2/4 Dell XPS 15 vs. Lenovo T540p : Hochauflösende 15-Zoll-Notebooks im Test

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XPS 15 & T540p im Überblick

Design & Verarbeitung

Bei Nichtwissen über die verbauten Displays und deren Auflösungen wollen Dell XPS 15 und Lenovo ThinkPad T540p nicht recht in eine Notebook-Kategorie passen. Das T540p repräsentiert das klassische Arbeitstier, das XPS 15 setzt hingegen auf einen eleganten Look, der aber auch von Nachteil sein kann. Denn bereits eine kurze Überprüfung des Lenovo-Gehäuses zeigt: hier lässt sich einiges anschließen und umbauen. Vier USB-3.0-Buchsen, ein Mini-DisplayPort sowie die Headset-Buchse und der Cardreader sind da noch Standard. Das Lenovo T540p bietet aber auch eine vollwertige VGA-Buchse und auf der Rückseite einen Gigabit-LAN-Anschluss, den viele andere Notebooks mittlerweile vermissen lassen. Schluss ist damit aber noch nicht, denn selbst ExpressCards im 34-mm-Format und Smartcards sowie eine zweite Festplatte (UltraBay statt optisches Laufwerk) lassen sich verstauen. Und die Unterseite begrüßt den Anwender mit einem Anschluss für Docking-Stationen oder Port-Replikatoren.

Dell XPS 15 & Lenovo ThinkPad T540p im Test
Dell XPS 15 & Lenovo ThinkPad T540p im Test
Dell XPS 15 & Lenovo ThinkPad T540p im Test
Dell XPS 15 & Lenovo ThinkPad T540p im Test

Das Lenovo begrüßt den Anwender aber auch mit einem sehr einfach gestalteten Plastikgehäuse, das der reinen Zweckerfüllung dient. Das ist gut, wenn etwa auf der Unterseite zwei Abdeckungen in wenigen Sekunden Zugang zu Festplatte, RAM, WLAN- und Mobilfunkmodul sowie BIOS-Batterie geben, aber weniger ansprechend, wenn sich viele Stellen des Gehäuses leicht verwinden oder eindrücken lassen und teilweise beim Abklopfen hohl klingen. Auch der Rahmen rund um das Display lässt sich mit wenig Kraft verbiegen.

Dell XPS 15 & Lenovo ThinkPad T540p im Test
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Ganz anders die Konstruktion aus Kohlefaser und Aluminium von Dell, die selbst dann nicht nachgibt, wenn das XPS geöffnet an der äußersten Kante hochgehoben wird. Zwar ist das Modell von Dell mit etwa zwei Kilogramm auch rund 400 Gramm leichter als das Lenovo, doch genau so müssen sich rund 2.000 Euro anfühlen. Hier wackelt oder klappert nichts und alles fühlt sich wie aus einem Guss an. Die schlanke Linie des XPS 15 weiß zu gefallen, auch wenn darunter die Anzahl der Anschlüsse etwas leidet. Allerdings nur im Vergleich zum T540p, denn für ein 8 bis 18 mm dickes Notebook ist das XPS 15 mit reichlich Buchsen ausgestattet. Vermisst haben wir lediglich einen vollwertigen Ethernet-Anschluss.

Dell XPS 15 & Lenovo ThinkPad T540p im Test
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Aus dem Duell der Tastaturen und Touchpads geht erneut das XPS 15 als klarer Sieger hervor. Dell verbaut aktuell die besten Eingabegeräte abseits der MacBooks von Apple. Tastatur und Touchpad reagieren präzise und leichtgängig, wenngleich letzteres gerne noch etwas größer ausfallen dürfte. Die Konstruktion aus Glas arbeitet aber wunderbar im Zusammenspiel mit den Windows-8-Gesten und erlaubt eine ungestörte Navigation durch das Betriebssystem.

Dell XPS 15 & Lenovo ThinkPad T540p im Test
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Die Tasten des ThinkPad T540p selbst sind etwas zu hoch und sitzen leicht wackelig im Gehäuse. Die Fn-Taste verhakte sich während des Tests mehrfach und musste mit Fingerspitzengefühl wieder in Position gerückt werden. Während die Tastatur nur mit kleinen Problemen zu kämpfen hat, sind diese beim Touchpad deutlich größer. Im Gegensatz zu vorigen ThinkPad-Generationen gibt es keine dedizierten Maustasten mehr, sondern die Touchpad-Oberfläche des T540p besteht aus einem einzigen Bauteil, das bei jedem „Klick“ in Gänze tief ins Gehäuse gedrückt wird. Hinzu kommt, dass es keine eindeutigen Klickgeräusche von sich gibt, sondern sich nur mit einem klapprigen Geräusch nach unten senkt. Selbst einfache Aufgaben wie das Verschieben von Desktop-Symbolen werden so zur Geduldsprobe. Das ThinkPad T540p macht in puncto Bedienung unfreiwillig deutlich, dass die IBM-Zeiten, in denen Käufer stets gute Eingabegeräte erwarten konnten, vorbei sind. Einziges Überbleibsel und weiterhin gut gelöst ist der 1984 von Ted Selker erfundene TrackPoint, der zwischen den Buchstaben G, H und B sitzt und den Mauszeiger bewegt.

Dell XPS 15 & Lenovo ThinkPad T540p im Test
Dell XPS 15 & Lenovo ThinkPad T540p im Test
Dell XPS 15 & Lenovo ThinkPad T540p im Test
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Lenovo versteht es allerdings, die gesamte Breite des Notebooks auszunutzen und neben der Tastatur einen Ziffernblock zu platzieren. Darüber freuen sich vor allem fleißige Zahlentipper, die sich durch die Zahlenleiste oberhalb der Buchstaben ausgebremst fühlen. Da kann das XPS 15 nicht mithalten, denn links und rechts der zentral angeordneten Tastatur herrscht gähnende Leere. Selbst die Lautsprecher – wie etwa beim MacBook Pro – finden hier nicht ihren Platz, sondern sitzen hinter einem großzügigen Gitter an der vorderen Unterseite. Für diese Position hat sich auch Lenovo entschieden, doch Dell hätte mangels NumPad immerhin die Wahl gehabt. Nichtsdestoweniger hinterlassen die Auflageflächen rund um die Tastatur mit ihrem Soft-Touch-Finish einen qualitativ guten Eindruck.

Dell XPS 15 & Lenovo ThinkPad T540p im Test
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Die Kategorien Design und Verarbeitung gehen eindeutig an das Dell XPS 15. Es bietet vorzügliche Eingabegeräte und legt einen sehr soliden Auftritt mit hochwertigen Materialien hin. Abseits der etwas schlecht ausgenutzten Flächen rund um die Tastatur lässt sich kaum Kritik am Notebook üben. Das ThinkPad T540p ist gänzlich verschieden. Es schert sich als waschechtes Arbeitstier nicht um gutes Aussehen. Es bietet dafür sehr viele Anschlüsse, auch wenn diese teilweise veraltet erscheinen mögen, und bietet so eine sehr hohe Kompatibilität zu externer Gerätschaft. Sobald es allerdings aufgeklappt wird, enttäuscht das T540p mit seiner unpräzisen Tastatur und dem noch schlechteren Touchpad. Einzig der TrackPoint funktioniert gewohnt gut.

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