3/5 Sound Blaster MP3+ im Test : Flexibler Stereo-Sound per USB?

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Systembelastung

Bei normaler Stereowiedergabe verbraucht der Sound Blaster 16 Prozent der Bandbreite eines USB-Controllers (abgesehen von den 10 Prozent, die für das System reserviert sind). Dieser Wert steigt bei gleichzeitiger Wiedergabe und Aufnahme (Full Duplex Mode) auf 32 Prozent. Nicht nur eventuell unterschiedliche Prozessorbelastung, sondern auch die Stromversorung über USB schlägt sich auf den Energieverbrauch nieder. Jedes mobile Gerät muss sich daran messen lassen, was hier indirekt über die Akkulaufzeit geschieht: Mit Winamp 2.81 werden MP3-Dateien abgespielt, bis der voll geladene Akku seinen Dienst quittiert. Um die jeweils gemessene "Spieldauer" aussagekräftiger zu machen, wurde mit dem Display einer der größten Verbraucher abgeschaltet. Der Prozessor arbeitet dabei mit einer Taktfrequenz von 1,2 GHz.

MP3-Wiedergabe im Akkubetrieb
Angaben in Stunden, Minuten
    • Sound Blaster MP3+
      2:56
    • Crystal CS4205
      3:28

Hierbei zeigt sich deutlich der höhere Energiebedarf durch den Sound Blaster. Mit 500 mA verlangt er dem USB-Root-Hub auch das Maximum ab. Bei Wiedergabe über die interne Lösung steigt die Spieldauer um respektable 18 Prozent. Differenzen in der Prozessorauslastung konnten nicht festgestellt werden.

Audio-Qualität

Um die Klangqualität zu bewerten, wurde zum einen der verbreitete RightMark Audio Analyzer 5.0 benutzt. Im Line-In/Line-Out-Verfahren werden jeweils der analoge Aus- und Eingang "kurzgeschlossen". Beim Sound Blaster erfolgt dies wie vorgesehen über Cinch-Kabel, bei der internen Karte via Klinke. Hier ist allerdings anzumerken, dass die wenigsten Notebooks auch einen Stereo-Eingang vorweisen können, denn meist beschränkt man sich hier auf einen einkanaligen Mikrofon-Eingang. Gleichzeitig werden Testsignale abgespielt und aufgenommen, anschließend erfolgt eine Auswertung.

Frequency response
(40 Hz bis 15 kHz), dB
Noise level
dB (A)
Dynamic range
dB (A)
THD
%
IMD
%
Stereo crosstalk
dB
Sound Blaster MP3+
(16 bit, 44,1 kHz)
+1.35, -0.95
(Durchschnitt)
-84.9
(gut)
84.3
(gut)
0.0061
(sehr gut)
100.000
(sehr schlecht)
-82.6
(sehr gut)
Crystal CS4205
(16 bit, 44,1 kHz)
+0.60, -0.39
(gut)
-85.5
(gut)
84.4
(gut)
0.0042
(sehr gut)
100.000
(sehr schlecht)
-87.0
(hervorragend)
ADI AD1985
(16 bit, 44,1 kHz)
+0.17, -0.45
(gut)
-85.4
(gut)
84.1
(gut)
0.0043
(sehr gut)
0.036
(gut)
-83.9
(sehr gut)
C-Media 9738A
(16 bit, 44,1 kHz)
+0.13, -1.38
(Durchschnitt)
-72.4
(Durchschnitt)
67.9
(Durchschnitt)
0.089
(Durchschnitt)
1.671
(schlecht)
-73.3
(gut)
Realtek ACL650
(16 bit, 44,1 kHz)
+0.36, -0.30
(gut)
-86.9
(gut)
85.7
(gut)
0.0077
(sehr gut)
0.610
(schlecht)
-82.8
(sehr gut)
Sound Blaster MP3+
(16 bit, 48 kHz)
+1.27, -0.22
(Durchschnitt)
-85.7
(gut)
83.9
(gut)
0.0061
(sehr gut)
0.031
(gut)
-83.5
(sehr gut)
Crystal CS4205
(16 bit, 48 kHz)
+0.63, -0.35
(gut)
-85.8
(gut)
84.8
(gut)
0.0028
(hervorragend)
0.033
(gut)
-86.4
(hervorragend)

Bei 16 bit und 44,1 kHz liegt die allgemeine Performance beider Karten bei gut, bei 16 bit und 48 kHz schneidet die interne Soundkarte mit sehr gut und der Sound Blaster mit gut ab. Interessanterweise erzielt die interne Lösung meist leicht bessere Einzel-Messwerte als der Sound Blaster MP3+. Besonders fällt dies beim Frequenzgang auf. Für die ungewöhnlichen Werte bei Intermodulation (IMD) bei 44,1 kHz konnte keine Erklärung gefunden werden.

Zum Vergleich sind auch die Werte von Onboard-Chips aktueller Mainboards bei 16 bit und 44,1 kHz angegeben: Der AD1985 von Analog Devices arbeitete dabei auf einem Asus P4C800, der C-Media 9738A auf dem EPoX 4PDA2+ und der Realtek ACL650 verrichtete auf einem Gigabyte GA-8S648FX seinen Dienst.

Rein subjektiv waren zwischen den beiden Karten klanglich keine Unterschiede auszumachen. Bei anderen Notebooks kann das natürlich ganz anders sein. Allgemein lässt sich festhalten, dass der Sound Blaster MP3+ eine Stereo-Soundkarte mit solider Leistung ist. Die Qualität einer Audigy 2 kann man dabei zwar nicht erwarten, das sind aber auch zwei Segmente mit unterschiedlicher Zielgruppe.

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