News US-Wahlkampf: Trumps Wahlsieg und die Big-Data-Analysen

Andy

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#1
Moderne Big-Data-Analysen, die die Persönlichkeit der Menschen anhand des Facebook-Profils analysieren, waren einer der Gründe für den erfolgreichen Wahlkampf von Donald Trump, berichtet die Schweizer Zeitschrift Das Magazin. Die These ist allerdings äußerst umstritten, Kritiker sprechen bereits von falschem Big-Data-Zauber.

Zur News: US-Wahlkampf: Trumps Wahlsieg und die Big-Data-Analysen
 

hamju63

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#2
Wenn mindestens ein Drittel der Bevölkerung nicht mehr wählen geht, muss man halt auf andere Weise heraus finden, was die Menschen wollen.
 

mrhanky01

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#3
Erinnert mich irgendwie an die Debatte von vor gefühlt einer Ewigkeit.
Und zwar ob es möglich ist das Gesamte internet abzuhören, kritiker sagten auch das wäre völlig unmöglich solche resourcen hat niemanden.....

Wenn Trump so an die Macht gekommen ist, dann ist er klüger als der Rest.
 

frkazid

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#4
Mh...also musste Trump wie ein Katzenvideo auftreten?

Als wenn man dafür Big-Data braucht um gegen Clinton zu stimmen.

Wieder viel Wind um nichts.
 
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#5
Naja, warten wir es einfach mal ab. Eine Firma wie Cambridge Analytica wird sich jetzt weitere Kunden suchen, Interesse ist sicher mehrfach vorhanden. Wie wirksam das ganze sein wird, lässt sich dann messen, wenn die Firma noch weitere solcher "Projekte" hinter sich gebracht hat, deren Erfolg wird dann für sich sprechen.
 

Herdware

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#6
Das eine "Zauberwort", mit dem man die gefestigte Weltanschauung einer Person umdrehen kann, wird man sicher nicht finden.
Aber auf solche Personen ist ja auch klassischer Wahlkampf eher nicht gerichtet. Es geht darum, denjenigen, die sich noch nicht entschieden haben, deren Entscheidung auf der Kippe steht, den entscheidenen kleinen Impuls zu geben. Oder auch diejenigen aus dem eigenen Lager, die noch nicht sicher sind überhaupt zu wählen, zur Stimmabgabe motivieren.

Es sind nicht die gefestigten Überzeugungswähler, die den Ausgang einer Wahl entscheiden, sondern die Wähler aus der großen Grauzone dazwischen, die sich oft erst in letzter Sekunde entscheiden. (Und genau deshalb tun sich die Wahl-Prognosen auch so schwer.)

Wenn Wahlkampf auf Grundlage von Big Data nur ein kleines bischen besser funktioniert, diese Unendschiedenen und/oder Gleichgültigen etwas mehr in die eigene Richtung zu ziehen, kann das durchaus eine große Auswirkung haben.

Und noch eine kleine Bitte an die Foristen:
Macht hieraus doch bitte keinen hundertsten Trump-vs-Clinton-Thread. Ich bin sicher, beide Seiten haben jede Möglichkeit benutzt, ihren Wahlkampf zu optimieren. Es geht hier um Methoden, nicht um politische Weltanschauungen. :)
 

Kacha

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#7
Genau darum geht es. In einer Wahl geht es darum wer am meisten Stimmen hat. Wer fuer einen stimmt ist zweitrangig.

Hier scheint es auch eher um Waehler zu gehen, die grundsaetzlich Soziale Medien recht intensiv nutzen. Von dem her hat man auch mehr als 68 Likes pro Person verfuegbar. Da wird es schon wahrscheinlicher, dass man dem Nutzer Wahlwerbung schickt, die ihn anspricht. Und im Endeffekt geht es nur darum die Wahrscheinlichkeit zu erhoehen Nutzer zum waehlen zu bringen und dann noch die eigene Partei.

Ich denke allerdings, dass damit eine Wahlprognose noch schwerer sein wird, da alle Parteien versuchen werden Menschen so zu beeinflussen. Was ich nicht verstehen kann ist Big Data einfach abzutun als Hokuspokus. Man kann damit extrem viel erreichen, was auf einem Weg eben nicht moeglich ist. Man kann das ganze auch mit ein paar Millionen Menschen erreichen, vielleicht auch mehr. Allerdings wird das dann doch recht komplex und Algorithmen arbeiten etwas effizienter.

Auch wuerde ich das nicht Trump zuschreiben, eher seinem Wahlteam. Ich bezweifle stark, dass Trump viel Ahnung von Big Data hat. Der wird nur sagen, bringt mir Waehler und ein IT affiner Mitarbeiter wird Big Data vorschlagen, ihm sagen es bringt mehr Waehler und dann heisst es: Mach mal. Von daher verstehe ich auch nicht den Fokus auf den Kandidaten. Wer wirklich die Wahl macht, sind die Teams. Da kann man auch einen dressierten Papagei hinstellen, wenn der einigermassen wiederholen kann, was ihm gesagt wird.
 
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Kokuswolf

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#8
So schreibt etwa auch der Social-Media-Berater Jens Scholz in einem Blog-Beitrag: „Man braucht ein magisches Weltbild, um an eine Formel zu glauben, die mathematisch das Wort errechnet, das man einem Menschen sagen muss, damit er plötzlich und willenlos seine Meinung ändert.“
Ich finde diese Argumentation total daneben. Hier werden keine Worte errechnet, es werden Psychogramme (Profile) errechnet. Bestimmte Gruppen von Profile bekommen angepasstere Nachrichten, ein gutes Beispiel zeigt das vom Magazin beschriebene Video:

https://www.youtube.com/watch?v=n8Dd5aVXLCc

«Für einen ängstlichen Menschen mit hohen Neurotizismus-Werten verkaufen wir die Waffe als Versicherung. Sehen Sie links das Bild dazu: die Hand eines Einbrechers, die eine Scheibe einschlägt.» Die rechte Seite zeigt einen Mann und ein Kind im Sonnenuntergang, beide mit Flinten in einem Feld, offensichtlich bei der Entenjagd: «Das ist für konservative Typen mit hoher Extraversion.»
Dafür braucht es keine magisches Weltbild - so ein Blödsinn. Es geht hier auch gar nicht um die Werbemittel, sondern um die Erhebung von Zielgruppen für Werbemittel, welche auch explizit (über Facebook) erreichbar sind. Wer das als Magie kritisiert, hat den Kontext nicht verstanden.
 
F

findichgut

Gast
#9
Da wird sich Facebook aber über den zusätzlichen Umsatz freuen wenn sie zuerst die Daten der Nutzer an die Parteien verkaufen und dann noch für die Werbung kassieren können.
 

menace_one

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#10
Ich kann mir schon vorstellen, dass sich die Persönlichkeit und aktuelle befindlichkeit aus Likes und Posts relativ gut ableiten lässt.

Spätestens im nächsten Wahlkampf nutzen das auch beide Parteien und dann ist der Vorteil wieder dahin.
Sehr schlau von Trump das zu nutzen, so konnte er seinen finanziellen Nachteil wieder wett machen.
Die effiziente Wahlwerbung ist das Hauptargument für BigData.

Das die Wählerschaft analysiert wird ist nichts neues, damit geht es nur viel genauer als bisher.
Ich bin mir auch nicht sicher ob es nun empfehlenswert ist als verantwortungsvoller Mensch nichts mehr zu liken.
Denn "likes" und das Teilen von Inhalten ermöglicht auch vielen guten Aktionen erhört zu werden.

Wenn nur noch der unbedarfte Bürger im Netz "laut" ist, verzerrt das schnell das Bild.
Besser ist es keinen Klarnamen auf Facebook & co. zu verwenden und sich bewusst sein, dass man sich im öffentlichen Raum befindet.
 

phil.

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#11
Ich dachte es waren die alten weißen (arbeitslosen) Männer, die die Wahl entschieden haben.
Dann kamen noch die Floridarentner dazu.
Ob die Mehrheit dieser alten weißen Männer und Rentner Facebook nutzten?
 

Kokuswolf

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#12
Ich dachte es waren die alten weißen (arbeitslosen) Männer, die die Wahl entschieden haben.
Das wurde von unseren Qualitätsmedien propagiert. "Weiße dumme Männer" und ähnliches:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=35765

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass diese Rechnung gar nicht aufgeht. Weder gibt es soviele von dem gewünschten Stereotyp, dass sie eine ausreichende Masse ausmachen und ganzen Wahlen kippen. Noch ist es eine differenzierte Betrachtungsweise. Dies ist nur wieder die übliche Masche, die Hass anleiten soll. "Hier schaut, die dummen Weißen. Oder hier die uneinsichtigen Alten. Oder hier die brutalen Flüchtlinge. Oder hier Arbeitslose, die betrügen." Immer das gleiche Schema.
 
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#13
@Kokuswolf

Das liegt aber auch daran, dass es sich leichter herrschen lässt, wenn die Bevölkerung mit sich selber beschäftigt ist ;)

Und die Schuld liegt per se immer bei jemanden anderen :freak:
 

bellencb

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#14
... und zu 85 prozentiger Wahrscheinlichkeit lässt sich sagen, ob ein Nutzer Demokrat oder Republikaner ist.
Selbstverständlich ist der Wahlsieg von Trump auf BigData zurückzuführen. ;)

Wenn mit 85%-Wahrscheinlichkeit ein Republikaner-Wähler identifiziert werden kann, sind die übrigen 15% Wähler der Demokraten.
Jetzt bekommen aber alle den Auftritt von Hillary Clinton zu sehen, in denen sie die Wähler der Republikaner als "basket of deplorables" schmäht.
Folge: Die Wähler der Demokraten stimmen auch für Trump. :p

Die Big-Data-Analyse ist die Ursache für Trumps Wahlsieg. Vielleicht aber auch nicht.
Es soll sogar in Amerika noch Leute geben, die zu einer eigenen Meinung fähig sind.
 
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#15
Du hast offensichtlich überhaupt nicht kapiert was der von dir zitierte Abschnitt aussagt.
Man kann mit 85%iger Wahrscheinlichkeit bestimmen ob eine Person die Republikaner oder die Demokraten wählt und nicht dass es 85% Republikaner und 15% Demokraten sind.
 

Man-at-Arms

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#17
Aber auf solche Personen ist ja auch klassischer Wahlkampf eher nicht gerichtet. Es geht darum, denjenigen, die sich noch nicht entschieden haben, deren Entscheidung auf der Kippe steht, den entscheidenen kleinen Impuls zu geben. Oder auch diejenigen aus dem eigenen Lager, die noch nicht sicher sind überhaupt zu wählen, zur Stimmabgabe motivieren.
Im alten Rom war es Usus Stimmen für Sesterzen zu kaufen. USA ist vom alten Rom inspiriert.
Und was hat der Wähler überhaupt mit dem Wahlergebnis zu tun? Die wahrlich Mächtigen beweisen immer wieder, daß es für einen Wahlsieg keine Wahl geben muß.
Big Data wird in Zukunft alle Wahlen überflüssig machen, da bereits im Vorfeld bekannt ist wie die Personen ticken - der Urnengang kann eingespart werden. Und Dissidenten werden frühzeitig erkannt, sodaß ihnen geholfen werden kann.
 
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#18
@Man-at-Arms
Natürlich wird der Wähler nicht überflüssig, der muss schließlich seine Stimme abgeben. Das ist die Grundlage der Demokratie. :p
Die einzige Preisfrage ist was dafür nötig ist um sie das wählen zu lassen was man will. ;)
 
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#19
Was willst du anderes wählen? Hillary? Ne das Hillary gewinnt will ich nicht, also Trump!
 
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