Welche Distribution für die Aubildung?

Gaugler

Ensign
Registriert
Jan. 2020
Beiträge
233
Servus,

für meine Ausbildung, will ich mein Notebook einrichten - mit Linux. So viel ist Sicher.
Auch soll Linux als alleiniges System auf die SSD. Mit der Ausbildung als Hintergrund, ist mir Stabilität besonders wichtig. Des weiteren werde ich Visual Studio Code als Editor nutzen und ich möchte den Gnome als Desktop. Mit Linux selbst kenne ich mich mäßig aus. Das heißt - ich bin total experimentierfreudig, probiere gerne neue Dinge aus, bewege mich gerne auf Konsolenebene, bilde mir ein - schon etwas über die Struktur zu wissen; aber irgendwie ist Linux noch immer ein undurchsichtiger Nebel für mich.

Ich will Linux kennenlernen aber bis dahin, ist mir wichtig, dass das Betriebssystem - am besten - ohne (viel/aufwendige) Wartung läuft. Ein Rolling Release wäre daher weniger optimal. Bzw. bei einem Manjaro müsste ich darauf vertrauen, das mir die Entwickler keine Pakete zusenden, die Probleme bereiten.

Gedanklich hab ich mich daher schon auf ein Debian Stable oder einem LTS Derivat eingerichtet.

Doch welches?

Bei Debian selbst nervt mich absolut, das die Installation mit sämtlichen Sprachen, die auf der Welt relevant sind, daher kommt. Übersetzungen fürs Interface, Rechtschreibkorrekturen, Thesaurus... ich brauch kein Mandarin auf dem System. einige würden denken, dass das ein Phantomschmerz sei. Gut, ist es. Aber auch sonst wüsste ich mit dem Speicherplatz besseres anzufangen...
Nun würden einige wieder danken: dann deinstalliere das Zeug... hier kommt wieder meine Unsicherheit ins Spiel. Ich fühl mich nicht wohl, 100+ Pakete aus dem System "herauszureißen". Aber auch sonst liefert die Installation Zeug mit - das ich einfach nicht haben will. Ich nutze beispielsweise kein LibreOffice. Spiele brauch ich auch nicht. Hier gefällt mir die Basisinstallation, anderer Anbieter, deutlich besser!
Gibt es für Debian keine minimal Installation? Einfach nur Gnome und volle Hardware-Unterstützung aber sonst keine andere "Bloatware"?

Dann die Frage: .deb oder Snap oder Flatpak? Oder doch PPA?
Hier spießt sich mein Wissen auch wieder aus "Hörensagen" und ich weiß nicht, welches verfahren mir Sympathischer ist. Es kann auch heißen Debian vs. Ubuntu vs. Pop_OS!

.deb erschein mir die Methode zu sein, die man bevorzugen sollte, wenn man "Kern-"Programme Installieren will - also um Programme vollumfänglich in das System zu integrieren. Diese Pakete können via Apt leicht verwaltet werden. Oldschool eben - Stabil, Sicher.
Flatpak ist Plattformübergreifend. Programme bringen ihre eigne Linux-Umgebung mit. Sie laufen unabhängig vom Rest des Systems. Zwar können sich Flatpak Programme Bibliotheken untereinander teilen, aber in der Regel ist der Speicherbedarf hier am höchsten.
Snap scheint da eine Art Mittelweg zu gehen - so zeigt es sich mir jedenfalls. Diese Paketverwaltung ist auch Plattformübergreifend. Die Integration, ins System ist hier aber gegeben. Ich nutze gerne <youtube-dl>. Leider ist das Programm aus dem herkömmlichen Debian-Repository nicht zu nutzen - da schlicht nicht Aktuell genug. Bei Flatpak ist dieses Programm selbst nur mit GUI zu bekommen (<Video Downloader> - wobei ich jetzt nicht weiß ob man <youtube-dl> dennoch aus der Konsole heraus starten könnte?). Bei Snap ist dieses Paket erhältlich und wird, wie gesagt, voll integriert. Das Heißt ich kann mit dem mpv Youtube-Videos starten. "Großer Nachteil" Canonical hat seine Finger auf dieses System. Ich weiß nicht, ob mir dieser Anspruch gefällt. Auch weiß ich nicht, ob mir Canoncals Kampf gegen die Klassischen .deb Pakete gefällt.

Lange rede, kurzer Sinn (zumindest wisst ihr jetzt, das ich mir Gedanke gemacht hab 🙂): Welches Linux soll es sein?


*Linux hebe ich als Begriff verwendet, der Einfachheit wegen. Nur um böse Kommentare vorzubeugen 😉.
 
Als erstes OS kannst du am Besten Ubuntu nehmen mMn. Da gibt es zig Anleitungen wenn was nicht läuft. Den entsprechenden Desktop kannst du dir vorher dann ja aussuchen. Richtung Windows wäre das wohl am ehesten KDE.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: .fF und kachiri
Ubuntu, weil man in der Ausbildung oft spezielle Software zum laufen bringen muss. Bei mir zb Matlab und LTspice. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es jemand schon für Ubuntu gelöst hat, ist groß. Das betrifft auch alle Distributionen, die darauf basieren.

Und ich würde mir nicht so viele Gedanken um die Optimierung oder entfernen unnötiger Pakete machen. Das OS ist ein Werkzeug(kasten) der funktionieren muss und kein Statement.
 
Ausbildung als was, wäre hier doch eine wichtige Information
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Enotsa
Spezifisch zu youtube-dl: das ist ja im Grunde nur ein Binary File, Updatefunktion inklusive, das kannst du dir einfach von Github holen. Genaue Anweisungen findest du auch dort. Kein Grund, sich mit veralteten DEB paketen oder 3rd party Snaps/Flatpaks rumzumühen.

Zur Grundfrage: Ich würde Ubuntu oder Manjaro in Betracht ziehen. Beide haben eine grosse Community und gute Software Unterstützung.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Gaugler
Mein Senf als Liste:
  • Snaps: Ich würd die Finger davon lassen. Die starten viel langsamer, haben z.T. Problem mit der intetration (sehen z.B. deine home-dir nicht) und brauchen mehr platz
  • Distro: Bei Ubuntu wird man heute zu Snaps gezwungen. z.B. Chromium per apt get install -> installiert es als snap-package. Für mich ist sowas ein NoGo
  • Konsole: Wenn du mit Linux arbeiten wilst würde ich unbedingt damit anfangen.
  • youtube-dl ist ein python script. Das kannst du auf jeder Distro mit "pip3 install -U youtube-dl" installieren
  • Gnome: Wenn du etwas gegen Bloat hast würde ich mir XFCE anschauen
  • Deinstallieren von Packeten kann einfach ausprobiert werden. sudo apt purge <packet>, wenn nacher was nicht mehr klappt -> sudo apt install <packet>
  • Eine Distrowahl ist nicht etwas für's Leben.. probier sie aus. Ich bin von Ubuntu zu Mint zu Kubuntu zu Xubuntu nun bei Manjaro mit KDE / XFCE.
Viel Spass mit deiner Freiheit :)
 
Du möchtest kein Stable Release als Workstation. Das stable klingt erstmal gut, bis dir dann auffällt, dass einige Pakete schon uralt sind.

Ich würde sowas wie Ubuntu (nicht LTS) nehmen oder Fedora. Aber auch Debian Testing ist eine Option.

Allerdings kann ich dein Beispiel zu Debian gar nicht nachvollziehen. Wo ist Debian denn überladen?

Edit: Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen, Ubuntu ist mittlerweile tatsächlich etwas seltsam verseucht durch Paketmanager wie Snap. Diese Ansätze sind auch in der Linux Community verpönt. Ich fahre seit Jahren mit Fedora sehr gut. Die Community ist aktiv und es gibt einige, die Pakete zur Verfügung stellen (https://copr.fedorainfracloud.org/). Außerdem ist es ein Rolling Release. Die Updatepolitik gefällt mir auch viel besser als bei Debian.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tokolosh schrieb:
Wo ist Debian denn überladen?
Möchte zu gerne wissen, woher ihr eure ISOs her nehmt. Klar so eine Net-Installation / aus der Konsole heraus ist sicher minimal. Sicher würde ich die Installation bewältigen. Aber irgendwie ist mir das (also bei meinem Kenntnisstand) zu experimentell.

Eine Installation - mit einer Live-ISO - ist jedenfalls immer, wie beschrieben, überladen. Es sei den, ich übersehe den Schalter für die Minimalinstallation 🙄?!
 
andy_m4 schrieb:
Arch. Oder Gentoo. Oder im Extremfall Linux-from-Scratch.
Dann lernst Du auch gleich noch was übers Linux-Betriebssystem.
Arch ist mir vertraut.

Hab mich dagegen entschieden. Man muss sich wirklich aktiv darum kümmern, dass das System läuft. Und das will ich - auf meinem Arbeitsgerät, zum aktuellen Zeitpunt, nicht.
 
Ich hab den Wechsel damals von Windows auf Linux mit Manjaro gemacht. Mithilfe des AUR (Arch User Repositorys) hast du viel mehr Software im Paketmanager zur Verfügung, als üblich.

Mit Debian-basierten Distributionen bin ich nie wirklich warm geworden im Desktop. Hab da auch einiges probiert (Linux Mint, Debian, Ubuntu, Pop_OS, ...)
MX Linux wäre einen Blick wert. Das fand ich, zumindest in einer VM, sehr angenehm. Ansonsten bleiben für mich Debian-basierte Distros reine Serverdistros, gerade weil man eben viel Paketquellen einbinden muss und die Pakete nicht up-to-date sind.

Wenn du dich ein bisschen im Linux-Umfeld umgesehen und daran gewöhnt hast, kann ich dir Arch Linux empfehlen. Dadurch lernst du eben wirklich wie dein System aufgebaut ist. Da bist du aber auch ein bisschen beschäftigt. :D

So hab ich es auch gemacht. 1 Jahr Manjaro verwendet und dann auf Arch Linux gewechselt.
Wenn du es einmal richtig eingerichtet hast, braucht das System auch kaum Pflege. Arch nutze ich aktiv seit ca. 6 Monaten und es ist rock solid. Windows und Manjaro haben da deutlich mehr Wartung benötigt.

Da ich unter Linux auch spiele, ist schon vorteilhaft eine Rolling-Release-Distro zu verwenden, da sich in dem Bereich extrem viel tut momentan. Aber es ist eben auch davon abhängig was man vor hat.

Für den Beginn jedoch empfehle ich erstmal eine fertige Distro, sprich MX Linux.
 
Gaugler schrieb:
Man muss sich wirklich aktiv darum kümmern, dass das System läuft.
Kann ich so nicht bestätigen. Die Installation ist aufwendiger als bei den üblichen Ready-to-Go-Systemen wie ubuntu und Co.
Aber im Betrieb ist es relativ unproblematisch (außer mit den kleinen Problemchen die man halt bei Rolling-Release-Distributionen so hat; aber die hat man dann eben überall und nicht nur bei Arch).
 
garfield121 schrieb:
Funktioniert am Besten für mich. Meiner Meinung nach komplett Unaufdringlich.
Trotzdem ist Grome ein mächtiger Fenster- und Workspace-Manager.

Zweifelsohne können andere Desktops vielleicht mehr, besser, schneller - angepasst werden. Für das was ich brauch, reicht der Gnome und das macht er OOTB. Für alles andere, hab ich die Konsole.

Bzw. mir ist der i3wm Sympathisch. Nur stoße ich hier, mit meinem Notebook, an Probleme, die ich aktuell nicht lösen kann/will.

@andy_m4 hilft nicht, noch ein Derivat ins spiel zu bringen... 😁
 
Was genau versprichst du dir davon Linux zu verwenden? Wo liegt deiner Meinung nach der Mehrwert als angehender Anwendungsentwickler.... Nur rein aus Interesse
 
Enotsa schrieb:
Was genau versprichst du dir davon Linux zu verwenden? Wo liegt deiner Meinung nach der Mehrwert als angehender Anwendungsentwickler.... Nur rein aus Interesse
Möchtest du hier jetzt wirklich eine derartige Diskussion entfachen oder fragst du ernsthaft nach den Vorteilen bei Anwendungsentwicklung auf GNU/Linux zu setzen?
 
Kannst dich ja hier mal einlesen:
https://wiki.ubuntuusers.de/Startseite/

Ist kein Wink mit dem Zaunpfahl, aber eben die beste Wissensdatenbank für Ubuntu und Debian basierte Systeme überhaupt.

Ich selbst nutze seit über 10 Jahren eines der Ubuntu-Systeme und sehe keinen Grund zu wechseln nach diversen Blicken über den Tellerrand. Rolling Release käme mir eh nicht auf einen Produktivrechner.
 
Gaugler schrieb:
Welches Linux soll es sein?
openSUSE Tumbleweed.
Stabil trotz Rolling Release, YaST als Alleinstellungsmerkmal, mit snapper und Btrfs gibts eine Rollback-Funktion für den schlimmsten Fall, anpassbare GNOME-Minimalinstallation per Netinstaller möglich. Flatpak und Appimage gibts natürlich auch, falls wirklich nirgendwo* ein (RPM-)Paket auffindbar sein sollte.

*also auch nicht im OBS
 
Zurück
Oben