6/11 Gehäuselüfter im Test : 32 Ventilatoren für den PC im Vergleich

, 25 Kommentare

Betrachtungen

Akasa

Gerade der 4-colour Akasa nervt bei 12V durch seine hohe Lautstärke von über 46dB(A), natürlich ist der Volumenstrom entsprechend hoch und übertrifft die Herstellerangabe, wie quasi bei allen Lüftern. Durch die vier LEDs wird ein schöner Effekt erzielt, der für Besitzer eines PCs mit Seitenfenster sicher interessant ist. Erst bei 7V wird der Lüfter erträglich und bewegt selbst bei 5V noch genügend Luft, was dank integriertem Potentiometer einfach zu bewerkstelligen ist. Für einen rund 10 Euro teuren Lüfter bietet er aber zu wenig.

Sein nur blau leuchtender Kollege ist insgesamt erheblich ruhiger und bei 12V einer der leisesten Lüfter im Testfeld. Wer leise leuchtende Lüfter mag, der ist mit dem Akasa blue Nebula blau für knapp 6 Euro gut beraten.

Arctic Cooling

Der temperaturgesteuerte TC1 überzeugt durch leisen Lauf bei niedrigen Temperaturen, wobei er dann relativ wenig Luft umsetzt. Wird es heiß, geht auch er zur Sache, mit 40dB(A) arbeitet er zwar hörbar aber nicht störend. Das Kabel am Temperatursensor ist lang genug, den Fühler je nach Einsatzort und Betriebsart des Lüfters (saugend oder blasend) auf der gewünschten Seite zu platzieren. Vor allem spart man sich die manuelle Regelung der Drehzahl, das erledigt der für unter fünf Euro erhältliche Lüfter von alleine.

Crystal

Der Crystal clear blue Lüfter sollte nicht direkt am Mainboard angeschlossen werden, da er mit 394mA den Anschluß stark belastet. Allerdings liefert er auch den größten Volumenstrom im Testfeld, über 200m³/h bei allerdings sehr lauten 50dB(A) können sich sehen lassen. Der Lüfter ist erst bei 5V tatsächlich leise und bietet mit seinen vier blauen LEDs noch etwas für das Auge. Nur der Preis von rund 25 Euro mag viele abschrecken.

Auf Platz 10 bei der Lautheit liegt der Crystal LED blau, nur 36,5dB(A) bei noch ausreichendem Volumenstrom werden von zwei blinkenden blauen LEDs begleitet, die das Modder-Herz höher schlagen lassen. Ansonsten ein unauffälliger Lüfter, der für knapp 10 Euro immerhin ein Lüftergitter mitbringt.

Wer über einen UV-beleuchteten Innenraum des PC-Gehäuses verfügt, für den mag der leuchtend orange Crystal UV-aktive Orange Lüfter interessant werden. Etwas leiser als sein blau blinkender Kollege, aber trotzdem leistungsstärker. Ohne Lüftergitter, aber auch nur rund 7 Euro teuer, allerdings nur mit 4-pin Molex Stecker versehen.

Enermax

Gut ausgestattet sind beide Modelle, aber sicher nicht leise zu nennen. Bei niedriger Voltzahl erst erträglich, liegt der Volumenstrom durchweg auf hohem Niveau. Mit Lüftergitter und eingebauten Potentiometer werden für den großen 120mm Lüfter 15 Euro, für den kleinen Bruder mit 80mm knapp 7 Euro fällig. Wer für die heiße Jahreszeit Reserven benötigt und wen die Lautstärke nicht zu sehr stört, ist mit den Enermax auf der sicheren Seite.

Global WIN

Cooltium nennt sich die Lüfterserie des Kühlerspezialisten. Selbst das Silent Modell liefert einen satten Volumenstrom, ist allerdings mit 39dB(A) nicht wirklich leise. Niedrigere Voltzahlen liefern hier gute Ergebnisse, selbst bei fünf Volt stimmt die Luftbewegung und das Betriebsgeräusch ist quasi nicht mehr vorhanden. Beide 80er Modelle liegen bei knapp 10 Euro, für das 120mm Modell werden knapp 19 Euro fällig, alle drei sind durchaus empfehlenswert, vor allem das 80mm Silent Modell.

Noiseblocker

Kommen wir zu einem der großen Silent-Spezialisten in Deutschland. Insgesamt fünf Modelle konnten wir testen, am Besten hat uns der NB USF S2 gefallen. Geringe Laustärke bei trotzdem guter Leistung, so sollen Lüfter sein. Bei leisen 36dB(A) werden fast 67m³/h bewegt, völlig ausreichend für PC-Gehäuse. Die stärkeren Modelle S3 und S4 sind schon wieder im hörbaren Bereich, wer nicht empfindlich ist und mehr Leistung will, kann hier zuschlagen. Das 92mm Modell SE2 ist ebenfalls uneingeschränkt empfehlenswert. Der T1 konnte uns nicht wirklich überzeugen, der Sensor sitzt direkt neben dem Motorgehäuse und reagiert sehr früh auf Temperaturerhöhungen, bereits bei 28°C arbeitet der Lüfter im hörbaren Bereich. Insgesamt hat uns der Arctic Cooling TC1 besser gefallen. Für die Sx Modelle werden 15,90 Euro fällig, ein Potentiometer liegt bei. Der T1 und SE2 kommen ohne Zubehör und kosten 18,40 Euro und 13,80 Euro.

Papst

Der Name ist Programm, von vielen als die Lüfter schlechthin bezeichnet. Bei 12V liefern die beiden 80er Modelle einen ausreichenden Volumenstrom, das Arbeitsgeräusch ist quasi nicht vorhanden, sie belegen mit die vordersten Plätze bei den Messergebnissen der Lautheit. Die 120mm Lüfter liefern weit über 100m³/h Volumenstrom, können aber erst bei 7V ihren ruhigen und leisen Lauf ausspielen, denn dann sind sie quasi lautlos. Die kleineren Modelle N/2GL und N/2GML gehen für knapp 12 Euro über den Ladentisch, für die ebenfalls Zubehörlosen 120mm Modelle werden etwa 23 Euro berechnet.

Powmax

Positiv überrascht haben die beiden Powmax Lüfter: das 80mm Modell liefert zwar bei 12V den schwächsten Volumenstrom, allerdings ist dieser immer noch ausreichend, während der Lüfter selber schon sehr leise ist. Ähnlich das 120mm Modell, immer noch über 100m³/h, aber gerade mal 33dB(A), das ist eine sehr gute Leistung. Daher haben wir hier eindeutig unsere Preisempfehlung gefunden, das kleine Modell wird mit nicht einmal drei Euro berechnet, der große Bruder begnügt sich mit etwa sieben Euro. Beide Lüfter liefern kein Tachosignal oder Zubehör mit, eignen sich trotzdem gut als Gehäuselüfter.

Thermaltake

Gleich erst einmal die Warnung, die beiden Smart Case Fan Modelle (SCF) nicht direkt an das Motherboard anzuschließen. Mit 456mA und 514mA sind Schäden vorprogrammiert, immerhin entspricht das über 5 Watt Leistung, die dort in einen Volumenstrom verwandelt werden. Selbiger wird unter leider infernalischem Lärm erzeugt, bis zu 56dB(A) entstehen hier, vergleichbar mit normalem Fahrzeuglärm an einer Straße. Gedrosselt auf 5V wird der SCF II erträglich, steht auf der anderen Seite weit vorne bei der Leistung von allen 80mm Modellen. Die Zusatzausstattung des SCF II kann sich sehen lassen, der modulare Aufbau ist eine sehr gute Idee. Für die Ausstattung und die Einsatzmöglickeiten ein dickes Plus, für den entstehenden Lärm und den Leistungshunger ein ebenso dickes Minus.

Der "einfache" SCF ist ständig temperaturgesteuert und noch nervöser als der Noiseblocker T1. Bereits bei morgendlichen 24°C beginnt die Drehzahl deutlich zu steigen, eisgekühlt ist der Lüfter zwar leise, aber ab etwa 45°C mit über 3.000U/min nur noch sehr laut. Hier hat Thermaltake die Temperaturkurve eindeutig zu niedrig angesetzt, von der Leistung ganz zu schweigen, die bei der hohen Drehzahl benötigt wird.

Dritter im Bunde war der "normale" Gehäuselüfter, im Vergleich zu seinen Brüdern mit nur 42dB(A) aber noch fast als leise zu bezeichnen. Leistungsfähig ist er allemal, bereits beim Betrieb mit 7 Volt ist er uneingeschränkt empfehlenswert. Für den 8025A werden etwa acht Euro fällig, der mit Lüftergitter ausgestattete SCF liegt bei rund 10 Euro. Das Spitzenmodell SCF II kommt auf knapp 14 Euro, verfügt über LEDs, Lüftersteuerung wahlweise per Potentiometer oder Temperaturfühler und ein Plexi-Lüftergitter.

Titan

Je zwei Geschwister waren zu Gast, leitungsmäßig liegen sie jeweils gleichauf, und zumindest die beiden 120mm Modelle bei der Stromaufnahme an der Schmerzgrenze. Leise ist keiner der Lüfter, erst bei 7 Volt fallen die 80mm Modelle in den fast unhörbaren Bereich, die großen Brüder sind jetzt ebenfalls schon als leise zu bezeichnen. Der Volumenstrom reicht trotzdem allemal. Durch den Alurahmen sollen die A-Modelle die Temperatur besser ableiten, diese Aussage haben wir nicht überprüft. Die Aluminium-Modelle werden mit rund 11 Euro für das 80mm Modell bzw. 16 Euro für das 120mm Modell gehandelt. Die Kunststoff-Ausführung liegt etwa bei neun Euro bzw. 14 Euro.

YS-Tech

Die letzten drei Lüfter kommen von YS-Tech, darunter ein temperaturgeregeltes Modell. Das Silent-Modell macht seinem Namen Ehre, die beiden anderen sind hörbar, stören aber nicht merklich. Trotz seiner leisen Art liefert er einen durchaus befriedigenden Luftstrom, der zur Gehäusekühlung völlig ausreicht. Das Ansprechverhalten der Temperatursteuerung ist genau wie die Anbringung des Sensors fast gleich mit der des Noiseblocker T1.

Der Standard-Lüfter ist bei 12 Volt hörbar, bei 7 Volt kann er als sehr leise bezeichnet werden, ohne das die Leistung zu sehr leidet. Preislich liegen Silent und Standard gleich, rund 10 Euro werden fällig. Das temperaturgesteurte Modell liegt bei rund 13 Euro.

Fazit

Einen Sieger zu nennen ist in diesem Testfeld nicht möglich. Dazu sind auch die Ansprüche der einzelnen Benutzer viel zu unterschiedlich, der eine legt Wert auf die Leistung, der andere auf den Lieferumfang, der dritte möchte seine Lüfter gar nicht erst hören.

Wer also einen hohen Volumenstrom benötigt, dem seien bei den 80mm Modellen die beiden Thermaltake Lüfter Smart Case Fan und Smart Case Fan II zu empfehlen, bei den 120mm Modellen liegen der Global WIN Cooltium 120mm und der Crystal Clear blue ganz vorne.

Bei der Ausstattungs steht ebenfalls der Thermaltake Smart Case Fan II ganz vorne, das modulare System ist bisher einmalig. Gefolgt wird er von den Enermax-Modellen, die mit Lüftergitter und Potentiometer ausgestattet sind.

Quasi lautlos und doch mit ausreichend Leistung, hier bietet der Noiseblocker UltraSilentFan S2 den besten Kompromiss. Noch leiser, dafür aber schwächer, können es nur die Papst Lüfter in der 80mm Version.

Jeder Leser sollte sich an Hand der reichlichen Ergebnisse selber seinen Wunsch-Lüfter heraus suchen können, den "eierlegende Wollmilchsau" Lüfter hatten wir nicht im Testfeld. Für weitere Fragen und Anregungen zu den Lüfter und vor allem auch für Feedback zum Artikel steht natürlich unser Forum gerne zur Verfügung.

Auf der nächsten Seite: Ergebnisse im Detail