@ hallo 7: Das Beispiel mit den Delphinen kam von mir und wurde im Zusammenhang mit dem "Wunsch" nach Rausch erwähnt. Also das nicht nur wir Menschen grundsätzlich den Wunsch nach "Rausch" in uns tragen. Unabhängig von den Konsequenzen, die das nach sich zieht.
@ all: Erstmal Danke, dass Ihr Euch durch meinen "Monsterbeitrag" durchgeackert habt.
Ich versuche mal auf die Kritik dazu einzugehen.
@ Heffertonne:
Kannst du mir als Experte (nicht böse gemeint ^^) vielleicht sagen, in wie fern die Verunreinigungen in den Substanzen (Streckmittel etc) eine Rolle bei der Gesundheitsgefährung oder Suchtpotential spielen?
Und: Ob die Patienten freiwillig oder richterlich angeordnet therapiert werden oder wie läuft das?
Die Verunreinigung durch Streckung der Substanzen spielen gesundheitlich eine erhebliche Rolle. Die Substanzen werden mit allem Möglichen gestreckt. Dabei kommt es in der Hauptsache darauf an, dass die gestreckte Substanz noch möglichst nahe an der "sauberen" Substanz ist. Das in Bezug auf Farbe, Geruch, etc.
Das wäre ein Punkt, der für eine Legalisierung spräche. Denn dann könnte eine unter staatlicher Überwachung gestellte Produktion und der Vertrieb ein möglichst sauberes Endprodukt garantieren. Würde aber nix an den von mir beschriebenen Gefahren ändern.
Es gibt extra ein Jugendstrafrecht, dass junge Menschen milder bestraft. Und du willst genau das Gegenteil davon? Kinder vor Drogen schützen und schutzlos dem Gesetz ausliefern. Kein guter Tausch. Man sollte eher härter gegen die Verkäufer angehen und nicht den Konsumenten kriminalisieren oder bestrafen.
Lies Dir doch bitte nocheinmal durch was mir da als Idee durch den Kopf geht. Ich will eben genau weg von der "harten" Bestrafung, aber dennoch hin zu einen "fetten Denkzettel", der junge Leute vom Gebrauch ein wenig abschrecken soll. Wenn ein 15-/16-/17-jähriger erwischt wird und seinen KFZ- Führerschein dann z.B. erst zwei Jahre später machen kann tut das in dem Moment so richtig weh. Aber sonst hat es keine weiteren Folgen. Das dürfte bei einem 40-jährigem Vater, der eine Familie ernährt und jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit muss schon anders aussehen.
Und ich habe ja auch das Beispiel mit dem "Frisieren der Mofas" zu meiner Zeit gebracht. Das hat damals richtig "reingehauen" bei mir. Aber es hatte keine negativen Auswirkungen auf meine Zukunft. Und wenn ich meinen Führerschein erst mit 21 hätte machen können hätte mich das in meiner Entfaltung auch nicht sooo sehr behindert.
Weiter sagst Du, das es wichtiger sei zu schauen warum der Wunsch nach Rausch so groß ist. Und man solle mehr dahin schauen. (Ich hoffe, ich habe Dich an dieser Stelle richtig verstanden).
Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Aber das eine schließt das andere nicht aus. Wenn ich sage, man sollte Cannabis nicht legalisieren, entbinde ich unsere Gesellschaft damit nicht von ihrer Pflicht dahin zuschauen, worin die Ursachen für eine verkorkste Kindheit liegen, die ein junges Menschlein dahin treibt "sich weg machen zu wollen". Hierin sehe ich übrigens eine der größten Herausforderungen an unsere Gesellschaft und Werte- Gemeinschaft. Ich möchte heute keine 18 mehr sein, wenn ich mir anschaue unter welchem Leistungsdruck unsere Kinder heute leben.
Cannabis gehörte einmal zu unserer Kultur. Es wurde als Allheilmittel in Apotheken verkauft. Auch als Faser/Nutzpflanze für Materialien, Textilien, Papier etc.
Da hast Du recht. Allerdings war es nicht Cannabis, sondern Hanf. Aus diesem wurde u.a. Stoff für Kleidung, Segel, etc. hergestellt. Und das Nebenprodukt "Cannabis" wurde gerne als "Tee" konsumiert (wenn ich da richtig informiert bin). Wurde z.B. gerne bei Schwermut (heute als Depression bekannt) und Schmerzen eingenommen. Nur kann man das Zeug von damals absolut nicht mehr mit dem vergleichen, was heutzutage auf dem Markt ist. Das wäre so als würdest Du eines der ersten Autos von Daimler (Einzylinder mit, ich weiß nicht, 1,5PS) mit nem Mercedes Formel Eins- Boliden von heute vergleichen. (Verständlich was ich meine?)
Meiner Meinung nach sollte auch Werbung für Tabak und Alkur bohol KOMPLETT verboten werden. Und solche Sachen nur in speziellen Läden verkauft werden. Da wird von Alkhol als Kultur gesprochen, während das Produkt als Werkzeug zur Sozialisierung beworben wird (trinke Bier mit deinen Freunden!), eng verknüpft mit Sport, Erfolg und Freiheit. Während jährlich hunderte von tausenden Menschen daran krepieren. Wenn man Signale setzen möchte, dann bitte dort.
Das würde ich sofort unterschreiben. Und ich bin Raucher und trinke gerne mal ein Bier oder ein Glas Wein.
@hallo7:
Hier sollte man aber schon unterscheiden was "Rausch" eigentlich ist. Ist der Adrenalin Ausstoß im Zuge von spaßigen Tätigkeiten bzw. auch gefährlichen Tätigkeiten ebenfalls ein Rausch? Ich muss dir ganz ehrlich sagen, ich habe keinen Wunsch nach einem "Rausch" wie sie Drogen hervorrufen (egal ob Nikotin, Koffein, Alkohol oder Morphine bzw. Opiate usw.).
Beim Adrenalin und anderen Hormonen müsste ich lügen, da das unter anderem nunmal biologisch die Belohnung für einen gewonnen "Kampf" (Sport/Spiel) ist.
Was ist ein Rausch? Wenn ich 20 km jogge bekomme ich einen Rausch. Mein Körper wird mit "Glückshormonen" geflutet. Ähnlich läuft es beim Orgasmus ab. Oder wenn ich ne fett-schwere Prüfung geschafft habe.
Worin liegt jetzt der Unterschied zu Drogen? Ganz einfach.
Es ist ganz einfach

Ein paar Mal tief einatmen, nur für ein paar Sekunden den Verstand ausschalten, die Substanz halt irgendwie in den Körper reinbekommen und das gleiche Gefühl ist da. Ohne sich "stundenlang" "abmühen" zu müssen.

Ja grinst jetzt nur fett. Auch dem Orgasmus hat der liebe Herrgott den Schweiß vorangestellt (wenngleich auch auf eine der schönsten Arten und Weisen wie nur möglich). Ich muss Leistung bringen, dann bekomme ich.
Das ist bei Drogen halt anders. da muss ich nix großartig leisten. Rein mit dem Zeug und das Gefühl von "XY" ist sofort da.
Im 19. Jhdt wurde Opium von den Briten nach China importiert und nach dem ersten Opiumkrieg schließlich in China auch angebaut. Wie kommst du auf Jahrtausende?
Opium wurde in Nahost angebaut seit Jahrtausenden. Der Anbau und Konsum erstreckte sich nach Nordwesten hin bis nach Süd-Mittel- Europa und nach Osten/ Nord- Osten bis tief nach Asien hinein. Es ist geschichtlich nicht ganz klar ob der Anbau von Schlafmohn in unseren Gefilden zur Gewinnung von Opium als Rausch- Substanz bewusst betreiben wurde.
Im 17. Jhd. wurde der Anbau und Konsum dann ich China verboten. Dann weiter wurde in dieser Region, durch die Briten begonnen, im 19. Jahrhundert Opium wieder mit Gewalt eingeführt. Die Opiumkriege, die Du hier anführst.
Ich möchte mich aber an dieser Stelle nicht um ein paar Jahre/ Jahrzehnte oder um ein paar Tausend Kilometer hin oder her streiten. Ich denke, es ist verständlich was ich hier im Kontext gemeint habe.
@gaunt:
Schön wenn sich mal jemand aus der ersten Reihe meldet. Und ich glaube dir gerne, das du in deinem Job extrem Abschreckende Beispiele zu sehen bekommst. In den 90ern kannte ich auch den einen oder anderen den se in die Geschlossene verfrachtet haben. Alle von denen haben gekifft, aber in meinen (Laien) Augen war das Kiffen selten der einzige Grund. Eher der Kanal andere Probleme zu überdecken. Der eine hatte schon als Kind massive Probleme in der Familie, der nächste hats nebenbei mit Koks und LSD (Techno Zeit) übertrieben, und wieder einer war schlicht und ergreifend ein aggressives Arschloch (auch schon vor der Kifferzei) mit dem Hang zum Autos aufbrechen, der in der Geschlossenen bzw. im Knast genau richtig war.
Um es abzukürzen. Der Konsum einer Substanz alleine ist eher selten der alleinige Grund für das Scheitern einer Existenz. Und wie ich ja bereits oben sagte, nur die Tatsache, Cannabis weiterhin zu verbieten entbindet unsere Gesellschaft nicht von der Aufgabe sich um die grundlegenden Probleme unserer Gesellschaft zu kümmern.
Der Zusammenhang zwischen Kiffen und psychischen Auffälligkeiten ist statistisch bewiesen. Kiffer zeigen fast doppelt so häufig Auffälligkeiten wie Abstinezler. Das ist aber bei allen anderen Drogen ähnlich. Was aber keiner beweisen kann ist ob dies durch Kiffen ausgelöst wird, oder ob auffällige Personen gerne zu psychoaktiven Mitteln greifen. Den nachweis kann niemand führen, da man Menschen die Drogen explizit ablehnen unter Dope setzen müsste. Das ist nunmal medizinisch nicht vertretbar. Was mir in den 90ern aufgefallen ist: Klassenkameraden welche man heute als ADHS'ler bezeichnen würde haben als sie älter wurden verstärkt begonnen zu Kiffen.
Da muss ich Dir leider teilweise widersprechen. Es ist sehr wohl nachweisbar, das es, unabhängig von der Sozialisierung, einen Zusammenhang von Z.B. Cannabis- Konsum in unserer Gesellschaft und psychischen Störungen gibt.
Ich bin dazu in meinem Post in #3507 eingegangen bezüglich des Zusammenhangs im "Erleben" mit und ohne Einfluss von Cannabis. Die Bewertung von Erlebnissen ohne "Droge" unterscheidet sich nachweisbar von denen mit "Droge". Und das wiederum hat hat Einfluss auf die Bewertung und somit auf den zukünftigen Umgang mit ähnlichen Situationen im Leben eines Menschen.
Das die von Dir erwähnten "ADHSler" eher zu Substanzen, wie Cannabis greifen liegt wohl darin begündet, dass diese Leute in der beruhigenden und dämpfenden Wirkung von Cannabis eine Erleichterung erfahren. Das dieser Schuss auf Dauer nach hinten losgehen kann sehen diese Leute in Moment des Konsums im Rahmen der akut einsetzenden Wirkung (hier Beruhigung) nicht.
Genau das sehe ich anders. Denn heute fühlen sich insbesondere junge Menschen von der Drogenpolitik belogen und das werden sie teilweise auch, also sitzen sie dann denen auf, die Canabis verharmlosen und als völlig ungefährlich hinstellen. Was fehlt ist ein ehrlicher Umgang und eine Aufklärung statt einer Verteufelung auf der einen und eine Verharmlosung auf der anderen Seite.
Naja, so weit scheinen wir da dann ja nicht auseinander zu liegen.
Auch ich verwehre mcih gegen eine Verteufelung von Cannabis.
ich hole mal etwas aus und unterstelle Dir Folgendes:
Du bist wahrscheinlich dagegen Alkohol an 5-jährige zu vergeben oder ihnen den Zugang dazu zu erleichtern, bzw. zu legaisieren. Also, ich bin dagegen. Sind wier uns da einig?
Wenn ja, woran liegt das? Warum sind wir dagegen? Kann es sein, das wir der Meinung sind, dass ein 5-jähriger nicht in der Lage ist, sich der Konsequenzen seines Handelns soweit bewusst zu sein? Und im Weiteren, dass sein Körper und damit inbegriffen sein Gehirn, seine Psyche nicht in der Lage ist diesen Konsum ungeschadet zu überstehen? Liege ich da richtig?
Und nun denke ich mal weiter. Die Persönlichkeitsentwicklung eines Durschnittsmenschen ist mit etwa 25 Jahren abgeschlossen. Der eine früher, der andere später. Aber im Durchschnitt liegen wir da bei der 25 etwa richtig.
Was also passiert, wenn ein Mensch mit 18 anfängt zu kiffen. Und das tut er dann regelmäßig. Dann sind da immer noch 7 Jahre in denen sich seine Persönlichkeit weiter entwickeln müsste. Nur in diesem Fall findet die Entwicklung unter einer "verformten" Wahrnehmung seiner Eindrücke statt.
Und genau das halte ich für zumindest bemerkenswert. Deshalb mein "Nein" zur Legalisierung von psychotropen Substanzen.
Das man darüber hinaus ein Augenmerk auf andere, die Entwicklung störende Einflüsse haben sollte will ich damit nicht verneinen oder schmälern. Ebenso wenig wie sich gegenseitig verstärkende Fakoren.
Nur wenn ein Mensch in sozial schwacher Umgebung aufwächst (und das ist nicht nur finanziell gemeint), sog. bildungsfern ist und dann auch noch Substanzen, wie eben auch Cannabis konsumiert hat er deutlich schelchtere Chancen als ohne den Konsum.
@bad guy:
Bei Cannabis ist die Gefahr größer als bei Alkohol, dass es zu einem pathologischen Verlauf kommt?
Das mag ich zu bezweifeln, denn ich habe gerade neulich das (starke) Gegenteil gelesen. Da ging es auch um die Psychatrie. Vielleicht finde ich den Artikel noch.
Bitte verstehe dies im Zusammenhang. Ich will den Alkohol hier nicht verharmlosen. Aber es gibt einen großen Unterschied. Obwohl der Genuss beider Substanzen letztendlich zu schweren psychischen Schädigungen führen kann, ist die Wahrscheinlichkeit bei Cannabis um ein Vielfaches höher. Und das nur aus dem einfachen Grund heraus, das es schlicht und ergreifend schneller/ früher dazu kommt.
Letzlich gilt auch bei diesem Vergleich von mir natürlich die Prämisse, dass erst die Menge der Substanz das Gift ausmacht.
@cruse: (#3524) zum Thema "Führerschein" etc. Naja, daher mein Vergleich mit meiner Mofa- Zeit. So sollte es sein. Ich hab damals Scheiße gebaut. Ich hab draus gelernt und meine Konsquenzen gezogen. Und heut interessiert sich keine Sau mehr dafür.
Meine damit, der "Täter" sollte schon eine auf den Deckel kriegen und dann muss gut sein. Eben nicht so bei Dir beschrieben. Das macht dann bei den Betroffenen nur Frust. Bringt niemandem was, ausser vllt. dem Typen , der Streß mit seiner Alten hat und den dann an Dir auslässt.
Du weisst wie ich's meine ?!?
Weiter fragst Du am Schluss ob es durch ein "Verbot" besser würde? Ein "Verbot" wäre ein kleiner Schritt von vielen, die gegangen werden müssten.
Und weiter müsste man sich auch intensiv Gedanken darum machen in wie weit mit Verstößen gegen dieses "Verbot" umgegangen wird.
Wenn man bei diesen Punkten den richtigen Weg fände, dann ....
Unterm Strich ist mir (als Vater eines heute 18-jährigen Sohnes), der auch selber kein Kind von Traurigkeit war nur eines sehr wichtig. Junge Menschen sollen und müssen mit ihrem Leben experimentieren. Sie müssen sich ausprobieren und an ihre Grenzen gehen (können). Je weiter , desto besser. Und junge Menschen sollten sich dabei eigentlich relativ wenig Sorgen um das "Morgen" machen müssen.
Allerdings ist es umso mehr Aufgabe der Gesellschaft ein gutes und wohlwollendes und auch beizeiten ein sehr strenges Auge auf die Jugend zu haben. Das das dann nicht so aussehen darf, wie von cruse in #3524 beschrieben, ist für mein Verständnis selbstverständlich.
Und dazu gehört m.M.n. eben auch ein "Verbot" von Cannabis. Wie wir als Gesellschaft dann mit Verstößen dagegen umgehen ist in jedem Fall diskussioswürdig.