4/5 Segas Spiele für die PS 3 im Test : Virtua Fighter 5/Tennis 3, Sonic und Snooker

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Virtua Tennis 3

Mit Virtua Tennis 3 lässt Sega einen weiteren Spielhallentitel auf die Spieleplattformen los. Neben einer PlayStation-3-Version wurden auch Varianten für Xbox 360, PC und PSP entwickelt. Das Spiel, welches wie Virtua Fighter von AM2 entwickelt wurde, unterstützt auf dem PC, der Xbox 360 und der PlayStation 3 bis zu vier Spieler. Die PlayStation-3-Version bietet wie die Xbox-360-Fassung neben 576i/p auch die HD-Auflösungen 720p, 1080i und 1080p. Uns lag für diesen Test die PC-Version vor, welche inhaltlich jedoch mit der Version für die PlayStation 3 identisch ist, so dass sämtliche Angaben problemlos übertragbar sind. Die PlayStation-3-Umsetzung von Virtua Tennis 3 unterstützt jedoch optional die Tilt-Funktion des Sixaxis Wireless Controllers. Durch Aktivierung des Motion-Sensors in der Controller-Konfiguration lassen sich die Spieler in Virtua Tennis 3 somit auch per Bewegung des Joypads steuern. Da dies am PC in dieser Form nicht möglich ist, können wir uns über diese Möglichkeit jedoch kein Urteil erlauben.

Die PC-Version benötigt laut Sega mindestens einen 2 GHz schnellen Prozessor, 512 MB RAM und eine ATi Radeon 9600 oder nVidia GeForce 5900. Bei uns kam ein Intel Pentium 4 570J auf einem Asus P5WD2 Premium mit 1,5 GB RAM und einer Asus Extreme N6600GT Silencer unter Windows Vista Ultimate zum Einsatz. Diese Konfiguration machte keinerlei Probleme und ermöglichte eine flüssige Darstellung selbst mit aktiviertem Anti-Aliasing. Auf der PlayStation 3 muss man sich dankenswerterweise über derartige Konfigurationen keine Sorgen machen und kann Virtua Tennis auch in 1080p noch mit 60 Bildern pro Sekunde spielen.

Auf dem PC fällt die Arcadeherkunft deutlich negativer ins Gewicht als auf der Konsole. Dass man am PC den Namen des Spielers nicht über die Tastatur eingeben kann, sondern sich umständlich durch das Onscreen-Keyboard manövrieren muss, ist nicht nur ungewohnt sondern auch überflüssig.

Virtua Tennis 3 für PC

Seitdem sich die großen deutschen Namen des Tennis‘ anderen Aufgaben widmen, ist der weiße Sport von den Medien immer weniger beachtet worden. Einzig die gerade erst 20 Jahre alte Maria Sharapova und Roger Federer mögen den meisten nicht Tennis-Interessierten noch ein Begriff sein. Doch wer kennt schon die Nummer Eins der Damen-Weltrangliste? Justine Henin aus Belgien. Und so präsentierte auch Sega Virtua Tennis 3 im Vorfeld des Verkaufsstarts immer wieder mit Bildern von Maria Sharapova und Roger Federer. Doch wenden wir uns lieber dem eigentlichen Spiel zu, welches trotz dieser Umstände einiges zu bieten hat.

Vor allem die Spielermodelle wurden mit Virtua Tennis 3 deutlich verbessert. Wieder einmal war man bemüht, die realen Vorbilder möglichst naturgetreu nachzubilden. Dies ist in den meisten Fällen auch erstaunlich gut gelungen. Die Animationen geben keinen Anlass zu Kritik, auch wenn es zwischen einigen Animationsphasen zu kleinen Übergangsschwierigkeiten kommt. Das Laufen, Hechten und Schlagen ist sehr geschmeidig dargestellt. Wirken die Spieler aus der Ferne nahezu perfekt modelliert, erscheint ihr Antlitz aus der Nähe etwas künstlich. Die Haut und das Gesicht erwecken so bei einigen Spielern den Eindruck, als seien sie aus Wachs gefertigt. Ein kleines Manko bei der ansonsten technisch einwandfreien Umsetzung, die zwar keine atemberaubende aber eine sehr ansehnliche Grafik auf den Bildschirm zaubert. Zu weit auf die Tribünen sollte man allerdings auch nicht blicken, da die Zuschauer recht pixelig gestaltet sind, was allerdings nur bei Wiederholungen oder in der Nahansichten auffällt. Dass es sich bei Virtua Tennis 3 nicht um eine reinrassige Simulation handelt, wird schon nach wenigen Sekunden nicht nur durch die schnelle Musikuntermalung deutlich (die gewählte Musik mag dabei nicht jedermanns Geschmack sein). Auch bei Virtua Tennis 3 versucht man sich mit einem Mix aus Simulation und Arcade-Spiel, wodurch Neulingen der Einstieg leicht gemacht werden soll, aber auch erfahrene Spieler nicht sofort an die Grenzen des Spiels stoßen. Und so heißt das Motto von Sega wieder einmal: „Einfach zu steuern, schwierig zu beherrschen!“. Dieser Mix wird auch während des Spielens durch das Ballgefühl deutlich. Das Schlagrepertoire besteht somit einstiegsfreundlich lediglich aus Top-Spin, Slice und Lob, wobei der Spieler durch den Analogstick des Sixaxis-Controllers die Flugrichtung des Balls bestimmen kann. Je eher man optimal zum Ball steht und die beste Schlagposition gefunden hat, umso mehr Schlagkraft kann man auf den Ball ausüben.

Als Spielmodi stehen die World Tour, Freundschaftsspiele und ein Turnier-Modus zur Auswahl. Im 20 Jahre dauernden Karriere-Modus, der World Tour, kann man einen eigenen Spieler erstellen, diesen ausbilden und trainieren, um dann an internationalen Wettbewerben teilzunehmen – stets mit dem Ziel die Nummer 1 der Weltrangliste zu werden. Beim Erstellen des Spielers trifft man auch die Entscheidung, ob man bei der Herren- oder Damen-Tour teilnehmen möchte. Daraufhin kann man neben dem Namen auch die Haut- und Augenfarbe des Gesichts sowie dessen Form und die der Augen, Nase und des Mundes verändern. Auch den Haar-, Augenbraun- und Barttyp sowie die –farbe kann man selbst wählen. Neben der Größe und dem Gewicht des Spielers kann man darüber hinaus auch die Kleidung und den Stil des Spielers verändern. Besonders umfangreich sind die Möglichkeiten trotz dieser Variationen an einigen Stellen jedoch nicht. So stehen lediglich ausgewählte Farbgebungen für die Kleindung zur Auswahl und der Spieler kann nicht frei aus dem vollen Farbraum schöpfen. Hier muss man der Arcade-Herkunft einmal mehr Tribut zollen.

Neu im World-Tour-Modus, bei dem man sich auf einer Landkarte bewegt, ist die Tennisakademie, in der vier verschiedene Bereiche des eigenen Spiels verbessert werden sollen – Aufschlag, Volley, Beinarbeit und Grundschläge. In vier Stufen (Anfänger, Normal, Fortgeschritten und Experte) gilt es Herausforderungen wie beispielsweise „Punkte mit der Rückhand“ oder „Mache mit dem vierten Schlag den Punkt“ zu erfüllen. Wer seinem Spieler zu viel zumutet, muss jedoch mit Verletzungen oder Krankheiten rechnen. Eine Verletzung kann sich dabei auch negativ auf die zuvor erworbenen Statuspunkte auswirken, so dass man seine Fähigkeiten erneut schulen muss. Somit sollte man auch das Wohlempfinden des eigenen Charakters im Auge behalten und ihm Verschnaufpausen gönnen. Beim Freundschaftsspiel können ein bis vier Spieler gegeneinander oder gegen den Computer antreten. Endlich unterstützt Virtua Tennis 3 dabei auch 5-Satz-Matches. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Da dieser Modus in der Vergangenheit jedoch fehlte, sei noch einmal darauf hingewiesen. Im Turnier-Modus kann man wahlweise im Einzel oder Doppel an einem einzelnen Turnier gegen den Computer teilnehmen. Im vierten Spielmodi, den Mini-Spielen, die auch im Karriere-Modus integriert sind, zeigt sich wiederum die arcadelastige Seite von Virtua Tennis 3. In diesen Minispielen gilt es durch gezielte Schläge mit dem Tennisball Kegel, Luftballons oder auch ganze Ballmaschinen oder Curlingsteine auf der anderen Seite des Netzes zu treffen. Einige dieser Minispiele können auch zusammen mit einem menschlichen Mitspieler bestritten werden, was immerhin den Spaßfaktor erhöht, der etwas darunter leidet, dass man zu den Minispielen, auch wenn sie einem nicht gefallen, praktisch immer wieder gezwungen wird, um die Schnelligkeit und Stärke des eigenen Spielers für die nächsten Turniere in der World Tour zu erhöhen. Jedes Minispiel stärkt eine Fähigkeit des Spielers. Möchte man seine Beinarbeit verbessern, sollte man beispielsweise das Minispiel wählen, in welchem Obst und übergroße Tennisbälle eine Rampe herunter rollen. Während man den Tennisbällen ausweicht, muss man versuchen so viel Obst wie möglich einzusammeln. Um den Aufschlag zu verbessern, muss man mit eben diesen Kegel auf der anderen Seite des Platzes treffen.

Der Schwierigkeitsgrad ist auf der Stufe „Normal“ im Karriere-Modus anfänglich recht niedrig gehalten, so dass man leicht erste Erfolge feiern kann. Steigt man in der Weltrangliste auf, erhöht sich jedoch auch der Schwierigkeitsgrad spürbar. Dies mag für einige Spieler zu abrupt erfolgen, insgesamt halten wir die Erhöhung des Schwierigkeitsgrads jedoch für fair. Die Schwierigkeitsstufe „sehr schwer“ erfordert hingegen viel Übung, da sich die computergesteuerten Gegner keine Fehler mehr erlauben und einem jeder Ball sprichwörtlich um die Ohren geschlagen wird.

Virtua Tennis 3: Demo für PS3

Wie schon bei Virtua Fighter 5 vermisst man auch bei Virtua Tennis 3 einen Online-Modus. Diesen haben die Entwickler erneut komplett außen vor gelassen. Einen direkten Schlagabtausch mit menschlichen Gegnern kann man so nur suchen, indem man sich gemeinsam mit Freunden vor die heimische Konsole setzt. Bereits auf der alten Xbox bot Top Spin diese Funktion und sorgte für Multiplayermatches zwischen Spielern auf der ganzen Welt, so dass Virtua Tennis 3 eigentlich zwingend hätte kontern müssen. Somit ist die Abstinenz dieses Modus' eigentlich unverzeihlich und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Konkurrenz genau diese Schwachstelle ausnutzen wird.

Fazit: Virtua Tennis 3 hinterlässt insgesamt ein sehr gutes Bild, hat jedoch mit einigen Schwächen zu kämpfen. Das Fehlen eines Online-Modus' stellt sich als äußerst schmerzhaft heraus, da der Karriere-Modus zwar gut gelungen ist, jedoch nicht für den Spielspaß sorgt, der beim Duell gegen menschliche Kontrahenten aufkommt. Im Vergleich zu Virtua Tennis 2 suchen die Spieler jetzt deutlich schneller den Hechtsprung, um einen Ball zu erreichen, wodurch sie jedoch einige Sekunden am Boden liegen und so bei einem guten Gegenspieler den nächsten Ball nur schwer erreichen können. Insgesamt macht dies das Spiel etwas realistischer, führt jedoch dazu, dass der Spielfluss häufiger unterbrochen wird. Insgesamt sind die Weiterentwicklungen im Vergleich zu Virtua Tennis 2 gering ausgefallen. So macht der Karriere-Modus zwar nach wie vor Spaß, lässt aber trotz der neuen Tennisakademie und neuen Minispielen wirklich innovative Ideen vermissen. Auf der technischen Seite gibt es hingegen ebenso wie bei der einfachen Spielbarkeit nicht viel zu kritisieren. Wer sich für Tennis auf der heimischen Konsole erwärmen und auf eine echte Simulation verzichten kann, sollte nach einem Probespiel – im PlayStation Store steht eine Demo zur Verfügung – den Kauf von Virtua Tennis 3 in Betracht ziehen. Neben Virtua Fighter 5 zählt Virtua Tennis 3 unserer Meinung nach zu den besten bislang für die PlayStation 3 veröffentlichten Spielen.

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