Studienwahl: Angewandte KI (FH) vs. WINFO (Uni)

Sebastian1994

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Hallo zusammen,

ich stehe aktuell vor einer großen Entscheidung und wollte gerne mal eure Meinung wissen.
Ich weiß, das Thema Uni / FH ist ein alter Hut, aber bei mir geht es vor allem auch um Spezialisierungsfragen.

Wo stehen die Berufschancen besser, wenn man KI-basierte Projekte leiten / koordinieren möchte (CTO in Startups)?
Allgemeiner WINFO Master (Uni) - oder -
Master in 'Angewandter künstlicher Intelligenz' (FH).

Ich habe an der Uni meinen Bachelor gemacht - allerdings in BWL. WINFO hatte ich aus persönlichen Gründen nach 2 Sem. abgebrochen, habe mir die paar INFO-Module später bei BWL anrechnen lassen können.

Damit sind mir aber die meisten Zugänge zu richtigen Informatik-Master-Studiengängen verstellt, da mir INFO ECTS fehlen.

Seit 5 Jahren arbeite ich nun. Zuerst in der Datenanalyse bei Bosch, seit einigen Jahren nun als Technologieberater für Startups - 70% KI basierte Projekte aktuell... Seit 2 Jahren beschäftige ich mit KI, habe mir die Grundlagen beigebracht und kleine Projekte begonnen. Wenn ich sehe, was selbst Devs mit teils fraglichen Erfolgsbilanzen bei irgendwelchen Startups verdienen, dann scheint mir mein eingeschlagener BWL-Weg wirklich nicht der beste gewesen zu sein...

Nun will ich endlich meinen Master angehen und dabei den Themenwechsel vollziehen. Da mein aktuelles Gehalt recht hoch ist, kommt für mich aktuell nur ein Fernstudium in Frage, zumal ich viel unterwegs bin.

Nun habe ich offenbar 2 Optionen, neben unzähligen privaten $$$-Anbietern:
WINFO an der FU Hagen - Masterarbeit könnte ich dort im Bereich Künstliche Intelligenz schreiben
Angewandte Künstliche Intelligenz an der Fachhochschule Südwestfalen (Modulhandbuch Link)

Wie sind eure Erfahrungen aus der Arbeitswelt? Interessiert sich in den mittleren Sphären (ich will ja nicht zu Google und Co.) irgendwer für die Unterscheidung Uni / FH? Oder ist es wirklich so, dass die Fachrichtung WINFO eher als "Halb"-Informatiker gilt, und im Zweifelsfall gegen einen richtigen Informatiker von der FH immer den Kürzeren ziehen wird? Macht am Ende nur die Praxis den Unterschied, wo die FH ja von Haus aus deutlich mehr zu bieten hat? Interessiert es am Ende niemanden, da ohnehin überall Leute in der Branche fehlen? Ist der Wechsel von Uni auf FH womöglich ein Abstieg im Lebenslauf?

Bitte keine Grabenkämpfe oder Diskussion über Theorieanteile und Promotionsmöglichkeiten. Das ist alles hinlänglich bekannt. Mir ist auch klar, dass wenn ich ins Top-Managment einer Bank möchte, ein FH BWL Master kein Türöffner ist. Aber das ist eine andere Branche, ein anderes Game, das mir ziemlich egal ist.

Mich interessieren eure ehrlichen Erfahrungen zu den Themen Berufsaussichten (und ggf. Gehalt) Uni vs. FH und WINFO vs. Spezialisierung KI. Und natürlich eure persönliche Wahl, wenn ihr euch entscheiden müsstet :)
 
Sebastian1994 schrieb:
Wo stehen die Berufschancen besser, wenn man KI-basierte Projekte leiten / koordinieren möchte (CTO in Startups)?
Allgemeiner WINFO Master (Uni) - oder -
Master in 'Angewandter künstlicher Intelligenz' (FH).
Interessiert keine Sau im Berufsleben. Berufserfahrung ist das wichtigste

Sebastian1994 schrieb:
Interessiert es am Ende niemanden, da ohnehin überall Leute in der Branche fehlen?
Gerade KI ist laut unserem Personaler mittlerweile überlaufen.

Sebastian1994 schrieb:
Mich interessieren eure ehrlichen Erfahrungen zu den Themen Berufsaussichten (und ggf. Gehalt) Uni vs. FH und WINFO vs. Spezialisierung KI. Und natürlich eure persönliche Wahl, wenn ihr euch entscheiden müsstet :
Interessiert keine Sau im Berufsleben. Berufserfahrung ist das wichtigste

Dein Gehalt wird hauptsächlich von deiner Firmenwahl bestimmt.
https://blog.pragmaticengineer.com/software-engineering-salaries-in-the-netherlands-and-europe/
 
Sebastian1994 schrieb:
Wo stehen die Berufschancen besser, wenn man KI-basierte Projekte leiten / koordinieren möchte (CTO in Startups)?
Allgemeiner WINFO Master (Uni) - oder -
Master in 'Angewandter künstlicher Intelligenz' (FH).

Als Projektleiter musst du nur KI "begrenzt" verstehen - du nimmst ja keine Implementierung vor, sondern steuerst das Projekt. Somit sind eher Management-Methoden gefragt + Verständnis von KI, damit man nicht direkt zu viel Verspricht. Sprich, wenn es keine Data-Governance & Datenqualitätsmanagement gibt, dann braucht man auch keine lernende KI auf die Daten loslassen um irgendwelche "Insights" zu gewinnen.

Die Frage ist somit, was welche Kompetenzen brauchst du als Projektleiter in KI Projekten. Hier würde ich den WINF eher den Vorzug geben.
Oder willst du die Implementierung übernehmen?

Sebastian1994 schrieb:
Wie sind eure Erfahrungen aus der Arbeitswelt? Interessiert sich in den mittleren Sphären (ich will ja nicht zu Google und Co.) irgendwer für die Unterscheidung Uni / FH?

Der Abschluss ist immer nur eine Eintrittskarte in die Berufswelt. Da du schon einige Jahre Berufserfahrung hast, ist es für dich völlig egal ob du ein Fern-/Abenstudium an einer FH oder Uni machst. (Fernuni Hagen ist eine Uni ... nur so nebenbei)
Kein Schwein interessiert sich da noch ob Uni/FH. Wichtig für die Unternehmen ist, dass man sein Wissen auch anwenden kann und einsatzbereit ist. Da kannst du von einer Wald-und-Wiesen FH kommen und schlägst gerne den Elite-Uni-Studenten, weil der in einer Blase lebte und du dich mit wirklich praktischen Problemen schon rumschlagen musstest.

Sebastian1994 schrieb:
Oder ist es wirklich so, dass die Fachrichtung WINFO eher als "Halb"-Informatiker gilt, und im Zweifelsfall gegen einen richtigen Informatiker von der FH immer den Kürzeren ziehen wird?

Ich hab auch Kollegen, die Full-Stack-Entwickler sind als Winf. Ist nur der initiale Abschluss, danach spezialisiert man sich ...

Sebastian1994 schrieb:
Macht am Ende nur die Praxis den Unterschied, wo die FH ja von Haus aus deutlich mehr zu bieten hat? Interessiert es am Ende niemanden, da ohnehin überall Leute in der Branche fehlen? Ist der Wechsel von Uni auf FH womöglich ein Abstieg im Lebenslauf?

Nach ein paar Jobs wird die Seite der "was hab ich studiert" im Lebenslauf von den Personalern gar nicht mehr gelesen. Praxis schlägt in diesem Fall deutlich die Theorie.

Sebastian1994 schrieb:
Mich interessieren eure ehrlichen Erfahrungen zu den Themen Berufsaussichten (und ggf. Gehalt) Uni vs. FH und WINFO vs. Spezialisierung KI. Und natürlich eure persönliche Wahl, wenn ihr euch entscheiden müsstet :)

Wenn ich Projektleitung im Fokus hätte, dann WINF. Wenn ich Implementierung im Fokus hätte, dann die angewandte KI ...
 
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Irgendwie ist die Vorauswahl schon ein bisschen naja. WINF passt am besten, aber Fernuni ist hinsichtlich Networking für so eine Stelle eher ungünstig. Das musst du dann zusätzlich machen.

Jetzt mal Tacheles: wenn du seit 5 Jahren bei Bosch arbeitest und Ambitionen für Führungspositionen hast: gibt es dort keinen Vertrauten, mit dem du ein bisschen über Aufstiegsmöglichkeiten und Maßnahmen dazu reden kannst und dann später von Bosch aus auf eine CTO Stelle wechselst?
Beruflich weiterzukommen - nicht nur stagnieren - und nebenbei an der Fernuni Hagen zu studieren ist schon eine Challenge, weil dir B-Grades nicht so viel bringen. Sei mir nicht böse, aber du hast WINFO schon abgebrochen und die Info-Punkte daraus schon für einen Bachelorabschluss in BWL verheizt. Private Probleme können in Zukunft auch kommen.
 
Du brauchst, wie mehrfach gesagt, berufserfahrung, die Kohle kommt dann mit den Ambitionen und der Erfahrung von alleine. Ich selber habe auch "nur" einen Bachelor in Wirtschaftsinformatik und bin als Entwickler, über Projektleiter hin zu einer Führungstätigkeit im 6 stelligen Bereich gesprungen. Das war primär möglich durch meinen Werdegang und vor allem den Wechsel der Firmen. Meines Erachtens kannst du dir den Master schenken, kräht niemand nach (die letzten beiden Arbeitgeber, beides große Größen an der Börse, haben z. B. Nie nach einem Zeugnis (ausgenommen arbeitszeugnis) gefragt und es daher auch nie bekommen)
 
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Generell verdienen die Bindestrich-Informatiker ich glaube etwas weniger (da sie quasi aus beiden Welten nur einen Teil können). Von daher ist es egal, ob du an der Uni oder FH studierst.

Die Höhe des Gehalts später ist sowieso von deinen Sozialkompetenzen und Verhandlungsgeschick abhängig.
 
CyborgBeta schrieb:
Generell verdienen die Bindestrich-Informatiker ich glaube etwas weniger (da sie quasi aus beiden Welten nur einen Teil können). Von daher ist es egal, ob du an der Uni oder FH studierst.
Woher kommt den diese Behauptung??

Je nachdem wo man arbeitet - und hier gerade im Projektmanagement - wäre ein WINF Studium doch ideal. Hier je nach belegter Module auch mehr Fokus auf Projektmanagenent Methoden.

So eine pauschale Bewertung ist ihmo falsch.


CyborgBeta schrieb:
Die Höhe des Gehalts später ist sowieso von deinen Sozialkompetenzen und Verhandlungsgeschick abhängig.
Ja, das sind wichtige Punkte in jeglicher Verhandlung.

Aber sicher nicht die einzigen.

Ich würde den vorher gemachten Aussagen zustimmen. Mit 5 Jahren Berufserfahrung macht die Wahl der Master Studiums keinen besonderen Ausschlag mehr und wenn man abschließend mehr Geld bekommt, dann hätte man das mit spezialisierten Fortbildungen die gleichen Chancen auf mehr Gehalt.
 
SuperCube schrieb:
Woher kommt den diese Behauptung?? Je nachdem wo man arbeitet .... So eine pauschale Bewertung ist ihmo falsch.

Irgendwie erkennt man in deinen 4 Posts bereits ein gewisses Muster. Du fängst immer mit einer rhetorischen Frage hin, die du anschließend in so eine Art Anklage umwandelst und dem anderen Imkompetenz oder Lüge unterstellst. War das die Motivation sich hier anzumelden? ;) Sei mir nicht bös, aber ich habe mir eben deine Beiträge angeschaut und war darüber schon überrascht.

Das sind jetzt aber eigentlich die Gespräche, die der TE laut Beschreibung nicht wollte, also z.B. welche Theorievorlerung, Promotion usw.. Aber ja, ganz pauschal ist das nicht korrekt, aber was gemeint ist sollte klar sein. Da der Threadersteller aber nicht mehr aufgetaucht ist, brauchen wird das jetzt nicht mehr durchzukauen.
 
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Treiber schrieb:
Sei mir nicht bös, aber ich habe mir eben deine Beiträge angeschaut und war darüber schon überrascht.
Ich sehe einen User mit 1700 Beiträgen. 1000 davon in welche Musik hört man. Und etliche andere mit überwiegend vielen pauschalen und oberflächlichen Beiträgen.

Ich dachte ich Challenge einige dieser Aussagen bezüglich des Inhalts.
 
CyborgBeta schrieb:
Generell verdienen die Bindestrich-Informatiker ich glaube etwas weniger (da sie quasi aus beiden Welten nur einen Teil können). Von daher ist es egal, ob du an der Uni oder FH studierst.

Ich bin Winf und verdiene mittlerweile 120k Jahrebrutto. Die Wichtigkeit der formalen Qualifikation nimmt halt mit den Jahren ab und worin man Berufserfahrung hat nimmt zu.
 
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Und wir haben sogar BWler bei uns in der Abteilung sitzen, die durch viel Marketing um die eigene Person nun in der IT Abteilung verweilen und 6-stellig verdienen (Selbstläufer bei entsprechender Stelle im IGM Konzern samt allen Boni und Gewinnbeteiligung). Ein 6-stelliges Gehalt sagt absolut nichts über etwaige Kompetenzen aus, die formale Qualifikationen erleichtert nur den Weg dorthin.
 
SuperCube schrieb:
Ich sehe einen User mit 1700 Beiträgen. 1000 davon in welche Musik hört man. Und etliche andere mit überwiegend vielen pauschalen und oberflächlichen Beiträgen.

Ich dachte ich Challenge einige dieser Aussagen bezüglich des Inhalts.

Leute ... soll ich solche Beiträge zukünftig einfach melden?

Was hat mein Musikgeschmack denn mit den Kompetenzen zu tun?!

Und Neid auf eine Beitragszahl ist keine gute Eigenschaft.
Ergänzung ()

Ach, sorry, wegen eines Users mit 5 Beiträgen rege ich mich viel zu sehr auf gerade.
 
Ich möchte mich zunächst ganz herzlich bei euch für euren Input bedanken. Hat mir wirklich ein Stück weit die Augen geöffnet. In den ganzen Uni-Kreisen behaupten immer alle, dass der formale Abschluss (und bitte immer an der Uni!) der Schlüssel zu allem sei...

Ich bin nun soweit dass ich sage, die trockene Uni werde ich mir nicht noch einmal antun: Wenn da in der Branche ohnehin niemand wert drauf legt, werde ich mir nicht semesterweise Theorie von Leuten, die eigentlich lieber forschen als unterrichten geben, nur um dann alles Praktische in meiner Freizeit lernen zu dürfen. Ich unterhalte mich gerade mit Leuten von der FH, wie es dort mit dem Praxisanteil aussieht, denn ganz ehrlich: Ich muss da noch viel lernen, komme also um irgendeine Form der Weiterbildung nicht drum herum. Aber ich finde es spannend und es motiviert mich... BWL war damals eher eine Verlegenheitssache. Mit meinem derzeitigen AG werde ich auch mal reden, ob wir nicht ein Projekt in die Richtung machen können, schließlich dürfen wir bei dem Thema ja auch nicht hinterherhinken.
 
Sebastian1994 schrieb:
Ich möchte mich zunächst ganz herzlich bei euch für euren Input bedanken. Hat mir wirklich ein Stück weit die Augen geöffnet. In den ganzen Uni-Kreisen behaupten immer alle, dass der formale Abschluss (und bitte immer an der Uni!) der Schlüssel zu allem sei...

Unis haben ja auch definitiv ihre Berechtigung und sind ggf. ja auch der bessere Tür-Öffner als ein FH Abschluss, wenn man einfach 2 Bewerber zum gleichen Preis mit jeweils 0 Berufserfahrung nebeneinander stellt.
Je mehr Berufserfahrung du in einem Bereich hast, umso weniger interessiert es am Ende, wie hoch die formale Qualifikation war bzw. ob man überhaupt eine in diesem Bereich hat.

@vaju

Ich wohne anscheinend falsch - in Hamburg haben wir keine IGM Firmen und hier muss man leider selbst die Gehaltsleiter mühsam hochsteigen.
 
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