C Steuer-ID

asdfman

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Hallo,

seit einiger Zeit gibt es für jeden deutschen Bürger lebenslang eine Steueridentifikationsnummer.
Es wurden Bedenken geäußert, diese Nummer könne auch von privaten Unternehmen benutzt
werden, Personen eindeutig zu identifizieren und so Daten aus verschiedensten Quellen selbst
nach Umzügen zusammenführen zu können. Gläserner Kunde undsoweiter.

Deshalb habe ich ein kleines Progrämmlein geschrieben, das zufällige Nummern erzeugt, die in
Aufbau mit einer Steuer-ID identisch sind und natürlich auch eine korrekte Prüfziffer enthalten.
Falls man also einmal irgendwo außerhalb des behördlichen Bereiches nach seiner Steuer-ID ge-
fragt werden sollte, kann man hiermit jedesmal eine "gültige" aber zufällige ID erzeugen, mit der
man (sofern man jedes mal eine neue verwendet) nicht mehr verfolgbar ist.

Source code (*NIX):
https://chelloveck.vellocet.net/b/taxid.tar.gz
https://chelloveck.vellocet.net/b/taxid.tar.bz2
Nach make erhält man bin/mkid und bin/checkid
Ersteres Programm erzeugt eine "Steuer-ID" und zweiteres kann benutzt werden, um eine bekannte
Nummer darauf zu prüfen, ob es eine Steuer-ID (nach Spezifikation) ist.

Ich habe auch ein Kleines Programm für Windows mit den selben Funktionen gebaut, aber ohne
offenen Source code. Der ist zu hässlich und muss erst einmal aufgeräumt werden:
https://chelloveck.vellocet.net/b/taxid.exe

Die .exe verlangt keine Administratorrechte, versucht nicht ins Internet zu verbinden und falls sonst
Bedenken bestehen, nutzt einen Virenscanner eurer Wahl.

Ich hoffe, damit irgendjemandem einen Dienst geleistet zu haben. Falls nicht, vergesst es einfach.

asdfmann
 
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benneque

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Klingt ja ganz nett, aber ich wüsste gerade nicht WO ich (außerhalb von Ämtern und Arbeitgebern) je meine Steuernummer hergeben sollte/könnte. Und bei den Ämtern und Arbeitgebern muss man natürlich das Original abgeben...
D.h. all deine Arbeitgeber wissen dann trotzdem alles über dich.

Oder wird die Nummer noch woanders benötigt?
 

asdfman

Commander
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Benötigt wird sie nicht, aber es könnte passieren, dass Privatunternehmen die Nummer abfragen, um eine
eindeutige Methode zu haben, zum Beispiel Einkäufe einer bestimmten Person zuzuordnen. Payback ist hier
ein Unternehmen, das nicht gerade freundlich ist, was den Umgang mit den Kundendaten angeht. Hier könnte
ich mir vorstellen, dass in Zukunft aus fadenscheinigen Gründen nach dieser Nummer gefragt wird, wenn man
eine Karte beantragt.
 

benneque

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Na gut, hast mich überzeugt. Dann müsste der geneigte User jetzt nur noch wissen, wann er die falsche angeben darf und wann nicht (ich denke daran wird's bei den meisten hapern)...
Aber ich bin da eh der Typ, der niemandem seine 'privaten'/'geheimen' Daten gibt. Nicht mal Freunde oder Familie. Lieber 100 Gast Accounts als 1 echtes Passwort :D
 

asdfman

Commander
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Die Echte Nummer gibt man bei Behördenangelegenheiten an. Vor Allem wenn es um die Steuer geht.
Egal wo sonst auch immer man danach gefragt wird, geht sie die echte Steuer-ID nichts an und man
sollte, wenn man überhaupt den Dienst in Anspruch nehmen will, eine falsche (die natürlich die üblichen
Checks übersteht) angeben. Dafür gibt es von mir mkid.
 

iks-deh

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Würde mich Nirgendwo anmelden, wo meine Steuernummer verlangt wird, nicht einmal mit einer gefakten.
 
W

Whiz-zarD

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Wenn man schon so eine Anwendung schreibt, wäre es nicht sinnvoller, daraus eine Webapplikation zu basteln? Man kann auch Passwörter im WWW generieren lassen, wieso sollte ich mir dann umständlich erstmal eine Anwendung runterladen, die ich dann im Falle, dass ich Linux-Nutzer bin, noch kompilieren muss?
 

r0b0t

Ensign
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Wenn das Programm zufällig die ID einer real existierenden Person generiert, läuft das dann letztlich auf einen Identitätsdiebstahl hinaus, fragt sich der juristische Laie?
 

benneque

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Sehr interessante Frage. Ich denke vor Gericht würde man mit nem blauen Auge davonkommen, man hat ja nicht bewusst die Identität von jemandem gestohlen, es hätte genau so gut eine unbenutzte ID sein können... Aber insgesamt könnte(!) das schon Konsequenzen haben, wenn's hart auf hart kommt.
 

asdfman

Commander
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Wenn man schon so eine Anwendung schreibt, wäre es nicht sinnvoller, daraus eine Webapplikation zu basteln? Man kann auch Passwörter im WWW generieren lassen, wieso sollte ich mir dann umständlich erstmal eine Anwendung runterladen, die ich dann im Falle, dass ich Linux-Nutzer bin, noch kompilieren muss?
Dann los! Das Programm ist GPL, niemand hindert dich daran, das umzusetzen. Ich kann kein
PHP, kein JavaScript, nichtmal besonders HTML. Dafür bin ich der Falsche.


Wenn das Programm zufällig die ID einer real existierenden Person generiert, läuft das dann letztlich auf einen Identitätsdiebstahl hinaus, fragt sich der juristische Laie?
Das kann ich nicht beantworten. Nur, dass es etwa 82000000 Deutsche gibt, die Applikation
aber 10000000000 IDs generieren kann. Die Wahrscheinlichkeit ist also etwa 0.82%, eine
tatsächlich existierende ID zu bekommen. Gering, aber natürlich vorhanden.
 

benneque

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Klar ist das viel und natürlich könnte auch jemand mit DEINER ID zufällig Mist anstellen. Aber das könnte man auch ohne das Tool ;)
 
C

carom

Gast
Es geht ja nicht darum, dass jemand mit meiner ID Mist anstellt, sondern dass ich als Benutzer des Tools mit nicht gerade arg kleiner Wahrscheinlichkeit die ID eines anderen bekomme und damit evt. in die oben angesprochene rechtliche Problemzone reinrenne ;)

edit: gerade gefunden, etwas OT aber es war ja klar:

Vier Jahre nach Einführung der Steueridentifikationsnummer kritisiert der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar, dass die Steuer-ID zunehmend auch außerhalb der Steuerverwaltung genutzt wird.
Seine Befürchtungen hinsichtlich der zunehmenden Verwendung der Steuer-ID in den verschiedensten Lebensbereichen hätten sich leider bestätigt. Die Verwendung der Steuer-ID werde schleichend ausgeweitet.
Nicht nur Finanzbehörden, sondern auch Banken, Versicherungen und Krankenkassen verwenden mittlerweile die Steuer-ID. Wer heute ein Konto eröffnen will oder Elterngeld beantragt, muss dafür meist seine Steuer-ID angeben. Damit, so Schaar, droht die Steuer-ID durch die Hintertür zu einem allgemeinen Personenkennzeichen zu werden.
Genau das hatten die Verantwortlichen laut Schaar bei Einführung aber bestritten.
 
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maxwell-cs

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es gibt nur ca 163 Mio. gültige Steuerids (10 * 9 * 8! * 10 * 9 / 2).
 
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asdfman

Commander
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Hancock

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Ich guck mir grad dein Code an, würde ihn nach js portieren, aber:
Nicht getestet, aber kommen bei dir immer nur Zahlen ziwschen 0 und 9 raus, also keine doppelt?
Da du in main id ja von 0-9 initialisierts und dann bei mix nur noch umsortierst...
Oder steh ich grad aufm Schlauch?

EDIT: Wikipedia hilft weiter^^, schon richtig so

EDIT2: Scheint soweit zu funktionieren:
Hier mal der Quellcode:
http://pastebin.com/YkhTVaj4
 
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asdfman

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Hancock

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http://pastebin.com/naYkHTqE
Hab den Link mal eingebaut.

Bisher ist die Version nicht "schön", aber wenn es jemand richtig verwenden will, kann er es ja mit CSS und sonstigem HTML leicht verschönern.

Aber mal ne Frage: Warum hat man diese Limitation mit "eine Ziffer doppelt, die anderen jeweils nur einmal" gemacht? Dadurch schränkt man sich doch nur unnötig weit ein.
 

asdfman

Commander
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Dafür muss man die Spezialexperten fragen, die das Bundesamt für Steuern da angeheuert hat.
Vermutlich haben die sich gedacht "Ach soooo viele werden das bestimmt NIEEEE"
Und in 1-2 Generationen, wenn über 160mio IDs vergeben wurden muss man halt ein neues System machen.
(das natürlich irgendwie kompatibel mit dem Alten bleiben muss)

Unsere Steuergelder bei der Arbeit.
 
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