5/6 Samsung Galaxy Note II im Test : Neuauflage des 5-Zoll-Revolutionärs

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Multimedia

Samsung spendiert für das Note II den gleichen Sensor wie für das Galaxy S III. Dementsprechend können Fotos mit bis zu 8 Megapixeln aufgenommen werden. Die Qualität verdient sich dabei nicht das Prädikat „bahnbrechend“ – für die Top-Klasse, in dem das SGN II sowohl preislich als auch ausstattungsmäßig zu verorten ist, reicht es aber nach wie vor. Dementsprechend erreicht man bei einigermaßen passablen Lichtverhältnissen sehr gute Ergebnisse; an einem tristen Herbsttag fällt aber auf, dass die Farben wie schon beim SGS III ziemlich zurückhaltend dargestellt werden, was aber nicht unbedingt einen Negativpunkt darstellen muss.

Sehr positiv macht sich die auf der Rückseite integrierte LED-Leuchte bemerkbar. Diese blitzt in dunklen Umgebungen nicht einfach nur einen Meter weit, sondern erlaubt es, selbst bei sehr mäßigen Lichtverhältnissen mit etwas Geduld noch ordentliche Ergebnisse zu erzielen. Für Video-Chat-Anwendungen und Selbstportraits steht zudem eine 1,9-MP-Frontkamera zur Verfügung.

Samsung Galaxy Note II Testvideo

Auch die Aufnahme von Videos überzeugt. Diese kann bei 30 Bildern pro Sekunde in bis zu 1.080p erfolgen. Die so angehäuften Werke können nicht nur lokal flüssig wiedergegeben, sondern per optional erhältlichem MHL-Adapter auch auf einem externen Gerät ausgegeben werden. Wer für den letzteren Fall auf FullHD verzichten kann, kann die Inhalte bei einem entsprechend zertifizierten Fernseher auch in 720p per DLNA streamen. Löblich ist in jedem Fall, dass der interne Speicher (bei unserem Testgerät: 16 Gigabyte) jederzeit per microSD-Karte um bis zu 64 Gigabyte erweitert werden kann.

Und auch in puncto Audio gibt es nichts zu meckern. Zum einen legt Samsung der Note-II-Box passable Kopfhörer bei, die den meisten konventionellen Ansprüchen genügen dürften. Zum anderen verfügt das Gerät über einen ordentlichen Lautsprecher, sodass auch Freunde der Direktbeschallung auf ihre Kosten kommen.

Bei allen möglichen Multimedia-Anwendungen macht sich schließlich auch die Größe des Note II positiv bemerkbar: Was beim Transport wirklich nervt – in welche Hosentasche passen 5,5 Zoll?! – gestaltet sich bei der Nutzung als Genuss. Dies gilt vor allem für das mobile Videoschauen: Das Note II ist abseits von gängigen Tablets vielleicht der derzeit beste Begleiter für längere Zugreisen und dergleichen. In diesen Momenten spielt der Testkandidat seine Stärke als Smartphone-Tablet-Hybrid voll aus, auch wenn man, wie angedeutet, schon beide Hände frei haben sollte, um von diesen Stärken effektiv profitieren zu können.

Damit einher geht schließlich auch, dass auch das SGN II, genauso wie der Vorgänger, über einen im Gehäuse integrierten Stylus verfügt. Dieser „S Pen“ genannte Stift ermöglicht nicht nur eine Alternative Eingabe, sondern bringt in Kombination mit entsprechenden Apps auch einige Funktionen mit sich, die je nach Nutzungsschwerpunkten im Spektrum von „Spielerei“ bis „nützlich“ rangieren.

Über die zentrale S-Note-Anwendung lassen sich nach wie vor einfache Notizen festhalten oder größere Aufgaben wie die Bearbeitung von Bildern erledigen. Zudem hat man die Möglichkeit, die Kontur von Linien, verschiedene Schreib- und Zeichenwerkzeuge sowie die Farbe selbst auszuwählen. Erstere kann dank einer überarbeiteten Stiftspitze nun aber auch über den Druck variiert werden, was die Eingabe ein Stück weit intuitiver von der Hand gehen lässt.

Doch nicht nur die Nutzung des Stifts, sondern die Nutzung des gesamten Gerätes wird durch S Pen intuitiver. So kann man mit dem Stylus kinderleicht einen Bildbereich markieren, Textstellen auswählen, einen Screenshot machen, Menüs öffnen und Aktionen rückgängig machen. Gelungen ist auch die grundsätzliche Überarbeitung des S Pen – so sieht echter Mehrwert aus. Zudem wirkt der neue S Pen im Vergleich zu seinem Vorgänger auch dank etwas größerer Maße robuster und wertiger und liegt zudem besser in der Hand.

Die in unseren Augen wichtigste neue Funktion bezieht sich auf das über einen Sensor realisierte „Air View“, das erlaubt, Details wie Kalendereinträge in Vorschauform über den Stylus und ohne Berührung des Display anzeigen zu lassen – eine Möglichkeit, die beispielsweise Fotojunkies beim Umgang mit ihren Schnappschüssen sehr schnell in höchstem Maße zu schätzen lernen werden.

Kommunikation

Sieht man von der nur optionalen LTE-Unterstützung ab, bietet das Note II in puncto Kommunikation den State-of-the-Art. Dementsprechend verfügt das Gerät über WLAN-n und Bluetooth 4.0 sowie über HSPA+ (bis zu 5,76 Mbit/s Up-, bis zu 21 Mbit/s Download). Auch Tethering ist Android-typisch problemlos möglich.

Die Qualität der Telefonie fällt selbst in lauten Umgebung gut aus. Gesprächspartner klingen zu jederzeit klar und natürlich – Eigenschaften, die auch auf der anderen Seite der Leitung so wahrgenommen wurden. Auch die Lautstärke des Lautsprechers geht in Ordnung, sodass man im auch passable über die Freisprech-Einrichtung telefonieren kann.

LTE

Wie zuletzt auch beim Galaxy S III wird Samsung auch beim Note II eine LTE-Variante in den Handel bringen. Anders als bei erstgenanntem beschränken sich die technischen Unterschiede aber auf das verbaute Modem – im S III variiert hingegen auch die Größe des Arbeitsspeichers. Genutzt werden kann der LTE-Modus in den 800-, 1.800- und 2.600-Megahertz-Bändern, was im Vergleich zum iPhone 5 gerade in ländlichen Regionen ein Vorteil ist. Zudem profitieren so nicht nur Kunden der Deutschen Telekom vom schnellen Datenfunk.

Die wichtigsten Vorteile von LTE sind schnell aufgezählt: Neben einer im Vergleich zu HSPA oder HSPA+ deutlich höheren Maximaltransferrate ist vor allem die geringere Latenz für den Nutzer interessant. Letztere soll nach Angaben der Netzbetreiber im Idealfall bei 50 Millisekunden liegen, bei UMTS können unter Umständen 1.000 Millisekunden und mehr erreicht werden, üblich sind um 300 Millisekunden.

Bemerkbar macht sich dieser Unterschied gerade beim Surfen über das Mobilfunknetz. In verschiedenen Versuchen mit einem Samsung Galaxy S III LTE, HTC One XL und Apple iPhone 5 (jeweils im Netz der Deutschen Telekom) konnten wir im direkten Vergleich zwischen LTE und UMTS/HSPA deutlich kürzere Reaktionszeiten ermitteln. Bedacht werden muss dabei jedoch, dass an einem Ort erlangte Testwerte und Erfahrungen nicht allgemeingültig sind. Ausschlaggebend ist, wie auch bei allen anderen Mobilfunkstandards, die jeweilige Signalstärke und Anzahl der Nutzer innerhalb einer Mobilfunkzelle.

Denn auch bei LTE handelt es sich um ein „Shared Medium“, sprich die Kapazität einer Zelle wird unter allen Nutzern aufgeteilt. Während man im Idealfall so tatsächlich Latenzen von 40 oder 50 Millisekunden und Download-Raten von 70 oder 80 Megabit pro Sekunde erreicht, kann die Leistung bei viele genutzten Geräten in der Nähe prinzipiell auch auf das Niveau von HSPA oder darunter abfallen.

Vor diesem Hintergrund dürfte vor allem die zukünftige Ausbaupolitik der Netzbetreiber interessant sein. Denn während sich heutige LTE-Nutzer aufgrund der noch geringen Verbreitung entsprechender Endgeräte einer durchaus hohen Übertragungsrate erfreuen können, dürfte sich die Lage in den kommenden Wochen und Monaten spürbar verschlechtern. Denn durch den Erfolg des Galaxy S III LTE und iPhone 5 steigt der Anzahl der LTE-Smartphones und somit auch die Wahrscheinlichkeit, die Zellkapazitäten mit mehr und mehr anderen Nutzern teilen zu müssen. Das Beispiel UMTS/HSPA zeigt dabei gerade in Ballungsräumen, das ausbleibende Investitionen zu einem deutlichen Qualitätsverlust führen können.

Aber schon jetzt gibt es reale Nachteile. Denn wie auch schon UMTS macht sich der neue Standard bei den Akkulaufzeiten bemerkbar. Je nach Szenario können sich hier Unterschiede von bis zu 15 oder 20 Prozent zu Lasten LTEs bemerkbar machen. Ein weiterer Punkt: Derzeit kann LTE nicht für das klassische Telefonieren genutzt werden, bei Anrufen muss deshalb auf HSPA oder andere Standards „heruntergeschaltet“ werden. Bemerkbar wird dies durch eine kurzzeitige Unterbrechung und/oder Verlangsamung eventuell im Hintergrund laufender Datenübertragungen.

Und dennoch: Künftig wird es mehr und mehr LTE-fähige Endgeräte geben, auch wenn in Deutschland mit LTE-Advanced bereits im kommenden Jahr ein Quasi-Nachfolger starten soll. Hierbei soll es sich dann tatsächlich um 4G handeln – versprochen werden unter anderem nochmals geringere Latenzen sowie höhere Übertragungsraten.

Laufzeiten

Ein moderner SoC, ein nicht allzu helles Display und ein von 2.500 auf 3.100 mAh Kapazität gewachsener, auswechselbarer Akku: Die Hoffnung schien berechtigt, dass sich das neue Note trotz seiner Größe als kleiner Langläufer entpuppen würde.

Diese Hoffnung bestätigte sich bereits abseits von Testläufen: Bei konventioneller Nutzung hält der Testkandidat anderthalb bis zwei Werktage durch, ohne nach einer Steckdose zu lechzen.

Video-Dauertest
Angaben in Stunden, Minuten
  • 720p Dauertest, max. Helligkeit:
    • Asus Transformer Pad Infinity Tablet & Dock (Android 4.0.3)
      9:13
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      8:20
    • Samsung Galaxy Beam (Android 2.3.6)
      7:34
    • Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
      7:30
    • Apple iPhone 4 (iOS 5.0.1)
      7:20
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      7:00
    • Samsung Galaxy Note II (Android 4.1.1)
      7:00
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      6:55
    • iPad 3 (iOS 5.1)
      6:55
    • HTC Desire C (Android 4.0.3)
      6:53
    • Apple iPhone 5 (iOS 6)
      6:51
    • Huawei Ascend P1 (Android 4.0.3)
      6:42
    • Apple iPhone 4S (iOS 5.0.1)
      6:40
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      6:28
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      6:18
    • HTC One S (Android 4.0.3)
      6:08
    • HTC Desire X (Android 4.0.4)
      5:51
    • Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
      5:47
    • Apple iPhone 4S (iOS 5.0.0)
      5:40
    • RIM BlackBerry Playbook
      5:33
    • HTC One V (Android 4.0.3)
      5:30
    • Nokia 808 (Symbian Belle FP 1)
      5:30
    • Asus Transformer Pad Infinity Tablet (Android 4.0.3)
      5:11
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      5:03
    • HTC Radar (Windows Phone 7.5)
      4:33
    • HTC One X (Android 4.0.3)
      4:31
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      4:29
    • Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
      4:27
    • Nokia Lumia 610 (Windows Phone 7.5)
      4:23
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      4:12
    • HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
      3:56
    • LG Optimus 4X HD (Android 4.0.3)
      3:35
    • HP TouchPad (webOS 3.0.2)
      3:30
    • Sony Tablet P
      3:28
    • Nokia Lumia 900
      3:20
    • HTC Titan (Windows Phone 7.5)
      3:20
    • Sony Xperia S (Android 2.3.7)
      3:20
    • Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
      3:00
    • Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
      2:50
    • BlackBerry Curve 9320 (BB OS 7.1)
      2:05
  • 720p Dauertest, 200 cd/m²:
    • Asus Transformer Pad Infinity Tablet & Dock (Android 4.0.3)
      15:02
    • Asus Transformer Pad Infinity Tablet (Android 4.0.3)
      8:33
    • HTC Desire C (Android 4.0.3)
      7:55
    • Huawei Ascend G300 (Android 2.3.6)
      7:45
    • Apple iPhone 5 (iOS 6)
      7:16
    • Huawei Ascend P1 (Android 4.0.3)
      7:12
    • Samsung Galaxy Note II (Android 4.1.1)
      7:08
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      6:53
    • Nokia Lumia 610 (Windows Phone 7.5)
      6:40
    • HTC Desire X (Android 4.0.4)
      6:24
    • Samsung Galaxy Beam (Android 2.3.6)
      5:46
    • Nokia 808 (Symbian Belle FP 1)
      5:30
    • Nokia Lumia 900
      5:26
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      5:23
    • LG Optimus 4X HD (Android 4.0.3)
      5:15
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      4:50
    • BlackBerry Curve 9320 (BB OS 7.1)
      3:34
Anmerkungen zu den Laufzeiten

Bei der Betrachtung der ermittelten Werte aus dem Dauer-Video-Test wird diese Feststellung noch einmal untermauert. Hier reicht es für einen guten Platz im oberen Mittelfeld, was insbesondere mit Blick auf eine Kernkompetenz von großen Geräten – das mobile Videoschauen – erfreut. Dazu muss angemerkt werden, dass die Laufzeit technologiebedingt je nach Aufkommen von weißen Flächen variiert (siehe „Display“-Abschnitt), was für die Wiedergabe von Filmen aufgrund des dahingehend in aller Regel geringen Aufkommens allerdings keine große Relevanz besitzen dürfte.

Alles in allem lässt sich vor diesem Hintergrund festhalten, dass das Note II kein klassischer Langläufer ist – für eine gute Laufzeit reicht es aber allemal.

Auf der nächsten Seite: Fazit