DOCa Cola schrieb:
der reine technische Entwicklungsstand der Alpha und das fehlen von CIG auf der E3.
Die Probleme der Star Citizen Alpha liegen überwiegend in der Tatsache begründet, dass es ein Online-Spiel ist, das im Moment sehr von der Serber-Performance abhängig ist. Das betrifft nahezu alle Aspekte der Star Citizen Alpha, ist aber für Squadron 42 unbedeutend. Squadron 42 ist technisch gesehen eine stark abgespeckte Version von Star Citizen, eben auf das beschränkt, was man für eine Kampagne benötigt. Das ist nicht so wahnsinnig viel. Vom Zustand der Star Citizen Alpha kannst du nicht auf den Zustand von Squadron 42 schließen. Und dass sich CIG mit Aussagen und Inhalten des rein story-basierten Teil des Projekts zurück hält, ist doch klar.
Und dass CIG nicht auf der E3 bzw. der PC Gaming Show sein wird (von der E3 war ohnehin nie die Rede, auch in den letzten Jahren nicht), hat nicht viel zu bedeuten. Andere Publisher werden diesen Veranstaltungen auch fern bleiben, oder nur eine kleine Präsentation abhalten, zum Beispiel Activision und EA. Sind die jetzt auch in Gefahr und am Ende? CIG hat schon immer die eher fanorientierten Veranstaltungen bevorzugt, also die Gamescom, die PAXes und natürlich die CitizenCon. Die E3 ist keine dieser Veranstaltungen, und spielt auch sonst nicht mehr die ganz große Rolle (was man schon daran erkennt, dass zwei der drei größten Publisher der E3 dieses Jahr nicht viel Aufmerksamkeit schenken). Entscheidend wird die Gamescom sein. Wenn sie dort kein vernünftiges Spielmaterial zeigen können, wird es kritisch.
Ihr müsst euch mal klar machen, welcher Aufwand dahinter steckt, bei einer Großveranstaltung wie der E3 oder Gamescom mit einer Präsentation oder einem Stand anwesend zu sein. Das sind nicht nur die unmittelbaren Kosten von mindestens einigen Zehntausend Dollar. Du kannst nicht einfach an einem Donnerstag ein paar Leute und eine Game Build, die gerade herum liegt, einpacken und zum Messegelände fahren. Es dauert mindestens vier bis sechs Wochen, um die Teilnahme an einem solchen Event vorzubereiten. Man muss frühzeitig entscheiden, was man auf der Messe zeigen möchte, und dann musst man diese Demo entwickeln - QA inklusive - was mindestens einige Wochen dauert. Und während das eine Team die Demo vorbereitet, entwickeln die anderen Teams das Spiel weiter, was am Ende bedeutet, dass die entwickelte Demo möglicherweise nicht wieder in das Projekt. Letzten Endes hat man also abertausende Arbeitsstunden für eine Demo vergeudet, die man wegwerfen kann.
Aber die E3 ist ja nicht das einzige große Ereignis in diesem Sommer. Rund sechs Wochen nach der E3 beginnt schon die Gamescom. Und weil natürlich niemand Verständnis dafür hätte, wenn CIG auf der wichtigsten Spielemesse des Jahres noch einmal die E3-Demo zeigen würde, müsste natürlich etwas Neues aus dem Hut gezaubert werden. Wenn CIG also von der E3 zurück käme, müssten sie sofort mit den Arbeiten für die Gamescom-Demo und -Präsentation beginnen. Und acht Wochen nach der Gamesom, findet schon die CitizenCon, auf denen die Fans und interessierte Medien abermals etwas Neues sehen wollen. Wenn CIG also die E3 (bzw. die PC Gaming Show), die Gamescom und die CitizenCon adäquat mit frischen Inhalten bedienen wollte, dann wäre ein nicht unerheblicher Teil der Belegschaft von Anfang April bis Anfang Oktober nur damit beschäftigt, Demos und Messeauftritte vorzubereiten, anstatt an dem eigentlichen Spiel zu arbeiten.
Gerade die Leute, die jetzt das Fernbleiben von der minderwichtigen PC Gaming Show kritisieren und darin das Ende aller Dinge sehen, sind sonst auch jene, die CIG vorwerfen, dass sie Geld und die Entwicklungszeit für unnötigen Fluff aufwenden, anstatt sich auf die Entwicklung des Spieles zu konzentrieren. Und jetzt da CIG alles der Entwicklung von Squadron 42 unterordnet und nicht zehntausende Dollar und Arbeitsstunden vergeudet, um auch noch die PC Gaming Show in den Tournee-Kalender aufzunehmen, ist es auch nicht richtig.
@Grisu
Star Citizen ist ein Software-Projekt und keine Massenware, die nur vom Fließband fallen muss. Glaube es oder glaube es nicht, aber Software-Entwicklung ist tatsächlich so chaotisch und nicht über Wochen oder gar Monate hinaus planbar. Jedenfalls nicht in diesen Größenskalen.
@Buttermilch
Du glaubst, Software-Entwicklung sei sequentiell, nicht wahr, und das ein Problem schneller gelöst wird, wenn man einfach nur viele Leute daran setzt, anstatt die einen Art Assets und die anderen eine Game Engine entwickeln zu lassen?