Das LG G3 ist doch aus Kunststoff

Mahir Kulalic
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Nach zahlreichen durchgesickerten und bestätigten Informationen hat LG das neue Flaggschiff G3 in London offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Das Modell tritt die Nachfolge des G2 an und zeichnet sich gegenüber dem Vorgänger insbesondere durch die hohe Displayauflösung aus.

2.560 × 1.440 Pixel wirft das G3 in die Waagschale. Nur sehr wenige Modelle wie das Oppo Find 7 bieten diese Auflösung, deren praktischer Nutzen sich im Alltag noch beweisen muss. Das G3 setzt allerdings anders als vermutet nicht wie das HTC One auf ein Gehäuse aus Aluminium, sondern aus Kunststoff. Das G3 täuscht Aluminium optisch wie haptisch durch eine spezielle Beschichtung allerdings vor.

Die Rückseite wartet mit einer speziellen Beschichtung auf, welche die hochwertige Anmutung von Metall bietet, ohne das Gewicht nach oben zu schrauben oder die Empfangsleistung zu beeinträchtigen. Zudem minimiert sie Fingerabdrücke.

LG zum Gehäuse des LG G3

Durch die abnehmbare Kunststoffschale ist ein Wechsel des Akkus und die Erweiterung des Speichers möglich. Der Energiespeicher misst weiterhin 3.000 mAh, kann beim G3 allerdings auch kabellos geladen werden. Das mit dem G2 eingeführte Konzept, die Knöpfe auf die Rückseite zu platzieren, hält auch im neuen Flaggschiff erneut Einzug.

Das neue LG G3 (links) eben dem LG G2
Das neue LG G3 (links) eben dem LG G2

Neu ist ein Laser auf der Rückseite des Smartphones, der im Zusammenspiel mit der Kamera auch bei Nacht für einen schnelleren und zuverlässigeren Autofokus sorgen soll, so dass Bilder nicht verwackeln. In Zusammenspiel mit der Software soll selbst unter widrigsten Bedingungen ohne Verzögerung aufgenommen werden können. Die Auflösung der Kamera beträgt erneut 13 Megapixel, auch der optische Bildstabilisator ist erhalten geblieben. Bei schlechten Lichtverhältnissen sorgt ein Dual-LED-Blitz für Abhilfe. Zur Wiedergabe von Musik hat LG einen Verstärker mit einem Watt in das G3 eingebaut.

v.l.n.r.: LG G3, G2, Galaxy S5, HTC One (M8), iPhone 5S
v.l.n.r.: LG G3, G2, Galaxy S5, HTC One (M8), iPhone 5S

Beim SoC zieht LG hingegen mit Samsung und HTC gleich: der Snapdragon 800 aus dem G2 weicht dem Snapdragon 801 mit 2,46 Gigahertz Takt. Das G3 wird in zwei Versionen, eine mit zwei Gigabyte RAM und 16 Gigabyte Speicher sowie alternativ mit drei Gigabyte RAM und 32 Gigabyte Speicher, erhältlich sein.

Weil die Bildschirmdiagonale von 5,2 auf 5,5 Zoll angestiegen ist und schon das G2 kaum Rahmen bot, fällt das Smartphone insgesamt etwas breiter und länger aus als der Vorläufer. Die Bauhöhe bleibt mit jetzt 8,90 zu vormals 8,99 Millimetern quasi unverändert. Im Vergleich zu den aktuellen Flaggschiffen der Konkurrenz von HTC, Sony und Samsung bietet das LG G3 das größte Display, ist trotz schmalem Rahmen damit allerdings auch das breiteste Endgerät.

LG G3
LG G2
Samsung Galaxy S5
Software:
(bei Erscheinen)
Android 4.4 Android 4.2 Android 4.4
Display: 5,50 Zoll, 1.440 × 2.560
534 ppi
IPS, Gorilla Glass 3
5,20 Zoll, 1.080 × 1.920
424 ppi
IPS, Gorilla Glass 2
5,10 Zoll, 1.080 × 1.920
432 ppi
Full HD Super AMOLED, Gorilla Glass 3
Bedienung: Touch, Status-LED Touch, Fingerabdrucksensor, Status-LED
SoC: Qualcomm Snapdragon 801
4 × Krait 400, 2,46 GHz
28 nm, 32-Bit
Qualcomm Snapdragon 800
4 × Krait 400, 2,26 GHz
28 nm, 32-Bit
Qualcomm Snapdragon 801
4 × Krait 400, 2,50 GHz
28 nm, 32-Bit
GPU: Adreno 330
578 MHz
Adreno 330
450 MHz
Adreno 330
578 MHz
RAM:
2.048 MB
LPDDR3
Variante
3.072 MB
LPDDR3
2.048 MB
LPDDR3
Speicher: 16 / 32 GB (erweiterbar) 16 / 32 GB 16 / 32 GB (erweiterbar)
1. Kamera: 13,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/2,40, AF, OIS
13,0 MP, 1080p
LED, f/2,40, AF, OIS
16,0 MP, 2160p
LED, f/2,20, AF
2. Kamera: Nein
3. Kamera: Nein
4. Kamera: Nein
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 2,1 MP, 1080p
AF
2. Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓150 ↑50 Mbit/s
5G: Nein
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 4.0 LE 4.0 4.0 LE
Ortung: A-GPS, GLONASS
Weitere Standards: Micro-USB 2.0, SlimPort, NFC, Infrarot Micro-USB 2.0, MHL, NFC, Infrarot Micro-USB 3.0, MHL, NFC, Infrarot
SIM-Karte: Micro-SIM
Akku: 3.000 mAh (11,40 Wh)
austauschbar, kabelloses Laden
3.000 mAh (11,40 Wh)
fest verbaut
2.800 mAh (10,78 Wh)
austauschbar
Größe (B×H×T): 74,6 × 146,3 × 8,90 mm 70,9 × 138,5 × 8,99 mm 72,5 × 142,0 × 8,10 mm
Schutzart: IP67
Gewicht: 149 g 140 g 145 g
Preis: 549 € / 599 € 599 € / 649 € 699 € / 749 €

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Das G3 kommt ab Werk mit vorinstalliertem Android 4.4 „KitKat“ mitsamt neuer Benutzeroberfläche daher. Diese ist mittlerweile flach gestaltet worden und kommt unter anderem ohne den betagten Menü-Button aus. Für das G2 steht KitKat seit Anfang des Jahres ebenfalls zur Verfügung.

Das neue LG G3

Neu ist beim LG G3 die Funktion „QuickCircle“. Anwender können sich auf dem Sperrbildschirm Informationen wie die Uhrzeit oder verpasste Anrufe in einem kreisrunden Feld am Kopf des Smartphones anzeigen lassen. Im optional erhältlichen „QuickCircle“-Case ist dieser Teil der Abdeckung ausgeschnitten.

Das LG G3 wird ab Ende Juni in den Farben Schwarz, Weiß, Gold, Pink und Blau zu einem UVP von 550 (2 GB RAM/16 GB Speicher) und 600 Euro (3 GB RAM/32 GB Speicher) erhältlich sein.

Aktuell verdichten sich Gerüchte, dass auch Samsung und HTC an aufgebohrten „Prime“-Versionen der eigenen Topmodelle Galaxy S5 und One (M8) arbeiten, die auch die hohe Auflösung mitbringen sollen. LG hat mit dem G3 bereits Fakten geschaffen.

In Sachen Materialwahl sieht sich hingegen HTC weiterhin klar in Führung. „Das eigene Smartphone sollte sich gut anfühlen“, kommentiert Jeff Gordon, verantwortlich für die Pressearbeit bei HTC, die Vorstellung des LG G3.