4/6 BlackBerry Z30 im Test : Comeback mit 5 Zoll fünf vor zwölf

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Performance & Oberfläche

Die Hardware-Ausstattung des Z30 ähnelt in vielerlei Hinsicht der des Z10. Um den Flaggschiffcharakter zu unterstreichen, haben die Verantwortlichen allerdings an entscheidender Stelle Hand angelegt und spendieren mit dem MSM8960T einen nach wie vor stattlichen S4-Pro-SoC aus dem Hause Qualcomm. Dieser verfügt über eine Dual-Core-CPU mit 1,7 GHz und eine Adreno-320-GPU. Zur Seite stehen standesgemäße zwei Gigabyte Arbeitsspeicher.

Auf dieser Grundlage ist klar, dass es an der Leistung des Z30 nichts zu meckern gibt. Selbst wenn man es darauf anlegt, wird man den Testkandidaten in der alltäglichen Nutzung nicht zu Rucklern oder Denkpausen bewegen können.

Irritierend ist nur, dass sich BlackBerrys im Vergleich zur Konkurrenz auch mit Version 10.2 und modernem SoC nach wie vor eine merklich längere Bootzeit genehmigen: Gut zehn Sekunden dauert es, bis das Z30 aus dem nächtlichen Schlaf erwacht ist.

Wie potent die Hardware ist, wird auch beim Blick auf die plattformübergreifenden Browser-Benchmarks deutlich. Hier belegt das Z30 einen respektablen Platz im oberen Mittelfeld, was auch für die Güte des Browsers spricht.

In puncto Oberfläche kommt BlackBerry 10 zum Einsatz, das wir im Rahmen des Z10-Tests bereits ausführlich besprochen haben. Hervorhebenswert ist allerdings, dass sich auf dem Testkandidaten erstmalig die neueste Version 10.2 in freier Wildbahn zeigt.

Neben kleineren visuellen Überarbeitungen und Veränderungen am Lockscreen bringt die neue Version vor allem das sogenannte „Priority Hub“ mit, dem man beibringen kann, welche Nachrichten beziehungsweise welche Kontakte bei der Darstellung besondere Priorität genießen sollen. Dazu werden E-Mails nach drei Regeln behandelt: Der Absender hat den gleichen Nachnamen, die Nachricht wurde mit hoher Priorität gesendet oder die Konversation wurde vom Besitzer des Z30 gestartet.

BlackBerry 10.2 auf dem Z30

Die Idee hinter dem Hub ist einerseits die visuelle Hervorhebung von wichtigen Nachrichten, andererseits kann man aber auch effektiv filtern, sodass man sich unter Zeitdruck beispielsweise nur die wichtigen Nachrichten anzeigen lassen kann. Theoretisch sollte die Funktion über die Analyse des Nutzerverhaltens selbstständig arbeiten, zu Beginn sollte man aber durchaus die Möglichkeit nutzen, E-Mails von bestimmten Kontakten bewusst zu (de)markieren, um die Liste der Nachrichten mit Priorität klein und damit effektiv zu halten.

Zu den weiteren kleineren Neuerungen gehören unter anderem eine erweiterte und mit Vorschlägen versehene „Teilen“-Funktion, ein mit umfassenden Informationen versehener App-Manager sowie die Möglichkeit, Fotos im 1:1-Bildformat zu schießen. Ein weiteres kleines, aber feines Detail: Der Textmodus des Browsers kann die Farben nun umkehren, sodass man Inhalte in dunklen Umgebungen zum Beispiel auch auf schwarzem Hintergrund lesen kann.

Alles in allem bringt BlackBerry 10.2 somit keine bahnbrechenden neuen Funktionen mit, stellt aber sehr wohl eine sinnvolle Weiterentwicklung des in unseren Augen gelungenen mobilen Betriebssystems dar.

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