Fakt ist, dass bei egal welcher Substanz eine strenge Abgaberegulierung (z.B. durch Rezeptpflicht oder ähnliches), dem Schwarzmarkt eine "Marktlücke" lässt - nämlich die Umgehung dieser Regulierung.
Diese Umgehung ist so lange Sache des Schwarzmarktes, wie die Regulierung sagt, dass verschiedene Personen die Droge NICHT bekommen. Und wenn man die Droge einfach nur kontrolliert an alle abgibt, die sie haben wollen, dann ist das genau das Szenario, welches viele hier eben doch lieber ausschließen wollen ... allerdings würde dann niemand mehr sein "Bedürfnis" am Schwarzmarkt stillen müssen.
Das gilt für jede art von Abgabebeschränkung ... setze ein Mindestalter für den legalen Erwerb und Konsum fest, und der Schwarzmarkt schwenkt auf die "zu junge" Kundschaft um ... binde es an medizinische Indikation, und der Schwarzmarkt bedient dann die vollkommen "gesunden" ...
Ich finde das zwar sehr traurig, weil es ein Argument GEGEN die regulierte Abgabe sein kann, aber da der Schwarzmarkt nach marktwirtschaftlichen Kriterien funktioniert (so ziemlich ohne "soziale" komponente), kann man ihn auch nur auf diesem Gebiet schädigen bzw. schlagen ... und das bedeutet, dem Konkurrenten (in dem Fall der Schwarzmarkt) JEDEN möglichen Kunden abzunehmen, auch die zu jungen, psychisch labilen, stark suchtgefährdeten und vor allem die Erstkonsumenten.
Gelingen widerum kann das nur, wenn massiv Aufklärungsarbeit geleistet wird, der Qualitäts- und Preisdruck am Markt stark ansteigt, und damit der Konsument dahin getrieben wird, nicht mehr jeden Scheiß kaufen und nehmen zu wollen ... es ist immerhin besser als der Affe ... sondern in der Sicherheit, jederzeit auch anderswo was zu bekommen, seinen Dealer eben primär nach der Qualität aussucht, und zwar spontan beim "Verkaufsgespräch".
Ruinöser Preiskampf und Qualitätswettstreit "Staat vs. illegales Drogennetzwerk" ... wer gewinnt da wohl, abgesehen vom Kunden?
Was Discounter bei Kleinbauern hinkriegen, das sollte ein staatlicher Drogenhandel doch mit Illegalen Drogennetzwerken gebacken kriegen?
Damit das nun nicht falsch verstanden wird ... ich halte den Schwarzmarkt und damit letztlich die Illegalität für einen zentralen Punkt in unserem gesellschaftlichen Problem mit Drogen.
Die Illegalität sorgt unter anderem dafür, dass es nicht ganz so leicht ist, gute und zutreffende Informationen über Wirkung, Herstellung, Konsumformen, Inhaltsstoffe, Risiken und Vertriebswege von Drogen in Erfahrung zu bringen.
Durch das Internet ist der Informationszugang zwar erleichtert, die Anforderungen an interne Bullshit-Filter sind jedoch allein aufgrund der Fülle enorm.
Wäre die Droge (egal welche) legal, wäre es viel einfacher für alle, an verlässliche Informationen heran
zu kommen oder diese zu prüfen. Eltern könnten sich leichter ein realistisches Bild von ihren konsumierenden Kindern machen und nicht konsumierende besser auf die Konfrontation mit Drogen vorbereitet werden.
Dem steht momentan ... hauptsächlich dank der Prohibition ... ein illegaler Handel gegenüber, der in den meisten Fällen selbst nicht genau sagen kann, wie die angebotenen Drogen zusammengesetzt sind, wo sie herkommen, ob das "DEMETER"-Qualität ist ... und die, die das genau sagen könnten, haben garkein Interesse daran, evtl. Verunreinigungen oder gesundheitsschädliche Streckmittel auf die Verpackung zu schreiben. Da die Geschäfte ohnehin illegal sind, kann man sie ja auch mit illegalen Mitteln verteidigen, sichern, oder erweitern (z.B. Mord, Bestechung, Erpressung, Diebstahl) ... die Kunden fühlen sich bei illegalen Geschäften zwar nicht wohler, aber es ist eh illegal, also macht es ein Diebstahl nicht viel schlimmer ... man sollte sich eh nicht dabei erwischen lassen

Bei Lebensmitteln würden wir aus einem solchen Vertriebsmodell einen riesen Skandal machen ... der Handel damit ist aber auch legal
Und genau deswegen muss der Schwarzmarkt erstmal weg, damit die Aufklärungsarbeit nicht zusätzlich noch gegen skrupellose Marketingprofis oder gewohnheistmäßige Kleinkriminelle ankämpfen muss.
In der Legalität kann man die Marketingmöglichkeiten wirksam regulieren und der "Kunde" (Drogenkonsument) macht sich nur dann strafbar, wenn er sich illegal das nötige Geld verschafft (Grenzüberschreitung zur Illegalität ist NICHT mehr die Beschaffung der Droge).
Die Vorstellung, dafür ALLE Drogen legalisieren und für jederman zugänglich machen zu müssen, behagt mir aber ehrlich gesagt auch garnicht. Und die Argumentation kommt mir im Nachhinein doch reichlich kapitalistisch vor.