Quo vadis BTMG?

Incanus schrieb:
Wenn wir den Zugang dazu erleichtern und somit suggerieren, es wäre normal und gar nicht so schlimm regelmäßig zu konsumieren, verstärken sich diese Probleme.
Ich kann dir folgende Doku empfehlen:
Das portugiesische Wunder im Kampf gegen die Drogen | ARTE Re:
In Portugal werden Menschen, die drogenabhängig sind, nicht als Delinquenten betrachtet, sondern als Kranke, die behandelt werden müssen. Im Jahr 2001 beschloss das Land, den Konsum aller Drogen zu entkriminalisieren. Dies führte zu einem drastischen Rückgang der Zahl der Drogenabhängigen.

Incanus schrieb:
Natürlich sinkt die Zahl der Drogenstraftaten, wenn es legal ist Drogen zu kaufen.
Richtig umgesetzt wird vor allem der kriminelle Sumpf ausgetrocknet, mit allem was dazu gehört.
Bzgl. Alkohol und Nikotin stimme ich dir zu und halte es auch für falsch, dass diese wie eine Tüte Chips im Supermarkt gekauft werden können - dafür sollte es andere Vertriebswege geben.

Edit: "Ausgetrocknet" passt nicht richtig, denke ich. "Eingegrenzt" trifft es eher.
 
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Novar schrieb:
Ist es eben nicht.
Wegen der jahrzehntelangen Prohibition sind aussagekräftige Langzeitstudien leider rar.
Im Freundeskreis und auch an mir selbst kann ich die kognitiven Sachen aber durchaus nachvollziehen - also z.b. Verlust von Lang- & Kurzzeitgedächtnis. Memory kann ich zwar 1A, aber so diverse Sachen auf Arbeit (Stationsnummern, wo ich hin muss nach einem Anruf) MUSS ich mir inzwischen jedes mal aufschreiben, sonst hab ich sie nach wenigen Sekunden vergessen. Das war früher anders. Da konnte ich am Ende des Tages den Schichtbericht aus dem Kopf aufschreiben. Mein Langzeitgedächtnis ist allerdings am Schlimmsten betroffen. Da weiß ich kaum noch etwas.

Und der Unterschied von Aufmerksamkeit und Konzentration:
Ja ist ähnlich und kann man als ein Begriff sehen, aber man muss es in dem Fall getrennt betrachten:
Als Maß für die Intensität und Dauer der Aufmerksamkeit gilt die Konzentration. Aufmerksamkeit, die auf das Eintreffen bestimmter Ereignisse gerichtet ist, bezeichnet man als Vigilanz.
(von Wikipedia geklaut)
Hierzu noch etwas ausführlicher:
Konzentration erfordert geistige Anstrengung und lässt mit der Zeit nach. Daher versteht man unter Konzentration das relativ lange andauernde Aufrechterhalten eines Aufmerksamkeitsniveaus.
Z.b. fällt es einem regelmäßigem Konsumenten durchaus schwerer, sich auf eine Sache, wie hier z.b. das schreiben dieses Textes, zu fokussieren. Er/Ich will etwas schreiben, es fallen aber nicht mehr die einfachsten Worte ein und man bekommt das, was man eigentlich schreiben wollte, nicht mehr aufs Papier oder aber es dauert länger oder der Output ist ein anderer wie gewollt.
Für Genaueres einfach mal die entsprechenden Artikel wälzen - man kann sich darüber auch noch gezielt zu den Störungen hangeln und landet am Ende beim Einfluss von Cannabis. :o

Besuz schrieb:
dafür sollte es andere Vertriebswege geben
im urlaub hab ich festgestellt, dass es in österreich sogut wie keine zigarettenautomaten gibt. "Kippen" gabs ausschließlich in extra Tabakläden. kann aber sein dass das nur lokal war.
 
Melu76 schrieb:
Tja... damit hast du dir ja nun ins eigene Knie geschossen.
Denn: In deinem wunderschönen "Beleg" ist an keiner(!) Stelle von Gedächtnisverlust(!) die Rede.

Aber natürlich steht es dir nun frei, entsprechende Stelle zu zitieren; und zwar bitte ohne, dass du dabei ganz plötzlich von etwas anderem sprichst. Bitte, danke. ;D

Melu76 schrieb:
nein, es geht nur nicht um Menschen < 15
Doch; ich zitiere es für dich erneut:
"Wer Cannabis zum ersten Mal konsumiert, ist im Durchschnitt 15,3 Jahre alt. Dies ist aber bevölkerungsstatistisch betrachtet, der Konsum findet in Risikopopulationen, also Gruppen, die anfällig für Drogen sind, deutlich früher statt, etwa mit zwölf oder dreizehn Jahren.

Damit bleibt es dabei: Irrelevant, dein gesamtes vorgebrachtes Zitat bezieht sich auf Menschen mit im Schnitt 15 Jahre und darunter - doch darum geht es hier überhaupt nicht. Schon deshalb nicht, weil sich für diese Menschen mit einer Freigabe für Erwachsene schlichtweg nichts ändert. Da bleibts beim Status Quo.

Melu76 schrieb:
Wissenschaftlich haltbare, durch Studien untermauterte Belege zu deiner Aussage verfügbar?
???
Es wird schlichtweg von keiner Statistik unterstützt. Weder in den Niederlanden, noch in Spanien, Portugal oder den meisten Staaten in den USA hat sich ein Anstieg durch die Legalisierung von Cannabis gezeigt.

Schau sie dir doch an. Ein Negativ-Beweis meinerseits ist dahingehend nicht möglich. Ich könnte dir nur die einzelnen Daten nennen und jeweils aufzeigen, dass das in diesen jeweiligen Fällen nicht so ist, ohne Verbindung zu potenziellen anderen Fällen.
Aufgrund der genannten Tatsachen aber wirst du keinerlei(!) Daten finden, die deine Sorgen bestätigen würden.

Es war reine Willkür schon zur damaligen Zeit, Cannabis zu verbieten. Worin liegt der Sinn eines solchen Verbotes, welches das Rauchen von Cannabis überhaupt zu einem Straftatbestand erhebt. Der Konsum als auch der Besitz ist ein Delikt, bei dem es keine Opfer gibt. Eine potenzielle Selbstschädigung aber ist etwas - auch im deutschen Rechtssystem - sehr Ungewöhnliches. Der einzelne Bürger sollte die Wahl haben, wie er sich die Gesundheit ruiniert; mit Zigaretten, zu wenig Bewegung oder Sport, zu viel Alkohol oder zu viel fettiges Essen.
Warum sollte das bei Cannabis anders sein? Die Regelungen dazu innerhalb der StVO - ebenso wie Alkohol - natürlich ausgenommen, geht es hier ja um das grundsätzliche Verbot.

Irgendwann 2015 wurde die ehemalige Drogenbeauftragte der CSU, Marlene Mortler, gefragt weshalb Alkohol denn legal sei und Cannabis nicht. Ihre Antwort war sinngemäß, "weil Cannabis eine illegale Droge ist. Punkt."
Dieser Zirkelschluss ist schon arg lächerlich und trifft tatsächlich den Nagel des Problems genau auf dem Kopf. Denn am 30. März 1961 entschlossen dutzende Staaten unter dem Dach der Vereinten Nationan mehr oder weniger Willkürlich (so wie damals die Kanonisierung der Bibel per Handzeichen... :D) das sogenannte "Einheitsabkommen" über "Betäubungsmittel" ab, in dem sich diese Staaten zukünftig verpflichteten, die darin spezifizierten Drogen als illegal zu bewerten und zu bekämpfen. Darunter war auch Cannabis begründungslos mit drin, einfach so, weil... ja weil halt.

Cannabis war zu dieser Zeit weder in Europa noch in den USA weit verbreitet und das Wissen darüber praktisch nicht vorhanden. trotzdem einigte man sich damals darauf, dass Hanf ein besonders schlimmes Kraut sei ohne jeden Nutzen für die Menschen.
 
Novar schrieb:
Es war reine Willkür schon zur damaligen Zeit, Cannabis zu verbieten. Worin liegt der Sinn eines solchen Verbotes, welches das Rauchen von Cannabis überhaupt zu einem Straftatbestand erhebt.
Der Ursprung liegt hier in der Prohibition der 20er Jahre in den USA. Aber auch schon vorher wurde es eingeschränkt.

Es gab vor allem industrielle Gründe, warum Cannabis und Hanf mit gesellschaftlichem und sozialem Argwohn betrachtet wurden. Der Medienbaron William Randolph Hearst und Harry Anslinger (Amerikas erster "Drogenbaron") identifizierten Cannabis schnell als das nächste soziale Übel, das eines Verbots würdig wäre. Andrew Mellon, der US-Finanzminister, war der Chef von Anslinger und auch Onkel seiner Frau. Mellon hatte auch Verbindungen zu Mellon Bank, einem finanziellen Unterstützer der Firma DuPont, die Maschinen zur Produktion von künstlichem Papier schuf, um mit Papier aus Hanf zu konkurrieren. Es gab gute finanzielle und geschäftliche Gründe, Cannabis- / Hanf-Papierprodukte zu verbieten und sich auf die Produktion neuer Industriepapiere zu konzentrieren.

Es ist erwähnenswert, dass einige Cannabishistoriker der Ansicht sind, dass die kommerziellen Kämpfe zwischen modernem Papier und Hanfpapier überbewertet werden und dass Rassismus und der Wunsch nach kultureller Kontrolle die Hauptmotivation für das Cannabisverbot waren.
https://dutch-passion.com/de/blog/prohibition-cannabis-history-n861

auch nice:
Ich fing an, mich durch die offiziellen Archive zu wühlen — als Recherche für mein Buch Chasing The Scream: The First and Last Days of the War on Drugs. Ich wollte herausfinden, warum Cannabis damals in den 1930ern verboten wurde. Ich stelle fest: Niemand hat es verstanden und geprüft.
https://www.businessinsider.de/wiss...en-der-echte-grund-ist-viel-schlimmer-2018-3/
(auch der Rest des Textes ist interessant)

Das wurde halt damals 1:1 übernommen, aber das weißt du ja eh schon ;-)
 
cruse schrieb:
Im Freundeskreis und auch an mir selbst kann ich die kognitiven Sachen aber durchaus nachvollziehen - also z.b. Verlust von Lang- & Kurzzeitgedächtnis. Memory kann ich zwar 1A, aber so diverse Sachen auf Arbeit (Stationsnummern, wo ich hin muss nach einem Anruf) MUSS ich mir inzwischen jedes mal aufschreiben, sonst hab ich sie nach wenigen Sekunden vergessen.
Ähm... ja, nach etwa 10 Jahren Dauerkonsum zum täglichen Feierabend plus Wochenende ist mir das durchaus auch aufgefallen. Und das ist auch in Studien belegt. So ehrlich muss man freilich sein.
Seit dem ich aber jedes Jahr 3-4 Monate konstant pausiere, ist das tatsächlich wie weggeblasen - und kann ich an dieser Stelle wirklich empfehlen. Der Nachteil dabei ist, dass die ersten 1-3 Wochen etwas ungemütlich sind. Als Belohnung ballerts danach die ersten 1-2 Wochen auch wieder annähernd so, wie ganz(!) am Anfang.... :D

Das ist in Untersuchungen ja ebenfalls belegt; dass sich das zügig wieder legt, wenn man den Konsum absetzt.
Negativen dauerhaften Einfluss kann der Konsum halt aber haben, wenn sich das Gehirn noch in der Entwicklung befindet. Eine Freigabe erst ab 21 wäre dahingehend evtl. ein Kompromiss.

cruse schrieb:
Z.b. fällt es einem regelmäßigem Konsumenten durchaus schwerer, sich auf eine Sache, wie hier z.b. das schreiben dieses Textes, zu fokussieren. Er/Ich will etwas schreiben, es fallen aber nicht mehr die einfachsten Worte ein und man bekommt das, was man eigentlich schreiben wollte, nicht mehr aufs Papier
Dem würde ich persönlich widersprechen und zwar ausdrücklich. Wobei es dabei auf die Betrachtung ankommt.
Eine länger andauernde Konzentration (3 Stunden+) war, bevor ich meine jährlichen Unterbrechungen einlegte, tatsächlich kaum mehr möglich. Es sei denn, ich habe wieder etwas konsumiert - dann konnte ich mich für eine bestimmte Zeit wieder vollkommen darauf konzentrieren. Auch das ist seit den Pausen wieder ganz anders.

Aber: Unabhängig davon fördert der Konsum von Cannabis in meinem(!) Fall die Ausbildung des Tunnelblicks ganz extrem. Ich bin beruflich IT'ler (kein Anwendungsentwickler/Programmierer im konkreten) und könnte den Zustand nicht in jeder Situation gebrauchen - wenn ich aber mal etwas programmiere oder an einem komplexeren Bash-Script schreibe, dann steigt die Effizienz nach Konsum wirklich gewaltig. Das hab ich dahingehend auch nach einem Jahr Pause nicht erlebt, diese intensive Lust und das zügige erspüren logisch sinnvoller Lösungswege - ist sonst auch gar nicht so arg mein Ding.

Klingt komisch, ist aber so.
In diesem Fall aber spreche ich nur für mich.
 
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Novar schrieb:
nach etwa 10 Jahren Dauerkonsum
Bei mir noch +15 ^^
Novar schrieb:
dann steigt die Effizienz nach Konsum wirklich gewaltig.
ja, hast du auch bei anderen sachen. ein kumpel von mir hat das auch extrem, also kurzzeitig kann er sich sehr stark konzentrieren. bei mir war das nie so stark und auch weniger lange anhaltend.
ich schätze mal das kommt durch die "ausblendfunktion" durchs cannabis. daher wird auch die reduzierung der "ticks" kommen bei Tourette-Patienten.
 
cruse schrieb:
Bei mir noch +15 ^^
Hast du zu Ende gelesen? :D
Bei mir ist das insgesamt schon mehr. Aber nach ~10 Jahren habe ich halt angefangen, jedes Jahr einmal ein paar Monate zu pausieren. Mit den jährlichen Pausen wiederum habe ich vor etwa 13 Jahren angefangen. ^^
 
cruse schrieb:
Der Ursprung liegt hier in der Prohibition der 20er Jahre in den USA.
Ich habe da mal in einer Doku die Erzählung aufgeschnappt, dass die Bundesbehörde, die auf die Überwachung der Prohibition spezialisiert war, gegen ende der Prohibitioon einfach eine alternatives Betätigungsfeld vorweisen können wollte. Es ging dabei wohl vor allem um die Arbeitsplätze der Behördenmitarbeiter.
Heute ist das die DEA ... damals war es glaube ich eine Abteilung des FBI.

Eine andere Erklärung hat mit Jeans zu tun und ist wahrscheinlich antisemitisch, mindestens aber kapitalistisch motiviert. Jeans werden aus Baumwolle gefertigt, und sollten nach dem Willen ihres Erfinders die alten Arbeitshosen (die waren aus Hanf) verdrängen.
Das ist natürlich Blödsinn, denn Futter- und Faserhanf waren meines Wissens nach nie verboten.


Es gibt einige Bewegungen (meist religiös motiviert), die sich einfach gegen jede Art von Rausch aussprechen. Zeitweise hatten diese Gruppierungen einiges an gesellschaftlchem Einfluss.
Ihre primäre Stoßrichtung war ursrünglich der Alkohol, da dieser in den frühindustriellen Gesellschaften zur Verelendung ganzer Familien beitrug.
Wie eine solche Anti-Rausch-Haltung heute haltbar ist, muss man jemanden fragen, der sie vertritt ... ich kann sowas nicht.
 
DerOlf schrieb:
s ging dabei wohl vor allem um die Arbeitsplätze der Behördenmitarbeiter.
Jo, steht auch grob so in einem der Links.

Edit:
1929 übernahm ein Mann namens Harry Anslinger das Ministerium für Prohibition in Washington. Die Prohibition von Alkohol war ein Desaster. Verbrecher kontrollierten ganze Nachbarschaften. Alkohol— kontrolliert von Kriminellen — war auf einmal noch viel giftiger als vorher.

Also wurde die Alkohol-Prohobition endlich gestoppt – und Harry Anslinger hatte Angst. Er war plötzlich verantwortlich für ein riesiges Ministerium, das nichts zu tun hatte. Bis dahin hatte er immer gesagt, dass Cannabis kein Problem sei. Es schade den Menschen nicht, erklärte er und es gäbe keinen „absurderen Trugschluss“, als den, dass es aggressiv mache.

Aber dann — als sein Ministerium einen neuen Sinn brauchte — erklärte er plötzlich, dass er seine Meinung geändert habe.

Er sagte der Öffentlichkeit, was angeblich passiert, wenn man Cannabis raucht.

Erst falle man in eine „deliriumsartige Wut“. Dann werde man von „Träumen erotischer Art“ gepackt. Dann verliere man die „Fähigkeit, Gedanken zu verknüpfen“. Am Ende erreiche man den unvermeidlichen Endzustand: „Wahnsinn“.



Marihuana verwandle einen Menschen in ein wildes Biest. Wenn Marihuana im Treppenhaus auf Frankensteins Monster treffen würde, warnte Anslinger, würde das Monster tot umfallen vor Angst.

Harry Anslinger war besonders von einem Fall besessen. In Florida hatte ein Junge namens Victor Lacata seine Familie mit einer Axt getötet. Anslinger verkündete: Das passiert, wenn ihr den „Dämon Gras“ raucht. Der Fall wurde berühmt. Eltern in den USA hatten Panik.

Welche Beweise hatte Harry Anslinger? Es hat sich inzwischen herausgestellt, dass er den 30 führenden Wissenschaftlern auf diesem Gebiet schrieb und sie fragte, ob Cannabis gefährlich ist und es verboten werden sollte.

29 schrieben zurück und sagten nein.

Anslinger suchte sich den einen Wissenschaftler heraus, der ja sagte und präsentierte ihn der Welt. Die Presse —besessen von Victor Lacatas Axt —bejubelte ihn.

Panik machte sich im Land breit und Marihuana wurde verboten. Die USA sagten anderen Ländern, dass sie das gleiche tun sollten.
Klingt aber weniger wissenschaftlich, eher so nach "Mehr aus dem Netz".
Also es fehlen Quellenangaben etc.
Ich hab das ganze, auch in Verbindung mit dem ersten Link, also der Story:

Es gab vor allem industrielle Gründe, warum Cannabis und Hanf mit gesellschaftlichem und sozialem Argwohn betrachtet wurden. Der Medienbaron William Randolph Hearst und Harry Anslinger (Amerikas erster "Drogenbaron") identifizierten Cannabis schnell als das nächste soziale Übel, das eines Verbots würdig wäre. Andrew Mellon, der US-Finanzminister, war der Chef von Anslinger und auch Onkel seiner Frau. Mellon hatte auch Verbindungen zu Mellon Bank, einem finanziellen Unterstützer der Firma DuPont, die Maschinen zur Produktion von künstlichem Papier schuf, um mit Papier aus Hanf zu konkurrieren. Es gab gute finanzielle und geschäftliche Gründe, Cannabis- / Hanf-Papierprodukte zu verbieten und sich auf die Produktion neuer Industriepapiere zu konzentrieren.

Es ist erwähnenswert, dass einige Cannabishistoriker der Ansicht sind, dass die kommerziellen Kämpfe zwischen modernem Papier und Hanfpapier überbewertet werden und dass Rassismus und der Wunsch nach kultureller Kontrolle die Hauptmotivation für das Cannabisverbot waren.
schon mehrfach gehört/gelesen. Wie viel da Wahres dran ist lässt sich nur schwer recherchieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Novar schrieb:
Tja... damit hast du dir ja nun ins eigene Knie geschossen.
Denn: In deinem wunderschönen "Beleg" ist an keiner(!) Stelle von Gedächtnisverlust(!) die Rede.

Novar schrieb:
Aber natürlich steht es dir nun frei, entsprechende Stelle zu zitieren; und zwar bitte ohne, dass du dabei ganz plötzlich von etwas anderem sprichst. Bitte, danke. ;D

Also wenn du schon Erbsen zählen möchstest:

In dem von dir genannten Beitrag (der nicht von mir war) war von "Gedächtnisverlust u.s.w. (!)" die wortwörtliche Rede und Kontextmäßig ging es um die GENERELLEN schädlichen Auswirkungen des Cannabiskonsums -

davon abgesehen steht in meiner Quelle auch ganz deutlich:

"Die aktuelle Forschung zeigt, dass ein regelmäßiger und häufiger
Cannabiskonsum die Hirnleistung und insbesondere das Gedächt-
nis verschlechtern kann. "

Woran willst du dich jetzt stoßen? das da Wort "Verlust" nicht auftaucht?

mit anderen Worten:

Cannabiskonsum macht Jugendliche und junge Erwachsene im wahrsten Sinne des Wortes "doof", weil es die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigt. Das läßt sich mit Studien BELEGEN.


Novar schrieb:
Doch; ich zitiere es für dich erneut:
"Wer Cannabis zum ersten Mal konsumiert, ist im Durchschnitt 15,3 Jahre alt. Dies ist aber bevölkerungsstatistisch betrachtet, der Konsum findet in Risikopopulationen, also Gruppen, die anfällig für Drogen sind, deutlich früher statt, etwa mit zwölf oder dreizehn Jahren.

Damit bleibt es dabei: Irrelevant, dein gesamtes vorgebrachtes Zitat bezieht sich auf Menschen mit im Schnitt 15 Jahre und darunter - doch darum geht es hier überhaupt nicht. Schon deshalb nicht, weil sich für diese Menschen mit einer Freigabe für Erwachsene schlichtweg nichts ändert. Da bleibts beim Status Quo.

Ich erkläre es dir:
----------------
Das ist die Gruppe die Cannabis zum ERSTEN mal konsumiert.

Die Hirnentwicklung ist aber bis zum 22 Lebensjahr nicht abgeschlossen.
(Steht da und auch in anderen Quellen)

Dementsprechend können auch junge Erwachsene Schäden ("verblödung", psychosen) von dauerhaften Konsum davontragen. (und natürlich entsprechend prädestinierte Erwachsene)

Ist doch nicht so schwer zu verstehen.
Wenn das Durchschnittsalter des ERSTKONSUMS 15,3 Jahre beträgt werden einige darunter liegen und einige auch darüber.

Und die Hauptkonsumentengruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene, also auch die Gruppe, die die meisten Schäden davonträgt.

Das ist nicht sonderlich schwer zu begreifen, oder etwa doch?

Wir haben hier also 3 Begriffe, die unabhängig voneinander zu betrachten sind:
  • Erstkonsumalter
  • Hautkonsumentengruppe
  • Hirnentwicklung

----> du kannst also nicht sagen: weil teilweise 13jährige mit dem Kiffen anfangen, können 18 jährige keine Schäden davontragen

was ist das für eine seltsame Schlussfolgerung?

Novar schrieb:
???
Es wird schlichtweg von keiner Statistik unterstützt. Weder in den Niederlanden, noch in Spanien, Portugal oder den meisten Staaten in den USA hat sich ein Anstieg durch die Legalisierung von Cannabis gezeigt.

Schau sie dir doch an. Ein Negativ-Beweis meinerseits ist dahingehend nicht möglich. Ich könnte dir nur die einzelnen Daten nennen und jeweils aufzeigen, dass das in diesen jeweiligen Fällen nicht so ist, ohne Verbindung zu potenziellen anderen Fällen.

Also kannst du deine Behauptung nicht belegen.
Du kannst mir gerne auch repräsentative Daten zeigen.

Aber seltsam das du bei Belegen anderer Erbens zählst (Beeinträchtigung/Verlust) und Zusammenhänge bewusst falsch verstehst, aber deine eigenen Behauptungen mit Fakten zu füttern scheint dir nicht möglich zu sein.

Aber irgendwas muss da schon kommen, außer einem Artikel aus der "Hanf now".
 
Zuletzt bearbeitet:
Melu76 schrieb:
Dementsprechend können auch junge Erwachsene Schäden ("verblödung", psychosen) von dauerhaften Konsum davontragen.
Das ist "klar", weil "können" weit gedehnt ist. Jedoch fehlt halt in dem Thema die Forschung, insbesondere inwieweit das bei jedem Auftritt und auch in welchen Dimensionen, sprich Stärke.
Quasi die Klassifizierung der Nebenwirkungen.

Das ist ein sehr schwieriges Thema, in dem auch viele Seiteneffekte eine Rolle spielen:
der konsument konsumiert noch andere Drogen nebenbei
der konsument lebt ungesund
der iq des konsumenten
vorerkrankungen des konsumenten
weitere medikamente und eventuelle wechselwirkungen
und was oft vergessen wird: das interesse des konsumenten am test selbst
und: der "behandelnde arzt" - denn hey - wie willst du denn an patienten unter 18 wirklich "testen"?
rein wissenschaftlich gesehen sind solche sachen aktuell ganz hartes Pflaster: sehr geringe datenbasis

ps: ich will damit natürlich nicht absprechen, dass es wirklich kognitive Schäden im heranwachsenden Körper verursacht. ich will damit eher darauf hinweisen, dass es ein reines schwarz/weiß (also ist immer schädlich oder noch besser: ist für jeden gleich stark schädlich) hier nicht unbedingt gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
cruse schrieb:
Das ist "klar", weil "können" weit gedehnt ist.

weil es eine seriöse Aussage ist.
das Risiko für gewisse psychische Erkrankungen steigt um bis zu 100% z.b.

genauso wie Rauchen das Risiko für Lungenkrebs erhöht.
Niemand, außer der Tabakindustrie und hartgesottenen Rauchern, würde sagen: Rauchen ist mega gesund.

natürlich dreht jetzt nicht jeder durch der sich einen joint raucht.

aber man sollte schon wissen, das es nicht gut für ein sich entwickelndes gehirn ist, wenn es ständig mit psychoaktiven substanzen befeuert wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
um bis zu 100% von 5% chance ausgehend wäre 10% chance am ende.
das meine ich mit gedehnt^^

eine 100%ige chance auf psychische erkrankung bei konsum von marihuana halte ich für weit hergeholt.
was ist hier die basis für generelle psychische erkrankungen? bei krebs ist es angeblich 25%. also jeder 4. bekommt krebs. wie viele bekommen psychische erkrankungen?

edit: äh, ich glaub wir schweifen grad ab
 
cruse schrieb:
um bis zu 100% von 5% chance ausgehend wäre 10% chance am ende.
das meine ich mit gedehnt^^

die chance ist sehr viel geringer. 5% wären ja schon extrem viel.
aber das müsste man mal untersuchen wieviele JUgendliche/Erwachsene generell einen an der Murmel haben.

wie schon gesagt, um ernsthaft darüber zu diskutieren müss man erstmal anerkennen:


- natürlich dreht jetzt nicht jeder durch der sich einen joint raucht.

- aber man sollte schon wissen, das es nicht gut für ein sich entwickelndes gehirn ist, wenn es ständig mit psychoaktiven substanzen befeuert wird.
 
Melu76 schrieb:
wie schon gesagt, um ernsthaft darüber zu diskutieren müss man erstmal anerkennen:


- natürlich dreht jetzt nicht jeder durch der sich einen joint raucht.

- aber man sollte schon wissen, das es nicht gut für ein sich entwickelndes gehirn ist, wenn es ständig mit psychoaktiven substanzen befeuert wird.
Das ist, soweit ich das erlebe, weitgehend Konsens.

Dumm kann man sich nebenbei weit besser saufen, als kiffen (ich habe dafür recht viele Beispiele im Bekanntenkreis ... bei mir waren ab 16 mit einem mal alle Alkis ... (und einige sind das bisher nicht wieder los). Ich wurde von quasi der ganzen Familie ab ca. 10 angefixxt ... da brauchts dann garkeine halbseidenen Strassendealer mehr ... beim Alk war in meiner Generation die ganze Gesellschaft der "Pusher"

Ich bin richtig froh, dass ich denn Suff irgendwann substituieren konnte ... es mag sein, dass kiffen träge und gleichgültig macht ... aber das sollte einem Menschen echt lieber sein, als nachts kotzend nach Streit zu suchen.

Man sollte den Menschen meiner Meinung nach wenigstens die Wahl geben.
Es gibt frei erhältliche Stoffe, bei denen 1g nicht weniger tödlich ist, als bei Heroin (Nikotin), dafür wird sogar noch Werbung gemacht und es gibt einen fetten Mengenrabatt, wenn man statt 20 Sargnägeln gleich 60 kauft.
Beim Strassendealer läuft das auch so ... die größeren Beutelchen sind pro g etwas billiger (egal, was drin ist).
Beim Alk gibts das auch ... und daran stört man sich eben nicht ansatzweise so, wie wenn der Grasdealer beim Abwiegen fragt "darfs auch etwas mehr sein".

Für die meisten Kiffer ist es vollkommen wumpe, ob legalisiert wird oder nicht. Keiner von denen hat irgendwelche Probleme damit, sich zu versorgen (abgesehen von marktbedingten saisonalen Schwankungen) und wenn die Legalisierung jetzt nicht kommen würde, dann wäre das in meinem Bekannrtenkreis nur ein müdes Schulterzucken wert. Na dann halt weiter wie bisher .... Legal, Illegal, IKEA-Regal.

Es wäre nur schade um das viele auf diese weise weiterhin ziemlich sinnlos verbrannte Steuergeld.
Ergänzung ()

Zum kiffen im Strassenverkehr müssen einfach vernünftige und durch Wissenschaft gestützte Grenzwerte her.

Das, was da momentan getrieben wird, hat nicht das geringste mit der Fahrtüchtigkeit zu tun ... die meisten Führerscheine werden eingezogen, weil der Grenzwert für THC-Abbauprodukte überschritten wird ... diese Abbauprodukte sind null psychoaktiv, kosten dich aber den Lappen, wenn du letztes Wochenende mal an einer Tüte gezogen hast.

Wie lange die psychoaktive Wirkung von THC anhält, ist sogar gut untersucht. Es gibt also Daten, anhand derer man feststellen könnte, wie Fahruntüchtig jemand ist, der Gestern gekifft hat.
Aber stattdessen schaut man auf ein Abbauprodukt ... man interessiert sich also nicht wirklich dafür, ob jemand aktuell einen Rausch erlebt, während er ein Auto steuert ... dieses Privileg genießen in Deutschland nur Säufer, denn da interessiert halt nicht, ob Alkohol abgebaut wurde und wie lange das her ist ... es interessiert einzig der Alkoholpegel zum Zeitpunkt der Kontrolle.
Zur MPU muss man, weil man innerhalb der letzten paar Wochen mal ein wenig THC im Blut HATTE, und das anhand der Abbauprodukte nachweisbar ist.
Fahrtüchtigkeit my ass.
 
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DerOlf schrieb:
Ich wurde von quasi der ganzen Familie ab ca. 10 angefixxt ... da brauchts dann garkeine halbseidenen Strassendealer mehr ... beim Alk war in meiner Generation die ganze Gesellschaft der "Pusher"

und das wünscht du dir jetzt auch fürs Kiffen?

ich kannte auch Leute die aus kaputten Elternhäusern kamen, wo sich die Eltern im Beisein der Kinder morgens nen Bong geraucht haben, die Blagen waren entsprechend kaputt und selber von Kindesbeinen an am Kiffen.

Letztlich gehts hier auch wieder darum möglichst industriell (und das wird so kommen) im großen Stil richtig Kohle auf Kosten einer heranwachsenden Generation zu machen.

Das stelle ich also mal ganz massiv in Frage, inwieweit eine Legalisierung und Verharmlosung von Cannabis der Gesellschaft in der Breite nützt und nicht nur einigen wenigen, die dann im großen Stil Geld machen werden - auf dem Nacken von Jugendlichen die sowieso noch keinen Plan haben.
 
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DerOlf schrieb:
Das, was da momentan getrieben wird, hat nicht das geringste mit der Fahrtüchtigkeit zu tun ... die meisten Führerscheine werden eingezogen, weil der Grenzwert für THC-Abbauprodukte überschritten wird ... diese Abbauprodukte sind null psychoaktiv, kosten dich aber den Lappen, wenn du letztes Wochenende mal an einer Tüte gezogen hast.
..
Zur MPU muss man, weil man innerhalb der letzten paar Wochen mal ein wenig THC im Blut HATTE, und das anhand der Abbauprodukte nachweisbar ist.

das ist doch Quatsch.

Zur Mpu musst du wenn:
a) der Grenzwert von 1ng/ml aktivem THC im Blut überschritten wird
b) die abbauprodukte einen so hohen Spiegel haben das von dauerhaftem Konsum auszugehen ist. Das lässt dann schließen das die charakterliche Eignung nicht vorhanden ist ein Kraftfahrzeug zu führen.

Ich kenne viele Wochenendkiffer mit niedrigem Konsum, und einige sind angehalten und kontrolliert worden, alle haben noch ihren Führerschein weil die eben nicht jeden Tag kiffen. Einer musste ein paar Wochen nachweisen das er clean ist, das ist halt ermessen der Führerscheinstelle.

Punkt b dürfte eigentlich wegfallen wenn kiffen legalisiert wird.
der Grenzwert von 1ng/ml muss einfach auf einen Wert festgesetzt werden der etwa den 0,3 Promille entspricht.

Wie man den ohne Blutabnahme kontrolliert, keine Ahnung.
 
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