Quo vadis BTMG?

Ich glaube Kolumbien wäre sogar froh wenn der Kokainhandel in legale rechtsstaatliche Bahnen gelenkt wird. Warum auch nicht, denn das Blut was an dem Kokain klebt ist ausschließlich durch die Illegalität hervorgerufen!

p.s. ersetze das Wort Kolumbien mit Bolivien, dann passt es auch mit der Legalität^^
 
Anbau in Zuchtanlagen sollte auch hier problemlos funktionieren, egal welche Pflanze man dafür nimmt.
Naja, Koka Pflanzen sind schon etwas anspruchsvoller als Hanf (Mohn ist glaube ich auch nicht so kompliziert) der wie Unkraut fast überall wächst. Sicher kann man das irgendwie hinbekommen. Aber da wirds dann vermutlich recht aufwändig und teuer.
Von daher ist Mustis Einwand kaum von der Hand zu weisen. Willst du nicht nur Abhängige behandeln sondern alle Konsumenten versorgen dann reden wir über gigantische Mengen welche selbst in den Ursprungsländern immense Anbauflächen fordern!
Das können aktuell wohl tatsächlich nur die Kartelle liefern.
 
Ist in Bolivien die Produktion von Kokain legal? Ich glaube nicht. Der Anbau für die indigene Bevölkerung ist gestattet, da diese die Blätter kauen. Das ist aber eine ganz andere Dimension als Kokain, bevor jetzt einer auf falsche Rückschlüsse kommt.

Kurzes Googlen bestätigt meine Annahme: http://www.drogenmachtweltschmerz.de/2014/08/kokain-coffeeshops-expandieren-in-bolivien/

Bolivien löst das Rohstoff Problem ganz sicher nicht. 20.000 Hektar legale Anbaufläche deckt den Landesinneren Bedarf an COCA! nicht Kokain! Das sind 2 verschiedene Paar Schuhe...

Und warum sollte Kolumbien froh sein, wenn Koks legal wäre? Damit die Kartelle es dann legal produzieren können und so ganz legal ihre anderen illegalen Tätigkeiten finanzieren können? Oo

Und wer glaubt, dass die heute illegalen Produzenten später nicht auch legale Produzenten sei sollen: Wieso sollten diese nicht entsprechende Lizenzen bekommen? Sei es durch Korruption oder schlicht weil sie als illegale Produzenten bisher noch gar nicht aufgefallen sind und entsprechend ganz legal eine solche Lizenz erwerben. Das know how zum anbau dafür haben sie ja schließlich wie sonst keiner anderer.
 
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Ich hatte es schon mal geschrieben, aber gerne noch mal:
Eine Regulierung wie sie mir vorschwebt beinhaltet keine Subvention für Dealer! Aus diesem Grunde müssten alle die heute illegal mit dem Zeug Geld verdienen außen vor bleiben.
Schau dir die Staaten an wo Cannabis legal ist, würde deine Theorie stimmen, dann müsste das Cannabis nicht von legalen Unternehmern kommen sondern von der Mafia. Es sind aber normale Bürger die den Anbau und Handel mit Cannabis legal betreiben. Ich meine auch gelesen zu haben, dass jemand der wegen Drogen (Cannabis) vorbestraft ist, keine Lizenz für ein legales Geschäft bekommen kann.

Es geht in erster Linie um die COCA Pflanze und nicht um das Endprodukt Kokain. Kokain würde es ohne COCA nicht geben. Also ist es schon relevant ob die Pflanze überhaupt angebaut wird. Bei einer legalen Verwendung wäre es möglich den Anbau lizenziert auszuweiten.

Ich kenne nun nicht den Zyklus der COCA Pflanze, aber nach einer gewissen Vorlaufzeit wäre es sicherlich möglich den Bedarf in den Ländern zu stillen die legalisiert haben.

Und was hat es damit zu tun ob ein Land Kokain freigibt oder nicht? Wenn der Anbau streng kontrolliert wird dann dürfte es auch Kolumbien egal sein wenn sie nur die Pflanzen exportieren.
Kann man vergleichen mit Waffenexporten, in Deutschland sind Waffen auch nur mit Hürden zu erwerben, und es ist auch nicht sicher ob die Waffen die in andere Länder exportiert werden genauso restriktiv wie in Deutschland behandelt werden?
Was hat Deutschland davon wenn eine Pistole hier hergestellt in Saudi Arabien oder so frei verkäuflich ist? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, der Export von Waffen bedeutet ja nicht, dass jeder in Deutschland einen Panzer kaufen kann!

Deine Quelle hat einen Haken:
"Der legale Anbau von Koka ist auf 20.000 ha begrenzt, jedoch findet weiterhin illegaler Anbau statt."

Es ist künstlich begrenzt, aus gutem Grund denn bisher ist Kokain in den meisten oder allen Staaten illegal. Wahrscheinlich reicht die begrenzte Anbaumenge aus um die Einheimische Indios mit COCa Pflanzen zu versorgen.
Da aber auch illegal angebaut wird, sollte es im Falle des Falles sicherlich möglich sein die illegalen Plantagen zu zerstören und stattdessen legale Plantagen zu errichten.

Wie kommst du darauf, dass illegale Kartelle weiterhin Kokain herstellen dürfen? Mal gesehen wie so ein "Labor" aussieht? Hier bitte schön:


Und nun sag mir noch mal, dass du weiterhin annimmst Kokainkartelle würden unter den jetzigen Bedingungen für einen legalen Markt produzieren oder dies auch nur annähernd in Betracht ziehen?

Stattdessen könnten Firmen wie Bayer, Merck oder andere Konzerne/Firmen die Ernte fair aufkaufen um dann das Kokain zu produzieren.
Möglich wäre das, nur der politische Wille fehlt aufgrund ideologischer Meinungen......
Ergänzung ()

Ein Edit kommt noch:
Es gibt eine neue Studie zum Thema Alkohol, Tabak und Cannabis unter Jugendlichen. Wie erwartet nichts unerwartetes^^

Beweist wieder mal ganz schön, dass die Politik eines Landes so gut wie keinen Einfluss auf die Konsumraten hat. Lustigerweise liegen die Niederlande ungefähr gleich auf mit Deutschland, teilweise haben dort weniger Jugendliche gekifft.

Hier die Studie und zwei Folien habe ich mal raus kopiert:


http://www.euro.who.int/__data/asse....7-Growing-up-unequal-Part2-Chapter5.pdf?ua=1
 
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Möglich wäre das, nur der politische Wille fehlt aufgrund ideologischer Meinungen......
Jetzt wirst du aber Naiv, oder?
Du redest über Kolumbien! Was glaubst du pasiert wenn da ein Bauer seine Ernte nicht in die bestehenden Kanäle sondern an einen Europäer im Anzug verkauft? Die Legalisierung in Europa oder sonst wo interessiert keine Sau! Da kommen entweder die Kartelle, korupte Beamte oder die FARC und machen den Bauern nen Kopf kürzer! Und den Europäer im Anzug gleich mit...
Du redest hier nicht über ein paar Kiffer in Colorado sondern über zigtausend Mann starke Armeen mit unmengen an Waffen und über 60 Jahren Erfahrung im Guerillia Krieg. Und das in einem Glände in welchem sich keine reguläre Armee auch nur bewegen kann. War on Drugs der Amis? Für die Füß! Für jedes abgebrannte Feld sind 10 neue entstanden. Was die Politik in der Hauptstadt macht interressiert auf dem Land niemanden.
Ist dir klar das in den Regionen schon deutlich länger Bürgerkrieg herscht als in Afghanistan? Als die Hippies am Hindukush mit den Einheimischen locker einen gezwirbelt haben war hier schon 20 Jahre die Hütte am rauchen. Und hier willst du einen Anbau "streng Kontrollieren"? Ich kann dir sagen wer kontrollieren kommt. FARC und Kartelle. Und entweder du verkaufst an die, oder du bist tot.

Koks in den Mengen wie sie hier diskutiert werden kaufst du von den Kartellen oder garnicht!
 
gaunt auch für dich nochmal: Wir reden hier über ein legales Produkt was am Ende angeboten werden soll. Verbietet Bananen Kaffee und du hast das gleiche bei den Bananen Kaffee. Wenn Bananen Kaffee verboten ist, dann würde, sollte ein Bedarf bestehen dieser ebenfalls durch die FARC, Guerillagruppen oder dem Kartell vertrieben werden (mit den gleichen negativen Effekten).

Euer Fehler ist in "illegalen" Dimensionen auch nach einer Regulierung zu denken, dies ist aber dann nicht mehr so. Im übrigen ist der Anbau ja nicht nur auf Kolumbien beschränkt, da wäre neben Bolivien auch Ecuador, Peru oder Brasilien zu nennen. Wenn die Pflanze in Kolumbien wächst, dann wird sie genauso in einem anderen Südamerikanischen Staat mit ähnlichen klimatischen Bedingungen wachsen.


Das mit dem "Kartell sind die einzigen die solche Mengen liefern könnten" ist mir zu sehr an den Haaren herbeigezogen, denn Mustis hat das Beispiel doch gebracht:
In Bolivien werden 20000 ha legal COCA angebaut, und nun würde ich gerne wissen ist diese Menge von Gott gegeben und in Stein gemeißelt?

Warum kann 20000ha legal und anscheinend unbehelligt angebaut werden, aber sagen wir mal 50000ha geht dann nicht weil die FARC oder das Kartell ein Strich durch die Rechnung machen? Bitte beantwortet mir diese eine Frage!
Warum nicht ein Kopf kürzer machen bei den legalen 20000 ha? Aber wenn es mehr wird dann auf einmal doch? Das passt doch hinten wie vorne nicht....

Der wichtigste Grund warum Kaffee heute für die Guerillas uninteressant ist und Kokain nicht, ist die Illegalität der Ware und die enormen Verdienstmöglichkeiten. Ich denke das Interesse würde sehr schnell verschwinden wenn pures Kokain in Deutschland für 10 Euro das gr angeboten werden.
 
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Da kommen die Eltern von nem ehemaligen Kumpel her. Der hat immer gerne einen auf Gangster gemacht bis die ihn mal mit da runter genommen haben. Völlig geschockter Kommentar:
"Die rennen da alle mit ner Kalaschnikov rumm... Und die benutzen die auch :eek:"
In Bolivien und den anderen Ländern die du genannt hast sieht es kaum besser aus. Selbst in Brasilien (da wächst so gut wie kein Koka) schaffen die es nichtmal in den Städten für Ruhe zu sorgen. Und das ist wenigstens ein wirtschaftlich und politisch halbwegs stabiler Staat. Ich kenne einige die da unten herkommen oder ne Weile da gelebt haben. Du kannst da leben. Aber in dem Moment wo du dich mit den Kartellen anlegst hast du die längste Zeit gelebt.

Warum kann 20000ha legal und anscheinend unbehelligt angebaut werden, aber sagen wir mal 50000ha geht dann nicht weil die FARC oder das Kartell ein Strich durch die Rechnung machen? Bitte beantwortet mir diese eine Frage!
Die 20k Ha sind Augenwischerei. Das Koka für die Einheimischen wächst am Wegesrand oder in den Gärten von Privatleuten. Das interessiert schlicht und ergreifend keinen. Versuchst du aber einer der ältesten und skrupellosesten Guerillaarmeen ihr Einkommen weg zu nehmen dann knallts! Die haben zwar in Kolumbien ihr Hauptgebiet sind aber in Ablegern auch in eigentlich allen anderen nördlichen Andenstaaten aktiv. Dir ist schon klar das Che Guevara mehr ist als ein Bild auf einem T-Shirt? Fast ganz Südamerika lebt immer noch den Konflikt zwischen Sozialismus und Fashismus aus. Die Demokratie in einigen Ländern ist bestenfalls eine dünne Decke.

Glaubst du wirklich da unten herschen Verhältnisse wie hier in Europa? Du machst nen Gesetz und die Leute halten sich drann? Dann gäbs seit Jahrzehten kein Koks mehr. Ganze Armeen beißen sich da unten die Zähne aus. Und jetzt sollens ein paar Bauern richten weil sie woanders ihr Koks legal verkaufen können? Die schaffen nichtmal den Weg bis zum Markt!
 
Gaunt ich musste schmunzeln über deinen Beitrag ;)

Mein Bruder ist mit einer Peruanerin verheiratet, sie kommt aus Trujillo dem Norden von Peru. Ich war auch da zur Hochzeit meines Bruders, und ich war auch einmal in Ecuador und zwar an der Grenze in Huaquillas.
Ich weiß nicht woher du da deine ganzen Weisheiten her nimmst, aber weder in Peru (Trujillo) noch in Huaquillas habe ich mich unsicher gefühlt.

Natürlich ist Südamerika ein ganz anderes Kaliber wie Europa, hängt aber damit zusammen, dass dort ein Menschenleben so gut wie nichts zählt, und in Verbindung mit Kapitalismus in seiner brutalsten Form ist das nicht zu vergleichen mit Europa. Denn in diesen Ländern gibt es so gut wie keine soziale Absicherung.
Es gibt noch nicht mal Suppenküchen für die ärmsten der armen, und wer da am abfucken ohne Geld ist, der ist im Gegensatz zu Deutschland wirklich am abfucken^^

Aber dein Bild von Südamerika ist bei weitem nicht so dramatisch wie beschrieben. Es gibt soziale Missstände, und natürlich auch Narcotrafficante das viele wegen der Armut betreiben. Das in Equador oder auch in Kolumbien, ich war auf dem Rückflug zwei Tage in Bogota, alle mit Maschinengewehren herum fahren ist falsch. Vielleicht im Dschungel im Amazonas oder so, aber nicht in den Städten und vor alle dingen nicht in den größeren Städten.
Und noch was: Wer sich dort unten aufhält kommt mit Kartellen oder Drogen (wenn er nicht sucht) so gut wie nicht in Kontakt. Denn auch die Kartelle, deren Hauptgeschäft der Schmuggel von Kokain nach USA oder Europa ist, liegt nämlich gar nichts daran aufsehen zu erregen. Guck nach Kolumbien wie sehr die Regierung die Kartelle und auch die FARC unter Druck gesetzt haben. Dies ist der Grund warum z.b. Peru Kolumbien als führende exportierende Kokainnation abgelöst hat. Wikipedia schreibt:

Diese Länder sind auch heute noch die Hauptanbaugebiete für Coca mit einem Anteil an der weltweiten Ernte (Stand 2010) von 45,4 % in Peru, 39,3 % in Kolumbien und 15,3 % Bolivien.

Was glaubst du was in der Welt für ein Aufschrei wäre, wenn jeden Tag ein Deutscher oder Amerikaner von Narcotrafficante umgebracht werden. Und das die Regierung ebenso entschlossen sein kann, hat das Beispiel Kolumbien gezeigt.

Klar wird es da rechtsfreie Räume geben, dafür sind die Länder zu groß und nicht dicht besiedelt, aber dies ist wenn nur in entlegenen Gebieten und keinesfalls in größeren Städten so.

Aber auch Peru ist nicht ungefährlich, sind aber weniger die Drogen sondern mehr die desesperado, also die verzweifelten bzw. armen die in Trujillo vor der Stadt leben und ab und an nach Trujillo kommen. Meistens ist die Polizei aber zur Stelle und verhaftet diese Menschen bevor sie größeren Schaden anrichten können.

Im April 2016 gibt es die UNO Konferenz Ungass 2016. Laut Fahrplan sollte eigentlich frühstens 2019 die nächste Konferenz stattfinden, auf betreiben der Südamerikanischen Länder wurde aber eine Dringlichkeitssitzung für den 20. April 2016 einberufen.
Auf dieser Konferenz wird vermutlich die Wende des Drogenkriegs eingeleitet, denn schon im Vorfeld kamen mehrere Positionspapiere an die Öffentlichkeit die ein Ende der Repression gegen Abhängige fordern und auch ein Umdenken in der Drogenpolitik anregen. Wir dürfen gespannt sein was der 20. April bringt, Staaten wie Singapore oder Malaysia haben allerdings erbitterten Widerstand angekündigt.
 
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Coca ist nicht gleich Kokain. Dein Zitat in Bezug auf deine Aussage ist schlicht falsch. Zudem sagt dein Zitat aus, dass 45,4% der Weltweiten Coca Ernte eingefahren wird. Von Export steht da nichts. Ernte ist nicht gleich Export. Also nur weil Peru den höchsten Anteil an der Coca Ernte hat, exportieren sich nicht zwangsläufig mehr und schon gar nicht Kokain...

Hast du für dne letzten Absatz auch Belege? Ende der Repression von Abhängigen und Umdenken in der Drogenpolitik kann ganz weit weg sein von der Legalisierung von Drogen...
 
Zu Peru gab es einen Artikel in der NZZ:
"In den vergangenen zehn Jahren haben die Drogen-Clans in den Flusstälern der Amazonasregion Perus das heute weltweit grösste Anbaugebiet für Kokain aufgebaut. "
http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/suedamerikas-neue-rolle-im-drogenhandel-1.18626835

Zu Ungass 2016 such ich dir noch ein paar Quellen raus, bin aber gerade auf der Arbeit, und gleich beginnt das Mittagsgeschäft^^ Später verlinke ich ein paar Quellen zu Ungass 2016. Wie geschrieben sind die Südamerikanischen Länder für Veränderung, während die asiatischen Länder eher für eine Verschärfung sind. Dabei möchten die asiatischen Länder am liebsten ihre Drogenpolitik der Welt aufzwingen, also Kopf ab bei Überschreiten der gewissen Menge
 
Und wo hat ne schweizer Zeitung diese Info her? Abwegig ist es nicht, die Gebiete dürften jene sein, die ohnehin an Kolumbien grenzen und in dem Dschungel da unten sind solche Grenzen wohl auch mehr imaginäre Striche auf ner Karte als Grenzen die man sieht.

Schmunzeln muss ich trotzdem. Kokain wird also angebaut. ^^ Na ja Qualitätsjournalismus ist echt selten geworden.

Zu Ungass: Das is zum einen Mentalitätsbedingt zum anderen hat Südamerika mehr Probleme durch den Anbau/Herstellung von Drogen, Asien eher mit dem Konsum. Daher wohl auch die unterschiedlichen Sicht- und HErangehensweisen.
 
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Und noch was: Wer sich dort unten aufhält kommt mit Kartellen oder Drogen (wenn er nicht sucht) so gut wie nicht in Kontakt. Denn auch die Kartelle, deren Hauptgeschäft der Schmuggel von Kokain nach USA oder Europa ist, liegt nämlich gar nichts daran aufsehen zu erregen.
Das stimmt. Solange du denen nicht in die Quere kommst ist alles OK. Machst du aber den Fehler dann wird irgendeiner der billigen Desperado angeheuert und löst das Problem ohne das die Kartelle auch nur ansatzweise sichtbar werden. Dann wars eben ein einfacher Raubüberfall bei dem leider einer für ein paar Pesos bei drauf gegangen ist.

Ich kenne auch den einen oder anderen aus der Region. Einhellige Meinung: Eine der schönsten Regionen der Welt und viele nette und hilfsbereite Menschen wo man auch durchaus gut leben kann. Aber wenn du dich mit den falschen anlegst hast du ein Problem.

Versteh mich nicht falsch. Ich wünsche mir auch das es so funktioniert wie du sagst und das du recht behälst. Manchmal wäre ich froh wenn ich nicht recht behalte;-)
Auch die Grundtendenz zur Legalisierung im gesamten Nord-, Mittel- und Südamerikanischen Bereiche kenne ich. Womöglich könnte man den Menschen tatsächlich Alternativen aufzeigen.
Aber ich glaube es nicht. Denn es gibt zu viele, die mit der aktuellen Situation extrem viel Geld verdienen. Mag sein das sowas in ein zwei Generationen geht. Aber für die kommenden zwei drei Jahrzehnte sehe ich schwarz.

Lassen wir die Zeit entscheiden und hoffen das beste:-)
Ich hoffe du kannst in ein paar Jahren mit dem Finger auf mich zeigen und sagen das ich unrecht hatte.
 
Dieser UN-Gipfel könnte das Ende des Kriegs gegen die Drogen einläuten

.........Die UNGASS wurde von Kolumbien, Mexiko und Guatemala einberufen. Das sind Länder, für die der „Krieg gegen die Drogen" nicht nur eine rhetorische Spielerei ist—ihre Einwohner zahlen für diesen Ansatz einen furchtbaren Preis und aus diesen Ländern heißt es jetzt „Das Maß ist voll". Sie haben diese Versammlung mit eine speziellen Reform-Agenda einberufen, um die Misserfolge des Drogenkrieges zu untersuchen und um „eine tiefgreifende Reflexion anzustoßen, in der alle vorhandenen Möglichkeiten analysiert werden—inklusive gesetzlicher oder den Verkauf betreffender Maßnahmen",—das ist Behördensprache für „Legalisierung"........

http://www.vice.com/de/read/dieser-...de-des-kriegs-gegen-die-drogen-einlaeuten-523

Hier ein aktueller Bericht über Ungass 2016 vom 29.03.

@gaunt

Ich glaube am Ende wird jeder ein bisschen Recht haben, das ist aber auch ok denn Drogenpolitik ist ein sehr kontroverses breitgefächertes Thema mit den unterschiedlichsten Facetten.

Es wird nie einen reinen legalen Drogenmarkt geben, und selbst wenn klassische Drogen reguliert werden, besteht die Gefahr weiterhin, dass irgendwelche Chemiker neue "Superdrogen" entwickeln das dann eben durch die Kartelle vertrieben wird.
Da muss man Realist sein und nicht denken, dass mit einer Regulierung alle Probleme beseitigt sind.
Vermutlich wird wie beim Alkohol heute die Straftaten unter Drogeneinfluss ansteigen, weil Drogen wie Kokain oder auch Speed/Meth (nicht Cannabis!) wie man so liest ziemlich Paranoid machen können.
Aber ich denke, dass zumindest die Gesellschaft als ganzes besser damit fährt, als mit der derzeitigen Prohibition. Und wie man Drogen verboten hat, kann man nun mal austesten wie sich das auswirkt wenn alle Drogen vernünftig durch reguliert werden.

Eigentlich diskutieren wir hier alle mit einer Glaskugel, denn niemand ob dafür oder dagegen weiß so recht wie sich das auf die Gesellschaft auswirkt. Deswegen sollten wir das Experiment wagen, geht es schief kann man in zehn Jahren immer noch vergleichen und sich die Bilanz anschauen. Aber wir müssen endlich mal den Schritt wagen danach ist man dann schlauer ;)

@ Mustis

Peru ist zumindest der zur Zeit größte Hersteller von Kokain, und am Flughafen in Lima werden jeden Tag mehrere sogenannte Mulis (Slang für Drogenschmuggler) gepackt.

Im Jahr 2013 hat die UN offiziell bestätigt, dass Peru Kolumbien den Rang als weltweit größter Koka– und Kokainproduzent abgenommen hat. So wurden im Jahr 2012 in Peru auf einer Fläche von 60.400 Hektar Kokapflanzen angebaut und etwa 340 Tonnen Kokain hergestellt. Im gleichen Zeitraum waren es in Kolumbien nur 48.000 Hektar und 309 Tonnen Kokain.


http://www.drogenmachtweltschmerz.d...r-groesste-produzent-des-weissen-pulvers-ist/
 
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Es geht doch mit den quellen zu deinen Aussagen. Warum nicht gleich die passende Quellen zu deinen Aussagen. :p Macht halt nen Unterschied, ob das was man untermauern will in der Quelle auch steht oder eben wie weiter oben nicht so wirklich.

Diese Quellen zeigen aber eben auch noch einmal deutlich das Dilemma, was Länder wie Deutschland hätten, wenn sie Drogen wie Kokain legalisieren wollten. Man ist dann, wie bei jedem anderen Rohstoff auch, auf andere Länder angewiesen und muss sich mit diesen einigen.
 
Eigentlich diskutieren wir hier alle mit einer Glaskugel...
Was ja auch nicht schlimm ist. Im Gegenteil. Es geht ja nicht drumm die eine und einzige Wahrheit zu ermitteln die dann alle glauben müssen sondern vielmehr darum unterschiedliche Standpunkte kennen zu lernen.

Was mich mal so nebenbei interessieren würde: Die Anbauflächen in den drei Hauptländern sind ja seit einigen Jahren rückläufig. Vor allem Kolumbien hat Fläche verloren. Weiß einer woran das liegt?
Weniger Nachfrage (weil z.B. Chemos beliebter werden) oder doch der Verfolgungsdruck? Oder ganz was anderes?
 
Ich möchte noch mal einen Absatz aus dem Vice Interview zitieren, das drückt meine Grundhaltung ganz gut aus:

Nach 50 Jahren und buchstäblichen Billionen, die auf die Polizeiarbeit im Zusammenhang mit Drogen ausgegeben worden sind, gibt es mehr Drogenkonsumenten als je zuvor und Drogen sind billiger und leichter zu beschaffen als je zuvor. Die Kriminalisierung hat also auch an ihren eigenen Zielen gemessen versagt. Doch was sie erreicht hat, ist die Förderung eines riesigen, von Gewalt beherrschten, illegalen Marktes, der Chaos und Leid auf der ganzen Welt verursacht. Die Reaktion der Gesetzeshüter darauf hat wiederum schreckliche Menschenrechtsverletzungen und Masseninhaftierung nach sich gezogen sowie Millionen Menschen vorbestraft werden lassen. Sie hat dafür gesorgt, dass Drogen ein größeres Risiko darstellen, die Therapie und Schadensbegrenzung behindert und die HIV- und Hepatitis-C-Epidemie unter intravenösen Drogenkonsumenten vorangetrieben. [Die Drogenprohibition] ist eine der großen Katastrophen der Gesellschaftspolitik des 20. Jahrhunderts. Der Alternative World Drug Report, den wir gerade veröffentlicht haben, erzählt die ganze Geschichte mit all ihren furchtbaren Details.

Drogen muss oder besser sollte man nicht gut finden, tu ich auch nicht, aber Drogenpolitik ist nun mal keine Frage des Geschmacks.
Ob mir Drogen nicht gefallen oder nur ein Teil oder alle spielt keine Rolle, da darf man sich nicht von beeinflussen lassen.
Wenn man sich mal alte Zeitungsberichte aus den fünfziger und sechziger Jahre anschaut, dann sieht man sehr deutlich die damalige Grundhaltung zu Drogen:
Das böse Syndikat vergiftet unsere Bürger mit Drogen. Also muss nur mehr Bestrafung her, um die Bürger vor Drogen zu schützen. Aus diesem Hintergrund formierte sich 1961 die UNO Drogenkonvention, die in den siebzigern und achtziger Jahren bekräftigt wurde.
Aber und das muss jeder zugeben, hat die rigorose Bekämpfung von Drogen weder zu einem Rückgang oder Eindämmung geführt. Wenn man auf dieser Basis wenigstens diskutieren könnte, dann wäre schon viel erreicht.

Leider sind noch viele Staaten nicht dazu bereit, und ich denke im Falle von Singapore auch zu recht. Denn Singapore hat so gut wie keine Drogenprobleme, jährlich werden ungefähr nur 3000 Menschen wegen Drogenbesitz oder Schmuggel verhaftet (bei über 5 Millionen Einwohner).

Aber was vielleicht in Asien funktioniert, wird in Europa oder Südamerika nicht klappen. Hängt aber auch von der Grundhaltung der Menschen ab, in Asien ist Respekt und Demut (auch vor staatlichen Autoritäten) anders ausgeprägt wie in Kolumbien. Deswegen muss das Problem global angegangen werden, allerdings müssten regionale Unterschiede mit in die jeweilige Drogenpolitik einfließen.

Mittlerweile ist in Deutschland in der Bevölkerung weitgehend erkannt worden, dass Cannabis neben Alkohol und Tabak gesellschaftsfähig geworden ist. Cannabis ist voll integriert, verursacht aber auch Probleme die nun wirksam angegangen werden müssen.
Das Cannabiskontrollgesetz ist eine gute Grundlage ein Gesetz zu diskutieren und auszuarbeiten.

Zum Thema Kolumbien geht der Anbau hauptsächlich auf die massiven Anstrengungen der Regierung zurück. Das reicht aber schon bis in die neunziger Jahre, als Pablo Escobar noch lebte. Ich glaube 1993 wurde er gefasst, bzw. starb bei der Festnahme.
Was die wenigsten wissen:
In Kolumbien ist heute schon 20gr Marihuana und 1gr Kokain für den eigenen Bedarf legal.

Hier zeigt sich das Paradoxe das aber alle Länder irgendwie haben, man Entkriminalisiert aber regelt dann nicht die Produktion, die weiterhin in der Hand von Kriminellen bleibt!
Ich bin immer gegen Entkriminalisierung gewesen, denn ich bin der Meinung entweder ganz oder gar nicht. Nur ein Bisschen bringt uns nicht weiter sondern im Gegenteil nützt nur der Mafia( kann man gut in den Niederlanden mit den Coffeeshops sehen).

"Maßnahmen der Regierung / Kooperationen mit anderen Staaten
Die Strategie der kolumbianischen Regierung setzt bei zwei Punkten an: Einerseits bei der Vernichtung illegaler Kokafelder und der Beschlagnahme von Kokain und andererseits beim Einsatz von institutionellen, wirtschaftlichen und sozialen Maßnahmen. Bei der Zerstörung von Anbaufläche konnte die Regierung im Zeitraum von 1999 bis 2010 beachtliche Erfolge vorweisen. Zusätzlich gelangen ihr einige entscheidende Schläge gegen die bewaffneten Gruppen des Binnenkonflikts. Dennoch zählt Kolumbien weiterhin zu den größten Kokainherstellern der Welt. Es bilden sich neue, vor allem im Drogenhandel aktive kriminelle Gruppen, die teilweise alte Strukturen von demobilisierten Paramilitärs nutzen und es entstehen neue Anbauflächen in entlegenen und schwerer zugänglichen Dschungelgebieten."

http://www.drogenmachtweltschmerz.de/welt/lateinamerika/kolumbien/

Hier hast du in kurzen Sätzen deine Antwort gaunt ;)
 
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Coca-Anbau klappt in Deutschland nicht weniger Gut, als Orchideenzucht. Dazu braucht man nur ein Tropen-Gewächshaus (heizbar, und klimatisch unabhängig). Unter Umständen geht das sogar mit Kunstlicht.

Der Kolumbianische Bauer wird vom Koks-Kartell genauso abgezogen, wie vom kaffee-Röster oder Großhändler ... unter Umständen hat er durch Coca sogar noch etwas bessere Einnahmen (nicht mit den Kartellgewinnen vergleichbar, aber eben auch nicht mit den Einnahmen aus dem Kaffee-Anbau). Wer will es den Bauern verdenken, wenn sie sich letztlich für Coca entscheiden? Auch wenn ihnen das nur 10 oder 15% mehr Geld pro Hektar Anbaufläche bringt ... thats Capitalism ;) Simple Kosten-Nutzen-Rechnung ... Ich könnte mir vorstellen, dass ein solcher Bauer erst dann Probleme mit dem Kartell bekommt, wenn er nicht mehr für sie anbauen will .. weigert er sich von Anfang an, dann gehen die Werber wahrscheinlich einfach zum nächsten ... arme Kaffeebauern gibts in Kolumbien schließlich genug.

Der Grund warum die größten Koks-Produzenten im südamerikanischen Regenwald hockt, ist nicht einfach nur der, dass die Pflanze dort auch natürlich wächst ... Auch die illegalität spielt dabei eine Große Rolle, denn Koks kocht man doch lieber unter freiem Himmel (da dazu recht agressive Lösungsmittel notwendig sind), und im Regenwald lässt sich ein im wahrsten Sinne des Wortes "zum Himmel stinkendes" Koks-Labor einfach etwas besser verstecken, als auf Bauer Momsens Feld oder in einer Großstadt ... vor allem deswegen sind es momentan primär Dschungelstaaten, aus denen wir Kokain bekommen können.
Der Anbau der Pflanze ist fast überall möglich, wo ähnliche klimatische Bedingungen wie am Amaznas herrschen ... mit entsprechenden Anbautechnologien sollte das sogar am Polarkreis klappen (Indoor dann natürlich).
Da es an meiner örtlichen Universität eine Institut für Tropenbotanik gibt, hat die Uni ein großes Tropen-Gewächshaus, in dem neben Bromelien, Orchideen, Farnen und Engelstrompeten eben auch Coca- oder Canabispflanzen stehen ... der Temperaturdurchschnitt (übers Jahr gerechnet) beträgt hier nur wenig mehr als 12°C, die Luft ist viel zu trocken und die Sonne versteckt sich meistens hinter Wolken. Ganz sicher kein optimaler Ort für tropische Pflanzen, aber in dem Gewächshaus scheint es ihnen prächtig zu gehen.
Die Preisfrage ist eher die der notwendigen Anbaufläche - in südamerikanischen Dschungel ist einfach viel mehr Platz, als in DE. Ließe sich Canabis nicht so gut Indoor anbauen, hätten wir auch nicht einen Großteil der Produktion des hier Konsumierten Grases in Deutschland selbst.

Wer glaubt, dass Schlafmohn hier nicht wächst bzw. überlebt, der sollte mal seine Großeltern nach weißem Mohn mit dicken Blütenkapseln fragen - kennen die alle, stand nämlich damals in Europa fast überall (als Zierpflanze ... sieht ja auch schick aus). Die Knollen waren je nach klimatischen Bedingungen nicht so dick, wie bei den asiatischen Sorten - aber um Rohopium draus herzstellen reichts allemal.
 
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Boah viel zu lesen^^

Also in Australien darf man z.B selber Bier brauen.
Trotzdem macht das nicht jeder und auch die Bierindustrie geht nicht pleite.

Würde jeder sein Gras selber anbauen würde maximal der Schwarzmarkt leiden weil die Preise purzeln.
Dem könnte man mit staatlich angebautem Gras entgegenwirken.
Zum einen durch eine "Grundqualität" zum anderen durch schaffung von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen (also beispiel Niederlande).
Drogen gehören seit Anbeginn der Menschheit dazu!
Den vernünftigen Umgang damit lernt man nicht durch Verbote!
Mein "vernünftiger" Umgang sind erfahrungswerte.
Ab Bier x oder Schnapps y weiß ich das ich ggf anders reagiere und "Aussetzer" hab.
Im Privatbereich isses relativ egal - auf z.B. Firmenparties weiß ich aber wo meine Grenzen sind.

Ich kiff selber nicht, kenn aber einige Leute - bei denen hält es sich mit der "Kontrolle" ähnlich.

Alkohol und Tabak waren ja eh nie Thema,
Gras bekommt man heute so einfach wie nie.
Warum also nicht ordentliches Gras wo der Staat/die Gesellschaft noch arbeitsplätze schafft und Kohle verdient?

Harte Drogen waren nie meins und von som Chemiezeugs würd ich eh die Finger lassen.
Weder Alkohlol noch Gras oder Tabak seh ich als "Einstiegsdrogen".
Ich kenne Kiffer die keinen Tabak rauchen usw.

Natürlich alles sehr subjektiv gesehen.
 
Olf, der Cocastrauch ist nich eben mal im Gewächshaus zu züchten. Es liegt nicht an der Wärme, es liegt an der Kombi Höhe, Niederschlagsmenge und Boden. Der Cocastrauch ist außerdem exportiert worden. Afrika, Indien, Ceylon zum Beispiel. Dort wo er durch ähnliche klimatische Bedingungen wächst. Im Gewächshaus zu züchten würde riesige Anlagen benötigen, wenn es überhaupt geht und die Kartelle haben es ganz sicher probiert. Koks zu kochen stinkt, das tut Meth auch und ist explosionsgefährdet. hat bei meth niemanden abgehalten und würde es bei Koks auch nicht.

@Ultra
LSD, Koks, MEth etc. gehören seit Anbeginn der Menschheit dazu? Selbst Alkohol, Tabak und Cannabis sind in der Stärke wie heute erst seit wenigen 100 Jahren maximal bekannt und genutzt. Erstere sind vollkommen künstlich, letztere durch Zucht in ihrer Wirkung deutlich verstärkt worden.
 
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