Quo vadis BTMG?

AW: Cannabis Legalisierung

Lübke schrieb:
fullquote entfernt


An sich ein schöner Gedanke: die Freiheit alles tun zu können, ohne das der Staat mich daran hindert.

Im Folgenden mal etwas drastisch dargestellt:
"Lasstr mich kiffen, saufen, rumhuren wie ich lustig bin und rauchen bis der Schlot brennt!"


Dann sage ich:
Aber bitte nicht später zur Solidargemeinschaft laufen und sagen:
"Ich habe eine Canabsy-Psychose vgl.: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/cannabis-und-psyche-vollgedroehnt-bis-zur-psychose-1.1067064), Leberzirrohse, diverse Geschlechtskrankheiten und Lungenkrebs im Endstadium. Wo geht`s hier zum Doktor? Wo beantrage ich Frührente?"

Es kann nämlich nicht sein Freiheiten wie diese und ihre Konsequenzen einzufordern und diese dann auf Kosten andere "auszulebenen".

Da wo die eigene Freiheit die Anderer einengt, hört die eigene auf.
 
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es wird sicherlich niemals einen konsenz über das richtige maß zwischen freiheit und sicherheit geben. das sieht jeder ganz individuell und subjektiv anders. alles hat vor- und nachteile. ich persönlich tendiere dazu, dass deutschland etwas zu viel reguliert und den menschen zu wenig eigenverantwortung zutraut. natürlich gewöhnen wir uns dran und schieben im problemfall die verantwortung nur all zu gerne auf den staat. damit meine ich gar nicht speziell das cannabis, sondern vielmehr die grundsätzliche mentalität.
in dem zusammenhang verlinke ich immer ganz gerne diesen text: http://www.hwmag.de/und-niemand-hatte-schuld/

ich muss aber auch sagen, dass für mich deutschland schon zu den ländern mit dem besten mittelmaß zwischen der totalen überwachung und kontrolle und der totalen anarchie gehört.
 
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@ Lübke:

Weitßt du, wenn ich hier in diversen Threads die Posts von verschiedenen Usern so lese, überkommt mich immer so ein "inneres Bild".
Gesprochen/gedacht aus den Köpfen eben dieser User zeichnet dies dann ein Bild von Politikern in Deutschland, die sich treffen um darüber zu debatieren, was man denn heute dem Bürger mal madig machen oder gar noch besser, verbieten könnte.
In meiner Wahrnehmung ist in den letzten Jahren der Schrei nach Individualität und Selbtverwirklichung in einem Ausmaß gewachsen, dass es die Eigenverantwortung schon lange nicht mehr "einholen" oder gleich schnell mitwachsen kann.
Bspw. im Internet:
Was da geht, muss auch gehen dürfen. Beinahe egal welche Regeln für den realen, greifbaren Raum gelten. Weil es hier Möglichkeiten gibt, müssen diese auch zur eigenen Verwirklichung dienbar gemacht werden.

Nicht das wir uns falsch verstehen:
Ich gönne jedem seine Freiheit, wirklich. Aber wie gesagt: Dann bitte auch zu den Konsequenzen stehen und dafür selbst(!) aufkommen. Denn die Seite der Medaille gehört m.M.n. auch zu der Forderung, frei sein zu düfen/wollen.


PS: Dein letzter Abschnitt findet vollsten Zuspruch:)
 
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Ich gönne jedem seine Freiheit, wirklich. Aber wie gesagt: Dann bitte auch zu den Konsequenzen stehen und dafür selbst(!) aufkommen. Denn die Seite der Medaille gehört m.M.n. auch zu der Forderung, frei sein zu düfen/wollen.

das ist durchaus richtig. aber da, wo es leistungen auf kosten der allgemeinheit gibt, gibt es auch menschen, die diese ausnutzen und missbrauchen. jede medalie hat nunmal zwei seiten und wie gesagt, die perfekte mitte gibt es nicht wirklich, die liegt für jeden woanders.
 
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Deshalb sagte ich ja: "Dann bitte auch zu den Konsequenzen stehen und dafür selbst(!) aufkommen. Denn die Seite der Medaille gehört m.M.n. auch zu der Forderung, frei sein zu düfen/wollen. " ;)
 
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jetzt driften wir etwas ins thema solidargemeinschaft aber ja, für mich gehört zur eigenverantwortung bis zu einem gewissen grad auch, mit den folgen klarkommen zu müssen. sinnig wäre imho eine gesundheitsabgabe, die auf die preise für tabak-/cannabiswaren umgelegt wird, so würde jeder anteilig für das bezahlen, was er später potentiell an kosten verursacht. gelegenheitsraucher zahlen wenig, kettenraucher viel, nichtraucher gar nicht. aktuell zahlen wir ja alle für die folgen des cannabiskonsums, da das geschäft in den händen der drogenmafia liegt und die bekanntlich ihre gewinne nicht versteuern ;)
 
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Ich verstehe dass das nicht zum Thema gehört, doch etwas dazu:

Nicht um dich vorzuführen, sondern um vernünftige Relationen zu schaffen:
Hast du eine leise Vorstellung davon, was z.B. die lebenslange medikation einer (fast immer!) vermeidbaren HIV-Erkrankung kostet?
Oder die Behandlung + Nachsorge einer Krebsbehandlung?
Die ggf. lebenslange, stationäre Unterbringung, medikation... eines auf Droge "Hängengebliebenen"?
Da ist ein "Beitrag" dafür von Leuten die dies tun wollen, echt nett... aber nicht das, worum es geht.

Wenn ganz klar ist, dass jemand seinen Umstand selbst verschuldet hat, muss er auch dann icht auch dafür aufkommen?
Wie beim Autofahren: fährst du besoffen, Haftungsausschluss.
Schadest du jemandem mit Vorsatz, auf Wiedersehen Haftpflichtversicherung.
Klingt krass, ist es vielleicht auch- natürlich kann man hier nicht pauschalieren.

Als Bsp.:
Es kann nicht sein das jemand sein Leben lang mit einem BMI von 40 rum läuft (ohne Indikation auf Stoffwechselerkrankung o.ä.), nur weil ihm/ihr Schweinebraten und Weissbier so gut schmecken und er gesunde Ernährung, Bewegung ablehnt... und am Ende zahlen wir seinen ausschweifenden Lebensstil.

Da wo jemand unverschuldet in Not gerät, da muss ganz klar Abhilfe her.
Doch dort wo Leute es schon provozieren und planerisch ihren Köper zu Grunde richten... habe ich echt Probleme damit :rolleyes:
 
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ich versteh schon was du meinst. nur wo willst du die grenze ziehen?
bsp: jemand wird durch einen autounfall querschnittsgelähmt. vermutliche ursache: überhöhte geschwindigkeit, kann aber nicht nachgewiesen oder widerlegt werden. wir wissen also nicht, ob der fahrer selbst schuld ist. was tun?
aber wie gesagt wir geraten hier in eine (zugegebenermaßen sehr interessante) diskussion zu einem anderen thema.

um mal den bogen zurück zu bekommen: aktuell durch das verbot zahlen wir auf jeden fall für die folgen des cannabiskonsums. um hier die kosten zumindest teilweise auf die konsumenten umlegen zu können, bedarf es schon einer legalisierung, sonst gehts zu 100% auf die brieftaschen aller.

ich muß übrigends gestehen, dass neben freiheit und endkriminalisierung auch der wirtschaftliche aspekt für mich durchaus ein grund ist, warum ich eine legalisierung befürworte. stichwort steuereinnahmen. hier geht mehr geld ins staatssäckel, ohne dass ich einen cent mehr zahlen muss. schließlich ist cannabiskonsum für mich nicht wichtig im gegensatz zu benzin fürs auto um zur arbeit zu kommen... entweder der spass isses mir wert oder ich lasses einfach.
 
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eshoxx schrieb:
Ich gönne jedem seine Freiheit, wirklich. Aber wie gesagt: Dann bitte auch zu den Konsequenzen stehen und dafür selbst(!) aufkommen. Denn die Seite der Medaille gehört m.M.n. auch zu der Forderung, frei sein zu düfen/wollen.

das ist ein sehr gewagtes statement eigentlich. eigentlich in einer solidargemeinschaft auch garnicht so der fall. ich versuch mal ein paar beispiele aufzuzählen, was passieren würde, wenn man "selbst" die konsequenzen trägt.

- allgemein ungesunder lebensstil (ganzen tag vor der glotze oder dem pc hängen z.b.). -> mindestens rückenschäden. mit glück auch diabetis, wenn man sich dazu noch den ganzen tag süßigkeiten in die rübe haut.

- raucher -> lungen- und atemwegserkrankungen. andere organische schäden.

- alkoholiker -> leberzirrose, speiseröhrenkrebs and all that good stuff.

mein punkt ist, wo zieht man die grenze. jeder zahlt doch krankenversicherung. bedeutet das nicht auch, dass jeder gleichgestellt ist und das machen darf, wonach es ihm oder ihr gerade düngt?

edit: @lübke, hab gerade nachdem ich diesen post geschrieben habe, deinen letzten post gelesen. ich frag mich auch, wo die grenze gezogen werden soll. vorallem in einer solidargemeinschaft. :)
 
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tao te schrieb:
Alles verständlich, ich persönlich würde auch die Drogenpolitik im Bezug auf Cannabis ändern wollen, aber es gibt ein Argument der Gegner, welches nur schwer zu entkräften ist:

Wir haben schon riesige Probleme mit Alkohol und Tabak, warum eine weitere Gefahr in den Umlauf bringen?
Das ist unglaublich einfach zu entkräften

1. Cannabis ist bereits im Umlauf. Wer es will, der macht es einfach.
2. Es gibt viele Gründe für Cannabisablehnung. Die meisten mögen die Wirkung nicht oder wollen einfach keine Drogen nehmen. Der Rechtsstatus schreckt nur eine lächerliche Minderheit ab.
3. Es gibt keinen belegbaren Zusammenhang zwischen Rechtsstatus und Konsumverbreitung in der Bevölkerung. Der Cananbiskonsum hängt eher mit Kultur/Gesellschaft zusammen :)
 
AW: Cannabis Legalisierung

tao te schrieb:
Alles verständlich, ich persönlich würde auch die Drogenpolitik im Bezug auf Cannabis ändern wollen, aber es gibt ein Argument der Gegner, welches nur schwer zu entkräften ist:

Wir haben schon riesige Probleme mit Alkohol und Tabak, warum eine weitere Gefahr in den Umlauf bringen?

da kann ich nur zu meinem post #1950 verweisen bzw. frage ich dich noch mal konkret:

was kann cannabis dafür das alkohol und tabak soviele probleme verursachen?

im übrigen stimme ich da cokocool zu:

cannabis ist doch schon in der gesellschaft verfügbar,somit reden wir nicht darüber ob noch eine weitere substanz in umlauf gebracht wird (die ist ja schon jederzeit verfügbar),sondern darüber ob sie mit den gleichen maßstäben wie alkohol und tabak inklusive den damit verbundenen konsumentenschutz kontrolliert in umlauf gebracht wird.
 
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Qed.

Niemand kann mittel- oder langfristig projizieren, welche Folgen eine Legalisierung in Deutschland hätte.

Alle Studien/Vergleiche sind mit gewissen Unsicherheiten verbunden und habe keine Informationen über die steuernden Randbedingungen der Zukunft.

Ein Gefahrenpotential kann niemand wegreden.
 
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tao te schrieb:
Ein Gefahrenpotential kann niemand wegreden.

genau so sehr kann man aber auch die potentiellen positiven folgen nicht ignorieren.
 
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wie wichtig eine legalisierung wird zeigt auch das es anscheinend bedingt durch die wirtschaftskrise im europäischen raum immer mehr drogenhändler gibt, die ihr karges einkommen mit drogen aufstocken möchten (wie eine news vom 13.03.2013 meldet):

"Folge der Wirtschaftskrise: Der Markt für illegale Drogen in der EU wächst

Die Europäische Kommission veröffentlicht heute eine Studie, derzufolge die Wirtschaftskrise aller Voraussicht nach mit Wucht, beispielsweise durch den Anstieg der Nachfrage nach illegalen Drogen, auf den Drogenmarkt durchschlagen wird. Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, dass mehr junge Menschen als bisher aus finanziellen Gründen Drogen verkaufen oder sogar herstellen werden, insbesondere, dass sie Cannabis zu Hause anbauen werden."


http://www.eu-infothek.com/article/...der-markt-fuer-illegale-drogen-der-eu-waechst

ja super daran sieht man doch das alles prohibitionsgerede nur noch bla bla ist und im endeffekt nichts mehr gegen die legalisierung sprechen kann.
am ende wird es genauso gehen als die alkohol prohibition beendet wurde; nicht weil alkohol so unbedenklich ist, sondern einfach die folgen der prohibition so verheerend sind.die drogen prohibition ist genauso verheerend!
Ergänzung ()

tao te schrieb:
Qed.

Niemand kann mittel- oder langfristig projizieren, welche Folgen eine Legalisierung in Deutschland hätte.

die folgen wären in deutschland genauso wie in den usa,niederlande oder sonstwo.oder meinst du die deutschen sind eine aussergewöhnliche spezies?also was ist an deutschland anders?die zeiten wo die deutschen meinten eine aussergewöhnliche rolle in der welt spielen oder meinen das deustchland was besonderes ist , sind doch lange vorbei (genauer gesagt seit 1945^^).
 
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Konti schrieb:
Das Gefahrenpotential bei einer Nicht-Legalisierung liegt allerdings deutlich höher.
Zornbringer schrieb:
genau so sehr kann man aber auch die potentiellen positiven folgen nicht ignorieren.
Man kann dies aber nicht mit genügender Sicherheit sagen.

dacapo schrieb:
...
die folgen wären in deutschland genauso wie in den usa,niederlande oder sonstwo.oder meinst du die deutschen sind eine aussergewöhnliche spezies?also was ist an deutschland anders?die zeiten wo die deutschen meinten eine aussergewöhnliche rolle in der welt spielen oder meinen das deustchland was besonderes ist , sind doch lange vorbei (genauer gesagt seit 1945^^).

Nicht außergewöhnlich, sondern anders.

Politische Entscheidungen oder Modelle lassen sich nicht beliebig zwischen Staaten austauschen (google zeigt, was ich meine). Gründe dafür sind unsere eigenen, über Jahrhunderte gewachsenen Strukturen von Kultur, Gesellschaft und Politik.
 
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entschuldige aber man kann doch auswirkungen einer drogenpolitik nicht für ein land anders bewerten als für andere?da hilft auch google nicht weiter ^^

die prohibition von alkohol hätte in deutschland die gleichen auswirkungen gehabt wie in den usa.auch in den niederlanden hätte es eine zunahme der gangster aktivitäten gegeben (wenn sie wie die usa die alkohol prohibition durchgezogen hätten).

alle länder mit einer ähnlichen gesellschaftsordnung würden in solchen dingen ähnlich reagieren.

eventuell in arabischen moslemischen ländern funktioniert die alkoholprohibition ohne mafia aktivitäten,allerdings bedingt durch den glauben (alkohol wird als getränk des teufels angesehen) und harte strafen die auf einfuhr,schmuggel und konsum stehen.

google zeigt jedenfalls keine treffer zum thema drogenpolitik nicht übertragbar auf deutschland

insofern kann man sich auch einiges einreden;

(und zwar das irgendwas hier anders ist wie in anderen ländern und deswegen drogenpolitisch nicht die vernunft regieren soll)
 
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tao te schrieb:
Gründe dafür sind unsere eigenen, über Jahrhunderte gewachsenen Strukturen von Kultur, Gesellschaft und Politik.

so lang is dat zeug ja noch nich ma "verboten".

tatsache ist ehr, dass eine ganze reihe psychoaktiver pflanzen teil unserer kultur waren (es gibt 7000 jahre alte hanf funde in deutschland) bis die drogengesetze aus den usa hier rübergeschwappt sind. und dort fings erst richtig mit nixon's "war on drugs" an. nixon's geschichte sollte bekannt sein... über den längsten zeitraum der geschichte der menschen gab es schlicht keine gesetze gegen drogen.
 
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tao te schrieb:
Niemand kann mittel- oder langfristig projizieren, welche Folgen eine Legalisierung in Deutschland hätte.
Warum dieser dramatische Unterton ?! :)

Man muss die Kirche mal im Dorf lassen. Egal wie die Folgen aussehen - es wäre kein Weltuntergang.
 
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