Mustis schrieb:
Es ist auch verboten zu schnell zu fahren. Daran hält sich ein ziemlich großer Teil der Bevölkerung auch nicht und auch da ist der Schutz der anderen marginal, denn "ich kann auch etwas schneller noch sicher fahren".
Der Vergleich hinkt keineswegs. Es ist die exakt selbe Argumentationsstruktur. Das Verbot des zu schnellen Fahrens ist gescheitert, es machen nämlich täglich tausende.
Die Geschichte mit dem Autofahren hab ich doch neulich erst
näher erläutert ...
Mustis schrieb:
Die Drogenpolitik scheitert nicht, weil man nichts machen könnte, sondern weil man seitens der Politik nicht gewillt ist, zu Umsetzung die entsprechenden Kosten zu tragen, vor allem Personalkosten durch mehr Polizei, die dazu notwendig wäre.
Jo, weil die Kosten-Nutzen-Rechnung bei dieser Sache einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Horrorgeschichte gleich käme. Und alleine durch "mehr Polizei" löst man keine Probleme, deren Ursachen so vielschichtig sind.
Mustis schrieb:
Ich hab eine eingeschränkte Sicht? Aber wenn ihr einzig die Legalisierung als Möglichkeit seht, dann ist das vielschichtig, objektiv und total offen.
Oh man, was eine Diskussionskultur. -.-
Ich spreche jedes mal, wenn es um eine Legalisierung geht, auch von anderen Rahmenbedingungen. Aufklärung, Prävention, mehr Substanzforschung, offenerer und ehrlicher Umgang/Diskussion, Armutsbekämpfung, Jobs und Perspektive für Jugendliche, usw.
Für einen Politiker kommen Sprüche wie "MEHR POLIZEI, WEIL DROGEN IMMER GEFÄHRLICHER" bei der breiten leider Masse besser an, setzen aber an der falschen Seite an.
Fleckchen wie Kotti und co gab es schon immer und wird es auch immer geben. Wenn du dort mehr Polizei hinstellt, verlagert sich das nur. Kurz bevor Wahlen sind werden diese Probleme wieder medial hochgepuscht, Politiker versprechen Besserung, und am Ende wird wenig getan. Täglich grüßt das Murmeltier.
Und allen voran muss in der Politik und Gesellschaft(!) die "Drogenfrage" erst einmal offen und ehrlich diskutiert werden. Das habe ich auch schon mehrfach hier angesprochen.
Fragen wie:
a) Was sind "Drogen" überhaupt?
a,5) Wie "gefährlich" ist jene Droge, wie bemisst man "Gefährlichkeit" und wie drückt man es aus?
b) Was ist "Sucht" überhaupt?
c) Warum nehmen Menschen Drogen?
e) Es gab schon immer Drogen und es wird auch immer Drogen geben. Wie gehen wir damit um?
f) Ist das Strafrecht überhaupt geeignet für das "Drogenproblem"?
g) Lohnt es sich, soviel Geld und Mannstunden für Repression auszugeben? Wie ist der Kosten-Nutzen-Faktor?
usw)
sollten dabei diskutiert und geklärt werden. Auf Basis von aktuellen und wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Leider wird oft so getan, als wären Drogen selbst des Teufels Advocat und gehören einfach verboten. Augen zu und die Wirklichkeit leugnen. Thema beendet.
Momentan tagt ja die UNO zum Thema Drogen. Davon bekomme ich aber hier in den Medien ÜBERHAUPT NICHTS mit. Selbst über solche großen Drogentagungen wird medial nicht berichtet. Somit wird doch die Ergründung einer (besseren) Drogenpolitik unmöglich gemacht. Sogar Mortler war dort und hat eine kurze Ansprache gehalten.
Mustis schrieb:
Deine Frage Heffer habe ich beantwortet. Im Gegensatz zu Zeiten, wo Drogen wie Opium in China völlig legal erhältlich waren und damals ein Land fast ruiniert haben, haben wir verhältnismäßig wenig Drogentote und abhängige. Das ist ein Erfolg. Aber du wirst sagen, dass liege an der Prävention ohne zu beweisen, dass dies alleinig der Fall ist. Genau so wie ihr bis jetzt den Beweis schuldig geblieben seid, die Prohibition sei gescheitert bzw. würde auch dann nichts weiter bringen, wenn man überhaupt mal die ausreichende Mannstärke bei der Polizei hätte um z.B. Am Kotti auch entsprechende Präsenz zeigen zu können ohne das die Beamten unmotiviert die x. Überstunde abreißen müssen. Die Prohibition ist nicht gescheitert, nur weil es immer noch Drogentote, Schmuggel etc. gibt. Das hat YesWeedCan ja bereits selbst erkannt und zugegeben, den all das gibt es bei Legalisierung genau so noch...
Du scheinst den Opiumkrieg in China gerne als Argument zu benutzen. Leider kenne ich mich geschichtlich damit nicht aus und du erwähnst es nur und gehst nicht näher drauf an. Eine kurze Wiki-Recherche sagt mir, dass diese Kriege vor mehr als 150 Jahren stattgefunden haben, eine Verschärfung der Opiumgesetze vor 100 Jahren. Ich weiß nicht, in wie fern solche antiken historischen Ereignisse für die heutige Drogendiskussion herhalten können, vielleicht kannst du ja eher drauf eingehen. Hast du mehr Argumente, die ein Erfolg oder die Angemessenheit des Verbots verdeutlichen?
Welche Art von Argument würde dich denn überzeugen, dass die Prohibition gescheitert ist? Würdest es doch sowieso verdrehen und nicht akzeptieren...
Alleine die Tatsachen, dass die Prohibtion selbst so viele Probleme erst erzeugt und verschlimmert, zeigt doch schon sein scheitern bzw. seine Ungeeignetheit. Und die Tatsache, dass ein Verbot nur sehr wenige Menschen vom Konsum abhält ebenfalls. Und dass ein Jugendlicher trotz eines Verbots leichter an illegale Drogen kommt, als an Alkohol. Und dass der Konsum legaler Substanzen bei Jugendlichen runter geht.
Und da es ein Unterschied zwischen Gebrauch und Missbrauch gibt, ist ein Verbot von vornherein der falsche Ansatz.
@YWC: Danke für den Dokuhinweis.