VGA-Kühler im Test: Arctic-Cooling Accelero S1 gegen ZEROtherm GX810

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Martin Eckardt
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AC Accelero S1

Eckdaten

  • Abmessungen: 215(L) x 140(B) x 32(H) mm
  • Gewicht (ohne Lüfter): ca. 290 g (360 g mit Lüfter-Kit)
  • Hybrid-Design mit Aluminiumlamellen und Kupferbasis
  • Vierfach-Heatpipe mit 6 mm Durchmesser
  • Acht Aluminium-RAM-Kühler
  • Passive Spannungswandlerkühler
  • Optionales Turbo-Kit als Doppellüftermodul (80 x 15 mm)
  • Drehzahl: maximal 1500 U/min
  • Luftdurchsatz maximal 71,4 m³/h
  • Anschluss: 3-Pin mit Drehzahlauslese
  • Für ATI und Nvidia: 4-Punkt-Verschraubung
  • Sechs Jahre Garantie
  • Herstellerhomepage
Liste kompatibler Grafikkarten

Kurzbeschreibung

Die Schweizer von Arctic-Cooling sind bekannt für ihr phänomenales Preis-Leistungsverhältnis, für ihre Geradlinigkeit beim Entwurf enorm leiser Kühlprodukte und für ihren Mut, mitunter etwas unorthodoxe Designideen zu verwirklichen. Der aktuelle Accelero S1 passt exakt in dieses Schema und gehört gerade daher zu den interessantesten Nachrüst-Kühlern für Grafikkarten.

Reichhaltiges Lieferangebot beim S1
Reichhaltiges Lieferangebot beim S1
Wärmeleitpaste bereits voraufgeragen
Wärmeleitpaste bereits voraufgeragen
Optionales Turbo-Modul unbedingt empfehlenswert
Optionales Turbo-Modul unbedingt empfehlenswert

Bereits beim Lieferumfang des lediglich 15 Euro teuren S1 wurde an nahezu alles gedacht. Neben dem riesigen Chipkühler befinden sich noch acht kleine, mit selbstklebenden Wärmeleitpads ausgestattete RAM-Kühlbausteine sowie entsprechende Pendants für die Spannungswandler mit im Paket. Eine gelochte Slotblende zur erweiterten Frischluftzufuhr bei Single-Slot-Grafikkarten, eine mehrsprachige Montageanleitung, Kunststoffhalterungen zur Stabilisierung des Kühlers an der Grafikkartenplatine und ein obligatorischer Arctic-Cooling-Sticker runden den Lieferumfang ab. Hochwertige Wärmeleitpaste ist für die erste Anwendung bereits am Kühler aufgetragen, weitere Paste liegt leider nicht bei. Wir empfehlen zum S1 noch das optionale Turbo-Modul, das mit etwa sieben Euro zu Buche schlägt. Dabei handelt es sich um ein rahmenloses 80-mm-Lüfterduo, das einfach in die Lamellenstruktur des Passivkühlers eingeklickt werden kann. Im Allgemeinen raten wir vom komplett passiven Kühlbetrieb bei so sensiblen und leistungsintensiven Komponenten wie Grafikkarte und CPU ab. Selbst ein leiser, langsam drehender Zusatzlüfter, und sei er nur mit 300 U/min betrieben, sorgt für deutlich geringere Temperaturen, mehr Stabilität und höhere Lebenserwartung der Hardware.

Arctic-Cooling Kühlkoloss Accelero S1
Arctic-Cooling Kühlkoloss Accelero S1

Der Accelero S1 ist ein absolut imposanter Kühlkoloss, der selbst aktuelle Großformatgrafikkarten locker unter sich begräbt. Dabei arbeitet der Schweizer mit einer Kombination aus einer kupfernen Bodenplatte, vier wärmeverteilenden Heatpipes und einem großzügigen Lamellenkörper aus Aluminium. Der Abstand zwischen den einzelnen Kühllamellen ist dabei vergleichsweise großzügig gewählt, sodass auch bei geringer Luftbewegung noch genügend Zirkulation entstehen kann. Qualitativ macht der Kühlriese keinen brillianten, in Anbetracht des Preises aber einen durchaus fairen Eindruck.

Acht Speicherkühler sind mit an Board
Acht Speicherkühler sind mit an Board
Passiver Betrieb für aktuelle Grafikkarten nicht zu empfehlen
Passiver Betrieb für aktuelle Grafikkarten nicht zu empfehlen
Begraben: Mammutdimension lässt atemberaubende Performance vermuten
Begraben: Mammutdimension lässt atemberaubende Performance vermuten

Die Montage des lediglich 290 Gramm schweren Kühlers gestaltet sich trotz der Mammutabmessungen einfach. So wird der Accelero, nachdem die RAM- und Spannungswandlerbausteine angebracht wurden, lediglich entsprechend der Bohrlöcher der Grafikkartenplatine auf dem 3D-Beschleuniger ausgerichtet und rückseitig mit Hilfe von vier kleinen Schrauben fixiert. Dies erfolgt ohne einen Federmechanismus, aber mit kleinen Unterlegscheiben zur sichernden Isolierung. Wer möchte, kann zudem durch beiliegende Kunststoff-Clips die Position und Stabilität des Kühlers sichern, um etwaigen Kipp- oder Verkantungsgefahren bei unvorsichtigem Umgang vorzubeugen.

Aus ergonomischer Sicht ist der S1 sicher nicht der unproblematischste Zeitgenosse. Zunächst sind Kompatibilitätsprobleme mit der Grafikkarte, sofern das Design vom Standard abweichen sollte, oder mit dem Gehäuse nicht ausgeschlossen. Weiterhin nimmt der mit Turbo-Modul ausgestattete Kühler zu viel Platz in Anspruch, als dass man an einen SLI- oder Crossfire-Verbund denken könnte. Ohne Zusatzlüfter wäre der Platz ausreichend, doch aufgrund des möglichem Luftstaus zwischen den Grafikkarten ist dieser Modus kaum zu empfehlen. Weiterhin bieten viele PCI-Express-Steckplätze Einrastsicherungen, die das Entfernen der Grafikkarte aus dem Steckplatz nur über das Zurücklegen eines kleinen Hebels am Steckplatz zulassen. Diesen Hebel bei aufgebautem Accelero S1 ohne Mainboardausbau mit dem Finger zu erreichen, oder gar zu bedienen, ist nahezu unmöglich. Ein einfacher Grafikkartenausbau wird somit zur quälenden Geduldsprobe.