7/10 AiO-Wasserkühlungen im Test : Kompakte Waküs von Arctic, Cryorig, Enermax und Lepa

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Testergebnisse

Messungen mit Serienlüftern

Kühlleistung mit Serienlüftern

Zunächst folgen die Resultate der Kühlungen unter Verwendung der Serienlüfter. Die Kompaktwasserkühlungen unterscheiden sich deutlich hinsichtlich der maximalen Umdrehungsgeschwindigkeit ihrer Lüfter. Während die Lüfter des Arctic Liquid Freezer nur 1.300 U/min erreichen, drehen die der Cryorig A40 Ultimate mit bis zu 2.300 U/min.

Trotz der niedrigsten Drehzahl aller Testkandidaten ist die Kühlleistung des Liquid Freezer 240 bei maximaler Drehzahl beachtlich – er liegt nur knapp 2 Kelvin hinter der Cryorig A40, welche mit fast doppelt so schnellen Lüftern arbeitet. Das Push/Pull-Prinzip des Liquid Freezer funktioniert hier sehr gut. Auf dem dritten Platz landet der Liqmax II 240, der mit langsameren Lüftern als die A40 Ultimate und dem schmalsten Radiator im Testfeld arbeiten muss. Als Schlusslicht nach dem Noctua NH-D15 folgt die EXllusion, die trotz tieferem Radiator nicht mit der Kühlung von Enermax konkurrieren kann.

Arctic kann niedrige Drehzahlen

Wird die Drehzahl für alle Kühlungen auf 800 U/min fixiert, kann der Liquid Freezer noch deutlicher von seinen vier Lüftern profitieren. Obwohl Radiator und Kühleinheit der A40 Ultimate entsprechen, führt die Kühllösung von Arctic das Testfeld an. Wie auch bei den Ergebnissen mit maximaler Drehzahl folgt Enermax mit dem 27-Millimeter-Radiator auf Platz drei. Die Lepa EXllusion folgt weit abgeschlagen auf dem letzten Platz – sie muss dem zu geringen Anpressdruck Tribut zollen. Der Luftkühler ist bei reduzierter Drehzahl stärker von der Gehäusebelüftung abhängig. Wenn diese reduziert wird, sinkt die Kühlleistung um über 6 Kelvin. Der NH-D15 ordnet sich damit im Mittelfeld der Wasserkühlungen ein.

Schalldruckmessungen mit Serienlüftern

Schalldruckmessungen der Wasserkühlungen erfolgen ohne Gehäuselüfter. Da ein Luftkühler für effektiven Betrieb jedoch Gehäusebelüftung voraussetzt, bleibt dieser bei den Schalldruckmessungen des NH-D15 aktiv.

Die Lautstärke der Kühllösungen bei maximaler Drehzahl sortiert sich mit dem Luftkühler als Ausnahme anhand der Lüfterdrehzahlen. Unter den Wasserkühlungen landet der Liquid Freezer auf dem ersten Platz, gefolgt von der EXllusion. Diese beiden Kühlungen können als akzeptabel bezeichnet werden. Enermax und Cryorig lassen die Lüfter jedoch so schnell drehen, dass die Geräuschkulisse störend und auf Dauer unerträglich wird. Ungeschlagen ist der NH-D15, der selbst mit schnellem Gehäuselüfter leiser als die Kompaktwasserkühlungen ist.

Bei 800 U/min rückt das Testfeld eng zusammen, mit Cryorig und Lepa auf dem zweiten Platz nach dem einzigen Kandidaten ohne Pumpe: Der Luftkühler bringt eine Lärmquelle weniger mit ins Spiel und ist mit langsam drehendem Gehäuselüfter die leiseste Kühllösung. Der Liquid Freezer ist etwas lauter als die A40 Ultimate und die EXllusion, da dort vier statt zwei Lüfter im Einsatz sind. Der Liqmax II muss durch die lauteste Pumpe sowie schlechte Lüfter Federn lassen bildet das Schlusslicht der Wasserkühlungen.

Messungen mit Referenzlüftern

Kühlleistung mit Referenzlüftern

Mit Referenzlüftern verändert sich das Gesamtbild der Kompaktwasserkühlungen nicht wesentlich. Die A40 Ultimate und der Liquid Freezer führen das Testfeld an, die Leistung bei 800 U/min liegt aber für beide Kühler unter der der Serienlüfter. Bei 1.200 U/min sind beide nahezu gleichauf und spielen sogar in der gleichen Liga einer Custom-Wasserkühlung mit 240-Millimeter-Radiator mit. Eine beachtliche Leistung, wenn bedacht wird, dass allein der CPU-Kühlkörper der eingesetzten Custom-Wasserkühlungteurer als der Arctic Liquid Freezer ist. Niedrige Drehzahlen sorgen bei den Kompaktwasserkühlungen jedoch schneller als bei der Custom-Wasserkühlung für einen Einbruch der Kühlleistung.

Der Liqmax II landet mit einigem Abstand auf Platz drei im Testfeld – der schlanke Radiator kann auch mit Referenzlüftern nicht mit den größeren Konkurrenten Schritt halten. Die Lepa EXllusion ist als einzige Kühllösung nicht dazu in der Lage, den Prozessor bei 500 U/min und einer Raumtemperatur von knapp 22°C auf unter 90°C zu kühlen, so dass der Test abgebrochen werden musste. Auch in höheren Drehzahlbereichen bildet die EXllusion das Schlusslicht, wenn auch der Abstand zu den Konkurrenten im Vergleich zur Serienbelüftung deutlich abnimmt.

Referenzlüfter und -wärmeleitpaste helfen der Lepa EXllusion

Wie in der Vorstellung der EXllusion gezeigt, profitiert diese Kühlung deutlich vom Wechsel der Wärmeleitpaste – unter Serienbelüftung ist eine Verbesserung von 5 Kelvin bei 800 U/min nach Optimierung der mitgelieferten Wärmeleitpaste möglich. Der Einsatz der Referenzlüfter verbessert das Resultat zusätzlich, so dass zum ersten Testlauf der EXllusion eine Steigerung von über 9 Kelvin bei 800 U/min verzeichnet werden kann.

Schalldruckmessungen mit Referenzlüftern

500 und 800 U/min der Referenzlüfter sind unterhalb des Messbereichs, so dass mehr als 33 dB(A) nur durch sehr laute Pumpen erzeugt werden kann. Die Pumpe des Liqmax II fällt dabei negativ auf. Aber auch die Pumpen der Konkurrenten sind bei geschlossenem Gehäuse wahrnehmbar und können je nach subjektiver Empfindlichkeit als störend empfunden werden.

Bei steigenden Drehzahlen wird der Zusatzlüfter der Cryorig A40, der während dieser Messungen aktiv ist und mit dem gleichen PWM-Signal wie die Radiatorlüfter geregelt wird, lauter und sorgt für einen höheren Schalldruck im Vergleich zur Konkurrenz.

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