Quo vadis BTMG?

Man sollte aus der Geschichte lernen, vor allem aus den Opium Kriegen, in denen England China mit Drogen geflutet hat, um es zu bekämpfen. Allein dieses Beispiel reicht aus um Drogen für immer immer abzulehnen. Ich finde es beängstigend und schamlos, dass man jetzt durch die Legalisierung jeden 18 jährigen einen freifahrtschein gibt, sich in die Abhängigkeit zu kiffen. Die Eltern und Freunden fehlt eine rechtliche Grundlage Hilfe zu geben, da es nichtmehr strafbar ist. (Jeder Erwachsene kann jeder Psychotherapie einfach absagen wenn er möchte). Die Gesetze hier wurden eh zu lasch angewendet, aber früher hätte man ihn theoretisch verurteilen können zu einer Haftstrafe mit resozialisieren (was leider selten passierte)
 
Momo-CN schrieb:
dass man jetzt durch die Legalisierung jeden 18 jährigen einen freifahrtschein gibt, sich in die Abhängigkeit zu kiffen.
Siehst du da einen großen Unterschied zu Alkohol?

Momo-CN schrieb:
Die Eltern und Freunden fehlt eine rechtliche Grundlage Hilfe zu geben, da es nichtmehr strafbar ist. (Jeder Erwachsene kann jeder Psychotherapie einfach absagen wenn er möchte).
Kannst du das ausführen, das verstehe ich nicht. Welche Maßnahmen zur ungewollten Hilfe stehen jetzt aktuell bereit? Zumindest in NRW wird Besitz für den Eigenbedarf schon lange nicht mehr strafrechtlich verfolgt soweit ich weiß. Meinst du einfach Haftstrafen? (-> siehe unten)

Momo-CN schrieb:
früher hätte man ihn theoretisch verurteilen können zu einer Haftstrafe mit resozialisieren (was leider selten passierte)
Das man einen jungen Erwachsenen zu einer Haftstrafe verurteilt ist ein gigantischer Eingriff in das Leben und das machen Richter grundsätzlich soweit ich weiß nicht 'mal eben so'. Außerdem frage ich mich, was du mit 'resozialisierung' meinst, Cannabis-Abhängige sind meistens noch in die Gesellschaft integriert.
Einen süchtigen heilst du soweit ich weiß nicht, indem du ihn eine Weile wegsperrst und den Zugang zur Droge verwehrst. Der wird dann sofort wieder süchtig, wenn er raus kommt. Selbst süchtige mit Einsicht haben es schwer, von der Droge wegzukommen, ohne Einsicht ist das komplett aussichtslos. Die gehen dann auch direkt wieder zurück in ihr suchtförderndes Umfeld.
 
BeBur schrieb:
Siehst du da einen großen Unterschied zu Alkohol

Hab ich doch schon beschrieben, nur weil es ein Problem mit Alkohol gibt ist das kein Argument noch ein zusätzliches zu schaffen. Alkoholverbot klappt nicht (siehe USA), auch weil sich Alkohol einfach illegal selbst herstellen lässt
BeBur schrieb:
Das man einen jungen Erwachsenen zu einer Haftstrafe verurteilt ist ein gigantischer Eingriff in das Leben und das machen Richter grundsätzlich soweit ich weiß nicht 'mal eben so
Sag ich ja, dass die Gerichte zu lasch sind. In Haft kann man eine Suchtherapie anfangen und nach Abschluss die Freiheitstrafe erlassen oder Haftbedingungen erleichtern. Damit motiviert man eine suchttherapie anzufangen.

Wenn es keine Strafbarkeit gibt, müssen Freunde und Eltern den abhängigen dazu überreden eine suchttherapie zu starten und wie du schreibst ist das kaum erfolgversprechende, gerade wenn Einsicht fehlt.
 
Momo-CN schrieb:
Man sollte aus der Geschichte lernen, vor allem aus den Opium Kriegen, in denen England China mit Drogen geflutet hat, um es zu bekämpfen.
Jo, man sollte sich vielleicht auch etwas mehr als nur gefährliches Halbwissen aneignen, denn Opium (nicht Cannabis btw) hat Großbritannien vor allem deshalb nach China bringen wollen, um Geld zu verdienen. Der ganze Import von Seide und anderen hübschen Sachen aus China war so teuer. Man selbst hatte nichts zu bieten. Also sollte Opium die Handelsbilanz aufbessern. Dahinter steckte keine böse Verschwörung, die gesamte Bevölkerung in den Drogentod zu führen.
Das hab ich mir ehrlich gesagt auch eben nur schnell zusammengegoogelt und es gibt bestimmt noch Leute, die sich da besser auskennen. Aber für das von dir dargelegte Szenario gibt es keinerlei Anhaltspunkte, möchte ich meinen.
Momo-CN schrieb:
Ich finde es beängstigend und schamlos, dass man jetzt durch die Legalisierung jeden 18 jährigen einen freifahrtschein gibt, sich in die Abhängigkeit zu kiffen.
Was geht dich das überhaupt an, was erwachsene Menschen tun oder nicht tun?

Momo-CN schrieb:
Die Eltern und Freunden fehlt eine rechtliche Grundlage Hilfe zu geben, da es nichtmehr strafbar ist.
Weil man seine Kinder nicht anzeigen kann, kann man ihnen nicht mehr helfen? Steile These.
 
OdinHades schrieb:
Was geht dich das überhaupt an, was erwachsene Menschen tun oder nicht tun?
Ich habe einfach Mitleid mit jungen Erwachsenen die drogenabhängig werden, die es eben vor dieser Legalisierung nicht geworden wären. Jetzt wo alle strafrechtlichen Hemmnisse wegfallen wird doch erst recht damit geprahlt werden, sowas zu konsumieren. Vielleicht sogar auf Schulhöfen bei ü18 Schülern. Da entsteht bestimmt Druck mit zu machen, um „cool“ zu sein.


OdinHades schrieb:
Weil man seine Kinder nicht anzeigen kann, kann man ihnen nicht mehr helfen? Steile These.
es ist extrem schwierig jemanden zu einer Suchttherapie zu überreden (alles andere hilft nichts, auch kein kalter Entzug). Da kann so ein schuß vor den Bug (Haftstrafe) schon der Auslöser sein, der die Erkenntnis bringt eine suchttherapie zu starten.
 
Momo-CN schrieb:
Ich habe einfach Mitleid mit jungen Erwachsenen die drogenabhängig werden, die es eben vor dieser Legalisierung nicht geworden wären. Jetzt wo alle strafrechtlichen Hemmnisse wegfallen wird doch erst recht damit geprahlt werden, sowas zu konsumieren. Vielleicht sogar auf Schulhöfen bei ü18 Schülern. Da entsteht bestimmt Druck mit zu machen, um „cool“ zu sein.

Es gibt halt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass solche Szenarien eintreten würden. Sämtliche Länder, die Cannabis legalisiert haben, sind davon nicht betroffen. Warum soll es hierzulande anders sein?

Momo-CN schrieb:
Da kann so ein schuß vor den Bug (Haftstrafe) schon der Auslöser sein, der die Erkenntnis bringt eine suchttherapie zu starten.
Oder es bringt sie dazu, erst recht auf alles zu kacken, denn mit ner Vorstrafe haste vom Leben in der Regel eh nicht mehr allzu viel zu erwarten. Warum sich dann nicht fröhlich abschießen? Wobei Letzteres mit Cannabis eh gar nicht so einfach ist. Da funktioniert Alkohol besser. =P
 
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Momo-CN schrieb:
Ich habe einfach Mitleid mit jungen Erwachsenen die drogenabhängig werden, die es eben vor dieser Legalisierung nicht geworden wären.
Legaler und damit kontrollierter Konsum bzw. Abgabe von Drogen bringt mehr Vorteile als Nachteile. Nicht alle Konsument:innen sind abhängig. Wie auch bei z.B. Alkohol gibt es Menschen die Grenzen überschreiten, aus welcher Motivation heraus auch immer.
Was definitiv gegen Substanz Missbrauch jeder Art hilft ist präventive Aufklärung und Bildung durch Expert:innen.
Unabhängig von jetzt schon leicht verfügbaren Cannabis(-Produkten) gibt es eine Vielzahl an Drogen die Menschen nutzen um in Rauschzustände zu kommen. Es ist völlig unmöglich „alles“ erfolgreich zu verbieten und zu reglementieren.

Die Legalisierung begrüße ich, nicht weil ich kiffen will, sondern weil künftig THC-Präparate vermutlich eine Alternative für Medizin darstellen werden die ich jetzt einnehme.

Noch zur (Sucht-)Therapie, solange Betroffene nicht eigenmotiviert Änderung ihrer Situation wollen ist jeder Versuch vertane Zeit. Repression, zum Beispiel durch Bestrafung, ist (erwiesenermaßen) nicht zielführend. Irgendwie laienhaft durchgeführter „kalter Entzug“ kann je nach Droge und Situation teils lebensgefährlich sein, entsprechend sollte derlei nur mit medizinischer Begleitung stattfinden. Stichwort Delirium.

Falls du selbst in einer Situation bist in der du dich um z.B. Freunde oder Angehörige sorgst, such dir professionelle Hilfe in Drogenberatungsstellen.
 
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Warum nicht? Den vereinfachten Zugang ermögliche ich doch nicht, wenn ich gegen den Konsum bin. Praktisch nur Leute, die selber konsumieren feiern das.
 
Ich konsumiere nicht und feier die Legalisierung. Sie geht mir sogar noch nicht einmal weit genug.

Die Logik bleibt ganz einfach: Cannabiskonsum tut keinem weh, außer den Konsumenten selbst. Wenn die sich wehtun möchten, ist es in meinen Augen ihr gutes Recht. Da habe weder ich noch sonst irgendjemand ein Mitspracherecht.
 
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@Incanus Das ist nicht mehr als eine subjektive Schlussfolgerung.
Gründe für die Teillegalisierung wurden genannt und kann man z.B. in den FAQ auf der Seite des Bundesgesundheitsministerium nachlesen. Dass man Konsum befürworte, wird dort hingegen nicht genannt.
 
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Incanus schrieb:
Praktisch nur Leute, die selber konsumieren feiern das.
Und Menschen oder Institutionen die medizinische als auch wissenschaftliche Nutzung etc befürworten. Also insgesamt eine relativ große Gruppe, die wenig mit dem/deinem(?) typischen Stereotyp gemein hat.
 
Was hat denn medizinische oder wissenschaftliche Nutzung, die jetzt schon problemlos möglich ist mit freiem Zugang für alle zu tun?
 
Incanus schrieb:
die jetzt schon problemlos möglich
Uff...
Wenn du auch nur einen einzigen Fall kennen wuerdest, wuesstet du, das medizinisches Marijuana alles andere als unproblematisch ist.
Nicht nur das alles andere aus der Medizion versagt haben muss bevor du es verschrieben bekommst, du musst auch erstmal eine Apotheke finden die es dann auch herausgibt, denn es gibt viele die das nicht machen.
 
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Incanus schrieb:
die jetzt schon problemlos möglich
Nichts daran ist problemlos. Wenn du keine Übernahme der KK hast, bist du schnell bei 500€ im Monat bei Bezug über die Apotheke.
 
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@Incanus
Es ist kein freier Zugang für „alle“ geplant. Selbstverständlich wird die Gesetzesänderung viele Dinge erleichtern, problemlose Nutzung ist nicht möglich im medizinischen und wissenschaftlichen Bereich, sondern die Hürden aus meiner Sicht (noch) zu hoch.
Mein Behandler kann mir nicht „einfach so“ Medikamente verschreiben die in anderen Ländern zugelassen und leichter zugänglich sind. Der Papierkrieg steht im Moment in keinem Verhältnis.
 
OdinHades schrieb:
Die Logik bleibt ganz einfach: Cannabiskonsum tut keinem weh, außer den Konsumenten selbst. Wenn die sich wehtun möchten, ist es in meinen Augen ihr gutes Recht.
Im besten Fall, ja.

Prinzipiell ist mir die Legalisierung auch egal, aber zu behaupten, es würde nur die Personen selbst betreffen, beschreibt die Auswirkungen des Konsums nur teilweise, genauso wie beim Alkohol. Bekifft oder besoffen können Leute trotzdem mit dem Auto fahren und andere Leute gefährden.
 
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Momo-CN schrieb:
Vielleicht sogar auf Schulhöfen bei ü18 Schülern. Da entsteht bestimmt Druck mit zu machen, um „cool“ zu sein.
Ähm, besuche mal ein paar Schulen und guck' in die "geheime" Raucherecke. Also die Ecke, indem die Schüler schnell die Zigarette ausmachen, wenn ein Lehrer zu nah kommt.

Anekdotische Evidenz: Bei mir wurde schon gekifft und das ist über 12 Jahre her. Bei mir wurde auch "gedealt". Und das war kein sozialer Brennpunkt. Auf der gymnasialen Oberstufe ebenso.

Man kann das jetzt ignorieren, dass das schon stattfindet und weiterhin kriminalisieren. Die Tatsache, dass es schon seit etlichen Jahren so ist, wird aber deshalb nicht einfach despawnen.

Vielleicht sollte man das Thema Menschen überlassen, die davon Ahnung haben und nicht sich selbst, weil man einfach eine persönliche Abneigung gegenüber Cannabis hat. Das lässt Daten und Fakten auch nicht einfach verschwinden.

Wichtig ist, dass es gut reguliert wird. So kann man junge Menschen dann aufklären und betroffene Menschen helfen.

Wenn ich schon lese, dass wir sie einfach in den Knast stecken sollen, weil jemand kifft. 😂

Hier wird ein Bild aufgebaut, als wenn es sich um die übelsten Straftäter handelt und diese im Knast resozialisiert werden müssen.

Und das alles, während Söder auf dem Oktoberfest das Maß Bier in die Kamera hält, Leute kotzend auf den Wiesen liegen und Menschen angegrabbelt werden. Ja sicher.
 
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