Quo vadis BTMG?

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@ Jelais99

Wer süchtig oder abhängig ist, soll von solchen Projekten natürlich auch Gebrauch machen können.
Und wenn das vernünftig gemacht wird (nicht so wie aktuell in der sogenannten "Heroinstudie", wo die Leute jeden Tag zwei bis dreimal antanzen müssen, weil man ihnen nichts mit nach Hause geben will), so dass die Konsumenten auch gerne vom Angebot Gebrauch machen, dann wird die Anzahl derer, die immernoch auf den Straßenhandel angewiesen sind, sehr gering sein.
Und ob sich mit so wenigen Menschen noch wirklich ein gutes Geschäft machen lässt, darf doch bezweifelt werden. Die Kriminalität würde also doch sehr deutlich zurückgehen. Damit wäre schonmal viel gewonnen.

Es gibt so gut wie nie 100%ige Lösungen. Solltest du dir vielleicht mal merken. ;)
 
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Andiac, Du musst mich nicht belehren. Mir ist bewusst, dass es keine Lösung gibt die 100% passend ist oder alle Probleme löst, allerdings ist Deine Sichtweise sehr eindimensional. Allein mit einer staatlichen Abgabe ist es nicht getan. Diese Lösung ist auch nicht für alle geeignet.
Zu der Erkenntnis kommen auch andere:

Vergleichsstudien zwischen Methadon und Heroin aus den Niederlanden und aus Deutschland weisen darauf hin, das bei schwer verwahrlosten Heroinabhängigen, bei denen andere Therapien (wie Methadon) bereits versagt haben, eine Heroingestützte Behandlung bessere Resultate zei-tigt. Dies bedeutet umgekehrt aber keinesfalls, dass die Methadonbehandlung wirkungslos wäre. Im Gegenteil ist Methadon im Verbund mit psychosozialer Betreuung eine äusserst wirksame Behandlung für ein breites Spektrum von Heroinabhängigen. Deshalb besteht die einhellige fach-liche Auffassung, dass Heroingestützte Behandlung erst ins Auge gefasst werden sollte, wenn die Möglichkeiten anderer Behandlungsformen (Entzug, Rehabilitation, Selbsthilfe, Methadon-substitution) erfolglos ausgeschöpft wurden.
Quelle: Fragen und Antworten zur Heroinabgabe. Der Link zu dem PDF File gibt es hier:http://www.infoset.ch/de/MainFrame.shtm?item=BeSubst3

Demnach ist die staatliche Heroinabgabe das letzte Mittel für den Personenkreis der Schwerstabhängigen. Will man wirklich den menschen helfen, dann reicht es nicht nur zu legalisieren. Es muss das gesamte Spektrum angeboten werden. Dass die staatliche Abgabe in der Schweiz das eigentliche Ziel, dadurch eine höhere Abstinenzrate zu erreichen, dürfte Dir auch bekannt sein. Aber diese Zielsetzung sollte auch weiterhin bestehen. Daher müssen auch die bisherigen Konzepte mit eingebunden werden.
Die akzeptierende Haltung, die sich hinter dem Konzept der Schweiz verbirgt, ist meiner Meinung nach nur für die sinnvoll, die so schwer abhängig sind, dass eine völlige Abstinenz unrealistisch bzw. nur eine Suchtverlagerung (Kokain, Alkohol) zu erwarten ist. Aber bei diesem Personenkreis sollten dann auch andere Hilfsangebote z.B. im Rahmen der Eingliederungshilfe mit eingebunden werden. Da es bereits Ambulant Betreutes Wohnen auch für Suchtkranke gibt, dürfte es diesbezüglich keine Versorgungslücke geben.
 
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Wieso ist meine Sichtweise zu eindimensional, wenn ich mich für Legalisierung/Entkriminaliserung ausspreche?
Btw. hab ich schon mehrmals geschrieben, dass Therapieangebote und psychosoziale Betreuung etc. natürlich auch dazu gehören.
Da stimm ich dir voll und ganz zu.

Demnach ist die staatliche Heroinabgabe das letzte Mittel für den Personenkreis der Schwerstabhängigen.

Mit der Frage würde ich mich ggf. mal genauer auseinandersetzen. Denn Methadon hat etliche Nebenwirkungen (u.a. starke Depressionen, Organschädigungen, etc.), die Heroin nicht hat. Es macht auch deutlich stärker körperlich abhängig.
 
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ansich ist es schon richtig das Cannabis der Gesundheit weniger schadet als Zigaretten oder Alkohohl, es macht auch nicht körperlich abhängig. Allerdings macht es viele psychisch abhängig.

Kenne 2 Leute aus meinen eher entfernten Bekanntenkreis die seit Jahren täglich kiffen. Einfach aus langeweile, weil sie sonst nicht wissen was sie machen sollen.
Der eine hats immerhin gerafft(nachdem er sein Job deswegen verloren hat) und ist jetzt in einer Entzugsklinik.
Der andere kifft weiter wie immer. Er kommt von der Arbeit, raucht sich die Birne dicht und das wars.
Er bekommt die einfachsten Sachen nicht mehr hin ,weil er nur breit aufm Sofa liegt wenn er zu hause ist. Die Wohnung sieht aus wie sau, Wäsche steht 1 Woche draußen aufm Wäscheständer, er hat nicht mal geschafft nach einem Umzug seinen alten DSL Vertrag zu kündigen..eine Email würde schon reichen...kurz um mit dem Kerl ist nichts anzufangen wenn er geraucht hat.

Er selbst mal gesagt dass er weiss dass die Kifferei mist ist und er am liebsten aufhören will, aber er weiss sonst nichts mit sich anzufangen wenn er zu Hause ist, deshalb kifft er.


So harmmlos ist Cannabis also nicht, daher bin ich klar gegen eine Legalisierung.
 
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@ modrip .. deine kollegen sind einfach schwach, das ist eine karraktereinstellung und hat nichts mit cannabis zu tun ;) .. und du denkst da du zwei kennst es auf die breite masse anwenden kannst ? ;) vergiss das !

ich kenne auch einige ;) die kiffen und die haben das studium in der tasche ;) arbeiten und sind gesund ;)

irgendwie stimmt da auch was nicht ;) was du schreibst .. wie kann jemand zur arbeit gehen und kann die einfachsten sachen nicht erledigen ? (also arbeiten gehen ist schon mal... viel mehr als 3 millionen harz4 ämpfänger es hinbekommen)

irgendwie geht es an den meisten vorbei dass man, ob es legal ist oder eben nicht es so oder so raucht ;) .. verbote schrecken hier nicht davon ab! was ist daran so schwer zu verstehen ?

hanf ist harmlos in vergleich mit allen anderen was man kennt! sogar kaffe macht süchtiger wenn man es jahre und täglich konsumiert.

es geht darum dass cannabis es nicht wert ist zu verbieten und es unmengen an geld verschlingt dagegen zu kämpfen und leute kriminell zu machen die es garnicht sind!

deswegen legalisierung
 
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@ modrip


Denk nochmal nach, was du geschrieben hast!
Dein Kumpel hat ein Problem: Er weiß mit sich nichts anzufangen. Das Problem hat er aber so oder so. Gut. Und nun kifft er, um sich die Langeweile zu verttreiben.
Was würde er nun tun, wenn er nicht kiffen könnte? (so wäre es ja in der Wunschvorstellung der Verbotsbefürworter, auch wenn die Vorstellung eben irreal ist. Denn kiffen tun die Leute ja dennoch)
Entweder würde er schwerste Depressionen bekommen und dann andere Medikamente benötigen, die sicherlich auch nicht wirklich gesund sind. Vielleicht würde er auch auf noch viel dümmere Gedanken kommen. (der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt).
Dass er nun aber aus heiterem Himmel gesund werden würde, glaube ich nicht.

Deshalb muss man es klar so sehen: Der Mensch hat ein Problem. Und für ihn ist das Kiffen eine Art von Eigentherapie.
Sollte man ihn dafür kriminalisieren, so dass seine Probleme noch viel größer und schlimmer werden?

@ unter mir: Danke! Hatte ich noch garnicht gesehen. ^^
 
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Gratuliere zum Beitrag 2000 :D @ andiac ;)
 
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Andiac, Du tust gerade so als habe Heroin keine Nebenwirkungen. Nicht nur die Streckmittel verursachen Nebenwirkungen. Heroin ist ein Opiat und hat daher auch wenn es in reiner Form ärztlich verbabreicht wird treten doch auch erhebliche Nebenwirkungen auf. Depressionen gibt es auch bei nicht substituierten Abhängigen in erheblichem Ausmaß. Ob dies nun nur an den Lebensumständen liegt, oder ob eine Disposition zu solchen Erkrankungen vorliegt oder ob es am Heroin oder Methadon liegt lässt sich mit Sicherheit nicht immer pauschal sagen, sondern bedarf eine Betrachtung des Einzelfalles.

Suchterkrankungen sind ähnlich wie psychische Erkrankungen ein komplexes Thema, da Betroffene einen komplexen Hilfe- und Behandlungsbedarf haben. Ein einziges Konzept oder eine einzige Behandlungsmethode ist bei so einer Problematik wenig zielführend. Welche Behandlungs- und Therapiemethode zum Einsatz kommt, hängt auch immer vom Einzelfall und der Betrachtung seiner Lebensverhältnisse, seiner Suchtstrukturen und seines Krankheitsbildes ab. Es gibt auch viele Betroffene die eine sogenannte Doppeldiagnose (Suchterkrankung und psychische Erkrankung) aufweisen. Polytoxikomanie ist ebenfalls keine Seltenheit. Das zeigt dass es ein breitest Spektrum an medizinischen und therapeutischen Behandlungskonzepten sowie einer intensiven psychosozialen Begleitung notwendig ist um dem oft sehr komplexem Hilfebedarf gerecht zu werden. In den Studien zur Heroingestützten Behandlung konnte z.B. nicht eindeutig geklärt werden, ob die Verbesserung der Lebensumstände nur der Verbreichung von Heroin zuzuschreiben sind oder ob die begleitenden Maßnahmen nicht auch einen wesentlichen Anteil haben.
Ich selbst habe durchaus Erfahrungen mit dem Personenkreis, wenn auch nicht so intensiv wie die Drogenberatungsstellen. Aber das Klientel mit dem ich arbeite, weist neben den psychischen Erkrankungen zum Teil auch erhebliche Suchtstrukturen auf. Dabei sind "harte Drogen" wie Heroin auch nicht unbedingt selten. Allein die sozialpädagogische Begleitung und Intervention trägt doch deutlich zur Stabilisierung bei. Diese Erfahrungen machen auch Institutionen (z.B. die Drogenberatungsstelle, die ihrerseits auch Ambulant Betreutes Wohnen für Suchterkrankte Menschen anbieten)mit denen wir kooperieren. Aber auch die Substitutionsprogramme tragen erheblich dazu bei. Sicher reicht das in einigen Fällen nicht aus. Aber für die Menschen, die von einer Methadonbehandlung nicht profitieren, wäre eine die Heroingestützte Behandlung ein wichtiger Bestandteil im Hilfesystem.
Aber auch Studien zeigen dass, gerade die Psychosoziale Begleitung einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg der Behandlung haben.
Die Substitutionsbehandlung mit Heroin hat sich im Laufe ihrer Entwicklung von einer
blossen (oder vorwiegenden) Opiatabgabe zu einer Therapie mit einem pharmakologischen
und verschiedenen weiteren Bestandteilen entwickelt. Sie eignet sich vornehmlich
für langjährig schwer Heroinabhängige, die zuvor andere Therapien bereits erfolglos
versucht hatten. Die referierten Arbeiten geben einen ersten Hinweis darauf, dass die
(psychosoziale) Begleitbehandlung eine wichtige aktive Ingredienz des Gesamtpakets
darstellt und neben der adäquaten Dosierung des Substitutionsmedikaments zum Behandlungserfolg
beiträgt.

Quelle:http://www.klinische-sozialarbeit.ch/Hosek, M. PSB in HeGeBe.pdf

Ein weiterer Hinweis auf die Bedeutung begleitender Maßnahmen geben die unterschiedlichen Ergebnisse der einzelnen Länder. Während in der Schweiz und in Deutschland die Ergebnisse recht positiv ausfallen, sind die aus England sehr ernüchternd. Während in der Schweiz und in Deutschland eine Begleitbehandlung verpflichtend war, mussten in England niemand daran teilnehmen. Zudem war dort die Begleitung (in den Fällen wo sie statt fand) weniger intensiv. Heroin und Methadon wurde dort häufig nur in Apotheken ausgegeben.

Es ist auch zu kurzsichtig zu glauben, dass sich dadurch allein der Drogenkonsum reduzieren lässt. In der Schweiz hat der Drogenkonsum zwar abgenommen, aber das hat er auch in anderen Ländern.
Die Schweiz spielte und spielt mit ihrer liberalen Drogenpolitik und insbesondere beim heroingestützen Behandlungsmodell eine Vorreiterrolle. Nun lässt sich feststellen, dass der Konsum von Heroin in der Schweiz seit Mitte der 90er Jahre deutlich rückläufig ist. Diese Entwicklung wird gerne als direkte Folge drogenpolitischer Massnahmen gedeutet. Mit Blick auf die hier aufgezeigten internationalen Tendenzen scheint diese Annahme jedoch gewagt. Dass der Heroinkonsum in der Schweiz sowie in den meisten westeuropäischen Ländern zurückgeht, ist sehr positiv. Dass in der Schweiz alle zwei Tage jemand an den Folgen des Drogenkonsums stirbt, zeigt, dass Massnahmen der Überlebenshilfe noch keineswegs überflüssig sind.
Quelle: http://www.sfa-ispa.ch/DocUpload/Maag.pdf

Aber ich denke, dass Du es Dir zu einfach machst, indem Du dieses Modell als "Allheilmittel" darstellst, das alle anderen Behandlungs und Therapiekonzepte überflüssig macht. Und das meinte ich damit, dass Du es eindimensional betrachtest. Versteh mich nicht falsch, ich unterstütze die Heroingestützte Behandlung, sehe aber auch, dass dies alleine nicht ausreicht bzw. dass sie nicht die Gültigkeit anderer Konzepte aufhebt. Es ist eine notwendige Ergänzung. Nicht mehr aber auch nicht weniger.
 
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Da hast du mich falsch verstanden. (warum überhaupt?)
Ich halte die Heroinvergabe keineswegs für den einzigen möglichen Weg für die Betroffenen. Das habe ich auch nirgendwo behauptet. Ich halte die Entkriminalisierung allerdings ähnlich wie du für absolut notwendig.
Natürlich bin ich dafür, dass der Hilfesuchende sich (in Absprache mit einem Arzt und/oder Sozialarbeiter o.ä.) aussuchen kann, ob er es nun mit Methadon, Subutex, Morphin oder Heroin versuchen möchte.
Das Problem ist ja, wie du auch erkannt hast, sehr komplex, und von Person zu Person etwas unterschiedlich.
Leider sind unter den Methadonpatienten sehr viele, die nicht darauf verzichten können, von einer Substanz auch wirklich etwas spüren zu können. Deshalb muss man sich nicht wundern, wenn viele der Methadonsubstituierten noch Beikonsum haben. In solchen Fällen muss man sich die Realität mal vor Augen halten: Man hat sie durch die Methadonsubstitution zusätzlich von einem Mittel abhängig gemacht, von dem es nochmal deutlich schwerer ist, zu entgiften. Ich halte das für extrem kontraproduktiv und eigentlich sogar für kriminell. Auch wenn es nicht illegal ist. Aber die Realität ist doch, dass man extrem hilfebedürftigen Menschen ein bessere Leben verspricht, indem man ihnen ein Mittel verabreicht, von dem sie noch viel weniger wegkommen können, als von ihrer eigentlichen Droge, dem Heroin.
Ich halte an der Stelle das Morphin für das wohl güsntigste Mittel. Es macht nicht stärker abhängig als Heroin. Es wirkt sehr lange. Und es verursacht auch keine Depressionen (wie Methadon). Depressionen sind ja auch keine leichte Nebenwirkung, die man mal so eben in Kauf nehmen kann. Sie enden oft genug sogar tödlich.
Heroin verursacht übrigens auch keine Depressionen. Das weiß ich ganz sicher. Es wirkt sogar antidepressiv. U.a. ein Grund, warum es von einigen so gerne genommen wird.

Dass die Zahl der Heroinkonsumenten in der Schweiz nach Einführung der Heroinvergabe sogar abgenommen hat, muss man sicherlich nicht allein auf diese Maßnahme zurückführen. Aber es zeigt doch zumindest, dass die Zahl schonmal nicht gestiegen ist. Das ist doch schonmal ein sehr gutes Zeichen.
 
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Bucklava schrieb:
wenn du mich beleidigen willst, dann mach das, weil du mir egal bist, aber das 12-15 jährige leichter zu verführen sind als erwachsene dürfte auch dem letzten vollidiot klar sein, also auch dir. Und wenn diese sachen legal wären, wäre die verbreitung auch einfacher und damit würde die anzahl der jungen konsumenten steigen

Dass ich Dir egal bin macht mich sehr traurig! Vielleicht heule ich mich gleich mal im Wald aus mit den anderen 15 Jaehrigen um legale Pilze zu suchen, wir koennen einfach nicht genug davon bekommen. Bald kann man auch endlich wieder Stechapfel ernten, im meiner Sonderschule sind wir schon alle ganz heiss drauf. Jaja, der saure Apfel der Legalitaet, man kann ihm einfach nicht widerstehen. Ich muss frueh ins Bett, morgen erste Stunde Werkunterricht Klebstoff schnueffeln....
 
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Andiac, und ich habe nicht behauptet dass die Substitution mit Methadon oder Subutex die einzige Möglichkeit darstellt ebensowenig wie die Heroingestützte Behandlung. Wie Du schon sagtest, kommt es auf den Einzelfall an. Aber egal ob Substitution oder Heroingestützte Behandlung. Beide Behandlungsmöglichkeiten müssen in begleitende Maßnahmen eingebettet werden. Und deren finanzierung müsste mal so langsam verbindlich geregelt werden und sollten auch Bestandteil der Regelbehandlung sein.

Und noch einmal zu den Depressionen unter Methadon. Depressionen sind nicht als direkte Folge des Substanzkonsums abzuleiten. Darüber findet sich auch nichts in den Nebenwirkungen:

Kardiovaskuläre Effekte:
Häufig: Blutdrucksenkung, Orthostase, Tachykardien, Ödeme
Gelegentlich: Blutdrucksenkung, Orthostase
Selten: Arrhythmien, QT-Zeit-Verlängerung (Torsades de pointe), Synkopen, Herzstillstand, Schock, Extra-systolen
Endokrine Störungen:
Häufig: bei länger andauernder Verwendung Störun-gen von Libido und/ oder Potenz, Menstruationsstö-rung
Gelegentlich: bei Langzeitanwendung exzessives Schwitzen
Sehr selten: Hyperprolaktinämie, Gynäkomastie
Gastrointestinale Beschwerden:
Häufig: Obstipation, Erbrechen, Nausea, Mundtro-ckenheit
Leber und Galle:
Gelegentlich: Tonuserhöhung der Gallen- und Pank-reasgänge
Nervensystem:
Häufig: Übelkeit
Gelegentlich: Schwindel, Sedation, Unruhe, Euphorie, Dysphorie, Nervosität, Schlafstörungen, Benommen-heit, Kopfschmerzen, Myoklonie, Schläfrigkeit, Desori-entiertheit, Anorexie, Verwirrtheit, Kraftlosigkeit
Niere:
Gelegentlich: Harnretention
Atmungsorgane:
Gelegentlich: Dosisabhängige Atemdepression, Atem-stillstand

Quelle: http://www.spitalpharmazie-basel.ch/pdf/fachinfo_methadon.pdf

Ähnliche Nebenwirkungen zeigen sich aber auch beim Heroin.

Und noch mal zu den Konsumentenzahlen. Die Zahelen sind auch in anderen Ländern rückläufig gewesen, so dass man selbst in der Schweiz die These für sehr gewagt hält, dass man dies allein auf die schweizer Drogenpolitik zurück führen könnte.
 
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Andiac, und ich habe nicht behauptet dass die Substitution mit Methadon oder Subutex die einzige Möglichkeit darstellt

Nein. Das habe ich dir auch nicht unterstellt. Aber du hast so geschrieben, als müsse man deiner Meinung nach erst alles mögliche andere erfolglos probiert haben, um endlich bei der Ausgangsdroge Heroin bleiben zu dürfen. Und genau das halte ich eben für falsch und verwerflich.
Zudem ging es mir darum, die Methadonsubstitution an sich mal zu beleuchten und zu hinterfragen. Warum muss man solch ein Mittel entwickeln und verabreichen, wenn sich daraus kaum Vorteile ergeben, dafür aber z.T erhebliche Nachteile.
Ich z.B. würde nicht gerne auf Methadon umsteigen müssen, wo das Zeug mich doch noch stärker an sich binden würde und der Entzug davon nochmal deutlich länger dauern würde. Wo doch der Entzug von Heroin schon unglaublich schlimm ist.
Hinzu kommen bei einigen noch die Depressionen auf Methadon. (http://www.ecomed-medizin.de/sj/sfp/Pdf/aId/3842)

Und noch mal zu den Konsumentenzahlen. Die Zahelen sind auch in anderen Ländern rückläufig gewesen, so dass man selbst in der Schweiz die These für sehr gewagt hält, dass man dies allein auf die schweizer Drogenpolitik zurück führen könnte.

Warum wiederholst du das nochmal? Hast du nicht gelesen, was ich dazu geschrieben habe?
Zudem wundert mich auch nicht, dass man die positive Entwicklung nicht mit der Heroinvergabe in Verbindung bringt. Wäre es aber umgekehrt. Also wären die Konsumentenzahlen nach Einführung der Heroinvergabe gestiegen, würden jetzt mit Sicherheit alles schreien und jubeln "Seht ihr, was passiert, wenn man das Zeug legal verteilt!"
So ist es doch. Gegen Dummheit, Borniertheit und Verblendung ist schwer anzukommen. Auch wenn darunter zahlreiche Menschen leiden müssen.
 
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Andiac, ich habe das noch einmal wiederholt, weil ich deutlich machen wollte, dass die Konsumentenzahl auch in Ländern ohne Heroingestützte Behandlung rückläufig ist und daher diese Entwicklung nicht zwangsläufig der Heroingestützten Behandlung zuzuschreiben ist.

Und der Link von Dir beschreibt nur die antidepressive Wirkung von Subutex.


Einer bis dato relativ unbeachteten Publikation von Kosten
et al. (1990) zufolge war die Responsrate depressiver buprenorphinsubstituierter Patienten mit der depressiver Methadonsubstituierter, die zusätzlich trizyklische Antidepressiva
verabreicht bekamen, vergleichbar...


Dabei geht es um Substituierte, die an Depressionen leiden. Durch die Behandlung mit Subutex kann die zusätzliche Vergabe von trizyklischen Antidepressiva vermieden werden. Daraus geht aber nicht hervor, dass Methadon selbst Depressionen verursacht.
Das macht auch folgender Satz deutlich:
Daher kann es ebenfalls bei depressiven Opioidabhängigen als Alternative zu Methadon angesehen werden
 
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@ andiac

Irgendwie find ich in dem Artikel nichts, was einen Zusammenhang zwischen Depressionen und Methadon aufzeigt.
 
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@ Jelais99 und Seppuku

In dem Artikel steht doch folgendes:
"Darüber hinaus entwickelte während
der Untersuchung keiner der nichtdepressiven buprenorphinsubstituierten
Patienten eine Depression. Bei methadonsubstituierten
Patienten hingegen sind neu auftretende Depressionen
bei mehr als 20% zu erwarten."

Ich hab das aber schon öfters gelesen, auch in Forenbeiträgen von Substituierten selbst.
 
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Der Begriff zu "erwarten" ist aber sehr schwammig. Daraus lässt sich allerdings auch kein direkter Zusammenhang konstruieren.
Depressive Episoden sind auch eher zu Beginn der Behandlung zu erwarten. Das hat auch erst einmal nichts mit einer substanzgebundenen Nebenwirkung zu tun sondern eher etwas mit den daraus resultierenden Empfindungen. Methadon unterdrückt sowohl unangenehme als auch besonders angenehme Gefühle: Es kappt die Gefühlsspitze. Dies ist für einige Patienten gerade am Anfang sehr unangenehm. In diesem Fall ist Subutex in der Tat die bessere Alternative. Sicher treten aufgrund der Wirkweise häufig auf. diese ist aber nicht gleichzusetzen mit einer Depression.
In der Regel hat Subutex in niedrigen und mittleren Dosen die optimale Wirkung. In höheren dosen ist oft Methadon die bessere Alternative. Daher wird Subutex insbesondere bei Patienten mit guten sozialen und beruflichen Prognosen eingesetzt. Insbesondere weil die Patienten klarer im Denken sind.
 
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Der Begriff zu "erwarten" ist aber sehr schwammig. Daraus lässt sich allerdings auch kein direkter Zusammenhang konstruieren.

Naja. Jetzt kommst du mir so vor, als wollest du deine bisherige Meinung auf Teufel komm raus beibehalten.
Ich finde den Hinweis schon sehr deutlich. Zumal das ja längst nicht das einzige ist, was ich zu dem Thema gehört und gelesen habe.

Das Thema Subutex ist ja auch ein sehr komisches.
An sich ist Subutex eine wirklich gute Erfindung. Denn es ist für den Organismus ziemlich gut verträglich. Es wirkt positiv auf die Psyche. Und die Entgiftung ist im Vergleich besonders zu Methadon noch recht harmlos.
Aber. Jetzt kommt das große Aber: Nun sind die Verantwortlichen in der Drogenpolitik auf die glorreiche Idee gekommen, dem Buprenorphin noch Naloxon beizumischen. Aus dem Subutex ist nun Subuxone geworden. Subuxone hat Subutex schon fast vollständig verdrängt (zumindest in meiner Stadt Frankfurt). Und das hat für die Betroffenen die Folge, dass sie, sollten sie nochmal mit Heroin rückfällig werden, einen sogenannten "Turboentzug" bekommen. Das ist ein vielfach verstärkter Opiatentzug.
Was soll sowas? Wer will sowas freiwillig nehmen, wenn er nicht völlig geisteskrank ist? Denn alle Erfahrungen haben gezeigt, dass Rückfälle auch beim Gesundungsprozess völlig normal sind und vorkommen. Man kann niemanden zwingen, nichts mehr zu nehmen, wenn man ihn nicht lebenslang einsperren möchte.

Aber um nochmal auf das Subutex zurück zu kommen. Ja. Für manche ist das ne gute Wahl. Aber die anderen sind nunmal leider noch gezwungen, sich noch stärker abhängig zu machen und Methadon zu nehmen. Morphin hat sich ja noch nicht durchgesetzt, obwohl es für viele wahrscheinlich optimal wäre (siehe Österreich!). Und beim Heroin gibt es ja bislang auch nur die Teststudien.
 
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Nur wird in keiner Studie einen Zusammenhang zwischen Methadon und Depressionen hergestellt. Es wird allerdings immer auf eine Komorbidität hingewiesen. Nur will man die Ursache dieser Komorbidität bestimmen kommt man immer zwangsläufig zu der Frage was zu erst da war. Das Huhn oder das Ei. Bisherige Forschungsergebnisse über den kausalen Zusammenhang zwischen psychiatrischen Störungen und Drogenkonsum sind nicht sehr
aufschlussreich. Die Symptome der psychischen Störungen und Suchtprobleme beeinflussen sich gegenseitig. Komorbidität ist bekanntlich schwer zu diagnostizieren. Drogenabhängigkeit und die daraus resultierenden Verhaltensstörungen dominieren oft das Bild und verdecken psychiatrische Symptome. Darüber hinaus kann Drogenmissbrauch zu psychiatrischen Symptomen führen,die sich kaum von denen der psychiatrischen Störungen
unterscheiden lassen. Erschwerend hinzu kommt noch, dass die routinemäßige Untersuchungen der Klienten auf psychiatrische und Persönlichkeitsstörungen bei
Behandlungsbeginn von Suchtkranken nicht immer Teil des
diagnostischen Standardverfahrens sind.
Daher kann die beschriebene Wirkungsweise von Methadon Symptome mit Sicherheit verstärken, gerade in der Anfangsphase. Das heißt aber nicht, dass Methadon diese auch auslöst. aber vielleicht kannst Du ja noch Ergebnisse verlinken, die deine aussagen stützen.
 
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@ andiac

Naloxon ist ein Opioid-Rezeptor Antagonist, der bei korrekter Applikation von Suboxone (sprich sublingual) so gut wie nicht resorbiert. Wenn man es sich missbräuchlich iv verabreicht oder es "schnupft", entfaltet es auf Grund seiner kurzen Halbwertszeit nur kurz seine Wirkung (deswegen muss man, wenn man eine Überdosis antagoniseren will, unbedingt darauf achten).
Naloxon wird aus dem Missbrauchsgrund auch Tilidin beigemischt (was auch den Umgang und die Verschreibung erleichtert, da es dadurch nicht unters BtMG fällt).
Also warum soll man bitte völlig geisteskrank sein, wenn man so etwas nimmt?
 
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@ Seppuku

Also warum soll man bitte völlig geisteskrank sein, wenn man so etwas nimmt?
__________________

Hab ich doch erklärt. Weil das Naloxon einen sofortigen vielfach verstärkten Entzug auslöst, wenn man dazu noch Heroin genommen hat.
Wenn man also entschiedet, regelmäßig Subuxone zu nehmen, dann muss man sich im Klaren sein, dass man nie mehr mit Heroin rückfällig werden darf. Nur welcher Süchtige kann das schon von sich behaupten?


@ Jelais99

Es zwar nicht viel Arbeit, dazu jetzt noch ein paar entsprechende Links rauszusuchen. Aber genau aus dem Grund denke ich, dass du das auch selber könntest. Ich hab keine Lust für dich den Diener zu spielen, damit du deine Arbeit besser und gewissenhafter machst. Denn die Fähigkeit dazu hast du selber. Das trau ich dir schon zu. ;)
 
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