haben, ist die Möglichkeit den Führerschein zu machen bzw. ihn ausgestellt zu bekommen gleich mal weg.
wenn du ganz viel Pech hast und deine gegenüber lust darauf, dann darfst du eine mpu machen. mit allen Lehrgängen und tests (haaranalyse, wenn die beamten darauf lust haben) schnell mal 2000€ los.

Willkür im deutschen Rechtsstaat. abzocke durch die dekra. alles legal.
und keinen interessierts, weil kaum einer sich da auskennt - die die entscheiden schonmal garnich.
Der "Täter" wird somit nicht "kriminalisiert",
wie kommst du darauf ? ^^

das ganze steht erstmal in deiner akte und wenn die jungs bei einer kontrolle btmg hören, darfst du dich ausziehen atm. ! KEIN WITZ!!
Ich werde alle 1-2 Monate angehalten (ja wirklich !), teilweise mit tollkühnen Manövern wie schnell überholen + ausbremsen !!! oder die Polizisten springen während der fahrt aus ihrem six-pack und schreien mir hinterher als wenn ich den sprengstoffgürtel umgeschnallt hab und werde sofort gefilzt.

DAS ist die Realität!

Man wird behandelt wie ein Schwerverbrecher. Einmal wurde ich angehalten, weil ich zu schnell über die Straße gelaufen bin ! (wir dachten sie flüchten vor uns meint die gute - ja klar...es war dunkel !!! und die kamen mir entgegen(man sah nicht das es Polizei war...ich hatte es halt eilig)
Einmal hatte mein Fahrrad keine Reflektoren an den pedalen.... (die haben einfach jeden angehalten und danach nach gründen gesucht - man findet ja immer was...)


Hinzu kommt bei[..]also ein bleibender Schaden.
Um die selbe Schädigung bei Alkohol zu erreichen muss man sich um ein Vielfaches mehr anstrengen. Für diese Schädigung muss man schon 10 und mehr Jahre intensiv und regelmäßig saufen.
(habs mal gekürzt, beziehe mich aber jetzt nicht nur auf das hier verbliebene)
stimmt alles, kenne genug fälle. sowas nennt man auch "hängengeblieben" ;)
und ja man merkts, viele sind etwas langsam, faul usw.
aber meine Beobachtung ist eher: die leute waren auch schon vorher blöd und langsam. der iq streut stark und die leuchten scheinen unterschiedlich hell.
das durch übermäßigen Konsum (über jahre hinweg jeden tag extreme mengen) natürlich schädlich ist leugnet keiner.

die frage ist allerdings immer: wird es durch ein verbot besser ?
da es noch nie "nicht verboten" war kann man es nicht sagen.
 
@ hallo 7: Das Beispiel mit den Delphinen kam von mir und wurde im Zusammenhang mit dem "Wunsch" nach Rausch erwähnt. Also das nicht nur wir Menschen grundsätzlich den Wunsch nach "Rausch" in uns tragen. Unabhängig von den Konsequenzen, die das nach sich zieht.

@ all: Erstmal Danke, dass Ihr Euch durch meinen "Monsterbeitrag" durchgeackert habt. :D

Ich versuche mal auf die Kritik dazu einzugehen.

@ Heffertonne:
Kannst du mir als Experte (nicht böse gemeint ^^) vielleicht sagen, in wie fern die Verunreinigungen in den Substanzen (Streckmittel etc) eine Rolle bei der Gesundheitsgefährung oder Suchtpotential spielen?
Und: Ob die Patienten freiwillig oder richterlich angeordnet therapiert werden oder wie läuft das?
Die Verunreinigung durch Streckung der Substanzen spielen gesundheitlich eine erhebliche Rolle. Die Substanzen werden mit allem Möglichen gestreckt. Dabei kommt es in der Hauptsache darauf an, dass die gestreckte Substanz noch möglichst nahe an der "sauberen" Substanz ist. Das in Bezug auf Farbe, Geruch, etc.
Das wäre ein Punkt, der für eine Legalisierung spräche. Denn dann könnte eine unter staatlicher Überwachung gestellte Produktion und der Vertrieb ein möglichst sauberes Endprodukt garantieren. Würde aber nix an den von mir beschriebenen Gefahren ändern.

Es gibt extra ein Jugendstrafrecht, dass junge Menschen milder bestraft. Und du willst genau das Gegenteil davon? Kinder vor Drogen schützen und schutzlos dem Gesetz ausliefern. Kein guter Tausch. Man sollte eher härter gegen die Verkäufer angehen und nicht den Konsumenten kriminalisieren oder bestrafen.
Lies Dir doch bitte nocheinmal durch was mir da als Idee durch den Kopf geht. Ich will eben genau weg von der "harten" Bestrafung, aber dennoch hin zu einen "fetten Denkzettel", der junge Leute vom Gebrauch ein wenig abschrecken soll. Wenn ein 15-/16-/17-jähriger erwischt wird und seinen KFZ- Führerschein dann z.B. erst zwei Jahre später machen kann tut das in dem Moment so richtig weh. Aber sonst hat es keine weiteren Folgen. Das dürfte bei einem 40-jährigem Vater, der eine Familie ernährt und jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit muss schon anders aussehen.
Und ich habe ja auch das Beispiel mit dem "Frisieren der Mofas" zu meiner Zeit gebracht. Das hat damals richtig "reingehauen" bei mir. Aber es hatte keine negativen Auswirkungen auf meine Zukunft. Und wenn ich meinen Führerschein erst mit 21 hätte machen können hätte mich das in meiner Entfaltung auch nicht sooo sehr behindert.

Weiter sagst Du, das es wichtiger sei zu schauen warum der Wunsch nach Rausch so groß ist. Und man solle mehr dahin schauen. (Ich hoffe, ich habe Dich an dieser Stelle richtig verstanden).
Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Aber das eine schließt das andere nicht aus. Wenn ich sage, man sollte Cannabis nicht legalisieren, entbinde ich unsere Gesellschaft damit nicht von ihrer Pflicht dahin zuschauen, worin die Ursachen für eine verkorkste Kindheit liegen, die ein junges Menschlein dahin treibt "sich weg machen zu wollen". Hierin sehe ich übrigens eine der größten Herausforderungen an unsere Gesellschaft und Werte- Gemeinschaft. Ich möchte heute keine 18 mehr sein, wenn ich mir anschaue unter welchem Leistungsdruck unsere Kinder heute leben.

Cannabis gehörte einmal zu unserer Kultur. Es wurde als Allheilmittel in Apotheken verkauft. Auch als Faser/Nutzpflanze für Materialien, Textilien, Papier etc.
Da hast Du recht. Allerdings war es nicht Cannabis, sondern Hanf. Aus diesem wurde u.a. Stoff für Kleidung, Segel, etc. hergestellt. Und das Nebenprodukt "Cannabis" wurde gerne als "Tee" konsumiert (wenn ich da richtig informiert bin). Wurde z.B. gerne bei Schwermut (heute als Depression bekannt) und Schmerzen eingenommen. Nur kann man das Zeug von damals absolut nicht mehr mit dem vergleichen, was heutzutage auf dem Markt ist. Das wäre so als würdest Du eines der ersten Autos von Daimler (Einzylinder mit, ich weiß nicht, 1,5PS) mit nem Mercedes Formel Eins- Boliden von heute vergleichen. (Verständlich was ich meine?)

Meiner Meinung nach sollte auch Werbung für Tabak und Alkur bohol KOMPLETT verboten werden. Und solche Sachen nur in speziellen Läden verkauft werden. Da wird von Alkhol als Kultur gesprochen, während das Produkt als Werkzeug zur Sozialisierung beworben wird (trinke Bier mit deinen Freunden!), eng verknüpft mit Sport, Erfolg und Freiheit. Während jährlich hunderte von tausenden Menschen daran krepieren. Wenn man Signale setzen möchte, dann bitte dort.
Das würde ich sofort unterschreiben. Und ich bin Raucher und trinke gerne mal ein Bier oder ein Glas Wein.

@hallo7:

Hier sollte man aber schon unterscheiden was "Rausch" eigentlich ist. Ist der Adrenalin Ausstoß im Zuge von spaßigen Tätigkeiten bzw. auch gefährlichen Tätigkeiten ebenfalls ein Rausch? Ich muss dir ganz ehrlich sagen, ich habe keinen Wunsch nach einem "Rausch" wie sie Drogen hervorrufen (egal ob Nikotin, Koffein, Alkohol oder Morphine bzw. Opiate usw.).

Beim Adrenalin und anderen Hormonen müsste ich lügen, da das unter anderem nunmal biologisch die Belohnung für einen gewonnen "Kampf" (Sport/Spiel) ist.
Was ist ein Rausch? Wenn ich 20 km jogge bekomme ich einen Rausch. Mein Körper wird mit "Glückshormonen" geflutet. Ähnlich läuft es beim Orgasmus ab. Oder wenn ich ne fett-schwere Prüfung geschafft habe.
Worin liegt jetzt der Unterschied zu Drogen? Ganz einfach.
Es ist ganz einfach ;) Ein paar Mal tief einatmen, nur für ein paar Sekunden den Verstand ausschalten, die Substanz halt irgendwie in den Körper reinbekommen und das gleiche Gefühl ist da. Ohne sich "stundenlang" "abmühen" zu müssen.
:D Ja grinst jetzt nur fett. Auch dem Orgasmus hat der liebe Herrgott den Schweiß vorangestellt (wenngleich auch auf eine der schönsten Arten und Weisen wie nur möglich). Ich muss Leistung bringen, dann bekomme ich.
Das ist bei Drogen halt anders. da muss ich nix großartig leisten. Rein mit dem Zeug und das Gefühl von "XY" ist sofort da.

Im 19. Jhdt wurde Opium von den Briten nach China importiert und nach dem ersten Opiumkrieg schließlich in China auch angebaut. Wie kommst du auf Jahrtausende?
Opium wurde in Nahost angebaut seit Jahrtausenden. Der Anbau und Konsum erstreckte sich nach Nordwesten hin bis nach Süd-Mittel- Europa und nach Osten/ Nord- Osten bis tief nach Asien hinein. Es ist geschichtlich nicht ganz klar ob der Anbau von Schlafmohn in unseren Gefilden zur Gewinnung von Opium als Rausch- Substanz bewusst betreiben wurde.
Im 17. Jhd. wurde der Anbau und Konsum dann ich China verboten. Dann weiter wurde in dieser Region, durch die Briten begonnen, im 19. Jahrhundert Opium wieder mit Gewalt eingeführt. Die Opiumkriege, die Du hier anführst.
Ich möchte mich aber an dieser Stelle nicht um ein paar Jahre/ Jahrzehnte oder um ein paar Tausend Kilometer hin oder her streiten. Ich denke, es ist verständlich was ich hier im Kontext gemeint habe.

@gaunt:
Schön wenn sich mal jemand aus der ersten Reihe meldet. Und ich glaube dir gerne, das du in deinem Job extrem Abschreckende Beispiele zu sehen bekommst. In den 90ern kannte ich auch den einen oder anderen den se in die Geschlossene verfrachtet haben. Alle von denen haben gekifft, aber in meinen (Laien) Augen war das Kiffen selten der einzige Grund. Eher der Kanal andere Probleme zu überdecken. Der eine hatte schon als Kind massive Probleme in der Familie, der nächste hats nebenbei mit Koks und LSD (Techno Zeit) übertrieben, und wieder einer war schlicht und ergreifend ein aggressives Arschloch (auch schon vor der Kifferzei) mit dem Hang zum Autos aufbrechen, der in der Geschlossenen bzw. im Knast genau richtig war.

Um es abzukürzen. Der Konsum einer Substanz alleine ist eher selten der alleinige Grund für das Scheitern einer Existenz. Und wie ich ja bereits oben sagte, nur die Tatsache, Cannabis weiterhin zu verbieten entbindet unsere Gesellschaft nicht von der Aufgabe sich um die grundlegenden Probleme unserer Gesellschaft zu kümmern.

Der Zusammenhang zwischen Kiffen und psychischen Auffälligkeiten ist statistisch bewiesen. Kiffer zeigen fast doppelt so häufig Auffälligkeiten wie Abstinezler. Das ist aber bei allen anderen Drogen ähnlich. Was aber keiner beweisen kann ist ob dies durch Kiffen ausgelöst wird, oder ob auffällige Personen gerne zu psychoaktiven Mitteln greifen. Den nachweis kann niemand führen, da man Menschen die Drogen explizit ablehnen unter Dope setzen müsste. Das ist nunmal medizinisch nicht vertretbar. Was mir in den 90ern aufgefallen ist: Klassenkameraden welche man heute als ADHS'ler bezeichnen würde haben als sie älter wurden verstärkt begonnen zu Kiffen.
Da muss ich Dir leider teilweise widersprechen. Es ist sehr wohl nachweisbar, das es, unabhängig von der Sozialisierung, einen Zusammenhang von Z.B. Cannabis- Konsum in unserer Gesellschaft und psychischen Störungen gibt.
Ich bin dazu in meinem Post in #3507 eingegangen bezüglich des Zusammenhangs im "Erleben" mit und ohne Einfluss von Cannabis. Die Bewertung von Erlebnissen ohne "Droge" unterscheidet sich nachweisbar von denen mit "Droge". Und das wiederum hat hat Einfluss auf die Bewertung und somit auf den zukünftigen Umgang mit ähnlichen Situationen im Leben eines Menschen.

Das die von Dir erwähnten "ADHSler" eher zu Substanzen, wie Cannabis greifen liegt wohl darin begündet, dass diese Leute in der beruhigenden und dämpfenden Wirkung von Cannabis eine Erleichterung erfahren. Das dieser Schuss auf Dauer nach hinten losgehen kann sehen diese Leute in Moment des Konsums im Rahmen der akut einsetzenden Wirkung (hier Beruhigung) nicht.

Genau das sehe ich anders. Denn heute fühlen sich insbesondere junge Menschen von der Drogenpolitik belogen und das werden sie teilweise auch, also sitzen sie dann denen auf, die Canabis verharmlosen und als völlig ungefährlich hinstellen. Was fehlt ist ein ehrlicher Umgang und eine Aufklärung statt einer Verteufelung auf der einen und eine Verharmlosung auf der anderen Seite.
Naja, so weit scheinen wir da dann ja nicht auseinander zu liegen.
Auch ich verwehre mcih gegen eine Verteufelung von Cannabis.
ich hole mal etwas aus und unterstelle Dir Folgendes:
Du bist wahrscheinlich dagegen Alkohol an 5-jährige zu vergeben oder ihnen den Zugang dazu zu erleichtern, bzw. zu legaisieren. Also, ich bin dagegen. Sind wier uns da einig?
Wenn ja, woran liegt das? Warum sind wir dagegen? Kann es sein, das wir der Meinung sind, dass ein 5-jähriger nicht in der Lage ist, sich der Konsequenzen seines Handelns soweit bewusst zu sein? Und im Weiteren, dass sein Körper und damit inbegriffen sein Gehirn, seine Psyche nicht in der Lage ist diesen Konsum ungeschadet zu überstehen? Liege ich da richtig?
Und nun denke ich mal weiter. Die Persönlichkeitsentwicklung eines Durschnittsmenschen ist mit etwa 25 Jahren abgeschlossen. Der eine früher, der andere später. Aber im Durchschnitt liegen wir da bei der 25 etwa richtig.
Was also passiert, wenn ein Mensch mit 18 anfängt zu kiffen. Und das tut er dann regelmäßig. Dann sind da immer noch 7 Jahre in denen sich seine Persönlichkeit weiter entwickeln müsste. Nur in diesem Fall findet die Entwicklung unter einer "verformten" Wahrnehmung seiner Eindrücke statt.
Und genau das halte ich für zumindest bemerkenswert. Deshalb mein "Nein" zur Legalisierung von psychotropen Substanzen.
Das man darüber hinaus ein Augenmerk auf andere, die Entwicklung störende Einflüsse haben sollte will ich damit nicht verneinen oder schmälern. Ebenso wenig wie sich gegenseitig verstärkende Fakoren.

Nur wenn ein Mensch in sozial schwacher Umgebung aufwächst (und das ist nicht nur finanziell gemeint), sog. bildungsfern ist und dann auch noch Substanzen, wie eben auch Cannabis konsumiert hat er deutlich schelchtere Chancen als ohne den Konsum.

@bad guy:
Bei Cannabis ist die Gefahr größer als bei Alkohol, dass es zu einem pathologischen Verlauf kommt?

Das mag ich zu bezweifeln, denn ich habe gerade neulich das (starke) Gegenteil gelesen. Da ging es auch um die Psychatrie. Vielleicht finde ich den Artikel noch.
Bitte verstehe dies im Zusammenhang. Ich will den Alkohol hier nicht verharmlosen. Aber es gibt einen großen Unterschied. Obwohl der Genuss beider Substanzen letztendlich zu schweren psychischen Schädigungen führen kann, ist die Wahrscheinlichkeit bei Cannabis um ein Vielfaches höher. Und das nur aus dem einfachen Grund heraus, das es schlicht und ergreifend schneller/ früher dazu kommt.
Letzlich gilt auch bei diesem Vergleich von mir natürlich die Prämisse, dass erst die Menge der Substanz das Gift ausmacht.

@cruse: (#3524) zum Thema "Führerschein" etc. Naja, daher mein Vergleich mit meiner Mofa- Zeit. So sollte es sein. Ich hab damals Scheiße gebaut. Ich hab draus gelernt und meine Konsquenzen gezogen. Und heut interessiert sich keine Sau mehr dafür.
Meine damit, der "Täter" sollte schon eine auf den Deckel kriegen und dann muss gut sein. Eben nicht so bei Dir beschrieben. Das macht dann bei den Betroffenen nur Frust. Bringt niemandem was, ausser vllt. dem Typen , der Streß mit seiner Alten hat und den dann an Dir auslässt.
Du weisst wie ich's meine ?!?

Weiter fragst Du am Schluss ob es durch ein "Verbot" besser würde? Ein "Verbot" wäre ein kleiner Schritt von vielen, die gegangen werden müssten.
Und weiter müsste man sich auch intensiv Gedanken darum machen in wie weit mit Verstößen gegen dieses "Verbot" umgegangen wird.
Wenn man bei diesen Punkten den richtigen Weg fände, dann ....

Unterm Strich ist mir (als Vater eines heute 18-jährigen Sohnes), der auch selber kein Kind von Traurigkeit war nur eines sehr wichtig. Junge Menschen sollen und müssen mit ihrem Leben experimentieren. Sie müssen sich ausprobieren und an ihre Grenzen gehen (können). Je weiter , desto besser. Und junge Menschen sollten sich dabei eigentlich relativ wenig Sorgen um das "Morgen" machen müssen.
Allerdings ist es umso mehr Aufgabe der Gesellschaft ein gutes und wohlwollendes und auch beizeiten ein sehr strenges Auge auf die Jugend zu haben. Das das dann nicht so aussehen darf, wie von cruse in #3524 beschrieben, ist für mein Verständnis selbstverständlich.
Und dazu gehört m.M.n. eben auch ein "Verbot" von Cannabis. Wie wir als Gesellschaft dann mit Verstößen dagegen umgehen ist in jedem Fall diskussioswürdig.
 
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☞Menschen nehmen Drogen weil ihnen was fehlt.


👍Diejenigen die sich vollkommen fühlen nehmen keine⤵

Was besser ist als sie zu verbieten, ist eine Aufklärung. Was sie anrichten können und das sie die Lebensqualität verringern.😱

Beim Alkohol wird auch auf keiner einzigen Flasche darauf hingewiesen wie viel man trinken soll und was die schäden sein können.
Da ist Alkohol 100 mal schädlicher als THC.💀
Die mindest empfohlene menge liegt bei 60gramm Alkohol.
Zu den Schäden gehören im Bereich, magenschleimhaut, Speiseröhren Riss strapazierte blutadern die platzen können und man am Blut ertrinkt, zwolffingerdarm, magen darm trakt, Arterienverkalkung, Gehirnzellen tot, Irreperable Leberschäden, Herz erkrankung.Minderung der Hormone. Hat sehr viele kalorien. Krebsfördernd.

So wie Drogen hat auch Alkohol Positive Effekte, dopamin, adrenalin und serotonin wird gesteigert.

Einmal diesem Spaß verfallen kommt man davon nicht so schnell weg, denn jeder will seinen serotonin wert steigern, schlimm ist es dann bei Menschen mit depressionen oder Isolierter Umgebung vom sozial Umfeld, deren Glückshormone sind sowieso im Keller und da man mit Rauschmitteln die Glückshormone steigern kann wird es oft zur Abhängigkeit und dann führt es zum tod. "Wer schnell lebt, der lebt nicht lange"
Der Körper wird bei der Abhängigkeit extrem strapaziert und kommt nicht zur Ruhe, da der Level der Glückshormone im blut abnormal ist. Man ist mit dem streben nach mehr beschäftigt statt den Moment zu Leben. Der Körper kommt nicht zur Ruhe.

Es gibt auch legal erhältliche "Drogen" eins davon ist die Liebe.(¬_¬)

Sie ist genauso gefährlich und sollte verboten werden mit all den anderen Sachen, die Freude und Glücksempfinden auslösen können. Da das unwahrscheinlich und Alkohol 100 mal Schädigender ist, sollte Cannabis (rede ist hier nur von cannabis) erlaubt werden. Das ist von all den anderen harten Drogen das geringste Aggressivste, es greift keine Organe an oder zerstört und zersetzt sie wie Alkohol oder 20 Bier oder 0.7 Rotwein.

Da infizierte Menschen immer dazu neigen mehr und mehr zu wollen übertreiben sie es mit dem Alkohol und haben am ende kaputte Organe und das nicht wissentlich da sich die wenigsten informieren was es für spät folgen haben kann.

Da Menschen Moral und Anstand haben, sind Drogen ungefährlich auf die kognitiven Fähigkeiten, aber wenn das wissen fehlt, dann sind Drogen ganz schnell gefährlich, da Menschen dann Entscheidungen nicht RATIONAL sondern Emotional treffen, was sehr gefährlich ist, da die Entscheidung Gefühlsgesteuert ist und nicht durch den Kopf gegangen ist, da man dicht ist.●︿●
 
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moshimoshi schrieb:
☞Menschen nehmen Drogen weil ihnen was fehlt.
(du meinst sicher den problematischen Konsum)
Exakt! Oder weil sie von etwas fliehen wollen, vor Erlebnissen, dem aktuellen Leben, usw.

Das ist hier ein enorm wichtiger Punkt. Das wird nicht von der Illegalität beeinflusst, die Nachfrage bleibt also. Nun stellt sich die Frage wer diese Nachfrage wie befriedigt. Wenn Drogen illegal sind, machen es Kriminelle. Was bedeutet, dass:
- Menschen durch Kämpfe um "Vertriebsrechte" und Kämpfe mit den Behörden zu schaden kommen
- es keine Qualitätssicherung gibt, keinen Jugendschutz, keinen Verbraucherschutz
- Menschen, den vor allem psychologisch geholfen werden muss (weil ihnen etwas fehlt, oder sie vor etwas fliehen), weniger sichtbarer werden, weil sie aufgrund der Illegalität der Droge unsichtbar werden, da sie den Konsum vor den Behörden und vor ihren Mitmenschen verstecken müssen.
- usw.

Man braucht also neben der breiten und nie endenden (neue Menschen werden geboren) Aufklärung und einer Legalisierung, samt staatlicher Kontrolle der Herstellung und des Vertriebs auch Anlaufstellen für hilfsbedürftige Menschen. Und ein Teil wird sicher allein dadurch "therapiert", dass sie für ihre Menschen sichtbar werden und diese helfen.
Neben der Aufklärung ist ein völliger Verzicht von Werbung für Drogen nötig. Hier muss jedes Marketing unterbunden werden, Gewinnmaximierung durch Kundengewinn darf nie Thema sein. Dies gilt auch für die aktuell legalen, aber mittelharten Drogen wie Alkohol und Nikotin.


PS: Die Schädlichkeit und das Abhängigkeitspotenzial der Substanzen sind bei diesem Thema zwar relevant jedoch zweitrangig. Das ist nur relevant bei dem Thema wie eine Legalisierung für jede Substanz auszusehen hat, nicht ob die Substanz legal werden soll oder nicht.
 
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Und wenn Drogen nur reguliert ausgegeben werden (wie das genau aussieht und welche "Zielgruppe" es dann bekommt, hat hier glaub auch immer noch keiner weiter beschrieben :rolleyes:) sieht das dann anders aus ja?

Gehen wir mal davon aus, dass harte Drogen reguliert nur an bereits Süchtige ausgegeben werden. Wollt ihr mir dann allen ernstes erklären, dass der illegale Markt wesentlich kleiner wird? Wo bekommen dann Generationen, die heute noch nicht süchtig sind, denen aber was fehlt, ihren Stoff her? Legal aus regulierten Quellen bekommen sie es ja wohl dann nicht. Also werden sie sichs auch weiterhin illegal besorgen, wie heute auch. Dann kommt das Kostenproblem zum tragen. Beweisen kann ich es logischerweise nicht, aber es würde mich gewaltig wundern, dass Drogen wie Meth tatsächlich legal günstiger wären als illegal. Das ließe sich eigentlich nur realisieren, wenn die Drogen ohne Gewinnen oder gar unter Produktionskosten ausgegeben werden, sprich subventioniert werden müssten. Das zahlen dann wiederum alle, nämlich über die KV Beiträge. Das dem Menschen sein Portemonnaie wichtiger als seine Gesundheit sieht man tagtäglich. Der illegale Zigarettenkonsum boomt, trotz höherer Gefahr. Billiganbieter bei Lebensmittel boomen, obwohl diese in der Regel weniger gesund sind. Die Menschen, die drauf achten und dafür Geld ausgeben sind in der deutlichen Minderheit. Warum sollten also ausgerechnet Drogenabhängige auf einmal vernünftig werden und zwar besseren, legalen aber teureren Stoff kaufen, wenn nicht subventioniert wird?

Ich mein es ist schön und gut wenn hier teils ellenlange Posts verfasst werden, warum Menschen (angeblich) ein ganz dringendes Bedürfniss haben Drogen zu nehmen. Daraus folgt, sie müssen legal sein. An dem Punkt hört es auf. Die Probleme fangen da aber eigentlich erst an. Den es ist einfach problematisch auf vielerlei Ebenen, harte Drogen zu legalisieren. Darüber müsste man diskutieren. Bzw. wenn man darüber diskutiert, warum Menschen Drogen nehmen, dann sollte man auch in Betracht ziehen, ob andere Lösungen nicht genauso gut aber besser realisierbar sind als Drogen zu legalisieren. Den für den wichtigsten Punkt, die Kriminalisierung der Nutzer, ist das an sich nicht notwendig. Dafür reicht eine Straffreiheit und Hilfsprogramme um davon loszukommen.

Und doch, auch das Abhängigkeitspotential sollte zwingend Bestandteil der Diskussion sein, ob eine Substanz legal sein sollte oder nicht.

@Lumin/Heffer Sag mal, welche Intention hatte den deiner/eurer Meinung nach die Fallschirmsache? Ich meine wenn es KEINE vergleichende Darstellung war, welchen informationsgewinn habe ich dadurch? Was hätte das ganze dann überhaupt noch mit dem Thema zu tun, wenn es nicht mal ein versuchter Vergleich ist? Dann wäre es in dem Thread Spam, den wenn ich es nicht vergleichend gegenüberstellen möchte, dann sind es für das Thema völlig irrelevante Informationen. Von daher, nochmal zur Klarheit, wenn es kein Vergleich ist, was soll es dann aussagen?

@Heffer ja du hast viel geschrieben. Vieles, was tief in die Biochemie geht. Leider hast du, bis auf 2 Videos, keine Quellen angegeben. Die Videos halte ich persönlich für absolut nicht ausreichend, um solche tiefgehenden Thesen zu untermauern. Letztlich sind das beides nur Meinungen von 2 Personen, die mir beide nicht sonderlich wissenschaftlich erscheinen. Des weiteren vergleichst du den Rausch bei Sportarten wie Fallschirmspringen mit dem Rausch von Drogen und stellst die These auf, es sei gleich was im Körper abläuft. Da halte ich dagegen. Bei Sportarten spielt vornehmlich Adrenalin eine Rolle, bei Drogen andere Botenstoffe wie Endorphine. Die biochemischen Abläufe und Kaskaden um Körper sind jedenfalls meines Wissens nach ziemlich unterschiedlich. Was sich ähnelt, sind die dabei erzeugten Gefühlszustände, wobei das wiederum auch sehr subjektive Empfindungen sind, die je nach Individuum sehr unterschiedlich sein können. Dabei bleibt zu Berücksichtigen, und das vernachlässigst du komplett, dass es 2 grundsätzlich verschiedene Drogengruppen gibt, nämlich beruhigende (Downers, Heroin als Beispiel) und aufputschende (Uppers, Koks Ecstasy). Beide Gruppen wirken im Körper komplett unterschiedlich. Von "Spezialisten" wie LSD, dass vornehmlich nur eine Sinnesbeeinflussung verursacht. Aber auch hier bleiben körperliche Einflüsse nicht aus.

Wirkung von Drogen am Beispiel Heroin: http://www.drugcom.de/haeufig-gestellte-fragen/fragen-zu-opiaten/wie-wirkt-heroin/ oder http://www.onmeda.de/drogen/heroin-wirkung-1859-5.html

Wirkweise von Adrenalin: http://www.gesundheit.de/krankheiten/druesen-und-hormone/nebenniere/adrenalin
 
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Hagen_67 schrieb:
Nur kann man das Zeug von damals absolut nicht mehr mit dem vergleichen, was heutzutage auf dem Markt ist. Das wäre so als würdest Du eines der ersten Autos von Daimler (Einzylinder mit, ich weiß nicht, 1,5PS) mit nem Mercedes Formel Eins- Boliden von heute vergleichen. (Verständlich was ich meine?)
Naja, eher ein 70PS PKW von heute.

Hagen_67 schrieb:
Auch ich verwehre mcih gegen eine Verteufelung von Cannabis.
Ich auch.
 
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Mustis schrieb:
(...)Dann kommt das Kostenproblem zum tragen. Beweisen kann ich es logischerweise nicht, aber es würde mich gewaltig wundern, dass Drogen wie Meth tatsächlich legal günstiger wären als illegal. Das ließe sich eigentlich nur realisieren, wenn die Drogen ohne Gewinnen oder gar unter Produktionskosten ausgegeben werden, sprich subventioniert werden müssten. (...) Der illegale Zigarettenkonsum boomt, trotz höherer Gefahr.
Hierauf habe ich ausführlich reagiert, du hast es komplett ignoriert, bist darauf nicht eingegangen und schreibst das Ganze hier nochmal. Was soll denn das? Soll das eine Diskussion sein?
Lies dir was vor mehreren hierzu Seiten steht. Reagiere darauf.


Mustis schrieb:
@Lumin/Heffer Sag mal, welche Intention hatte den deiner/eurer Meinung nach die Fallschirmsache?
Jemand schreib (Du?), dass manche Drogen verboten werden müssen, weil sie gefährlich sind (wie gefährlich war irrelevant). Es wurde gesagt, dass auch andere Dinge gefährlich sind (wie gefährlich war irrelevant) die nie verboten werden (z.B. Fallschirmspringen) und die Gefährlichkeit (für die eigene Person) kein Grund ist etwas zu verbieten.
Kein Hauch eines Vergleiches.
Und dein von mir oben beschriebenes Verhalten bleibt ohnehin von dieser Erklärung komplett unberührt.
 
Aus aktuellem Anlass zitiere ich mal die Frankfurter Allgemeine Zeitung:

"Der Terrorismus ist seit jeher ohne den Handel mit Drogen nicht denkbar – und ohne den Konsum auch nicht...........Eine viel wichtigere Verbindung aber ist die ökonomische. Der Drogenhandel diente lange dazu, Terroroperationen zu finanzieren. Terrorismus kostet Geld - um Waffen zu kaufen, Mitglieder zu bezahlen, Häuser zu mieten, Leute zu überwachen und Operationen zu planen. Drogen sind tiefhängende Früchte - mühelos zu ernten und mühelos mit enormem Gewinn zu verkaufen, und zwar in mühelos transferierbarem Bargeld.................Drogen sind Geld - und weil sie illegal sind, wandern die Profite in jene Schattenwelten, in denen Terrorismus wächst und gedeiht. Terroristen und Drogenhändler können sich so einfach zusammenschließen, weil sie die gleichen Sphären bewohnen und weil sie in vielen Fällen die gleichen Feinde haben - Gesetzeshüter und Geheimdienste. Machen wir uns nichts vor: Unsere Drogenpolitik hat diese Gruppen einander in die blutverschmierten Arme getrieben.
http://www.faz.net/aktuell/feuillet...-offene-hand-und-geballte-faust-13975459.html

Welche Schlüsse daraus mit Hinblick auf die aktuelle Terrorgefahr zu ziehen sind muss jeder selber wissen, ich für meinen Teil bin entsetzt wie eine aufgeklärte Gesellschaft aus ideologischen Gründen so was zu lässt!

Besonders wenn ich dieses Statement dazu nehme:

“Nach so vielen Jahrzehnten ergebnisloser Diskussionen sind wir nicht mehr an Glaubenssätzen, Meinungen und Allgemeinplätzen zur Prohibition interessiert. Wir erwarten Beweise. Für die Vorteile von Prohibition wurde noch kein einziger vorgelegt. Diejenigen dagegen mehren sich von Jahr zu Jahr. Ob uns das gefällt oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle. Es sei denn, Suchtpolitik wäre eine Geschmacksfrage.” - Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen "


In Uruguay geht es nun los, die Regelungen werden nun konkret und ab der zweiten Jahreshälfte wird Cannabis in Apotheken für 90 Cent das Gramm abgegeben.
10Gr. max in der Woche, bzw. 40 Gramm im Monat. Alternativ darf man auch selber anbauen oder einem Cannabis Social Club beitreten. Der Konsument muss sich allerdings für eine von den drei Möglichkeiten entscheiden.
https://amerika21.de/2016/03/148156/apotheken-cannabis
 
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Lumin schrieb:
Hierauf habe ich ausführlich reagiert, du hast es komplett ignoriert, bist darauf nicht eingegangen und schreibst das Ganze hier nochmal. Was soll denn das? Soll das eine Diskussion sein?
Lies dir was vor mehreren hierzu Seiten steht. Reagiere darauf.


Jemand schreib (Du?), dass manche Drogen verboten werden müssen, weil sie gefährlich sind (wie gefährlich war irrelevant). Es wurde gesagt, dass auch andere Dinge gefährlich sind (wie gefährlich war irrelevant) die nie verboten werden (z.B. Fallschirmspringen) und die Gefährlichkeit (für die eigene Person) kein Grund ist etwas zu verbieten.
Kein Hauch eines Vergleiches.
Und dein von mir oben beschriebenes Verhalten bleibt ohnehin von dieser Erklärung komplett unberührt.

So sehr ich suche, ich finde keine Erklärung, die logisch argumentiert und belegt, wie das zustande käme.

Richtig, Fallschirmspringen birgt ein Risiko. Das diskutiert keiner weg. Nur ist das Risiko dort eine Unfallgefahr, nicht wie bei Drogen bei Ausübung oder Nutzung zwangsweise inherent. Viele harte Drogen schädigen egal wie rein den Körper und verursachen über kurz oder lang Abhängigkeit und sonstige Folgeschäden. Dies tut Fallschirmsrpingen explizit nicht. Hinzukommt, dass Fallschirmsrpingen und andere solcher Sportraten eine deutliche bis zum teil massiv geringere Mortalität aufweisen. Entsprechend unsinnig ist es, dass in dieser Diskussion als Gegenargument zu bringen bzw. zu vergleichen, den genau das ist es, was du im letzten Absatz darstellst. Eine Gegenüberstellung/Vergleich, dass eine ist verboten, das andere nicht, obwohl beides gefährlich ist. Und wer behauptet, in so einer Diskussion sei irrelevant wie gefährlich oder ungefährlich etwas ist, der redet sich ganz sicher die Welt schön. Wenn die Gefährlichkeit keine Rolle spielt bzw. dem gegenüber gestellt die Nützlichkeit, dann kann man grundsätzlich alles erlauben (oder auch verbieten). Diese Sicht lässt sich dann nämlich genauso auf Waffen, Medikamente, Sprengstoff und andere Sachen übertragen, die für mich und dich legal absolut nicht zu bekommen sind.

@YesweedCan
Das ist meiner Meinung nach deutlich zu kurz gegriffen. Unbestritten ist, dass Drogen gerne zur Finanzierung von Schattenwelten genutzt werden. Die Aussage, sie allein bzw. sie hauptsächlich wären dafür die Finanzierungsquelle ist aber faktisch nicht richtig. Jeder, der sich mit Camorra, 'Ndrangheta und Cosa Nostra intensiver beschäftigt hat weiß, dass Drogen keineswegs zur Finanzierung solcher Netzwerke explizit notwendig sind (Nachlesbar bei Saviano oder auch Geschichte der Cosa Nostra von John Dickie). Auch der IS finanziert sich zu sehr großen Teilen aus komplett anderen Quellen. Es gibt natürlich Kartelle wie die Kolumbianer oder Mexikaner, die einen Großteil sich über Drogen finanzieren. Es ist meiner Ansicht nach ein kompletter Irrglaube, dass man solche Netzwerke auch nur ansatzweise trockenlegen könnte, wenn man Drogen legalisiert. Kurzfristig wird es natürlich Auswirkungen zeigen. Mittel-und langfristig wird man sich schlicht andere Quellen suchen, es gibt schließlich genügend, und ggf. eben auch einfach weiterhin parallel zum legalen Angebot existieren. Wer solche Netzwerke trockenlegen will, muss sich die Köpfe schnappen und nicht nur Symptome oder vermeintlich einzige Finanzquellen schließen.
 
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Mustis schrieb:
Wer solche Netzwerke trockenlegen will, muss sich die Köpfe schnappen und nicht nur Symptome oder vermeintlich einzige Finanzquellen schließen.

Wie viele Köpfe müssen noch geschnappt werden? Diese ganzen Osamas und wie sie alle heißen, kommen doch immer wieder nach?! Natürlich gibt es auch andere Geldquellen, das geht mit einfachen Kollekten in Moscheen los und endet mit persönlicher Unterstützung des Einzelnen.

Aber Drogen sind wenn wir nur mal nach Afghanistan schauen ein nicht unerheblicher Geldzufluss für Warlords und Terroristen in dieser Region!
 
Ich sag doch klar, des es Regionen gibt, die derzeit einen Anteil aus Drogen beziehen. Der Artikel stellt es aber so da, als wäre es DIE Quelle und das stimmt schlicht nicht und vor allem bedeutet eine Legalität nicht eine zwangsweise Trockenlegung eben jener. Aber mal ganz ehrlich, meinst du allen ernstes einen afghanischen Warlord interessiert wenn in DE Heroin legal wird? (Schlafmohn und Hanf sind die in Afghanistan angebauten Rohstoffe für Drogen, wobei das Haschisch in Deutschland wenn es aus dem Ausland stammt aus MArokko und eher weniger aus Afghanistan kommt)Sein Markt ist die Welt, nicht Deutschland. Und selbst wenn, dann kann er immer noch billiger produzieren als ein legaler Konkurrent. Im besten Fall schmälert man seine Gewinnmarge, höchstwahrscheinlich merkt er es aber überhaupt nicht. Und ganz sicher wird er nicht tatenlos zusehen, wie jemand versucht, ihm den Geldhahn zuzudrehen...

OSama war ein Kopf von vielen. Ohnehin mehr Symbofigur als tatsächlicher Planer und Stratege, von praktischer Ausübung ganz zu schweigen. Mit schnappen meine ich zudem nicht zwangsweise Festnahme oder Liquidierung. Viel effektiver ist, die Radikalisierung als solche zu verhindern. Ganz davon abgesehen wird es Utopie bleiben, solche Schattenwelten komplett auszumerzen. Einige Mensch sind und werden immer auch dem schnellen einfachen Geld Hinterhersein bzw. ihrem persönlichem Vorteil.
 
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Nun ja, ich habe ja Bekannte in Belgien. Also habe dort mit einigen gesprochen, und die haben mir alle gesagt, dass in brüssel der Drogenhandel komplett in arabischer Hand ist. Weiche Drogen genauso wie harte Drogen, allerdings ist in Belgien in den letzten Jahrzehnten so gut wie keine Integration erfolgt.

Alleine in Brüssel kenne ich drei Gegenden die praktisch eine andere Welt sind und wo die Polizei sich nicht so recht rein traut. Das schlimme ist, dass es alles Gebiete sind die nah am Zentrum sind. Einmal das im Fernseher erwähnte Molenbeek (Geentse Steenweg), dann Rue de Brabant am Bahnhof Nord und Anderlecht (Bahnhof Süd). Dort sind Drogenhandel Gang und Gebe, und ich bin mir nicht sicher ob diese Terrorgruppen sich nicht da mitfinanzieren.
Ich behaupte nun nicht, dass es die einzige Quelle ist ;)

Zum Threat:
Nun sind neue Fakten zum Thema War on Drugs aufgetaucht, und der allseits bekannte Richard Nixon äußerte sich damals nicht öffentlich so:
"The Nixon campaign in 1968, and the Nixon White House after that, had two enemies: the antiwar left and black people. You understand what I'm saying? We knew we couldn't make it illegal to be either against the war or black, but by getting the public to associate the hippies with marijuana and blacks with heroin, and then criminalizing both heavily, we could disrupt those communities. We could arrest their leaders, raid their homes, break up their meetings, and vilify them night after night on the evening news. Did we know we were lying about the drugs? Of course we did."

Ich übersetze mal frei:

Die Nixon Kampagne 1968 und das Weiße Haus mit Nixon danach hatte zwei Feinde; Die Antikriegsbewegung (Hippies) und die schwarze Bevölkerung. Verstehen sie was ich sage? Wir wussten das wir weder gegen den Krieg noch gegen schwarze Menschen sein können, aber wir konnten die Öffentlichkeit überzeugen, dass die Hippies mit Marihuana und die Schwarzen mit Heroin assoziiert werden konnten, und konnte beide Gruppen stark kriminalisieren, wir konnten beide Gemeinschaften empfindlich treffen. Wir konnten ihre Führer verhaften, Razzien in ihren Häusern durchführen, ihre Treffen stören, und sie Nacht für Nacht in den Nachrichten verunglimpfen. Wussten wir das wir über die Drogen Lügen? Natürlich wussten wir das!
http://www.vox.com/2016/3/22/11278760/war-on-drugs-racism-nixon

Das deckt sich fast mit dem was Harry J. Anslinger mal sagte:
"Der Hauptgrund Marihuana zu verbieten ist sein Effekt auf die degenerierten Rassen."
 
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Mustis schrieb:
Und wenn Drogen nur reguliert ausgegeben werden (wie das genau aussieht und welche "Zielgruppe" es dann bekommt, hat hier glaub auch immer noch keiner weiter beschrieben :rolleyes:) sieht das dann anders aus ja?

Gehen wir mal davon aus, dass harte Drogen reguliert nur an bereits Süchtige ausgegeben werden. Wollt ihr mir dann allen ernstes erklären, dass der illegale Markt wesentlich kleiner wird? Wo bekommen dann Generationen, die heute noch nicht süchtig sind, denen aber was fehlt, ihren Stoff her? Legal aus regulierten Quellen bekommen sie es ja wohl dann nicht. Also werden sie sichs auch weiterhin illegal besorgen, wie heute auch. Dann kommt das Kostenproblem zum tragen. Beweisen kann ich es logischerweise nicht, aber es würde mich gewaltig wundern, dass Drogen wie Meth tatsächlich legal günstiger wären als illegal. Das ließe sich eigentlich nur realisieren, wenn die Drogen ohne Gewinnen oder gar unter Produktionskosten ausgegeben werden, sprich subventioniert werden müssten. Das zahlen dann wiederum alle, nämlich über die KV Beiträge. Das dem Menschen sein Portemonnaie wichtiger als seine Gesundheit sieht man tagtäglich. Der illegale Zigarettenkonsum boomt, trotz höherer Gefahr. Billiganbieter bei Lebensmittel boomen, obwohl diese in der Regel weniger gesund sind. Die Menschen, die drauf achten und dafür Geld ausgeben sind in der deutlichen Minderheit. Warum sollten also ausgerechnet Drogenabhängige auf einmal vernünftig werden und zwar besseren, legalen aber teureren Stoff kaufen, wenn nicht subventioniert wird?

Wie genau sowas aussehen soll, darüber sollten wir ja diskutieren und es heraus finden. Ich weiß es nämlich nicht und selbst die Fachleute (Politiker, Suchtwissenschaftler, Strafverfolger, usw.) auch nicht ganz genau.

Darum werden Modellprojekte vorgeschlagen (Ja, es ist erstmal nur Cannabis. Aber es wird sich zeigen, wie der Umgang danach mit anderen Substanzen aussehen wird. Schritt für Schritt!)
http://www.weser-kurier.de/bremen/b...bis-Anbau-straffrei-machen-_arid,1334824.html

Nach Jahrzehnte langer Repression und Verbot, ist eine Umkehr der Strategie kein Zuckerschlecken. Es wird nicht von jetzt auf gleich alles besser und die Probleme werden auch nicht (ganz) verschwinden. Es wird definitiv ein langer Prozess. Wie gesagt, die Freigabe selbst (ka ob man das jetzt wie verschreibungspflichtige Medikamente in der Apotheke verkaufen sollte oder wie auch immer) ist ja noch nicht alles. Es muss die ganze Politik, medizinische Versorung, etc. drumherum auch geändert werden.
Dass man zB sowas nur bekommt, wenn man vorher und danach regelmäßig mit einem Arzt, Psychiater oder Sozialarbeiter spricht. Dort dann gleichzeitig auch Hilfe bekommt, wenn der Konsum zum Problem wird.

Den Schwarzmarkt wird man wohl auch nicht komplett austrocknen können. Es wird immer Menschen geben, die etwas wollen und bereit sind, dafür Geld zu bezahlen. Und woher die das bekommen, ist ihnen erstmal nicht so wichtig. Wenn es aber eine Wahl gibt zwischen Apotheke und Bahnhofskriminellerdealer, ist das schonmal ein Weg in die richtige Richtung.

Die Strategie würde ja komplett nach hinten losgehen, wenn jeder Konsument sich der legalen Beschaffung aus kostengründen verweigert. Wie bei sowas die Preise am Ende zustande kommen, weiß ich nicht. Sieh es aber als Investition für die Zukunft und Hilfe für notdürftige an, und nicht als Subvention und "wegen denen muss ich mehr Beiträge zahlen!!11" an, wenn die Preise für die Versorger unprofitabel sein sollten.

Mustis schrieb:
Ich mein es ist schön und gut wenn hier teils ellenlange Posts verfasst werden, warum Menschen (angeblich) ein ganz dringendes Bedürfniss haben Drogen zu nehmen. Daraus folgt, sie müssen legal sein. An dem Punkt hört es auf. Die Probleme fangen da aber eigentlich erst an. Den es ist einfach problematisch auf vielerlei Ebenen, harte Drogen zu legalisieren. Darüber müsste man diskutieren. Bzw. wenn man darüber diskutiert, warum Menschen Drogen nehmen, dann sollte man auch in Betracht ziehen, ob andere Lösungen nicht genauso gut aber besser realisierbar sind als Drogen zu legalisieren. Den für den wichtigsten Punkt, die Kriminalisierung der Nutzer, ist das an sich nicht notwendig. Dafür reicht eine Straffreiheit und Hilfsprogramme um davon loszukommen.

Bei so einer "halben Lösung" hast du wahrscheinlich die gleichen, wie von dir angebrachten, Probleme wie in Holland. Das Verbot ist halt auch auf vielen Ebenen problematisch. Wie genau sich jetzt alleine eine Legalisierung oder Freigabe oder nur straffreiheitliche Entkriminalisierung auswirkt, kann ich auch nicht genau sagen.
Sogar die CDU Hanseln sind für Straffreiheit für Konsumenten. Verweisen dabei auf die Eigenbedarfsmenge und Einstellung der Verfahren. Trotzdem wird das komplette polizeiliche Programm durchgezogen. Körperliche Untersuchung, Anzeige, Ungewissheit was passieren wird, Kosten, Anwalt konsultieren etcpp. Als ob man sich da nicht wie ein krimineller vorkommt, der wegen Nichts durch so einen Spießroutenlauf gescheucht wird. Und dann noch die Geschichte mit dem Führerschein.
Wenn du mit einem Beutel Cannabisresten erwischt wirst, während du nüchtern (KEIN KONSUM) und zu Fuß (KEINE TEILNAHME AM STRAßENVERKEHR) unterwegs bist, kannst du trotzdem den Lappen verlieren wenn du pech hast. Während du mit 0,5 Promille hinter dem Steuer noch als verantwortungsvoller und fahrtüchtiger Fahrzeugfüher angesehen wirst.
Aber das Thema Cannabis und Führerschein sollte sowieso nochmal gründlich evaluiert werden.
Ich will auch keine akuten Besoffskis oder Stoner im Straßenverkehr, so ist das nicht.


Mustis schrieb:
@Heffer ja du hast viel geschrieben. Vieles, was tief in die Biochemie geht. Leider hast du, bis auf 2 Videos, keine Quellen angegeben. Die Videos halte ich persönlich für absolut nicht ausreichend, um solche tiefgehenden Thesen zu untermauern. Letztlich sind das beides nur Meinungen von 2 Personen, die mir beide nicht sonderlich wissenschaftlich erscheinen. Des weiteren vergleichst du den Rausch bei Sportarten wie Fallschirmspringen mit dem Rausch von Drogen und stellst die These auf, es sei gleich was im Körper abläuft. Da halte ich dagegen. Bei Sportarten spielt vornehmlich Adrenalin eine Rolle, bei Drogen andere Botenstoffe wie Endorphine. Die biochemischen Abläufe und Kaskaden um Körper sind jedenfalls meines Wissens nach ziemlich unterschiedlich. Was sich ähnelt, sind die dabei erzeugten Gefühlszustände, wobei das wiederum auch sehr subjektive Empfindungen sind, die je nach Individuum sehr unterschiedlich sein können. Dabei bleibt zu Berücksichtigen, und das vernachlässigst du komplett, dass es 2 grundsätzlich verschiedene Drogengruppen gibt, nämlich beruhigende (Downers, Heroin als Beispiel) und aufputschende (Uppers, Koks Ecstasy). Beide Gruppen wirken im Körper komplett unterschiedlich. Von "Spezialisten" wie LSD, dass vornehmlich nur eine Sinnesbeeinflussung verursacht. Aber auch hier bleiben körperliche Einflüsse nicht aus.

Wirkung von Drogen am Beispiel Heroin: http://www.drugcom.de/haeufig-gestellte-fragen/fragen-zu-opiaten/wie-wirkt-heroin/ oder http://www.onmeda.de/drogen/heroin-wirkung-1859-5.html

Wirkweise von Adrenalin: http://www.gesundheit.de/krankheiten/druesen-und-hormone/nebenniere/adrenalin

Im ersten Video ging es darum, was Sucht oder Abhängigkeit ist. Konsum (ob Meth oder Spielautomat) aus einem Mangel heraus. Dies erstmal zu akzeptieren, sollte Grundlage der Diskussion sein. Ich finde jetzt keine klugen Links zu diesem Thema, nur gerade zufällig einen weiteren YT Ausschnitt aus einer Maischberger Diskussion (schaue gerade alle möglichen Medien zu diesem Thema, ich habe wohl zuviel Zeit ^^)

https://youtu.be/kcjUHbpqB5Y?t=3330
(55:30)

Schön zu sehen, dass sowhol ein Befürworter des Verbots, als auch ein Verbotsgegner sich GENAU IN DIESEM PUNKT einig sind.
Man kann etwas zurückspulen um die Frage von Rätsch noch mitzubekommen.
Wenn ich das richtig mitbekommen habe, siehst du das mit Abhängikeit/Sucht/Gründe für Drogenkonsum anders (Drogen haben KEINERLEI anderen Sinn als Genuss/Kick.).
Ich hoffe, dass du deine Meinung in diesem Punkt überdenkst und die Sache etwas differenzierter betrachtest, weil das ein großer Knackpunkt ist.
Wenn du (oder wer auch immer) alle Konsumenten über so eine Art von Kamm scherst, dann ist es natürlich einfach Sachen zu sagen wie "steckt die alle in Knast" oder andere radikale Sichten gegenüber Menschen zu vertreten, die ein Problem haben und eher als Opfer/Kranke und nicht als Täter betrachtet werden sollten. Natürlich in Anbetracht der Tatsache, dass man auch konsumieren kann, ohne damit Probleme zu bekommen.
Nimms nicht zu persönlich, denn bei dieser Diskussion/Thema bist du bei Gott nicht der einzige, der diese Sichtweise vertritt. Wenn es immernoch schwer fällt, suche ich dir gerne noch mehr Links zu diesem Thema.


Zum anderen Thema
In deinem Adrenalin Link steht doch
"Manche Menschen werden regelrecht süchtig nach diesem Adrenalinstoß, der sie in eine Art Rauschzustand versetzt. Die Sucht nach dem Kick treibt sie zu ausgefallenen Hobbies und Sportarten wie etwa Bungee-Jumping, Fallschirmspringen[...]. Ich habe diese Stoffe mit "Glückshormonen" zusammengefasst. Dazu zählt auch Noradrenalin, was mit Adrenalin verwandt ist und ähnliche Effekte hat.
Und wenn du dir Adrenalin injizierst, während du gechillt abends vor dem TV sitzt und den Wetterbericht schaust, wirst du sicher kein abenteuerliches Erlebnis erfahren wie bei einem Fallschirmsprung. Es ist halt die Mischung aus Sinneseindrücken und anderen biochemischen Prozessen im Körper, die dir den Kick geben. Nicht das Adrenalin alleine.

Im Endeffekt docken Botenstoffe an Rezeptoren an und aktivieren oder blockieren diese. Dort findet der Rausch oder die veränderte Wahrnehmung statt. Dass gewisse Substanzen im Organismus an anderen Stellen wirken, das ist klar. Alkohol in der Leber zB usw. (warum an Schnapsflaschen und Bierdosen darauf nicht hingewiesen wird, frage ich mich. Wenn der Staat doch so um unsere Gesundheit besorgt ist. Etwa weil dadurch der Absatz gefährdet wäre?)

Da hörts dann aber mit meinem biochemischen Wissen auf. Dann kannst du mir doch bitte erklären, wo genau der eklatante Unterschied bei Downern und Uppern sein soll, der bei dieser Diskussion eine Rolle spielen sollte?



Mustis schrieb:
Aber mal ganz ehrlich, meinst du allen ernstes einen afghanischen Warlord interessiert wenn in DE Heroin legal wird? (Schlafmohn und Hanf sind die in Afghanistan angebauten Rohstoffe für Drogen, wobei das Haschisch in Deutschland wenn es aus dem Ausland stammt aus MArokko und eher weniger aus Afghanistan kommt)Sein Markt ist die Welt, nicht Deutschland. Und selbst wenn, dann kann er immer noch billiger produzieren als ein legaler Konkurrent. Im besten Fall schmälert man seine Gewinnmarge, höchstwahrscheinlich merkt er es aber überhaupt nicht. Und ganz sicher wird er nicht tatenlos zusehen, wie jemand versucht, ihm den Geldhahn zuzudrehen...

Deutschland wird ja nicht im Alleingang richtung Legalisierung gehen. Das wird (hoffentlich) ein internationaler Prozess. Siehe Kofi, siehe UN (http://www.welt.de/politik/ausland/...ment-fordert-legalen-Konsum-aller-Drogen.html).

Die Amerikaner, als Erfinder des Antidrogenkrieges, sind doch in Afghanisten direkt vor der größten Heroin Drogenquelle der Welt, mit ihrer Waffengewalt den Afghanen haushoch überlegen. Ihrer Logik nach gehören die Felder verbrannt und die Bauern eingesperrt.
Aber sie lassen die Felder und Bauern in Ruhe, aus politischen und wirtschaftlichen Gründen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Weed also ich verstehe die Zitate anders. Marijuana und Heroin waren schon vorher negativ gesehen in der Gesellschaft aber nicht zwangsweise mit den beiden genannten Gruppen in Verbindung gebracht. Was die Nixon Regierung letztlich tat war also, diese Gruppen mit den Drogen in Verbindung zu bringen, nicht die Drogen zu kriminalisieren. Wäre schließlich auch nicht sonderlich clever, einen bisher legalen Stoff von heute auf morgen als illegal zu klassieren und dann ausschließlich politische Feinde danach zu filzen. So blöd ist keine Gesellschaft. Zudem bin ich mir zumindest bei den schwarzen Gruppierungen sicher, das diese nicht unbedingt viel mit Heroin zu tun hatten. Aber auch nicht jeder Hippie hat gekifft...

@Heffer
Zu erst fällt mir wieder auf, dass du eigentlich gar nicht weißt, wie das ablaufen könnte. Nicht mal ein Modell kannst du erstellen. Ich frage mich, wie man für etwas sein kann, dass man eigentlich nicht versteht? Wie kann ich eine Situation beurteilen und abwägen, wenn ich keinen wirklichen Schimmer davon habe, wie das ganze dann aussehen soll? Ich meine, hier werden Dinge gefordert, die eigentlich bereits Tatsache sind. Heroin kann nämlich auch in Deutschland legal an Süchtige ausgegeben werden. Allerdings Bedarf es dazu zwingend eine Behandlung unter Aufsicht. In Großbritannien kann Heroin sogar auf Rezept verschrieben werden. Eine regulierte Abgabe findet also da wo sie notwendig ist statt entgegen was hier von den Befürwortern der Legalisierung behauptet wird. Wozu Bedarf es dann einer Legalisierung, welche Zwecke bringt sie darüber hinaus noch? Wenn an diesem Punkt einigen immer noch nicht klar wird, dass sie Legalisierung wohl nicht richtig verstehen, weiß ich langsam nicht, welches Argument man dazu noch vorbringen soll. Eine Legalisierung ist nicht notwendig für eine regulierte Abgabe in Zusammenhang mit Behandlungen von Süchtigen.

Ansonsten wiederholst du Behauptungen ohne sie zu belegen. Ich bin höchst selbst mit Gras erwischt worden, meinen Fürherschein habe ich deswegen noch lange nicht verloren und es gibt meines Wissenstands nach keinerlei gesetzliche Handhabe, die einen Führerscheinentzug rechtfertigt, nur weil man mit Gras erwischt wurde während man zu Fuß unterwegs war. Einzig eine zeitliche Sicherstellung kann ich mir denken, wenn jemand bereits bekifft mit Führerschein und Fahrzeugschlüsseln aufgegriffen wird. Das ist aber etwas anderes als Führerscheinentzug. Eben sowenig kann ich deine Behauptung nachvollziehen, die USA würden in Afghanistan die Felder in Ruhe lassen. Warum brennen dort dann regelmäßig Mohn- und Hanffelder? Nur weil eine Patrouille nicht jedes Feld sofort in Brand steckt heißt das nicht, dass die Felder aus politischen und wirtschaftlichen Gründen verschont bleiben. Das kann für den Moment auch strategische Gründe haben, so ein brennendes Feld sieht man schließlich kilometerweit und zudem kann man es nicht einfach anstecken und dann ohne Aufsicht zurücklassen. Und Der Drogenkrieg der USA war immer ein Krieg gegen organisierte Kriminalität. Die KArtelle Kolumbiens und Mexikos haben schließlich nicht nur Drogen produziert und verkauft sondern auch massiv Gewalt ausgeübt und auch politische Macht. Escobar als Beispiel wurde von den USA ganz sicher nicht nur wegen seiner Drogen bekämpft...

Bezüglich Adrenalin muss aber bedacht werden, dass dies ein körpereigener Stoff ist, die gesamte Kaskade des biochemischen Ablaufes ist der Körper gewohnt und kann diesen steuern und beeinflussen. Bei Drogen ist genau dies nicht mehr der Fall. Und deine Aussage, dass Stoffe an Rezeptoren andocken oder blockieren zeigt, wie oberflächlich dein Wissen dazu ist. Absolut jeder biochemische Vorgang zur Steuerung im Körper läuft letztlich so ab jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde. Die Frage ist was dockt da wie an und was sind die Folgen daraus.

Upper sind Drogen, die die aufputschen, deinen Kreislauf in Schwung bringen und Müdigkeit und Hungergefühl unterdrücken. Koks, Ectasy, also oft Partydrogen, die einem ermöglichen, teilweise tagelang durchzumachen. Entsprechend sind auch die Risiken. Tod durch Kreislauf Zusammenbruch mangels Schlaf, Herz Probleme, Aneurysmen, etc. Diese werden dann auch entgegen deiner Aussage oft nicht genommen, weil einem irgendwas im Leben fehlt. Sie werden wohlwissend ihrer Wirkung hin genommen, einfach weil man PArty machen will oder schlicht fit sein. Daher ist Koks im Bankensektor viel im Einsatz, den die Arbeitsstunden, die dort teilweise abgeleistet werden, sind ohne Aufputschmittle gar nicht mehr leistbar.

Downer hingegen sind Drogen, die entspannen, Schmerz empfinden ausschalten, betäuben, beruhigen. Entsprechend die Risiken: Herzstillstand, Erstickungstod während des Drogenkomas aufgrund erbrochenem. Hinzukommen (auch bei Uppern) eben direkte Schädigungen des Nervensystem durch die Giftigkeit der Droge als solche.

Da mir grad bisschen die Zeit fehlt, bearbeite ich diesen Post später oder mache ggf. einen neuen.
Diese Drogengruppen verhalten sich im Körper vollkommen unterschiedlich und nutzen andere Rezeptoren und blockieren bzw. aktivieren unterschiedliche Kaskaden.
 
@Hagen_67
Richtig. Soweit liegen wir nicht auseinander. Wir ziehen nur unterschiedliche Schlüsse. Ohne jetzt alle raus zu kopieren...
Wenn ich sage (verkürzt): "Moderater Canabis Konsum löst wahrscheinlich keinen Dachschaden aus", meine ich damit das was man gemeinhin als Psychose bezeichnet. Also eine wirklich akute Mentale Krankheit. Das habe ich früher nicht beobachten können, denn in meinen Augen lagen bereits vorher Veranlagungen vor. Aber das ist nur ein subjektiver Eindruck.

Zu ADHS: Das war nur ein Beispiel einer auffälligen vorhandenen Veranlagung. Ich halte eine unangeleitete Selbstmedikation aber auch für wenig Zielführend!

Zu den Entwicklungsstörungen: Da gebe ich dir faktisch und medizinisch recht, aber genau hier ziehe ich andere Schlüsse.

Kurze Erklärung für Leute die sich bisher wenig drumm gekümemrt haben:
So ein Gehirn besteht und Nervenzellen und den Verbindungen dazwischen (Ich hab mal neuronale Netze Programmiert und musste mich deswegen ein wenig damit beschäftgen). Das Lernen bilden die Verbindungen ab. Die Zellen selber sind weniger Entscheidend. Deshalb ist z.B. eine Frau mit ~20% weniger Hirnzellen genauso intelligent wie ein Mann, da ihr Gehirn stärker vernetzt ist. Canabis vermindert nun die Erstllung neuer Verbindungen. Es macht also nicht Dumm, verhindert aber das man lernt, was auf lange Sicht auf das selber heraus kommt. Und lernen findet im wesentlichen außerhalb der Schule statt. Vor allem das soziale lernen und die Entwicklung der Persönlichkeit.

Wers nicht glaubt kenn einen einfachen Test machen: Lese Abends einen 20 Seitigen Text und fasse ihn am nächsten Abend möglichst detailiert zusammen. Das Gleiche machst du mit einem anderen aber vergleichbar langen und komplexen Text, nur stellt dir vor du hättest vorher kräftig einen geraucht. Man stellt fest das im breiten Kopf viel weniger hängen bleibt als im nüchternen. Und das betrifft nicht nur den gelesenen Text, sondern auch die Sozialisierung und mentalen Lernprozesse.

Unbestritten ist also das übermäßiger Canabis Konsum negative Einflüsse auf die Entwicklung hat. Ohne Frage und mal wieder: Ohne Drogen wäre alles besser, aber die Menschen wollen nunmal Drogen nehmen.

Also gebe ich mich nicht einer unrealistischen Fiktion hin, sondern überlge wie man die unbestritten negativen Folgen minimiert. Und hier ziehe ich mal einen positiven vergleich zum Alk. Jugendliche die einen kontrollierten und moderaten Umgang mit Alkohol gelernt habe werden später seltener abhängig als solche die vor allem Missbrauch kennen gelernt haben.
Und genau deshalb bin ich dafür, offen über das Thema zu reden statt es einfach totzuschweigen oder zu verteufeln. Ein 16 Jähriger, der vieleicht 1-2mal im Jahr einen raucht wird sicher keine Entwicklungsstörungen befürchten müssen. Knallt der sich aber morgens vor der Schule schon die Bong rein sieht das ganz anders aus. Und genau hier muss man ansetzen. Denn insbesondere die Jugendlichen haben eh keine Problem an Dope zu kommen.

Fazit: Ich bin für eine Legalisierung von Canabis. Aber nicht weil ichs für harmlos halte, sondern weil ich glaube das die negativen Effekte des Verbotes schwerer wiegen, als die eines geregelten und legalen konsums.
 
Mustis schrieb:
Wäre schließlich auch nicht sonderlich clever, einen bisher legalen Stoff von heute auf morgen als illegal zu klassieren und dann ausschließlich politische Feinde danach zu filzen. So blöd ist keine Gesellschaft.

Also wenn ich Politiker wäre, würde ich das genau so machen. So viele Fliegen mit einer Klatsche zu erwischen, die Gelegenheit würde sich doch niemand entgehen lassen.
Und doch, Gesellschaften sind so blöd.
Man bringt Dinge die einem nicht passen (Personen, Unternehmen, Substanzen, Gesetze, Staaten, ...) mit Drogen, Rechtsextremismus, Terrorismus, Kinderpornographie, Unglaubwürdigkeit, Gefahr für die Sicherheit, Gefährdung von Arbeitsplätzen etc. in Verbindung, saugst dir Halbwahrheiten aus den Fingern, lässt diese in den Medien lange genug auf und ab predigen und schon steht die Gesellschaft hinter dir, wenn du zum Angriff übergehst. Denn wer steht schon auf der Seite von Terroristen?! Die wahren Gründe liegen ganz woanders.
So funktioniert Politik :)


Mustis schrieb:
@Heffer
Zu erst fällt mir wieder auf, dass du eigentlich gar nicht weißt, wie das ablaufen könnte. Nicht mal ein Modell kannst du erstellen. Ich frage mich, wie man für etwas sein kann, dass man eigentlich nicht versteht? Wie kann ich eine Situation beurteilen und abwägen, wenn ich keinen wirklichen Schimmer davon habe, wie das ganze dann aussehen soll?
Ich meine, hier werden Dinge gefordert, die eigentlich bereits Tatsache sind. Heroin kann nämlich auch in Deutschland legal an Süchtige ausgegeben werden. Allerdings Bedarf es dazu zwingend eine Behandlung unter Aufsicht. In Großbritannien kann Heroin sogar auf Rezept verschrieben werden. Eine regulierte Abgabe findet also da wo sie notwendig ist statt entgegen was hier von den Befürwortern der Legalisierung behauptet wird. Wozu Bedarf es dann einer Legalisierung, welche Zwecke bringt sie darüber hinaus noch? Wenn an diesem Punkt einigen immer noch nicht klar wird, dass sie Legalisierung wohl nicht richtig verstehen, weiß ich langsam nicht, welches Argument man dazu noch vorbringen soll. Eine Legalisierung ist nicht notwendig für eine regulierte Abgabe in Zusammenhang mit Behandlungen von Süchtigen.

Du fixierst deine Argumentation zu sehr auf Heroin und Abhängige. Man kann ja im Rahmen der Liberalisierung mit den "harten Drogen" anders verfahren als mit den "weichen Drogen". Aber insgesamt weg von der kriminalisierung und Verboten. Stattdessen Regulierung.
Und natürlich kann ich eine Situation erst einmal beurteilen, ohne zu wissen wie man es genau anders/besser machen könnte.
Das Thema ist extrem vielschichtig, klar kenn ich mich in allen Bereichen nicht 100% aus. Aber wer tut das schon.


Hier nochmal die Vorteile einer Legalisierung:
-Freiheit des Menschen, mit seinem Körper das zu tun, was man möchte. Grundsatzfrage.
-Verhältnismäßigkeit. Um etwas zu verbieten und es strafrechtlich zu ahnden, muss sollte es "schlimm" sein.
-Risikosportarten und Drogenkonsum als eine Art Lifestyle. Man weiß, dass es gefährlich sein kann, tut es aber trotzdem. Warum? Das geht nur die Person selbst etwas an. Als Grund würde ich auch ein "warum denn nicht?" gelten lassen.
-Das Verbot führt nicht dazu, dass weniger Menschen Drogen nehmen. Die Zahl würde bei einer Legalisierung eventuell an Anfang ansteigen. Da kann man nur Statistiken aus anderen Ländern nutzen, und das ist a) von Land zu Land unterschiedlich und b) sind Statistiken oft interpretationssache. Solange wir es nicht selbst versuchen, werden wir es nicht herausfinden.
-Verbot nach Gefährdungspotential? Dann also erstmal beim Alkohol anfangen mMn.
-(meine persönliche Sicht: Der ein oder andere würde vielleicht vom Alkohol zum Cannabis umsteigen. In anbetracht des Gefährdungspotentials eine gute Sache. Unterm Strich natürlich "besser", wenn garnichts konsumiert werden würde)
-Prohibition ist Fehlgeschlagen. Der Drogenkrieg wird schlimmer und schlimmer.
-Polizei hat wahrlich besseres zutun, als kleinen Kiffern hinterzulaufen.
-Gerichte haben ebenso besseres zutun.
-Ein nicht geringer Teil der Unsummen, die in den Schwarzmarkt fließen, würden als Steuern in den Staatshaushalt fließen.
-Jugendschutz.


Mustis schrieb:
Ansonsten wiederholst du Behauptungen ohne sie zu belegen. Ich bin höchst selbst mit Gras erwischt worden, meinen Fürherschein habe ich deswegen noch lange nicht verloren und es gibt meines Wissenstands nach keinerlei gesetzliche Handhabe, die einen Führerscheinentzug rechtfertigt, nur weil man mit Gras erwischt wurde während man zu Fuß unterwegs war. Einzig eine zeitliche Sicherstellung kann ich mir denken, wenn jemand bereits bekifft mit Führerschein und Fahrzeugschlüsseln aufgegriffen wird. Das ist aber etwas anderes als Führerscheinentzug.

Eben sowenig kann ich deine Behauptung nachvollziehen, die USA würden in Afghanistan die Felder in Ruhe lassen. Warum brennen dort dann regelmäßig Mohn- und Hanffelder? Nur weil eine Patrouille nicht jedes Feld sofort in Brand steckt heißt das nicht, dass die Felder aus politischen und wirtschaftlichen Gründen verschont bleiben. Das kann für den Moment auch strategische Gründe haben, so ein brennendes Feld sieht man schließlich kilometerweit und zudem kann man es nicht einfach anstecken und dann ohne Aufsicht zurücklassen. Und Der Drogenkrieg der USA war immer ein Krieg gegen organisierte Kriminalität. Die KArtelle Kolumbiens und Mexikos haben schließlich nicht nur Drogen produziert und verkauft sondern auch massiv Gewalt ausgeübt und auch politische Macht. Escobar als Beispiel wurde von den USA ganz sicher nicht nur wegen seiner Drogen bekämpft...

Führerschein:
http://www.focus.de/gesundheit/ratg...fahr-fuer-den-strassenverkehr_id_4194484.html
Bei solchen Prozessen ist man oft der Willkür des Staates unterlegen.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen...en-gramm-marihuana-und-zwei-messern-1.2712502
Dope und Messer gefunden -> 5 Jahre wegen Drogenhandel mit Waffe.
Es gibt unzählige solcher Fälle.

Ich kann jetzt auch nicht mehr zu strategischen oder taktischen Aspekten der Mohnfeldvernichtung sagen. Aber ich bin mir sicher, dass die Amerikaner in der Lage sind, einen großteil dieser Felder innerhalb kürzester Zeit dem Erdboden gleich zu machen. Was dort unten genau abgeht, weiß ich nicht. Jedenfalls läuft es für die Produzenten ganz gut:
https://deutsch.rt.com/international/37373-us-kongress--drogenbekampfung-in/
https://www.tagesschau.de/ausland/weltdrogenbericht-103.html

Mustis schrieb:
Bezüglich Adrenalin muss aber bedacht werden, dass dies ein körpereigener Stoff ist, die gesamte Kaskade des biochemischen Ablaufes ist der Körper gewohnt und kann diesen steuern und beeinflussen. Bei Drogen ist genau dies nicht mehr der Fall. Und deine Aussage, dass Stoffe an Rezeptoren andocken oder blockieren zeigt, wie oberflächlich dein Wissen dazu ist. Absolut jeder biochemische Vorgang zur Steuerung im Körper läuft letztlich so ab jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde. Die Frage ist was dockt da wie an und was sind die Folgen daraus.
.
Gut, dass wir uns in diesem Zusammenhang einig sind.

Mustis schrieb:
Upper sind Drogen, die die aufputschen, deinen Kreislauf in Schwung bringen und Müdigkeit und Hungergefühl unterdrücken. Koks, Ectasy, also oft Partydrogen, die einem ermöglichen, teilweise tagelang durchzumachen. Entsprechend sind auch die Risiken. Tod durch Kreislauf Zusammenbruch mangels Schlaf, Herz Probleme, Aneurysmen, etc. Diese werden dann auch entgegen deiner Aussage oft nicht genommen, weil einem irgendwas im Leben fehlt. Sie werden wohlwissend ihrer Wirkung hin genommen, einfach weil man PArty machen will oder schlicht fit sein. Daher ist Koks im Bankensektor viel im Einsatz, den die Arbeitsstunden, die dort teilweise abgeleistet werden, sind ohne Aufputschmittle gar nicht mehr leistbar.

Wie kommst du jetzt daraus zum Konsumgrund? Bzw. nicht.
Vllt fehlt einem die soziale Kompetenz, nüchtern (auf Parties) auf andere Leute zuzugehen, und darum nimmt man sowas?
Aufputschmittel damit man produktiver wird. Warum? Weil man zum abarbeiten zu wenig Zeit hat oder man ist nicht stressresistent genug? Es liegt ein Mangel zugrunde.

Mustis schrieb:
Downer hingegen sind Drogen, die entspannen, Schmerz empfinden ausschalten, betäuben, beruhigen. Entsprechend die Risiken: Herzstillstand, Erstickungstod während des Drogenkomas aufgrund erbrochenem. Hinzukommen (auch bei Uppern) eben direkte Schädigungen des Nervensystem durch die Giftigkeit der Droge als solche.

Da mir grad bisschen die Zeit fehlt, bearbeite ich diesen Post später oder mache ggf. einen neuen.
Diese Drogengruppen verhalten sich im Körper vollkommen unterschiedlich und nutzen andere Rezeptoren und blockieren bzw. aktivieren unterschiedliche Kaskaden.

Ja gut. Andere Substanzen, andere Effekte/Risiken. Wie genau man jetzt was zu was zuordnet, überordnet, unterordnet,... was spielt das für eine Rolle? Für den Profitrinker ist auch Bier etwas anderes als Schnaps. Für den Chemiker nicht (jetzt nagel mich nicht auf Inhaltsstoffe fest, ich spreche von Ethanol!)
An meiner Grundaussage, dass während eines Rausches, wodurch auch immer induziert, im Körper immer fast die gleichen Prozesse ablaufen, ändert sich nichts. JA, nicht GENAU das gleiche, aber fast.
In diesem Zusammenhang ging es um den Begriff "Rausch" und dass man unterscheiden sollte zwischen was auch imer. Meine Aussage bleibt: Rausch ist Rausch. La laaaa la la la.



gaunt schrieb:
Unbestritten ist also das übermäßiger Canabis Konsum negative Einflüsse auf die Entwicklung hat. Ohne Frage und mal wieder: Ohne Drogen wäre alles besser, aber die Menschen wollen nunmal Drogen nehmen.

Also gebe ich mich nicht einer unrealistischen Fiktion hin, sondern überlge wie man die unbestritten negativen Folgen minimiert. Und hier ziehe ich mal einen positiven vergleich zum Alk. Jugendliche die einen kontrollierten und moderaten Umgang mit Alkohol gelernt habe werden später seltener abhängig als solche die vor allem Missbrauch kennen gelernt haben.
Und genau deshalb bin ich dafür, offen über das Thema zu reden statt es einfach totzuschweigen oder zu verteufeln. Ein 16 Jähriger, der vieleicht 1-2mal im Jahr einen raucht wird sicher keine Entwicklungsstörungen befürchten müssen. Knallt der sich aber morgens vor der Schule schon die Bong rein sieht das ganz anders aus. Und genau hier muss man ansetzen. Denn insbesondere die Jugendlichen haben eh keine Problem an Dope zu kommen.

Fazit: Ich bin für eine Legalisierung von Canabis. Aber nicht weil ichs für harmlos halte, sondern weil ich glaube das die negativen Effekte des Verbotes schwerer wiegen, als die eines geregelten und legalen konsums.

Kann ich so unterschreiben.
 
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Na ja wenn man dir sagt, rausch ist nicht rausch weil es eben auch nicht fast das selbe ist und du trotzdem darauf beharrst, nun ja. Was du nicht verstehen willst ist, dass deiner definition von rausch jeder biochemische vorgang ein solcher ist. Egal was im körper passiert, ob hunger, angst, aufregung, müdigkeit, etc. wird über solche notensoffkaskaden gesteuert. Würdest du das als rausch bezeichnen?

Und schön das du einzelfälle angibst, diese nicht detailliert betrachtest und dann daraus anleitest irgendein vorgehen sei standard. Das macht aber keine rechtsgrundlage aus...

Zum thema afghanistan. Du weisst wie groß das land ist? Das es schlecht erschlossen ist? Sehr gebirgig ist? Das die usa nur in einem kleinen teil aktiv und zuständig ist? Du hast glaube ich keine ahnung was das für ne logistische herausforderung das ist.
 
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