HTC Touch2 im Test: Ein Smartphone für den unteren Preisbereich

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Sasan Abdi
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Touch2 im Überblick

Optik & Verarbeitung

Die Inbetriebnahme des Touch2 erfolgt erwartungsgemäß problemlos: Die rückwärtige Schale lässt sich einfach lösen und insbesondere der an der Seite befindliche, stets frei zugängliche microSD-Kartenslot sorgt für eine angenehme Handhabung der Speicherkapazitäten. Für die intensivere Nutzung sollte eine solche (übrigens nicht beiliegende) Karte auch verwendet werden, da die 250 MByte freier Speicher in diesem Fall schnell belegt sein dürften.

Touch2 - Frontansicht
Touch2 - Frontansicht

Optisch lässt sich das Touch2 in die Rubrik „dezent aber solide“ einordnen. Das „dezent“ wird inbesondere durch die auffällig kleinen Maße erzeugt: Mit einer Abmessung von 104 x 55 x 13 (L x B x H in mm) liegt das Gerät wunderbar in der Hosentasche, was viele Konkurrenten nicht von sich behaupten können. Allerdings bringt das schlanke Äußere auch einen nicht zu vernachlässigenden Nachteil mit sich, auf den weiter unten eingegangen wird. Das altbekannte aber weiterhin hochaktuelle Spannungsfeld von Portabilität vs. Benutzungskomfort findet sich also auch hier wieder, interessanterweise quasi in umgekehrter Art wie beim HTC Touch Pro 2.

Das „solide“ wird natürlich ebenfalls von der Größe, insbesondere aber von den verwendeten Farben erzeugt: Neben großen schwarzen Flächen dominieren dezentes Silber für den HTC-Schriftzug und die Kamerafassung bzw. Weiß für die Button-Logos. Außerdem kommt hinzu, dass trotz des durchgängigen Einsatzes von Plastikelementen eine saubere Verarbeitung vorliegt, die im Bereich Haptik einen guten Eindruck hinterlässt und dem Gerät fast schon einen eleganten Touch gibt.

Größentechnisch und optisch macht das Touch2 eine gute Figur
Größentechnisch und optisch macht das Touch2 eine gute Figur

Bedienung & Oberfläche

Das Touch2 gehört zu den ersten Smartphones, auf denen das vergleichsweise neue Windows Mobile 6.5 zum Einsatz kommt. Nach wie vor vertrauen die Verantwortlichen allerdings nicht ausschließlich auf die Funktionalität des mobilen Betriebssystems von Microsoft, sondern stellen zumindest auf den Standard-Oberflächen mit der bekannten und in diesem Fall aufgebohrten TouchFLO-Technologie ein eigenes Interface bereit, das es dem Nutzer durch das Durchscrollen einer am unteren Bildschirmrand befindlichen Leiste erlaubt, viel genutzte Kategorien wie „Telefon“, „Kontakte“, „Browser“ und die unterschiedlichen Multimedia-Bereiche direkt aufzurufen. Die Bedienung funktionierte in diesem Fall mit Blick auf die Übersichtlichkeit gewohnt hervorragend, doch gilt auch für Windows Mobile 6.5 wie schon bei der Vorgängerversion, dass das Betriebssystem insbesondere beim tieferen Einstieg in die Menüs – also abseits des TouchFLO-Interfaces' – nicht gerade mit einer einfachen Führung und einem zeitgemäßen Auftreten zu überzeugen weiß.

Einschränkungen in der Bedienung gehen allerdings auch von der verwendeten Hardware aus. So fußt die Navigation durch die Menüs auf der Berührung eines mit 2,8 Zoll recht kleinen und mit 240 x 320 Pixeln recht niedrig auflösenden, resistiven Touchscreens. Das Touch2 reagiert also auf Druck, was an dieser Stelle mit Blick auf besser gelungene Umsetzungen anderswo noch nicht einmal grundsätzlich als altbackene Technologie verdammt werden soll. Leider stellt das Gerät allerdings einen Vertreter dar, bei dem die Bedienung über ein ebensolches Display weniger passabel umgesetzt wurde, was sich in einer manchmal trägen oder ungenauen Übertragung der Benutzereingaben äußert und durchaus dazu führen kann, dass es zwei, drei Daumenschwenks bedarf, um das Gerät wieder zu entsperren. Die Trägheit ist dabei übrigens nicht mit jener zu Verwechseln, die aufkommt, wenn mehr als zwei Tasks gleichzeitig laufen. Mit Blick auf die annehmbare Hardware-Ausstattung lässt dies die Vermutung zu, dass Windows Mobile 6.5 nicht nur einige neue Features wie dynamische Kontakte mit sich bringt, sondern auch etwas systemfordernder funktioniert.

Die Bedienung erfolgt zumeist über die TouchFLO-Leiste
Die Bedienung erfolgt zumeist über die TouchFLO-Leiste

Während die eher kleinen Maße im Bereich der Portabilität ein deutliches Plus darstellen, bedeutet die Größe des Displays (41 x 55,5 mm) insbesondere in Verbindung mit der erwähnten, manchmal schwammigen Übertragung der Benutzereingaben auch ein Problem bei alltäglichen Anwendungen wie dem Schreiben von E-Mails oder Textnachrichten. Dies wird allerdings durch eine breite Palette von Tastatur-Layouts kompensiert: Neben dem konventionellen Handy-Layout kann man auch auf QWERTZ zurückgreifen. Da letzteres auf dem schmalen Display gequetscht wirkt, kann auch eine Doppelbelegung gewählt werden, bei dem jede Taste mit zwei Buchstaben belegt ist. Dieser vermeintlich kleine Eingriff sorgt für einen gehobenen Nutzerkomfort, der die ansonsten vor allem für Vielschreiber bestehende Problematik in der Bedienung deutlich entschärft.

Zusätzlich zum Display kann übrigens auch beim Touch2 auf insgesamt fünf unterhalb des Bildschirms befindliche Knöpfe zurückgegriffen werden, die die schnelle Durchführung bestimmter Befehle (z.B. „Zurück“ oder „Home“) erlauben. Außerdem verfügt das Gerät wie manche Vorgänger unterhalb des Displays über eine berührungsempfindliche Zoomleiste, die insbesondere beim Surfen die fehlende Multitouch-Funktionalität erträglich macht.