7/7 Vorstellung des GeForce4 : nVidia schlägt zurück

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nView

Schließlich kommen wir zu nView. Vielen wird sicher noch das altbekannte TwinView aus der alten GeForceMX-Serie bekannt sein. Nach dem Vorbild von Matrox hat man hierbei die Möglichkeit, zwei Ausgabegeräte, meistens Monitore, Fernseher oder TFT-Displays an eine einzige Grafikkarte anzuschließen. Die Anwendungsmöglichkeiten, die sich hieraus ergeben, sind vielfältig. Sei es, das man eine geschäftliche Präsentation auf dem Laptop und gleichzeitig auf einem Projektor ausgeben will, sei es dass man einfach zum Arbeiten mehr Platz auf dem Desktop benötigt, oder man möchte ganz einfach seine Spiele oder DVDs am heimischen Fernseher genießen. Nun war nVidias Lösung namens TwinView in der Vergangenheit nicht wirklich konkurrenzfähig, da im GeForceMX-Chip nur ein einziger RAMDAC integriert war und für den Dual-Screen Betrieb ein zweiter, externer RAMDAC auf die Platine gelötet werden musste.

Die Kombinationsmöglichkeiten der Anschlüsse
Die Kombinationsmöglichkeiten der Anschlüsse

Für die neuen Chips auf Basis des nV17 (MX) und des nV25 (Ti) ist dies nun nicht mehr nötig. Sie verfügen über zwei unabhängige RAMDAC mit jeweils 350MHz, also mehr als ausreichend Reserve, um auch hochklassige Monitore nicht unter ihren Möglichkeiten zu betreiben. Weiterhin ist die komplette Hardware für TV-out Funktionalität bis zu einer Auflösung von 1024x768 Bildpunkten in die Chips integriert. Somit ist es endlich auch möglich, z.B. während der Wiedergabe einer DVD auf dem Fernseher weiterhin den Monitor mit flimmerfreien 85Hz zu betreiben, ein großes Manko früherer Tage ist nun behoben. Die zugehörige Treibersoftware zu nView soll desweiteren in der Lage sein, bis zu 32 individuelle Desktops zu erstellen und per Hotkey umzuschalten oder an einen bestimmten angemeldeten User zu knüpfen.

Ein Feature, welches laut den uns zur Verfügung stehenden Informationen nur der nV17, also der Chip auf den GeForce4MX-Karten besitzt, ist die Video Processing Engine. Diese VPE ist unter anderem zuständig für die DVD-Beschleunigung, wobei auch in diesem Bereich nVidia zu ATi aufschließen kann, bietet man doch jetzt ebenfalls eine iDCT-fähige Grafikkarte an, die der weiteren Entlastung der CPU während der DVD-Wiedergabe zuträglich ist. Das heißt natürlich nicht, dass eine hochwertige DVD-Wiedergabe mit der GeForce4 Ti nicht möglich ist, jedoch muss hier die CPU einspringen und einen größeren Teil der Arbeit leisten. Hier und bei den integrierten LVDS-Transmittern ist doch tatsächlich eine GeForce4 Ti einer MX unterlegen, besitzt sie hiervon keine zwei, wie die MX.

Fazit

Auch wenn es für ein abschließendes Fazit angesichts der einseitigen uns zur Verfügung stehenden Informationen noch zu früh sein mag, wagen wir doch mal ein paar abschließende Worte.

Es scheint als wäre nVidia gerade noch rechtzeitig aufgewacht, nachdem im letzten Jahr sowohl die Performance-Krone als auch die Sympathien der User mehr und mehr in Gefahr gerieten. ATi hat mit ihrer hervorragenden Radeon8500 einen deutlichen Warnschuss vor nVidias Bug gesetzt und ist gerade im Bereich der 3D- und Multimedia-Features schon ein kleines Stückchen davongezogen. Mit der GeForce4 hat nVidia im Feature-Bereich den Abstand wieder ein wenig verkürzt und angesichts der angegebenen Taktraten sollte auch die Leistungskrone von Kanada zurück nach Kalifornien wandern. Obwohl wir mit einigen Referenzresultaten sowohl der MX als auch der Ti-Version der GeForce4 versorgt wurden, möchten wir eine Bewertung der Leistung doch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, wenn uns real erhältliche Exemplare der Karten vorliegen.

Für Fragen ist natürlich wie immer unser Forum zuständig.

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  • Carsten Spille E-Mail
    … hat von Oktober 2001 bis Juli 2005 Artikel für ComputerBase verfasst.