4/6 Call of Duty: Black Ops im Test : Besser spät als nie

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Technisches

Grafik

Ein wichtiger Punkt in der Betrachtung ist natürlich die visuelle Umsetzung. In dieser Hinsicht kann man den Entwicklern bescheinigen, dass sie das „aus-Alt-mach-Neu“-Prinzip solide beherrschen.

„Black Ops“ basiert auf einer aufgebohrten Variante der hauseigenen „IW 4.0“-Engine, die seinerzeit (von Infinity Ward ausgehend) von einer bis dato unbenannten CoD-Engine für die beiden „Modern Warfare“-Teile weiterentwickelt wurde. Dies bedeutet, dass man es hier mit einer relativen neuen, nicht aber mit einer top-modernen Engine zu tun hat.

Weitere visuelle Eindrücke aus „CoD: Black Ops“

Trotzdem und auch wenn „CoD: BO“ als Mehrplattform-Spiel entwickelt wurde, kann sich das Ergebnis dank knackiger Explosionseffekte, malerischer Wasseroberflächen, atmosphärischer Zwischensequenzen und einer gelungenen Vegetation über weite Strecken sehen lassen. Insbesondere bei den Dschungelmissionen verdient die grafische Präsentation das Prädikat „auf Höhe der Zeit“, auch wenn die ein oder andere schwache Textur und eine nur in geringem Maße zerstörbare Umwelt den guten Eindruck durchaus trüben.

Die etwas betagte Engine und die nicht bahnbrechende aber grundsolide Optik schlagen sich in einer guten Performance nieder. Auf unserem praxisnahen Testsystem lief „Black Ops“ bei 1680 x 1050, Ingame-aktiviertem 4 x AA und vollen Details bei stets spielbaren Bilderraten im Bereich der 40 FPS. Allerdings muss auch erwähnt werden, dass zahlreiche Spieler unabhängig von der Stärke der verwendeten Hardware über Performance-Probleme klagen – ein Umstand, der auf die Konzeption des Spiels zurück zu führen ist und demnächst Einzug in einen ersten Patch finden soll.

Außerdem erwähnenswert ist, dass die Verantwortlichen kurz vor Veröffentlichung eine kleine Überraschung enthüllen konnten: Die richtige Hardware vorausgesetzt, lässt sich CoD: BO auch in 3D spielen. Dies gilt auch für die Xbox- und PlayStation-Versionen, wobei sich das Spielerlebnis dank in beiden kaum abfallenden Bilderraten nichts nehmen soll.

Sound- & Sprachumsetzung

Durch die strikte Bindung der lokalisierten Version ist es nicht möglich, die deutsche durch die englische Sprachausgabe zu ersetzen. Dies ist aber erträglich, da erstere über weite Strecken mit hervorragenden Sprechern überzeugen kann. Einzig die Stimme des zu Schrei-Attacken neigenden zwielichtigen Hauptcharakters Viktor Reznov dürfte allen Spielertypen bei der Flucht aus dem sowjetischen Gulag gleichermaßen auf den Geist gehen.

Die musikalische Vertonung ist erwartungsgemäß hervorragend geglückt. Zu Spannung verbreitenden Orchesterklängen gesellen sich teils rocklastige Stücke, die wunderbar zu besonders actionreichen Szenen passen. Fast schon tragisch ist aber, dass in der deutschen Fassung der Stones-Titel „Sympathy for the Devil“ herausgeschnitten werden musste und so die perfekte Hommage in der Kanonenboot-Mission an den Antikriegsfilm „Apocalypse Now“ zerstört wurde.

KI

Es wurde im Bereich „Missionsdesign“ bereits deutlich angesprochen: Die Künstliche Intelligenz ist auch in „Black Ops“ de facto kaum vorhanden. Dementsprechend hat man es auch hier mit ganzen Horden stupider Gegner zu tun, die ohne Sinn und Verstand auf den Spieler zu rennen und in der Regel nur so Deckung suchen, dass mindestens eine Extremität zu sehen ist. Die Entwickler folgen also auch in diesem Fall dem fragwürdigen „Masse statt Klasse“-Konzept, das die CoD-Reihe insbesondere seit „Modern Warfare“ ausmacht.

Verbündete KI im Einsatz
Verbündete KI im Einsatz

Erfahrene Spieler sollten aus diesem Grund auf keinen Fall den Schwierigkeitsgrad „Soldat“ wählen, da die hohe Treffertoleranz hier zu einem extrem unvorsichtigen und somit unrealistischen Vorgehen einlädt. Dies hat zwar zur Folge, dass man es in einem der beiden höheren Schwierigkeitsgrade mit Granaten spammenden, durchs Dschungeldickicht hindurchsehenden Gegnern zu tun hat – authentischer ist dies aber allemal.

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