Quo vadis BTMG?

Ich Frage mal in die Runde. Ich hatte bis dato kaum Kontakt mit Drogen (ich trinke nichtmal Alkohol ;)), habe aber persoenlich kein Problem mit der Freigabe.
Ich kann mir auch gut vorstellen sowas selber mal auszuprobieren, wenn auch nicht zum rauchen, aber ich schweife ab ;)

Wie ist das aber mit dem Autofahren? Wie lange dauert es bis die Wirkung wirklich weg ist, also man "nuechtern" ist, und wielange laesst sich der Konsum dann noch bei einer Kontrolle nachweisen?
Ich habe gehoert das es etliche Tage dauern kann bis ein Konsum bei einer Kontrolle nicht mehr nachgewiesen werden kann, weil da auf Abbauprodukte getestet wird. Die eigendliche Wirkung, und damit die Einschraenkung der Fahrtauglichkeit, sei aber deutlich kuerzer.

Was davon stimmt, was davon ist vielleicht nur "Abschreckungspropaganda"? Gibt es schon Plaene (vermutlich nicht ;)) die Testprozedur gegegebenfalls anzupassen?
 
Ranayna schrieb:
Wie lange dauert es bis die Wirkung wirklich weg ist, also man "nuechtern" ist
Variiert nach Menge und Qualität des Bubatz sowie deiner persönlichen Toleranz. Als "Frischling" wirst du vermutlich länger high sein, als jemand der täglich konsumiert.
Ranayna schrieb:
und wielange laesst sich der Konsum dann noch bei einer Kontrolle nachweisen?
In Abhängigkeit von der Dosierung ist THC bis zu 12 Stunden im Blut nachweisbar und in einzelnen Fällen sogar bis zu 27 Stunden. In jedem Fall bleibt das Stoffwechselprodukt 3-7 Tage im Körper – vorausgesetzt ist der regelmäßige Konsum.
https://cannabishelden.de/faq/nachweiszeiten-von-thc/

Ranayna schrieb:
Gibt es schon Plaene (vermutlich nicht ;)) die Testprozedur gegegebenfalls anzupassen?
Das muss auf jeden Fall passieren. Nur weil das Stoffwechselprodukt im Blut gefunden wurde, bin ich ja nicht fahruntauglich.
 
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folivora schrieb:
Sieht man ja wunderbar an den Niederlanden, die dann leider als negatives Beispiel herangezogen werden. Damit würde man nur auf Zeit kriminelle Dealer unterstützen.
Die Niederlande haben ein sehr gut bekanntes Problem damit, dass sie lediglich Konsum und Einzelhandel wirklich legalisiert haben, ohne dabei auch die nötige Infrastruktur zu berücksichtigen.
Abgesehen davon hat der Druck der EU dafür gesorgt, dass der niederländische Schwarzmarkt seit einigen Jahrzehnten wieder aufblüht ... man wollte seitens EU den Hanf-Tourismus unterbinden und hat damit dem Schwarzmarktakteuren einen riesigen Gefallen getan.
Sobald auch die Nachbarländer legalisieren, werden auch die Probleme in den Niederlanden kleiner werden.

Auch in den USA gibt es genug Beispiele dafür, wie falsch es wäre, einfach nur den Handel freizugeben.
Leider hat die Legalisierung in Teilen der USA dazu geführt, dass mittlerweile auch die ganz kleinen "sanft" an den Graskonsum herangeführt werden ... mit Süßigkeiten und Drinks auf Basis von Zucker und Hanf.
Natürlich wird sich eine befreite aber nicht gut kontrollierte Industrie auf Kundenbindung und Neukundenakquise konzentrieren ... genau wie das bei Alkoholika oder Zigaretten der Fall ist. Das hätte man ahnen können ... ich habe irgendwo in diesem Thread schon einmal die Befürchtung geäußert, dass der Schuss in den USA letztlich genau deswegen nach hinten losgehen könnte.


An Portugal kann man sehen, wie man das richtig macht ... aber über Portugal hört man recht wenig ... wahrscheinlich WEIL das Konzept dort aufgeht und Portugal daher nicht als Argument GEGEN eine Legalisierung taugt.

Die Kriminalisierung kostet einfach nur einen riesen haufen Zeit und Geld und bindet Ordnungskräfte, die an anderer Stelle weitaus besser eingesetzt werden könnten. Gleichzeitig bringt man sich damit als Staat um die Möglichkeit wissenschaftlicher Aufklärung zu möglichen Spätfolgen des Konsums.
Der Konsum selbst wird davon hingegen kaum zurückgedrängt.

Auf der Gegenseite konnte man in vielen Ländern, die legalisiert haben, zunächst einen Rückgang toxisxchen Konsumverhaltens beobachten (da bilden auch NL, Portugal und die USA keine Ausnahme).

Mir erscheint die Legalisierung gesamtgesellschaftlich als die weitaus billigere Variante, finanziell UND gesundheitlich.

Von einer Kriminalisierung der "harten Sachen" (vor allem Schnapps) halte ich allerdings aus ähnlichen Gründen nicht viel, denn auch das bindet Kräfte, kostet Geld und ist am Ende wahrscheinlich nicht mehr als ein Booster für den Schwarzmarkt. Die Geschichte gibt das Beispiel ... USA. ... die habens in den 1930ern versucht ... was in die Hose ging.
Ganz egal, was man von diesem "Spass" hält, von "Spass-Verboten" ist mMn abzuraten. Die Menschen finden immer Mittel und Wege zu "ihrem Spass" und der Staat hat dem nicht viel entgegenzusetzen, wenn er weiter auf Basis einer FDGO operieren möchte.
 
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DerOlf schrieb:
An Portugal kann man sehen, wie man das richtig macht ... aber über Portugal hört man recht wenig ... wahrscheinlich WEIL das Konzept dort aufgeht und Portugal daher nicht als Argument GEGEN eine Legalisierung taugt
Portugal hat nicht legalisiert sondern den Konsum kleiner Mengen entkriminalisiert. Wenn man mit kleinen Mengen erwischt wird, wird es konfisziert und das ganze als Ordnungswidrigkeit behandelt.
Danach muss man zu einer Kommission zur Vermeidung des Drogenkonsums des Gesundheitsministeriums. Passiert das öfter muss man bezahlen und/oder gemeinnützige Arbeit leisten.
Der Rest findet weiterhin illegal statt.
Schon ein Fortschritt aber einige Probleme wie in NL bleiben.
Über eine Änderung des Gesetzes wird diskutiert.
 
DerOlf schrieb:
Mir erscheint die Legalisierung gesamtgesellschaftlich als die weitaus billigere Variante, finanziell UND gesundheitlich.
Das sehe ich genauso und ich befürworte eine komplette Legalisierung für Erwachsene. Ich sehe nur keinen Sinn darin, die Nachfrage zu erlauben, das Angebot aber zu verbieten und somit dem Schwarzmarkt zu überlassen.

DerOlf schrieb:
Leider hat die Legalisierung in Teilen der USA dazu geführt, dass mittlerweile auch die ganz kleinen "sanft" an den Graskonsum herangeführt werden ... mit Süßigkeiten und Drinks auf Basis von Zucker und Hanf.
Das sehe ich eher als Scheinargument. Gerade in den USA und auch in Deutschland bekommen Kinder Lebensmittel die mit Zucker vollgebombt sind, gleichzeitig wird ein bewegungsarmer Lebensstil gefördert. Wo ist da der Aufschrei? Wieso sollen denn die Bonbons ohne jede psychoaktive Wirkung jemanden näher dazu bringen das psychoaktive Zeug zu konsumieren?

Da wäre eher die allgemeine gesellschaftliche Akzeptanz oder wenn Rollenvorbilder offen konsumieren ein größerer Faktor, der die Entscheidung von Heranwachsenden beeinflusst. Siehe auch die ganzen Glücksspielinfluencer, was auch niemanden zu interessieren scheint. Oh wait, Onlineglücksspiel wurde ja legalisiert...
 
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folivora schrieb:
Da wäre eher die allgemeine gesellschaftliche Akzeptanz oder wenn Rollenvorbilder offen konsumieren ein größerer Faktor, der die Entscheidung von Heranwachsenden beeinflusst.
Du meinst also in etwa so, wie das eigentlich alle regelmäßig auf Familienfesten oder auch im ganz normalen Alltag mit Alkohol erleben?
Was war ich froh, als ich endlich selbst saufen durfte ... ich war fast so stolz auf meinen ersten Vollrausch, wie ich es heute darauf bin, mich nicht mehr als Alkoholiker betrachten zu müssen.
folivora schrieb:
Wieso sollen denn die Bonbons ohne jede psychoaktive Wirkung jemanden näher dazu bringen das psychoaktive Zeug zu konsumieren?
Durch Symbolik und dadurch, dass es beides im gleichen Geschäft gibt und die Hersteller auch die psychoaktiven Produkte gezielt verharmlosen.
Nicht ganz wenige Hersteller und Vertreiber möchten Gras gerne als "Lebensgefühl" verkaufen ... würde man das Selbe mit Booze versuchen, gäbe es einen riesigen Tumult ... mit Recht, denn egal um welche Droge es sich handelt, man sollte sie nicht verharmlosen, um seinen Absatz in die Höhe zu treiben.

Ich habe auch nichts gegen Schokolade mit Hanfsamen oder Limonade mit Hanfaroma. Aber ich habe etwas dagegen, wenn das Zeug direkt neben hochwirksamem Ballergras verkauft wird.
Die nicht psychoaktiven Hanfprodukte gehören mMn NICHT in Spezialgeschäfte oder Coffeeshops, sondern in den ganz normalen Supermarkt ... und die Symbolsprache auf den Verpackungen sollte sich nicht gerade bei der "Legalize it"-Bewegung bedienen. Das Hanfblatt steht als Symbol einfach nicht für klassischen "Nutzhanf" sondern für die Droge.
Nicht psychoaktiver Hanf war nie illegal ... das ist in so gut wie jedem Vogelfutter (meist Samen von Faserhanf). Schokolade mit Hanfsamen gibts in Deutschland in fast jedem Supermarkt (ich finds lecker).
 
DerOlf schrieb:
Nicht ganz wenige Hersteller und Vertreiber möchten Gras gerne als "Lebensgefühl" verkaufen

DerOlf schrieb:
Die nicht psychoaktiven Hanfprodukte gehören mMn NICHT in Spezialgeschäfte oder Coffeeshops, sondern in den ganz normalen Supermarkt ... und die Symbolsprache auf den Verpackungen sollte sich nicht gerade bei der "Legalize it"-Bewegung bedienen.

Da Stimme ich zu und ich würde es auch kritisch sehen, wenn jetzt z.B. klischee-Ökoläden nebenbei Drogen verkaufen. Aber da kann man ja regulatorisch ziemlich leicht eingreifen und Werbeverbote für Hanfgeschäfte etablieren, sowie ein neutrales äußeres sodass diese eher wie eine Apotheke aussehen müssen. Inklusive Zugangsbeschränkungen nach Alter. Vielleicht kann man sogar die Produktpallete beschränken (ich weiß nicht, welche Möglichkeiten der Gesetzgeber hier theorethisch hätte). Wenn man dann dort reingeht, weiß man ja i.d.R. was man kaufen will und wird nicht beiläufig beim Shoppen dazu verleitet.

Bei Erotikläden funktioniert das ja auch ganz gut, seit diese von "Schmuddelecken" immer weiter in Innenstädte gekommen sind.
 
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folivora schrieb:
Wenn man dann dort reingeht, weiß man ja i.d.R. was man kaufen will und wird nicht beiläufig beim Shoppen dazu verleitet.
Laufkundschaft ist für jedes Ladenlokal ein entscheidender Faktor ... sogar für Apotheken.

Natürlich ist das nicht mit der "Quengelzone" im Supermarkt zu vergleichen aber gerade Läden im Innenstadtbereich sind auf "Spontankäufe" angewiesen ... eben auf genau die Kundschaft, die im vorbeigehen nochmal ne Flasche Schampoo mitnimmt.

An meiner Tankstelle ist das natrlich extrem, denn da bei Sprit und Zigaretten kaum Gewinn zu machen ist, leben diese Läden fast ausschließlich von spontanen Gelüsten und "Notkäufen" (irgendwas vergessen).

Je nach dem, wie hoch die Auflagen auf Gras in Deutschland werden, sehe ich auch bei diesen Shops die Gefahr, dass sie an ihrem "Kerngeschäft" nicht genug verdienen werden und sich daher auf auflagenfreie Produkte konzentrieren müssen.
In keinem Fall sollten die Auflagen so hoch angesetzt werden (von den Kosten her), dass die Läden am Ende teurer sind als der Schwarzmarkt (das umfasst nicht nur den Preis, sondern auch eine eventuell geforderte Kundenregistrierung) ... denn dann geht der Schuss nach hinten los, weil man es noch einige Jahre lang mit Kunden zu tun haben wird, die an Anonymität gewöhnt sind.
 
Rauche seit etwa 20 Jahren mal mehr mal weniger ich finde den Ansatz des kontrollierten Verkaufes falsch.

Cannabis gehört entkriminalisiert das ist Fakt ich kenne bestimmt über 30 Menschen die regelmäßig konsumieren bei 99% würde eine Verurteilung mehr gesellschaftlichen Schaden anrichten als Nutzen.

Das Ding ist keiner von denen ist auch nur im Ansatz an dem Kauf in einem Laden interessiert alle haben ihre Bezugsquellen und werden auch bei denen bleiben solange es im Laden nicht günstiger ist oder sein wird und das ist wohl spätestens nach Steuer ausgeschlossen...


Wohin führt das ganze?

Jugendliche und erst Konsumenten werden die Läden als einstieg nutzen und sich danach nach günstigeren alternativen umschauen falls Gefallen gefunden wurde und landen am Ende im Schwarzmarkt.

Genau das selbe passiert ja auch gerade bei den E-Zigaretten alle langjährigen Dampfer haben sich mit Nikotin eingedeckt und sich nach Quellen für Basen und Armomen ohne Tabaksteuer umgeschaut(erfolgreich).

Die einzigen die demnächst noch die Preise in den offiziellen Läden zahlen werden sind die mit zu viel Geld zu wenig Ahnung oder Einsteiger.


Und zum Cannabis im allgemeinen

Ist es eine Einstiegsdroge? Nein.
Ist es gefährlich? Für Jugendliche und psychisch vorbelastete ja.
Sind Menschen die Alkohol konsumieren und gegen Cannabis wettern Heuchler? Ja.
 
Ist das deine persönliche Einschätzung oder deckt sich das auch mit den Erfahrungen anderer Länder, die den Schritt der Entkriminalisierung/Legalisierung schon vor uns gegangen sind? Wie sieht es denn da mit dem Schwarzmarkt aus?

Was dagegen spricht:
  • Schwarzmarkt bleibt noch immer illegal und man macht sich somit strafbar, sowohl Käufer als auch Verkäufer. Wobei die Frage offen ist, wie viele Verkäufer nach einer Legalisierung nicht auf den ggf. lukrativeren Zug mitaufspringen oder mangels Absatz von der Straße verschwinden
  • beim Herkunft der Substanzen aus dem Schwarzmarkt hat man nie 100%ige Gewissheit über etwaige "Nebenprodukte", u.a. Streckmittel, Art des Anbaues, Düngung etc., da muss das Vertrauen zum eigenen Dealer schon sehr groß sein
  • über den Schwarzmarkt kommt man leicht auch in Berührung mit deutlich gefährlicheren Substanzen

Und der Vergleich mit der E-Zigarette hinkt, weil nicht so tabuisiert wie Cannabis, weil der Konsum vollig egal ist und das Thema Steuerhinterziehung noch mal ein ganz spezieller, eigener Punkt ist - beim Kippenschmuggel und bei Alkohol gibt es das auch heute schon - das würde Cannabis ja nie für sich alleine pachten.

Zum Thema Cannabis im Allgemeinen:
absolute Zustimmung!
 
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TheManneken schrieb:
Was dagegen spricht:

was man auch nicht unerwähnt lassen sollte, aber immer ausgeblendet wird, sind die auswirkungen der produktion und damit verbundene kriminalität in den herkunftsländern.
 
Zespire schrieb:
Die einzigen die demnächst noch die Preise in den offiziellen Läden zahlen werden sind die mit zu viel Geld zu wenig Ahnung oder Einsteiger.
Ja und? Ist doch ein Fortschritt, ich verstehe das gatekeeping hier nicht.

Meine Perspektive ist, durch Läden könnte ich gute und (hoffentlich) qualitativ hochwertige Ware kaufen, die ich bei einem random Dealer vermutlich eher nicht bekäme. Ich hab keine Lust spontan im Park irgendwen anzuquatschen und dann irgendwas mit unbekannter Güte und Wirkung zu bekommen.

So ähnlich handhabe ich es jetzt ja auch mit Alkohol, wenn ich konsumiere will ich bevorzugt was leckeres und mich nicht stumpf wegballern.
 
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Wie könnte ein bleibendes Verbot des Eigenanbaus eigentlich aussehen? Also nur mal in der Theorie: welcher Straftatbestand sollte das denn sein? Steuerhinterziehung durch eine Cannabis-Steuer? Wobei: Bier brauen darf ich zu Hause (bis zu 200l jährl. für Eigenbedarf), Schnaps brennen nicht... wobei in letzterem Fall die Destillation das Problem ist, Steuerhinterziehung aber schon ab dem ersten Tropfen...
 
Es geht wirklich nur ums Geld. Deswegen das Verbot des Eigenanbaus. Das würde wohl sonst neue, legal generierte Arbeitsplätze kosten.
 
@TheManneken
https://dejure.org/gesetze/BtMG/29.html
§ 29 Straftaten. Betäubungsmittel unerlaubt anbaut, herstellt...

@SE. Preissteigerungen von bis zu 3800% sind für mich jetzt kein fortschritt...
https://www.flotter-dampfer.de/img/cms/News-Blog/liquidsteuer-vorschau.jpg?0710

Deinen anderen Punkt kann ich nachvollziehen aber ob ich jetzt einen vom Staat legitimierten Dealer habe oder nicht ist mir egal beides ist Müll und wie bereits von mir gesagt.
Zespire schrieb:
Jugendliche und erst Konsumenten werden die Läden als einstieg nutzen
Und du scheinst ein Beispiel dafür zu sein falls du schon länger kiffst und trotz der Gefahren dein Zeug im Park kaufst und nicht bei jemanden dem du vertrauen kannst würde ich mir sorgen um den Konsum machen...
 
Zespire schrieb:
Preissteigerungen von bis zu 3800% sind für mich jetzt kein fortschritt...
Der größere Fortschritt von kontrollierter Abgabe und kontrollierter Ware ist safe use, auch und besonders für Neugierige. Ich weiß nicht wie die Abgabe künftig praktisch gestaltet werden soll, Apotheken würden sich imo anbieten. Andererseits gibt es sicher auch „erfahrenere“ Menschen die nicht in Apotheken arbeiten und für die sich so ein Business anböte.
BTW, die aktuellen Preise kenn ich nicht. Billigere Substanzen gibts immer.

Zespire schrieb:
Und du scheinst ein Beispiel dafür zu sein falls du schon länger kiffst und trotz der Gefahren dein Zeug im Park kaufst und nicht bei jemanden dem du vertrauen kannst würde ich mir sorgen um den Konsum machen...
Meinst du mich? Ich hab vor über zwanzig Jahren das letzte mal konsumiert.
Mein (spärliches) aktuelles Wissen habe ich überwiegend von Menschen die arbeitsbedingt/professionell mit diversen Substanzen und Abusus (bei Klienten, Patienten, etc) zu tun haben.
 
Zu einem Konsens komme ich bei dem Thema jedenfalls nicht ich bin eigentlich für eine Legalisierung aber ich bin auch selbst Konsument weshalb mir wohl die nötige Neutralität fehlt.

Aus meiner Sicht sollte der Anbau für den Eigengebrauch erlaubt werden und der Verkauf weiterhin verboten bleiben. Wer der Meinung ist kiffen zu müssen könnte es weiterhin ohne das der Gesellschaft dadurch ein Schaden entsteht und Neueinsteiger hätten weiterhin eine Hürde die groß genug ist.

Der Verkauf von Drogen egal ob Alkohol Cannabis oder was auch immer ist falsch und gehört verboten. Aber da jeder Mensch frei über seinen Körper verfügen sollte und die Substanzen die er ihm zuführt sollte auch dafür ein legaler Rahmen bestehen.

Als extremes Beispiel falls Max Mustermann in seinem Keller Heroin herstellt und dort Konsumiert soll er das machen und es sollte auch sein Recht sein solange er keine anderen damit Vergiftet oder es in den Umlauf bringt.
 
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TheManneken schrieb:
Wie könnte ein bleibendes Verbot des Eigenanbaus eigentlich aussehen?
So ähnlich wie jetzt ... also es ist verboten, fällt aber erst in etwas größerem Umfang wirklich auf (Geruch, Stromrechnung etc.).

Keine Sorge, wer momentan im großen Stil für den Schwarzmarkt anbaut, der wird schon seit Jahren (eventuell seit Jahrzehnten) eine ungefähre Vorstellung haben, wie er im Falle einer Legalisierung reagieren würde.

Seitens des Staates MUSS dem legalen Verkauf nebst hoher Besteuerung ein ruinöser Preiskampf mit dem Schwarzmarkt vorangehen.
Die meisten Kiffer werden feste Bezugsquellen haben (eben den Dealer des Vertrauens), und bei vielen existieren sogar freunschafrtliche Bindungen.
Da braucht es ein gutes Argument, um diesen Kunden abzuwerben.

Ein sehr wirksames wäre, wenn man weiterhin beim gleichen Menschen einkaufen gehen könnte. Wenn also in den Shops die ehemaligen Dealer als Verkaufspersonal arbeiten würden.
Leider würde das eine Amnestie vorraussetzen ... denn das waren nunmal teilweise Jahrzehnte lang Straftäter. Die müssten vorhandene Kompetenzen belegen, indem sie eine Straftat zugeben, die noch nicht verjährt ist. Ich hoffe, so blöde ist keiner.
Es ist klar, dass der informelle Sektor durch eine Legalisierung viele Jobs verlieren würde (es gibt Menschen, die leben davon, dass Gras illegal ist) und für diese Leute muss es auch ein "danach" geben.
Aber da ist massenhaft Kompetenz vorhanden, sowohl in Verkauf und Beratung, als auch in Anbau, Lagerung und Transport. Warum sollte man dieses vorhandene Potenzial denn nicht nutzen?
(eigentlich bin ich mir sicher, dass es bereits Geschäftsmodelle gibt, die das nutzen möchten, und nur noch auf die Legalisierung warten)
Zespire schrieb:
Als extremes Beispiel falls Max Mustermann in seinem Keller Heroin herstellt und dort Konsumiert soll er das machen und es sollte auch sein Recht sein solange er keine anderen damit Vergiftet oder es in den Umlauf bringt.
Leider habe ich das deutsche Recht (und vor allem die Vorstellungen vieler Deutscher) so erlebt, dass mit Ausnahme weniger Rauschmittel (Alkohol, Koffein, Nikotin als Beispiele) der Gebrauch wirksamer Bestandteile einer Pflanze einzig als Medizin zulässig bzw. nicht moralisch bedenklich ist.

Du kannst zwar dafür sorgen, dass Max rechtlich abgesichert ist ... sobald jemand in der Nachbarschaft Wind davon bekommt, wird Max aber trotzdem als "Junkie" betrachtet werden. Selbst wenn sich sein Verhalten nicht ändert, wird es durch dieses Wissen (bzw. die Information und daran hängende Vorurteile) eventuell anders wahrgenommen werden.
Die gesellschaftliche Isolation, der Drogenabhängige hierzulande ausgesetzt sind, ist in keinem Gesetz verankert ... das machen die Menschen ganz von alleine. Leider hängen diese Isolation und verschiedene Suchtspiralen direkt zusammen.

Ich sehe das Problem weniger in den Substanzen, als im (auch) gesellschaftlichen Umgang mit ihnen und ihren Konsumenten sowie Produzenten.
Eine geregelte Versorgung mit Cannabisprodukten, mit wenigen staatlichen Vertriebszweigen (Apotheken oder Coffeshops) kann so hohe Skalierungseffekte Nutzen, dass der Schwarzmarkt ganz easy um 50% unterboten werden kann, und sogar noch ordentlich Gewinn über bleibt.
Wenn das Gras dann auch noch besser ist, als das am Schwarzmarkt meist erhältliche, dann legt das den Schwarzmarkt sehr schnell trocken, wenn der nicht die Preise sehr stark senkt (und 50% werden sich nur wenige Dealer länger leisten können) oder irgendwelche anderen "Benefits" bietet.
Wenn der Schwarzmarkt dann trockengelegt ist, kann man die Preise wieder steigern, aber als erstes muss der Schwarzmarkt mittels der Marktmechanismen zerstört werden ... also über den Qualitäts- und Preiskampf.
 
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