TheManneken schrieb:
Wie könnte ein bleibendes Verbot des Eigenanbaus eigentlich aussehen?
So ähnlich wie jetzt ... also es ist verboten, fällt aber erst in etwas größerem Umfang wirklich auf (Geruch, Stromrechnung etc.).
Keine Sorge, wer momentan im großen Stil für den Schwarzmarkt anbaut, der wird schon seit Jahren (eventuell seit Jahrzehnten) eine ungefähre Vorstellung haben, wie er im Falle einer Legalisierung reagieren würde.
Seitens des Staates MUSS dem legalen Verkauf nebst hoher Besteuerung ein ruinöser Preiskampf mit dem Schwarzmarkt vorangehen.
Die meisten Kiffer werden feste Bezugsquellen haben (eben den Dealer des Vertrauens), und bei vielen existieren sogar freunschafrtliche Bindungen.
Da braucht es ein gutes Argument, um diesen Kunden abzuwerben.
Ein sehr wirksames wäre, wenn man weiterhin beim gleichen Menschen einkaufen gehen könnte. Wenn also in den Shops die ehemaligen Dealer als Verkaufspersonal arbeiten würden.
Leider würde das eine Amnestie vorraussetzen ... denn das waren nunmal teilweise Jahrzehnte lang Straftäter. Die müssten vorhandene Kompetenzen belegen, indem sie eine Straftat zugeben, die noch nicht verjährt ist. Ich hoffe, so blöde ist keiner.
Es ist klar, dass der informelle Sektor durch eine Legalisierung viele Jobs verlieren würde (es gibt Menschen, die leben davon, dass Gras illegal ist) und für diese Leute muss es auch ein "danach" geben.
Aber da ist massenhaft Kompetenz vorhanden, sowohl in Verkauf und Beratung, als auch in Anbau, Lagerung und Transport. Warum sollte man dieses vorhandene Potenzial denn nicht nutzen?
(eigentlich bin ich mir sicher, dass es bereits Geschäftsmodelle gibt, die das nutzen möchten, und nur noch auf die Legalisierung warten)
Zespire schrieb:
Als extremes Beispiel falls Max Mustermann in seinem Keller Heroin herstellt und dort Konsumiert soll er das machen und es sollte auch sein Recht sein solange er keine anderen damit Vergiftet oder es in den Umlauf bringt.
Leider habe ich das deutsche Recht (und vor allem die Vorstellungen vieler Deutscher) so erlebt, dass mit Ausnahme weniger Rauschmittel (Alkohol, Koffein, Nikotin als Beispiele) der Gebrauch wirksamer Bestandteile einer Pflanze einzig als Medizin zulässig bzw. nicht moralisch bedenklich ist.
Du kannst zwar dafür sorgen, dass Max rechtlich abgesichert ist ... sobald jemand in der Nachbarschaft Wind davon bekommt, wird Max aber trotzdem als "Junkie" betrachtet werden. Selbst wenn sich sein Verhalten nicht ändert, wird es durch dieses Wissen (bzw. die Information und daran hängende Vorurteile) eventuell anders wahrgenommen werden.
Die gesellschaftliche Isolation, der Drogenabhängige hierzulande ausgesetzt sind, ist in keinem Gesetz verankert ... das machen die Menschen ganz von alleine. Leider hängen diese Isolation und verschiedene Suchtspiralen direkt zusammen.
Ich sehe das Problem weniger in den Substanzen, als im (auch) gesellschaftlichen Umgang mit ihnen und ihren Konsumenten sowie Produzenten.
Eine geregelte Versorgung mit Cannabisprodukten, mit wenigen staatlichen Vertriebszweigen (Apotheken oder Coffeshops) kann so hohe Skalierungseffekte Nutzen, dass der Schwarzmarkt ganz easy um 50% unterboten werden kann, und sogar noch ordentlich Gewinn über bleibt.
Wenn das Gras dann auch noch besser ist, als das am Schwarzmarkt meist erhältliche, dann legt das den Schwarzmarkt sehr schnell trocken, wenn der nicht die Preise sehr stark senkt (und 50% werden sich nur wenige Dealer länger leisten können) oder irgendwelche anderen "Benefits" bietet.
Wenn der Schwarzmarkt dann trockengelegt ist, kann man die Preise wieder steigern, aber als erstes muss der Schwarzmarkt mittels der Marktmechanismen zerstört werden ... also über den Qualitäts- und Preiskampf.