Quo vadis BTMG?

Hallo

Incanus schrieb:
Eigenartiger Vergleich, in welcher Form kann man Cannabis trinken?
In flüssiger Form als Getränk, hier ein paar Rezepte: https://www.zamnesia.de/blog-top-5-cannabisgetranke-n1892
Man kann Cannabis rauchen und essen und trinken, es gibt sehr viele Rezepte für Cannabis Gerichte und Getränke.

MAYvonBlei schrieb:
Kiffen ist keine "medizinische Anwendung".
Erzähl das mal den Patienten die Cannabis zur Schmerzlinderung/Beruhigung/Abschwächung von Ihrem Arzt verschrieben bekommen haben.

MAYvonBlei schrieb:
Rauch gehört in keine Lunge, Krebs empfinde ich nicht als "geringes Risiko"
Beim rauchen von Cannabis ist Nikotin das größere Risiko als Cannabis wenn es um Lungenkrebs geht, also besser den Tabak als das Cannabis weglassen.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Erzähl das mal den Patienten die Cannabis zur Schmerzlinderung/Beruhigung/Abschwächung von Ihrem Arzt verschrieben bekommen haben.


Grüße Tomi
Da ich eher nicht glaube, dass "Cannabis" tatsächlich nach modernster Sachkenntnis das zu bevorzugende Wundermittel ist, auf die Schnelle mal der hier:

Nur geringer Effekt auf chronische Schmerzen​


Cannabinoid-Präparate haben kaum Effekte auf chronische Schmerzen, zeigt eine aktuelle Metaanalyse. Demnach haben THC-dominierte Präparate eine mäßige Wirkung bei deutlichen Nebenwirkungen. CBD-Präparate dagegen bewirken gar keine Schmerzlinderung. (...)
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/nur-geringer-effekt-auf-chronische-schmerzen-161556/

Es sei jedem Leidenden gegönnt - bis hin zu "komplett von der Krankenkasse finanziert" - aber nüchtern betrachtet bleibt "cannabis" in den allermeisten Fällen medizinisch komplett vermeidbar, ohne dabei einen erhöhten Nachteileffekt zu haben.
 
Hallo

Laie1 schrieb:
Da ich eher nicht glaube, dass "Cannabis" tatsächlich nach modernster Sachkenntnis das zu bevorzugende Wundermittel ist,
Es ist natürlich nicht das bevorzugte Wundermittel, es ist aber auch kein wirkungsloses Placebo oder wieso gibt es Cannabis auf Rezept vom Arzt ?
Es ist aber ein gutes Mittel wenn andere Medikamente nicht den erhofften Erfolg bringen oder der Patient die anderen Medikamente nicht gut verträgt.
Der Onkologe bei uns im Krankenhaus verschreibt z.B. Cannabis oft seinen Krebspatienten, alleine weil die schon genug mit Chemie vollgepumpt werden.
Bei Tourette/ADHS wird z.B. Cannabis verschrieben und da hilft Cannabis gut, normale Medikamente wirken oft mäßig oder beeinträchtigen die Psyche stark.
Medikamente können fiese Nebenwirkungen haben, ich habe z.B. Diabetes, von einem Medikament bekam ich Durchfall und von einem anderen Verstopfung.

Grüße Tomi
 
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@Tomislav2007 Deine Expertise in allen Ehren, aber Du hast die von mir verlinkte Metastudie gelesen und verstanden? Wir reden hier nicht über anekdotische Evidenz...
 
@Laie1 Mit Exilby kommt demnächst ein Fertigarzneimittel auf den Markt. Der Wirkstoff ist ein standardisierter pflanzlicher Vollspektrum-Cannabisextrakt. Dessen pharmakologische Hauptbestandteil ist übrigens THC.

Grundlage der Zulassung sind zwei randomisierte, kontrollierte Phase-3-Studien mit insgesamt mehr als 1200 Patienten. In einer in „Nature Medicine“ veröffentlichten pivotalen placebokontrollierten Phase-3-Studie zeigte Exilby eine signifikante und über zwölf Monate anhaltende Schmerzreduktion. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Patientinnen und Patienten mit neuropathischen Schmerzen und damit genau jener Gruppe, die nun von der Zulassung umfasst ist und als besonders schwer zu behandeln gilt. Neben der Schmerzreduktion verbesserten sich auch zentrale Begleiterscheinungen chronischer Schmerzen wie Schlafqualität und Mobilität.

In einer zweiten, in „Pain & Therapy“ veröffentlichten Phase-3-Studie zeigte Exilby im direkten Vergleich zu Opioiden sowohl eine bessere Schmerzreduktion als auch eine überlegene Verträglichkeit, besonders in Bezug auf typische Magen-Darm-Beschwerden wie chronische Verstopfung. In der Studie durfte der Arzt in der Kontrollgruppe unter den verschieden stark und verschieden wirksamen Opioiden frei wählen und auch wechseln in der Zeit. In der Verum-Gruppe wurde Exilby verabreicht.

Über das gesamte Phase-3-Programm hinweg zeigte Exilby laut Hersteller eine gute Verträglichkeit und keine Hinweise auf Abhängigkeit oder Missbrauchsrisiken. Auch eine Dosiseskalation oder Entzugssymptome wurden nicht beobachtet.
https://www.apotheke-adhoc.de/rubri...lby-cannabis-fertigarzneimittel-ab-september/

Die Tatsache das Exilby eine Zulassung erhalten hat widerspricht deiner Metaanalyse.
 
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Lipovitan schrieb:
Die Tatsache das Exilby eine Zulassung erhalten hat widerspricht deiner Metaanalyse.
Nur um es klarzustellen: Ich habe lediglich eine "Metanalyse" zitiert.

"​


Cannabinoid-Präparate haben kaum Effekte auf chronische Schmerzen, zeigt eine aktuelle Metaanalyse. Demnach haben THC-dominierte Präparate eine mäßige Wirkung bei deutlichen Nebenwirkungen. CBD-Präparate dagegen bewirken gar keine Schmerzlinderung. (...)
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/nur-geringer-effekt-auf-chronische-schmerzen-161556/



30.12.2025 18:00 Uhr

Aber ok @Lipovitan, vielleicht wurde ja jetzt endlich das Wundermittel amtlich bestätigt...keine weiteren Fragen....
 
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Laie1 schrieb:
Nur um es klarzustellen: Ich habe lediglich eine "Metanalyse" zitiert.
Mir ist schon klar, warum du die Metaanalyse verlinkt hast: Du willst zeigen, dass Cannabis bei Schmerzen generell nichts taugt. Und genau da beweist Exilby jetzt das Gegenteil.

Deine Studie schaut halt in den Rückspiegel. Da wurden haufenweise unstandardisierte Präparate und alle möglichen Schmerzarten in einen Topf geworfen. Dass da im Durchschnitt kein messbarer Effekt rauskommt, wundert niemanden.

Exilby liefert jetzt genau das, was du unter "modernster Sachkenntnis" verstehst. Das BfArM erteilt keine Zulassung für ein Fertigarzneimittel (das dann auch von den Kassen bezahlt wird), weil jemand fest dran glaubt. Dafür braucht es handfeste, placebokontrollierte Phase-3-Studien. Der Hersteller musste harte klinische Endpunkte erreichen und hat das auch geschafft: Die Studien belegen ganz klar eine signifikante und langanhaltende Wirkung bei chronischen Kreuzschmerzen.

Heißt unterm Strich: Dass der pauschale Einsatz von irgendwelchen Cannabis-Blüten oft nichts bringt, belegt deine Studie völlig zurecht. Aber die Zulassung von Exilby zeigt, dass deine Skepsis gegenüber spezifischen, standardisierten Extrakten durch die aktuelle Studienlage schlichtweg überholt ist.
 
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@Lipovitan Sorry, Überschneidung. Mal kurz ohne viel Nachzudenken: Nein, ich wollte nicht "Du willst zeigen, dass Cannabis bei Schmerzen generell nichts taugt. Und genau da beweist Exilby jetzt das Gegenteil...."

Ich wollte lediglich meiner Intuition folgend belegen, dass Cannabis auch heutzutage sicher nicht ein mehrheitsfähig probates Mittel der Allgemeinmedizin ist, so wie zuvor dargestellt.

Anschließend interessant wären Zahlen, wer mit oder ohne entsprechende Erfahrung welcher Medikation in welcher Situation zustimmt...(bzw. danach fragt)
 
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Hallo

Laie1 schrieb:
aber Du hast die von mir verlinkte Metastudie gelesen und verstanden?
Ja, und wie sieht es mit dir aus ? Cannabis als Kassenleistung auf Rezept gibt es seit 9,5 Jahren, wir stehen da am Anfang.
Wir müssen noch raus finden wo es gut wirkt und wo es weniger/nicht wirkt, es gibt negative Studien und positive Studien.
Die positiven Studien scheinen zu überwiegen oder wieso wird es von Ärzten verschrieben und von Krankenkassen bezahlt ?
Glaubst du das jedes normale Medikament bei jedem gleich gut wirkt und das niemand eine der Nebenwirkungen bekommt ?
Das erinnert mich an die Corona Schwurbler die büllten: Laßt euch bloß nicht impfen, Ihr werdet impotent, sterben und Zombies.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Hallo


Das erinnert mich an die Corona Schwurbler die büllten: Laßt euch bloß nicht impfen, Ihr werdet impotent, sterben und Zombies.

Grüße Tomi
Joa, das hast du jetzt aber volltoll ganz brilliant abschließend argumentiert....Bist mir nicht bös', wenn ich darauf keine Zeit verschwende,gelle....;-)
 
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Hallo

Laie1 schrieb:
Bist mir nicht bös', wenn ich darauf keine Zeit verschwende,gelle....;-)
Das macht auch keinen Sinn mehr nachdem du...

Tomislav2007 schrieb:
wieso gibt es Cannabis auf Rezept vom Arzt ?
Tomislav2007 schrieb:
wieso wird es von Ärzten verschrieben und von Krankenkassen bezahlt ?
...der entscheidenden Frage zweimal ausgewichen bist.

Es ist einfach ein Fakt das Krankenkassen nur das bezahlen wo es eine Erfolgsaussicht auf Heilung/Besserung/Linderung gibt.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Krankenkassen nur das bezahlen wo es eine Erfolgsaussicht auf Heilung/Besserung/Linderung gibt.
Ich gebe dir im Kern recht. Nur haben die auch in gewissen Bereichen auch für Homöopathie bezahlt…was zum Glück nun endlich vorbei ist.
 
Ich finde bezahlt werden sollte, was den Menschen hilft und das kann bei Homöopathie schon der Fall sein, auch entgegen allen rein chemischen Analysen.
Manchmal eher, als bei klassischen Medikamenten, die zwar für das eine helfen, aber das andere verschlimmern, wogegen es ein weiteres Medikament gibt, was dann leider aber folgende Nebenwirkungen hat, wofür es aber wieder etwas gibt…
Wenn ich sehe welche Einschränkungen (Schmerzen, Tremor, Muskelversteifungen) mein Schwiegervater hatte, weil seine Hausärztin meinte, seine Cholesterinwerte seien zu hoch und dagegen müsse man was machen. Wurde alles von der Krankenkasse bezahlt. Nach dem Absetzen hat er dennoch nun mehr Lebensqualität mit seinen 85 Jahren. Auch wenn er möglicherweise ein wenig kürzer leben könnte.
 
Hallo

knoxxi schrieb:
Nur haben die auch in gewissen Bereichen auch für Homöopathie bezahlt…was zum Glück nun endlich vorbei ist.
Medikamente/Behandlungen/Therapien kommen und einige gehen halt wieder, neues muss man halt ausprobieren.
Zum Glück gibt man neuen Dingen eine Chance und wenn es nicht den erhofften Erfolg bringt verschwindet es wieder.
Ich finde es positiv wenn man andere Wege versucht und nicht immer nur zu Medikamenten mit Nebenwirkungen greift.
Es ist so das man Medikamente an Menschen testen muss um die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen heraus zu finden.
Cannabis auf Rezept gibt es seit ca. 9,5 Jahren, wir sind da am Anfang, das kann ein Gamechanger werden oder verschwinden.

Incanus schrieb:
Ich finde bezahlt werden sollte, was den Menschen hilft und das kann bei Homöopathie schon der Fall sein, auch entgegen allen rein chemischen Analysen.
Homöopathie hat nun mal keine medizinisch höhere Wirkung als Placebos und deswegen wird Homöopathie nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt.
Du glaubst gar nicht wie oft bei uns im Krankenhaus nach Tabletten süchtige Patienten nur ein Placebo bekommen und sich direkt besser/gesünder fühlen.
Die schlucken das Placebo und 2 Sekunden nach der Einnahme sagen die schon das es ihnen besser geht, abgesehen vom Placebo ist das gar nicht möglich.
Die hart gesottenen bekommen ein Placebo in Form einer isotonischen Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %) gespritzt und die fühlen sich auch direkt besser/gesünder.
Ja Medikamente helfen, aber die Dosis macht das Gift und mit Tabletten übertreiben ist nicht gut, mit kaputter Niere will man nicht auf der Dialysestation enden.

Grüße Tomi
 
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