BlackBerry Torch 9800 im Test: Klare Zielgruppe: Geschäftskunden

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Sasan Abdi
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Fazit

Research in Motion präsentiert mit dem Torch 9800 einen BlackBerry, der in vielerlei Hinsicht überzeugen kann. Dennoch sollte man etwaigen Behauptungen, wonach es sich hierbei um eines der derzeit besten RIM-Geräte und somit gar möglicherweise um die neue Business-Referenz handelt, mit Vorsicht begegnen.

Dazu gibt es zu viele Punkte, die in der Magengrube zumindest für ein leichtes Zwicken sorgen können. Da ist zu vorderst die Verarbeitungsqualität: Auch wenn man über das Design wie so oft vortrefflich streiten kann, steht außer Frage, dass sich hier einige durchaus nennenswerte Probleme bzw. konzeptionelle Schwächen finden lassen. Als wichtigste Punkte sind in diesem Zusammenhang die kaum vorhandene Auflagefläche zum Aufschieben, der klackernde Slider-Mechanismus sowie die Materialwahl zu nennen: Denn für einen königlichen Preis kann man statt „Kunststoff only“ durchaus auch königliche Materialien erwarten.

Gleiches gilt im Übrigen auch für die Arbeitsgeschwindigkeit und die Darstellung. Hier bewegt sich der neue Torch – wohlgemerkt bei einem Preis von derzeit über 500 Euro – in guten aber eben nicht in sehr guten Gefilden. Der neue BlackBerry glänzt weder mit einem hervorragenden Display noch mit einer tadellosen Arbeitsgeschwindigkeit. Um Missverständnisse von vornherein zu vermeiden: Denkpausen und durchschnittlich gut darstellende Displays sind, gerade im produktiven Bereich, nicht automatisch ein Grund zur Kritik, doch muss man derlei Umstände gerade in einem solchen Fall stets im Kontext des jeweiligen Preises betrachten.

BlackBerry Torch 9800
BlackBerry Torch 9800

Die Kernkritik zielt somit nicht auf das grundsätzlich Gebotene, sondern vielmehr auf das Preis-/Leistungsverhältnis ab. Lässt man die genannten Aspekte nämlich beiseite, so lassen sich auch essentielle Pluspunkte finden: Das neue, insbesondere im Multimedia-Bereich eine wirkliche Weiterentwicklung darstellende OS 6, die grundsätzlich gelungene Verbindung von einer guten, vollwertigen Tastatur mit einem ordentlichen, responsiven Display und die überraschend solide Kameraqualität stellen hierbei die herausragenden Beispiele dar.

Es gilt also auch in diesem Fall, das längst nicht alles Gold ist, was glänzt. Aus diesem Grund lautet die abschließende Empfehlung: Wer einen guten BlackBerry sucht und sich mit der erwähnten Kombination aus Touchscreen und echter Tastatur anfreunden kann, sollte sich das Torch 9800 unbedingt näher ansehen. Zuschlagen sollte man allerdings erst dann, wenn die Preise für die freie Variante um mindestens 100 Euro gesunken sind. In der Zwischenzeit gilt: Mit dem Bold 9700 oder gar 9000 existieren auch im Hause RIM weiterhin hervorragende Alternativen zur Überbrückung.

Verfügbarkeit & Preise

Das Torch 9800 ist bereits seit Ende Oktober erhältlich und kann bei den einschlägigen Providern im Rahmen unterschiedlicher Verträge und Preise erworben werden. In der freien Variante muss mit einem Preis von aktuell rund 540 Euro aufwärts gerechnet werden (aktueller Preisvergleich).

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