Quo vadis BTMG?

@Erathosti

dann wären wir schon beim Thema, wenn du wir von Spiritualität sprechen, dann meinen wir im Allgemeinen Geister, Geister vermitteln Informationen um es mal ganz einfach zu sagen. Jetzt bist du derjeneige der es neutral hält, daß der Mensch sich für eine spirituelle Welt öffnen kann.

Aber die allererste Frage ist doch, Woher weisst du ob die vermittelten Informationen aus einer geistigen Welt gut oder schlecht sind?

Genausowenig wie du einem Kind was lesen kann, einfach ungeprüft alles lesen lassen würdest was es in die Hände bekäme, sondern einen Lehrer bräuchtest, würdest du sagen dass gilt aber nicht für die spirituelle Welt?

Es gibt geistige Mächte die ein Interesse daran haben dass Cannabis konsumiert wird. Warum? weil es Schaden verursacht, seelischen und körperlichen. (Gehirn des Konsumenten) Ein Effekt von Cannabis ist, dass es eine Barriere aufrichtet im Verstand die gegen den Geist Gottes wirkt, ganz einfach ausgedrückt dass der Konsument sich stärker den Wirkungen der Dämonischen Geister aussetzt, und sozusagen durch Sie übertönt wird.
 
Ok, ich denke es gibt viele Facetten der Spiritualität. Bei mir ist eher der buddhistische Ansatz, sagen wir mal. Also nicht Dämonen und Geister. Ich denke beides kann man seperat als Spiritualität bezeichnen.


Das was du beschreibst, kann mit allen Substanzen passieren. D.h., nicht jeder verträgt das eine oder andere. Und es wird immer Menschen geben die Hilfe brauchen. Meist sind die Ursachen jedoch auf Probleme des Umfelds beim Heranwachsen zurückzuführen (Gewalt in der Kindheit, Vernachlässigung usw)... Somit ist das häufig nicht die Substanz selbst - sie kann die negativen Wirkungen jedoch verstärken...

Jedoch ist es bei fast allen Substanzen eine Minderheit, die gravierende Probleme entwickelt. Alkohol sticht auch hier leider wieder negativ empor...

Das alles rechtfertigt jedoch keine Verbote. Da den Problemfällen durch Verbote nicht geholfen wird - es ist noch schlimmer, die Mehrheit, hat keine problematischen Konsummuster bzw. kann damit besser umgehen. Auch sie werden mit Verboten unnötigerweise bestraft und sind dazu noch weiteren gesundheitlichen Schäden durch Streckstoffe ausgesetzt...
Die Konsumentenzahl wird durch Verbote nicht gemindert und Hilfe für die Problemfälle erschwert.
 
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Erathosti schrieb:
die Mehrheit, hat keine problematischen Konsummuster bzw. kann damit besser umgehen. Auch sie werden mit Verboten unnötigerweise bestraft und sind dazu noch weiteren gesundheitlichen Schäden durch Streckstoffe ausgesetzt...

wieso werden sie bestraft? wenn ich weiß das Streckstoffe nicht gut sind, dann lass ich es bleiben! Oder ist man der Sucht verfallen und will es nicht eingestehen?
 
Die meisten sind eben nicht süchtig und nehmen das Risiko in Kauf. Haben die letzten 100 Jahre eindeutig bewiesen. Das wird nur marginal Wenige vom Konsum abhalten, da bei den meisten Substanzen trotz diesen gefährlichen Beimischungen, insgesamt weniger passiert als bei Alkohol und Zigaretten - diese sind ganz ohne Streckmittel schon gefährlich genug.

Die meisten schweren Erkrankungen und Todesfälle bei den illegalen Substanzen haben entweder einen Zusammenhang von unbekanntembWirkstoffgehalt (analog Promille bei Alkohol) oder Streckmittel. Selbst die nicht lethalen Cannabis oder "Magic Mushrooms usw. können ausschließlich durch Streckstoffe tödlich sein (Es gibt keine lethalen Mengen, wenn in Reinheit konsumiert).

Somit potenziert das Verbot diese Gefahren. Dieses Risiko hält kaum jemand ab zu konsumieren.

Da das mit den ganzen anderen positiven Effekten einer Legalisierung einhergeht, trägt dieser Punkt zum Gesundheitsschutz bei und minimiert sogar Behandlungskosten der Krankenkassen.
 
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Erathosti schrieb:
Da das mit den ganzen anderen positiven Effekten einer Legalisierung einhergeht, trägt dieser Punkt zum Gesundheitsschutz bei und minimiert sogar Behandlungskosten der Krankenkassen.

da der regelmäßige Cannabiskonsum psychische Erkrankungen hervorrufen kann ( Depressionen, Bipolare Störungen, Psychosen ) , musst du mal erklären wie da die Behandlungskosten bei einer Legalisierung minimiert werden kann.

Und nein, dafür sind nicht die Streckmittel verantwortlich

das Argument Gesundheitsschutz scheint irgendwie vorgeschoben, denn sobald man Cannabis raucht, ist das nicht schädlich für die Lunge und man steigert nicht das Risiko COPD zu bekommen?
 
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@hotzenplot

Deine Argument wäre nur valide, wenn ein Verbot den Konsum senken würde. Was es nachweislich nicht macht.

Wie ich schrieb, verträgt das nicht jeder und diese Personen sollten das natürlich meiden. Streckmittel verschlimmern das und können selber auch Psychosen auslösen. Ebenso wie Alkohol oder eine sehr stressvolle Erfahrung, ganz ohne externe Mittel.
Ein Verbot hilft nicht, da diese Probleme mit und ohne Verbot da sind. Mit Verbot aufgrund der Streckmittel eben noch schlimmer. Ist doch logisch?

Verbot: Probleme mit den "Standard" negativen Effekten + Behandlunng von negativen Streckmitteleffekten:

Legal: Probleme mit den "Standard" negativen Effekten + ohne Behandlung von negativen Effekten von Streckmittel

Was verursacht denn nun mehr Kosten?
Ich würde mal sagen: Tor 2.


Das gesparte Geld an Behandlung von Streckmitteln + dazu noch Einsparungen bei der Exekutive und Legislative (Polizei + Juristen), könnte in die Behandlung fließen (Es werden nicht mehr, können dennoch dort ausgelagert werden) und in Präventions- u. Aufklärungsarbeit. Das wäre mal ein guter Ansatz.
Was ist daran falsch?
Klassische Win-Win Situaiton.
 
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Erathosti schrieb:
Streckmittel verschlimmern das und können selber auch Psychosen auslösen.
Falsch Streckmittel lösen keine Psychosen aus! typisches Streckmittel bei Cannabis löst Atemwegserkrankungen aus, da flüssiger Kunststoff und Zucker die Schleimhäute im Rachen usw angreifen anstatt die Psyche zu schädigen

Erathosti schrieb:
Verbot: Probleme mit den "Standard" negativen Effekten + Behandlunng von negativen Streckmitteleffekten:

Legal: Probleme mit den "Standard" negativen Effekten + ohne Behandlung von negativen Effekten von Streckmittel

Was verursacht denn nun mehr Kosten?
Ich würde mal sagen: Tor 2.

Tor 2 würde nur aufgehen, wenn die Zahl der Konsumenten bei Legalisierung stagniert, aber da die Zahlen schon bei Illegalität in den letzten Jahren in Deutschland immer weiter steigt, braucht man sich keine Hoffnung machen, das der Zenit schon erreicht ist.

Erathosti schrieb:
Das gesparte Geld an Behandlung von Streckmitteln + dazu noch Einsparungen bei der Exekutive und Legislative (Polizei + Juristen), könnte in die Behandlung fließen (Es werden nicht mehr, können dennoch dort ausgelagert werden) und in Präventions- u. Aufklärungsarbeit. Das wäre mal ein guter Ansatz.
Was ist daran falsch?
Klassische Win-Win Situaiton.
Win Win Situation wäre es nur, wenn der legale Stoff billiger ist als auf dem Schwarzmarkt und es unter 18 jährige legal bekommen würden.

wird aber nie so kommen, schon allein wegen Jugendschutz und so
 
@Pokadude
Muss ich nochmal raussuchen - hatte ich früher zur Hand bevor ich mich mit dem Thema nicht mehr beschäftigt habe.

Aber vllt. hat einer der Thread-Teilnehmer noch was parat bzw. ist bestimmt irgendwo im Thread vergraben?
Es gibt mindestens 2 gute Quellen:
Wissenschaftlicher Dienst Bundestag
Ministerium von Kanada
... soweit ich mich erinnere.


@hotzenplot
Damit belegst du ja selbst mit deiner Aussage, dass ein Verbot keinen Einfluss auf die Konsumentenanzahl hat. Ob nun legal oder illegal. Bisher wissen wir, dass im illegalen Umfeld weltweilt stetig gestiegen ist. D.h., ein Verbot hat keine Auswirkung.
Tor 2 geht immer auf, auch wenn Konsumentenzahlen steigen würden, da die Säule der Streckmittel wegfällt, sonst würden ja noch mehr Behandlungen nötig aufgrund der Streckmittel.

Somit ist es generell unerlässlich in Aufklärung zu investieren, besonders im Jugendalter (ehrliche Aufklärung ohne Verbotsumfeld). Prinzipiell können (müssen aber nicht) alle Substanzen bis zu einem Alter von etwa 21-25 schädigen. Wenn wir wieder Alkohol vs Cannabis setzten - dann schädigt auch hier Alkohol viel mehr (ohne die Folgen von einem Cannabisdauerkonsum in diesem Alter jetzt zu verharmlosen - Betonung ist auf "dauer").

Und nicht zu unterschäzten ist, die Zurückhaltung sich Hilfe zu suchen, würde sich bessern, da in einem legalen Umfeld man sich eher traut eben diese einzuholen.


Egal wie man die Kugel dreht, das Verbot hilft in keinster Weise.
 
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Erathosti schrieb:
Tor 2 geht immer auf, auch wenn Konsumentenzahlen steigen würden, da die Säule der Streckmittel wegfällt, sonst würden ja noch mehr Behandlungen nötig aufgrund der Streckmittel.
wenn bei der Legalisierung die Konsumentenzahlen steigen anstatt zu stagnieren, dann steigen auch die Behandlungskosten, auch wenn die Streckmittel wegfallen.

und so ganz nebenbei, nicht jedes Cannabis ist auf dem Schwarzmarkt gestreckt, das weißt du selber, oder holst du dein Dope nicht bei deinem Dealer des Vertrauens und kaufst es an der nächst besten Straßenecke?

Erathosti schrieb:
Somit ist es generell unerlässlich in Aufklärung zu investieren, besonders im Jugendalter
ich weiß ja nicht , ob du da in der Schule geschwänzt hast, aber Aufklärung wurde und wird betrieben!

bei mir stand damals " Wir Kinder vom Bahnhof Zoo " im Stundenkalender
 
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@hotzenplot
Passt doch. Man sieht eben ob legal oder illegal, beinflusst nicht den Anstieg. Ob es in einem seit 100 Jahren legalen Umfeld ähnlich verlaufen wäre, können wir nicht sagen. Man kann auf die heute legalisierten Regionen schauen. Auch hier besteht kein Zusammenhang. Die "Standard"-Probleme werden so oder so behandelt müssen. Der Vorteil bei legal: Behandlung von unerwünschten Auswirkungen der Streckmittel fällt weg. Ist doch super.

Aufklärung:
Naja, wenn einmal oder zweimal ein Polizist aufklärt, welcher auch noch auf äußerst seltsame Art den pro Status Quo argumentiert hat - Dann kann man das nicht als ehrliche Aufklärung bezeichnen, sondern faktenfreie Agenda eben. Dann wurde das vllt im Rahmen von irgendeinem Fach in einer Stunde der gesamten Schullaufbahn besprochen. War immerhin etwas besser, aber viel zu wenig.
Ergänzung ()

@Pokadude
Den Wissenschaftlichen Dienst habe ich wieder gefunden:
https://www.bundestag.de/resource/b...9633685a1cdc2d823525/WD-9-072-19-pdf-data.pdf

Das wurde von der CDU und der AFD beautragt :D.
Hatte wohl nicht das gewünschte Ergebnis...



Auszüge:
“dass die Verfolgung einer strikten Drogenpolitik wenig bis keinen Einfluss auf das Konsumverhalten hat”. Vielmehr “wiesen einige der Länder mit den strengsten gesetzlichen Regelungen einige der höchsten Prävalenzraten* im Hinblick auf den Drogenkonsum auf, während Länder, die eine Liberalisierungspolitik verfolgen, einige der niedrigsten Prävalenzraten aufwiesen”.


“Insbesondere im Hinblick auf die Vergleichbarkeit von Befragungsergebnissen vor und nach einer Entkriminalisierung bzw. Legalisierung von Cannabis ist darauf hinzuweisen, dass das Antwortverhalten innerhalb der gleichen Gruppe abweichend ausfallen und zu Verzerrungen führen kann. So ist die Bereitschaft zur Angabe eines Drogenkonsums möglicherweise größer, wenn es sich um legale Drogen statt illegaler Drogen handelt. Dadurch ist nicht auszuschließen, dass ein Anstieg der Konsumraten nach einer Legalisierung zum Teil auf ein verändertes Antwortverhalten der Befragten zurückzuführen ist. Zu berücksichtigen ist dieser Aspekt auch beim Vergleich von Prävalenzraten in Ländern, die den Konsum legalisiert haben, mit Ländern, in denen dieser strafrechtlich verfolgt wird.”




Belgien:
“Bezogen auf das Erhebungsjahr 2013 lag die Konsumprävalenz junger Erwachsener im Alter von 15 bis 34 Jahre in Belgien bei 10,1 Prozent und damit deutlich unter dem Wert für die Europäische Union (EU), der mit 26,3 Prozent angegeben wurde. Bereits im Jahr 2008 lag die Lebenszeitprävalenz für Erwachsene im Alter von 15 bis 64 Jahre in Belgien bei lediglich 14,3 Prozent im Vergleich zum EU-Durchschnitt in Höhe von 23,3 Prozent. Im Hinblick auf die Lebenszeitprävalenz bei belgischen Jugendlichen im Alter von 15 und 16 Jahren ist seit der Liberalisierung der belgischen Drogengesetzgebung ebenfalls ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. So ist der Wert zwischen den Jahren 2003 und 2011 von 31 Prozent auf 24 Prozent gesunken; im Jahr 2013 lag dieser bei 18 Prozent und damit erneut auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Diese Entwicklung wird als Zeichen dafür gewertet, dass die Entkriminalisierung von Cannabis keinen negativen Einfluss auf das Konsumverhalten von Jugendlichen hatte”,


Niederlande:
“Einige dieser Studien seien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Entkriminalisierung von Cannabis in den Niederlanden nicht zu einer Explosion des Drogenkonsums geführt und Drogenpolitik nur einen geringen Einfluss auf die Konsumraten habe. Auch gäbe es keinen Beweis für einen Anstieg der Konsumraten durch die Gesetzesänderung im Jahr 1976”
...
“Trotz der faktischen Entkriminalisierung von Cannabis wiesen die Niederlande eine Lebenszeitprävalenz auf, die in den vergangenen Jahren leicht über, mittlerweile leicht unter dem europäischen Durchschnitt lag bzw. liegt.”



Amsterdam vs. San Francisco
“Die Autoren kamen im Rahmen dieser Auswertung zu dem Schluss, dass es starke Ähnlichkeiten zwischen beiden Städten gäbe. So hätten sie keinen Hinweis dafür erhalten, dass die Kriminalisierung des Cannabiskonsums zu einer Reduzierung bzw. die Entkriminalisierung des Konsums von Cannabis zu einer Erhöhung der Konsums führe. Sie ziehen daraus die Schlussfolgerung, dass die Drogenpolitik einen geringeren Einfluss auf den Drogenkonsum haben könnte als angenommen.”


NL vs Kanada vs USA
“Im Hinblick auf den Konsum von Cannabis kamen die Autoren zu dem Ergebnis, dass es trotz der unterschiedlichen Drogenpolitik keine Unterschiede hinsichtlich des Konsumverhaltens zwischen den Ländern gäbe. […] Diese Ergebnisse ließen sich nach Ansicht der Autoren nicht mit der Behauptung vereinbaren, dass eine verbotsorientierte Drogenpolitik den Konsum von Drogen verhindere bzw. eine liberalere Politik zu einem Anstieg der Prävalenzraten führe.”
NL vs Rest der Welt
“die Anzahl der Coffeeshops in den Niederlanden einen moderaten Einfluss auf die Prävalenzraten gehabt habe, jedoch nicht zu einer Eskalation des Drogenkonsums geführt hätten – im Hinblick auf die Dauer und Intensität des Konsums. […] Die Autoren kommen insgesamt zu dem Schluss, dass der Cannabiskonsum in den Niederlanden auf einem niedrigeren Niveau liege, als der liberale Markt habe erwarten lassen.”


Kanada (Hinweis: unmittelbarer Effekt nach der Legalisierung - hat sich in der Zwischenzeit wieder eingependelt):
“Ein Großteil des Anstiegs ist auf den gestiegenen Konsum von Cannabis in der Gruppe der Männer im Alter von 45 bis 64 Jahren zurückzuführen. Die Ergebnisse deuten nach Ansicht von SC darauf hin, dass auch die Erstkonsumenten nach der Legalisierung von Cannabis älter waren als davor. So sei die Hälfte der neuen Konsumenten mindestens 45 Jahre alt gewesen, während im selben Zeitraum 2018 lediglich ein Drittel der neuen Konsumenten dieser Altersgruppe angehörte.”




Portugal (Hinweis: vollständige Entkriminalisierung aller Drogen, keine Legalisierung):
“Gegner der Entkriminalisierung befürchteten durch das Inkrafttreten des Gesetzes 30/2000 einen starken Anstieg der Konsumentenzahlen in Portugal. Ein entsprechender Anstieg lässt sich jedoch aus den vorliegenden Daten nicht ablesen; vielmehr habe die Entkriminalisierung nur geringen Einfluss auf die Anzahl der Konsumenten gehabt. Zwar sei die Lebenszeitprävalenz in Portugal leicht gestiegen, allerdings entspreche dies der grundsätzlichen Entwicklung in Europa. Auch läge die Lebenszeitprävalenz für den Konsum von Cannabis in Portugal bei elf Prozent und damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 26,3 Prozent. Auch sei die Lebenszeitprävalenz in der Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen in den Jahren 2007 bis 2012 von zwölf auf neun Prozent gefallen. Der Konsum von Cannabis in der letzten Zeit (recent use) sei in diesem Zeitraum ebenfalls von 3,7 auf 2,7 Prozent, der andauernde Konsum von 31 auf 28 Prozent gesunken. Studien zufolge habe es einen stetigen Rückgang der Anzahl der problematischen Drogenkonsumenten in Portugal gegeben, auch habe die Anzahl der Konsumenten, die Drogen injizieren, seit der Entkriminalisierung um mehr als 40 Prozent abgenommen.”


Sehr interssant dazu - Portugal:
“zu einer deutlichen Reduzierung der sozialen Kosten um 18 Prozent während der ersten zehn Jahre nach der Entkriminalisierung geführt.”



Studie von 2019, welche über 1,5 Millionen Schüler aus Staaten, in denen Cannabis zur medizinischen Anwendung freigegeben wurde und Staaten, in denen Cannabis als Genussmittel freigegeben wurde, nach ihrer Konsumprävalenz innerhalb der letzten 30 Tage befragte:
“Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass sich durch die Legalisierung von Cannabis (zur nicht-medizinischen Verwendung) die Wahrscheinlichkeit eines Cannabiskonsums um acht Prozent reduzierte, die Wahrscheinlichkeit eines regelmäßigen Konsums von Cannabis um 9 Prozent sank. Nach Ansicht der Autoren könne die Freigabe von Cannabis zur nicht-medizinischen Verwendung zu einer Verringerung der Konsumprävalenz bei Jugendlichen führen. Dies stimme mit den Ergebnissen anderer Studien überein und passe zu dem Argument, dass durch die Legalisierung Dealer durch lizenzierte Ausgabestellen ersetzt würden und Jugendlichen dadurch der Zugang zu Cannabis erschwert würde.”



USA - Colorado:
“So kommen die Autoren einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2017 zu dem Ergebnis, dass der Konsum von Cannabis nach der Legalisierung nicht zugenommen habe. Grundlage für diese Einschätzung waren Daten des Colorado Department of Public Health and Environment. Danach blieb der Konsum von Cannabis in den vergangenen 30 Tagen bei Erwachsenen im Jahr 2015 mit 13,4 Prozent in etwa auf dem Niveau von 13,6 Prozent im Jahr 2014. Auch hinsichtlich des Anteils der Cannabiskonsumenten unter Highschool-Schülern sei demnach kein statistisch signifikanter Anstieg feststellbar gewesen”,



USA - Kalifornien:
“einen Rückgang des Cannabiskonsums bezogen auf 30 Tage vor der Befragung. Danach sank die Prävalenzrate bei den Schülern der Klassenstufe 7 von fünf Prozent auf 2,3 Prozent, in der Klassenstufe 9 von 13,4 Prozent auf 9,5 Prozent und in der elften Klasse von 20,1 Prozent auf 16,7 Prozent; dies entspricht jeweils einem Rückgang um drei bis vier Prozentpunkte. Auch die Lebenszeitprävalenz sei nach Angabe der Autoren in den Jahren 2015-2017 im Vergleich zum Zeitraum 2013-2015 in allen drei Klassenstufen um vier (Klasse sieben) bzw. sechs (Klassen neun und elf) auf vier, 17 bzw. 32 Prozent gesunken. Der bereits in den Jahren zuvor verzeichnete Rückgang des Cannabiskonsums wurde den Autoren zufolge verstetigt.”



USA - Oregon:
“Die Autoren kommen zum Ergebnis, dass die Prävalenzrate für den Konsum von Cannabis bei den Studenten in Oregon nach der Legalisierung deutlich über den Werten vor der Legalisierung läge. Auch wiesen diese eine höhere Wahrscheinlichkeit für den Konsum von Cannabis auf als Studenten in den anderen Staaten. In diesem Zusammenhang weisen die Autoren jedoch darauf hin, dass die Studie Limitationen aufgrund einer geringen Rücklaufquote und der geringen Anzahl an einbezogenen Institutionen in Orgegon aufweise.”
 
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Erathosti schrieb:

und hier mal ne aktuelle Studie

" Die Ergebnisse der Meta-Studie des Hamburger Instituts für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung zeigen: Wo Cannabis zu Genusszwecken freigegeben wurde, steigt der Freizeitkonsum an. Jugendliche müssen aufgrund von Cannabis verstärkt medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Erwachsene suchen häufiger Notaufnahmen wegen akuter cannabisbezogener Probleme auf. Sogar die Zahl der Verkehrsunfälle unter Cannabiseinfluss steigt. Damit bestätigt die Studie, wovor die Ärzteschaft seit Jahren warnt: Die Legalisierung von Cannabis führt zur Verharmlosung einer Droge, die nachgewiesenermaßen abhängig macht und zu schweren Entwicklungsschäden gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen führen kann."

"Dazu passt, dass von der erhofften Austrocknung des Schwarzmarktes keine Rede sein kann. Drei Jahre nach der Legalisierung beschaffen sich in Kanada gerade einmal zwei Drittel der Konsumenten ihr Cannabis nach eigenen Angaben ausschließlich auf legalem Wege. In Ländern wie Uruguay liegt der Anteil des legalen Marktes bei nicht einmal 50 Prozent. Aufhorchen lassen sollte auch die Warnung der Gutachter, dass profitorientierte Unternehmen nicht nur die Verdrängung illegaler Anbieter anstreben könnten, sondern auch auf die Erschließung neuer Gruppen von Konsumierenden abzielen."


https://www.bundesaerztekammer.de/p...elegt-die-gefahren-der-cannabis-legalisierung
 
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@hotzenplot
Dem kann ich nicht zustimmen.
Die Kammer ist sowieso gegen Legalisierung aus unsinnigen Befürchtungen, die unter anderem beim wissenschaftlichen Dienst widerlegt sind.
Ministerien von Kanada haben ähnliche Erkenntnisse, muss man erst mal wühlen wo das vergraben ist...

@baytheway
Bringt es auf den Punkt.
Leider ist die Kammer eben nicht neutral und ist anti...

Edit:
Die Länder in der Studie haben schon sehr lange Erfahrungen mit einer Entkriminalisierung - Niederlande und Portugal.

Eineige US-Bundesstaaten auch schon länger mit einer vollständigen Legslisierung. Kanada und Uruguay mittlerweile auch schon einige Jahre. Die Resonanz ist positiv!

Das spricht doch für sich im Gegensatz zu einer Interpretation einer nicht neutralen Ärztekammer...
 
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hotzenplot schrieb:
Dazu passt, dass von der erhofften Austrocknung des Schwarzmarktes keine Rede sein kann. Drei Jahre nach der Legalisierung beschaffen sich in Kanada gerade einmal zwei Drittel der Konsumenten ihr Cannabis nach eigenen Angaben ausschließlich auf legalem Wege
Und jetzt der Hammer (muss man für sowas echt Mathe studiert haben?).

Das bedeutet einen Rückgang der Schwarzmarkteinkäufe um zwei Drittel. Vorher haben nämlich nie wniger als 100% den Schwarzmarkt genutzt. Das bedeutet, dass der Schwarzmarkt geschrumpft ist ... genau das, was man erreichen wollte.

Dass Wirtschaftsunternehmen ohne große Rücksicht auf gesundheitliche Folgen immer versuchen, Neukonsumenten zu finden für ihre Waren, ist beileibe keine neue Erkenntnis und gilt nicht nur für Drogen sondern für einfach alles, womit sich irgendwie Geld verdienen lässt.

Zum einen haben wir es also mit einem Allgemeinplatz zu tun. Und hinter ersterem "Kritikpunkt" steht offensichtlich die utopische Erwartung, eine Legalisierung würde den Schwarzmarkt sofort auf 0 bringen.
Sogar für Alkohol und Zigarretten haben wir einen Schwarzmarkt, weil man die In DE nunmal erst ab 16 (Bier) bzw. 18 kaufen darf.
Wenn man Jugendschutz ernst nimmt, kann man gegen einen Schwarzmarkt für Minderjährige extrem wenig tun. So blöde man das auch finden mag ... ein bisschen Schwarzmarkt wird definitiv bleiben.

@baytheway
Metastudien fassen Studien zu einem Thema zusammen.
Sie werten mehrere Studien zu bestimmten Fragestellugen aus, und geben daher eine art Überblick über den Forschungsstand.
Auf keinen Fall sollte man etwas einfach ablehnen, weil es das Ergebnis einer Metastudie war.

Diese Metastudie ist aber handwerklich einfach schlecht gemacht, denn die meisten EInzelstudien kommen zu anderen Ergebnissen ... und das bedeutet, dass diese Metastudie extrem selektiv vorgegangen sein muss, um die gewünschten Ergebnisse auch liefern zu können.
BIAS ist der Fachbegriff dazu.
 
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hotzenplot schrieb:
Jugendliche müssen aufgrund von Cannabis verstärkt medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Erwachsene suchen häufiger Notaufnahmen wegen akuter cannabisbezogener Probleme auf.
Wenn etwas nicht mehr Kriminalisiert wird, ist es offensichtlich, dass dann auch die Hemmschwelle sinkt, bei Problemen in ein Krankenhaus zu gehen. Es ist vergleichbar, wenn bei einer Straftat sensibilisiert wurde, und es dann darauf mehr Anzeigen gibt. Das bedeutet nicht, dass allein durch die Sensibilisierung es zu mehr Straftaten kommt, sondern zu mehr Anzeigen.
Und wenn man eine verbotenen Substanz konsumiert hat, und nun dadurch Probleme hat, überlegt man es sich auch zwei mal, ob man damit trotzdem zum Arzt gehe, egal wie scheiße es einem geht.

Natürlich wird wohl auch ein Teil daran liegen, dass mehr Konsumiert wird. Ich würde aber trotzdem eher Großteilig auf das Verschwinden der Disskriminalisierung tippen.

hotzenplot schrieb:
Sogar die Zahl der Verkehrsunfälle unter Cannabiseinfluss steigt.
Und bei Alkohol ist er wohl trotzdem höher. Da läuft es immer darauf hinaus, egal was man gegen Cannabis sagt, bei Alkohol ist es wohl oft doppelt und dreifach schlimmer.

hotzenplot schrieb:
"Dazu passt, dass von der erhofften Austrocknung des Schwarzmarktes keine Rede sein kann. Drei Jahre nach der Legalisierung beschaffen sich in Kanada gerade einmal zwei Drittel der Konsumenten ihr Cannabis nach eigenen Angaben ausschließlich auf legalem Wege. In Ländern wie Uruguay liegt der Anteil des legalen Marktes bei nicht einmal 50 Prozent.
Ein Schwarzmarkt verschwindet nicht, sobald etwas legal wird. In Kanada sind es jetzt fünf Jahre? Schauen wir nochmals nach 10, 15 und 20 Jahren. Und selbst dann wird es wohl noch illegales Zeug geben. Selbst in Deutschland sind etwa 5 % der Zigaretten illegal. Natürlich eine andere Hausnummer wie 33 %, aber wir reden hier ja auch von einem Markt, den es schon seit etwa 150 Jahren legal gibt.
 
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Wir können ja mal die Folgen einer Kriminalkisierung an einer Droge diskutieren, die aktuell legal ist.
Alkohol: Beispiel Bier.

Wäre Alkohol illegal, dann wäre kein Brauer mehr an irgendwelche Reinheitsgebote gebunden. Die Folge wären Inhaltsstoffe, die in "Bier nach Reinheitsgebot" nichts zu suchen haben (und das wären nicht ein paar Stoffe, sondern einfach alles) ... in der Folge wäre manches Bier ein bisschen "trippy", manches wäre gerade in großen Mengen auch einfach ungesund. Der Konsument hätte kleine große Chance, vorher schon zu wissen, was er sich mit dem Konsum antut ... was er sich da reinzieht.

Durch die Kriminalisierung würden die Kosten der Folgen des Alkoholkonsumns steigen, und die Anzahl derer, die wegen Alkoholinduzierter Probleme zu einem Arzt gehen, würde sinken (weil man dann ja zugeben müsste, etwas illegales getan zu haben).
Kurz: Es wäre wohl eine ziemliche Katastrophe ... vor allem für die Konsumenten aber auch für die ganze Gesellschaft.

Und das ist genau die Situation, die wir aktuell bei Cannabis haben ... das wird mit Blei bestäubt (um schwerer zu sein), mit Autolack besprüht (um mehr zu glitzern), gezuckert (mehr Kristalle), parfümiert, und mit chemie aufgepeppt.
Blei, Zucker und Autolacke sind Dinge, die nach Möglichkeiot nicht den Weg in Konsumgüter finden sollten ... momentan finden sie diesen Weg aber und der einzige Grund dafür, ist die Kriminalisierung und dadurch die nicht vorhandene Kontrolle der Qualität.

Eben wie bei Bier ohne Reinheitsgebot ... da kommt dann einfach alles rein, was billger ist, als Bier, solange es das Volumen erhöht oder den Rausch steigert.
Mit einem Verbot sagt der Staat, dass ihm das alles egal ist ... und er würde es sogar noch mit seiner "Schutzfunktion" begründen, die er damit eigentlich eher vernachlässigt.
Und das alles, wegen der sehr geringen Wahrscheinlichkeit, dass sich irgendwer durch ein Verbot vom Konsum abhalten lassen wird.

Legalisieren und kontrollieren ist gesamtgesellschaftlich günstiger.
 
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DerOlf schrieb:
Mit einem Verbot sagt der Staat, dass ihm das alles egal ist ... und er würde es sogar noch mit seiner "Schutzfunktion" begründen, die er damit eigentlich eher vernachlässigt.
Das ist so eine unglaubliche Verdrehung der Tatsachen. Der Staat verbietet etwas, um seine Bürger zu schützen. Die es dennoch tun setzen sich einer erhöhten Gefahr aus und der Staat ist daran Schuld?
 
Incanus schrieb:
Die es dennoch tun setzen sich einer erhöhten Gefahr aus und der Staat ist daran Schuld?
Du solltest meiner Argumentation etwas mehr Beachtung schenken.

Nicht daran, dass jemand illegale Substanzen konsumieren möchte, gebe ich dem Staat die Schuild, sondern einzig dafür, dass dieser Jenige sich einer weit größeren gesundheitlichen Gefahr aussetzen muss, weil die Qualität und die Inhaltsstoffe bei etwas illegalem eben nicht überwacht und kontrolliert werden.

Erst die Kriminalisierung ermöglicht es, einen Stoff mit allem, was irgendwie geht, zu strecken.
Ein registrierter Händler, bei dem immer wieder Autolacke oder Blei im Gras gefunden werden, wird seine Zulassung als Händler (und damit seine Existenz) verlieren. Ein illegaler Dealer verliert dadurch allenfalls ein paar Kunden, die da eben keine Lust drauf haben.

Diese Kontrolle funktioniert aber nur mit legalen Sachen ... und ich gebe dem Staat die Schuld dafür, dass er mit einem Verbot auch diese Kontrolle verhindert. Damit wird der Staat zum Mitschuldigen an streckmittelinduzierten Gesundheitsproblemen (der Hauptschuldige ist natürlich immer der, der's reinkippt ... Dealer werden ja höchstens durch eine kapitalistische Logik zum Strecken gewzungen ... das gibt halt mehr Profit).
 
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Das habe ich schon verstanden, es ist aber trotzdem eine für mich komplett verdrehte Logik. Die Schuld liegt einzig und allein beim Konsumenten, der Staat hat keine Mitschuld.
Da könnte ich ja auch dem Staat die Schuld dafür geben, dass ich mich mit einer schlecht gefertigten illegalen Waffe selber verletze. Er hätte mir den Besitz ja erlauben und die Waffe kontrollieren können.
Der Schwarzmarkt wäre zudem in Nullkommanix ausgetrocknet, wenn keiner konsumieren würde.
 
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