Reisetätigkeit als Entwickler

JPXr-eP9

Cadet 4th Year
Registriert
Okt. 2013
Beiträge
97
Hallo, Community!

Ich habe mich bei mehreren IT-Dienstleistern als Entwickler beworben. Meine Reisebereitschaft habe ich jeweils mit ca. 1x pro Woche angegeben.
Bei einigen Unternehmen bin ich so direkt aus dem Bewerberprozess geflogen, da dort 4x pro Woche erwartet wurde.
Bei anderen Unternehmen wiederum, bin ich trotzdem ins 2. oder 3. Gespräch gekommen.

Falls mir tatsächlich ein Angebot vorgelegt werden wird, kann die Reisetätigkeit dort vertraglich festgehalten werden?
Mit einer gelegentlichen Dienstreise kann ich mich noch anfreunden. Ich möchte aber auf keinen Fall im Hotel "leben". Zuhause habe ich meine Freunde, Familie, Hobbies, evtl. bald Kinder etc.

Ich verstehe, dass auch das Unternehmen daran interessiert ist, mich heimatnah einzusetzen. Dadurch bin ich glücklicher, auch werden so Reisekosten gespart. Trotzdem würde ich mich gerne absichern und den Reiseumfang schriftlich festhalten.

Ist sowas möglich?
 
Einerseits lässt sich sowas schriftlich festlegen. Natürlich finden nicht alle Unternehmen attraktiv, wenn man von Standardarbeitsverträgen abweicht.

Andererseits gibt es auch mündliche Nebenabreden zum Arbeitsvertrag. :)
 
Na ganz klar bei den Arbeitgeber platzieren, dass man mit x Tage Reisetätigkeit einverstanden ist. Wenn es in Realität deutlich abweicht, dass man dann nicht lange zusammenarbeitet.

Sowas reicht eigentlich schon mündlich. Auch Arbeitgeber haben ja kein Spaß dabei, ständig neue Leute einzustellen. Grad Entwickler sind ja nicht ab Tag 1 sofort Einsatzbereit, sondern brauchen ja ein bisschen Einarbeitungszeit ...
 
Ich hätte es schon gerne schriftlich. In der Vergangenheit habe ich nämlich negative Erfahrungen mit mündlichen Nebenabreden gemacht... :mad:

Ich weiß nur nicht, ob sowas üblich wäre. Ich will nicht unprofessionell wirken.
 
Ist leider schade zu hören. Aber wenn man es klar bei den Gesprächen mit dem Arbeitgeber formuliert und dann den Hinweis gibt, dass man hier auch negative Erfahrungen gemacht hat - und deshalb gewechselt ist, dann sollte es bei dem zukünftigen Arbeitgeber hoffentlich deutlich ankommen.
 
Kenne beide Varianten, verteilte Teams die im HO oder am Heimatstandort arbeiten und sich nur in größeren Intervallen treffen (zB alle 3 Monate) und Teams die irgendwo Vor Ort alle gemeinsam arbeiten (Mo/Di-Do). Hängt immer schwer vom Arbeitgeber gab, von daher werden manche Deine Einschränkung problemlos akzeptieren und für andere ist es ein Ablehnungsgrund.
 
Warum sollte das nicht einfach in den Vertrag aufgenommen werden, sofern die Stelle dies hergibt ?!

Das Unternehmen ist glücklich wenn du machst was nötig ist.
 
Heelix schrieb:
Warum sollte das nicht einfach in den Vertrag aufgenommen werden, sofern die Stelle dies hergibt ?!(...)
Es gibt noch weitere Aspekte aus Sicht des Unternehmens die dagegen sprechen könnten:

1. Der TE ist Teil eines Teams, will in dasselbe Gehaltsgefüge und(!) Sonderrechte bzgl. der Reisetätigkeit. Eventuell müssten die Kollegen jetzt öfter raus, weil der TE nur 1 x pro Woche will. Das könnte die Atmosphäre im Team belasten.

2. Das Unternehmen sucht bewusst einen "Allwetter-" und keinen "Schönwetterjäger", der mit dieser Forderung gleich mal signalsiert wie er seine Prioritäten setzt. An erster Stelle Familie und Privatleben, dann die Unternehmensinteressen "unter ferner liefen". Das ist ok, kann man machen. Nur darf man nicht erwarten, dass dies dem Unternehmen gefallen muss.
Ergänzung ()

Heelix schrieb:
(...)Das Unternehmen ist glücklich wenn du machst was nötig ist.
Das Unternehmen ist zufrieden, wenn du machst was es will.
 
Binalog schrieb:
Es gibt noch weitere Aspekte aus Sicht des Unternehmens die dagegen sprechen könnten:
Außer frage das sich der Kandidat ggf. selbst disqualifiziert mit der Forderung aber darum ging es ja nicht. Gibt die Stelle es her und will man ihn trotz des Wunsches, spricht nichts dagegen es in den Vertrag zu schreiben.

Steht bei mir auch drin 25%, rückblickend unbegründete Sorgen gehabt.


Binalog schrieb:
Das Unternehmen ist zufrieden, wenn du machst was es will.
Meinte durchaus das selbe, nicht er soll das nötigste machen sondern wenn es nötig ist etwas zu machen soll er es tun.
 
@Binalog

Es geht nicht um Schönwetterjäger, sondern darum, dass sowohl Bewerber als auch Unternehmen wissen was sie voneinander haben.
Es bringt dem Unternehmen nichts, fleißig "zu lügen" nur damit der Bewerber nachher von der Wahrheit eingeholt wird und dann schnell wieder fort ist. Ebenfalls sollte der Bewerber auch sagen was ihm wichtig ist, wie er gerne arbeiten möchte, damit das Unternehmen nicht enttäuscht ist.

Am Ende gewinnt ja Niemand etwas davon, wenn man der Gegenpartei etwas vorgemacht hat und sich dann doch wieder kurzfristig trennt.

Ich hatte es in der Vergangenheit immer klar betont was mir wichtig ist und ebenfalls gefragt was das Unternehmen erwartet. Passte Beides nicht zusammen, dann schaut man sich einfach weiter um. Sonst hat man nachher im Lebenslauf immer eine Stückelung von einen halben oder 1 Jahr bei einem Unternehmen und dann ist man wieder fort. Wenn dass ein paar Jahre im Lebenslauf prägt, dann ist man als Bewerber doch verbrannt.
 
_killy_ schrieb:
(...)Ich hatte es in der Vergangenheit immer klar betont was mir wichtig ist und ebenfalls gefragt was das Unternehmen erwartet.(...)
Da kann ich nur zu 100% zustimmen! Leider passiert das in der Praxis sehr oft nicht, was dann zu den von Dir beschriebenen Schwierigkeiten ("Katastrophen") führt. Den größten Fehler machen m. E. dabei oft die AG, wenn im Bewerbungsverfahren nicht nach den Erwartungen des Bewerbers gefragt wird.

Es kommt zwar auf die Branche und auf das Anforderungsniveau (Aushilfe, Fachkraft, Spezialist oder Experte) an, aber mehrere Wechsel in wenigen Jahren sind m. E. ein absoluter Killer für den Lebenslauf. Nach einem kurzzeitigen "Intermezzo" von 6 Monaten sollten beim nächsten AG mindestens 5 Jahre folgen. Deshalb sollte ein AN auch sehr sorgsam mit Kündigungen nach nur kurzer Beschäftigungszeit umgehen. Es ist nämlich sein einziges scharfes Schwert, welches zu oft gezogen schnell stumpf wird.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: ThomasK_7
IT-Dienstleister ist da wahrscheinlich das Hauptproblem in Bezug auf die Reisebereitschaft.
Diese Dienstleister / ANÜ-Agenturen haben ja immer wechselnde Auftraggeber und damit das Personal auch wechselnde Einsatzorte, woraus sich die Reiseanforderungen herleiten.
Es ist nicht unbedingt sinnvoll bei einen IT-Dienstleister anheuern zu wollen und gleichzeitig nur eine geringe Reisebereitschaft mitzubringen. Das passt irgendwie nicht so richtig.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 4badd0n
Da ist das Stichwort Produktentwicklung vielleicht nicht verkehrt bei der Arbeitssuche. Suchen sollte man dann also Firmen die für sich selbst entwickeln, da hat man in aller Regel keine großartigen regelmäßigen Reisen. Bei IT-Dienstleistern wie angesprochen oder Consulting Häusern liegt das aber in der Natur der Sache.

Ggf. würde ich bei den Jobs mit Reisebereitschaft aber noch die Reichweite derer abklopfen. Es macht schließlich einen Unterschied, ob ich potenziell mehrere Tage über Wochen 500km weg von zu Hause bzw. meiner Arbeitsstelle bin und im Hotel übernachten muss oder immer nur in einem Radius von 100-200km von zu Hause entfernt arbeite. Bei letzterem kommt man immerhin wieder nach Hause, wenn man auch pendeln muss. Hatte ich zuletzt z.B. bei einem Gespräch auch, dort wurde in Frankfurt eine Stelle besetzt und die Kunden sind alle im Rhein-Main Gebiet, sodass jeder nach Möglichkeit nach Feierabend wieder nach Hause kann.
 
DaysShadow schrieb:
oder immer nur in einem Radius von 100-200km von zu Hause entfernt arbeite. Bei letzterem kommt man immerhin wieder nach Hause, wenn man auch pendeln muss.
Nicht die Entfernung, sondern die dazu benötigte Zeit ist der Knackpunkt beim Pendeln.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: DaysShadow
Zurück
Oben