4/5 Sound Blaster MP3+ im Test : Flexibler Stereo-Sound per USB?

, 9 Kommentare

Praxistest

Neben normaler Tonwiedergabe werden verschiedene Sonderfunktionen geboten. Einstellbare EAX Advanced HD-Effekte versetzen den Hörer in die akustische Atmosphäre unterschiedlichster Räumlichkeiten. Sogenanntes "Time-Scaling" ermöglicht verlangsamte oder beschleunigte Wiedergabe, allerdings nur mit dem Player Creative MediaSource.

Generell lässt sich über die enthaltene Software streiten. Abgesehen von spezifischen Einstellungen kann man alles andere auch mit herkömmlichen Programmen bewerkstelligen.

Praktisch hingegen für Hobby-DJs und Karaoke-Fans: Wird ein analoges Wiedergabegerät angeschlossen, so kann man über ein Mikrofon live und ohne Zeitverzögerung mitsprechen oder -singen.

Handling

Mit 115 Gramm ist das Gerät sehr leicht und gut transportabel. Kleine Gummifüßchen bieten Rutschfestigkeit auch auf glatten Oberflächen. Der mitgelieferte, zur Befestigung am Notebook-Display gedachte Clip versagt seinen Dienst sowohl am Testsystem als auch am Gehäuse der gängigen IBM Thinkpad-Serie. Dieser Clip ist dazu einfach zu schmal, da er anscheinend auf Notebooks mit dünnerem Display-Deckel ausgelegt ist. Leider stand während der Testzeit kein solches Gerät zur Verfügung. So sollte man also versuchen, für diesen Zweck eine anpassungsfähige Lösung zu finden. Die Klettpads zur Befestigung etwa am PC-Gehäuse hingegen erfüllen ihre Aufgabe, sind aber nicht wiederverwendbar.

Positiv ist die Ausführung der beiden optischen Anschlüsse - statt der verbreiteten Stöpsel schützt hier eine Art versenkbare Klappe, so dass man nichts verlieren kann.

Ist das Gerät angeschlossen, zeigt dies eine blaue Leuchtdiode auf der Oberseite an. Fließen Daten, so blinkt sie. Durch die hohe Leuchtkraft kann das gerade in einer dunklen Umgebung jedoch recht störend wirken.

Sound Blaster MP3+
Sound Blaster MP3+
Sound Blaster MP3+
Sound Blaster MP3+

Stereo-Wiedergabe

Musik hören im Zug: Im Vergleich zum leisen Knacksen des Onboard-Sounds ist das relativ laute Grundrauschen am Kopfhörerausgang des Sound Blasters regelrecht störend - auch das Anschließen über den Line-Out bringt dabei keine Veränderung. Davon abgesehen ist beim Sound Blaster MP3+ der Kopfhöreranschluss insgesamt etwas leiser, dafür lässt sich die Lautstärke an einem kleinen Rädchen regeln, ohne dafür Software bemühen zu müssen.

Ein weiteres Problem ergibt sich zusammen mit dem Betrieb von Mobiltelefonen. Besteht in der Nähe eine Verbindung, geben die Kopfhörer das typische Störsignal aus, was definitiv nicht zur Musik gehört. Die interne Lösung erwiest sich hierbei als resistent. Als Schlussfolgerung bleibt die Feststellung, dass für diesen Einsatzzweck unbedingt die interne Lösung vorzuziehen ist, auch in Anbetracht des Energiebedarfs.

DVD-Wiedergabe

Möchte man mehr als zwei Kanäle wiedergeben, so etwa bei Mehrkanalmusik oder DVD-Video, so muss man den Sound Blaster mittels Schalter von "digital/analog" auf "digital only" umstellen. Über den optischen Digitalausgang kann man dann Dolby Digital oder DTS an einen externen Decoder weiterleiten. Nur in diesem Modus lässt sich dann auch die Abtastfrequenz jenes Ausgangs verändern (44,1 oder 48 kHz) - andernfalls liegt sie immer bei 48 kHz. Die analogen Schnittstellen sind hierbei außer Betrieb.

Spiele

Im Gegensatz zur internen Karte, die 3D-Audio nur per Software unterstützt, ist dies bei der Creative-Lösung in Hardware möglich, ebenso ist dann auch EAX verfügbar. Nutzen lässt sich dies etwa in Spielen wie Unreal Tournament 2003, Jedi Knight II, Need for Speed 6 oder Diablo 2. In diesem Feld kann der Sound Blaster MP3+ also eindeutig punkten.

Auf der nächsten Seite: Fazit