9/10 AiO-Wasserkühlungen im Test : Kompakte Waküs von Arctic, Cryorig, Enermax und Lepa

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Sondertests

Cryorig A40: VRM-Kühlung

Cryorig verbaut auf der Pumpe der A40 Ultimate einen Zusatzlüfter, der die Spannungswandler auf dem Mainboard durch einen gezielten Luftstrom kühlen soll. Mit dem bekannten Testparcours, aber nach 15-minütigen Aufheizphasen hat ComputerBase die Temperaturen auf dem Mainboard gemessen. Dazu wurde ein Folientemperatursensor am Kühler der CPU-Spannungswandler so angebracht, dass er direkten Kontakt zum Kühlkörper hat, aber nicht im Luftstrom des Cryorig „Airflow“-Lüfters ist.

Bei der Interpretation der Diagramme muss berücksichtigt werden, dass der „Airflow“-Lüfter zusammen mit den Radiatorlüftern geregelt wird. Bei 800 U/min dreht er also wesentlich langsamer als bei maximaler Drehzahl – die für den kleinen Lüfter über 3.000 U/min bedeutet.

Sinnvolle Zusatzkühlung durch den „Airflow“-Lüfter

Bei 800 U/min wird die Temperatur des VRM-Kühlkörpers durch den Zusatzlüfter um über 10 Kelvin reduziert, bei maximaler Drehzahl sogar um über 15 Kelvin. Es fällt allerdings auch auf, dass der von den Radiatorlüftern erzeugte Luftstrom bei 2.300 U/min die Spannungswandler um fast 10 Kelvin niedriger hält als dies bei 800 U/min inklusive Zusatzlüfter möglich ist. Auch ohne Zusatzlüfter können die Spannungswandler also gut gekühlt werden – einen starken Luftstrom durch das Gehäuse vorausgesetzt.

Der Zusatzlüfter der A40 Ultimate erfüllt seinen Zweck, obwohl er direkt auf die Schläuche der Kompaktwasserkühlung ausgerichtet ist. Bei Serienbelüftung erhöht der Lüfter nicht einmal die Geräuschkulisse der Kühlung: Er wird zusammen mit den Radiatorlüftern geregelt, welche schon früher lauter werden als der „Airflow“-Lüfter. Werden Lüfter mit anderen Drehzahlbereichen eingesetzt, kann sich dies aber ändern – wenn die Serienbelüftung ausgetauscht wird, sollte die separate Regelung des Zusatzlüfters in Betracht gezogen werden.

Ein Luftkühler braucht keinen Zusatzlüfter

Der Noctua NH-D15 erreicht bei einer Drehzahl von 800 U/min die gleichen Temperaturen wie die A40 Ultimate mit Zusatzlüfter, obwohl er als Towerkühler keinen direkten Luftstrom auf die Spannungswandler des Mainboards richtet. Nur bei maximaler Drehzahl liegt der Doppelturmkühler zurück – doch die Temperaturen sind hier ohnehin in einem unbedenklichen Bereich.

Lepa EXllusion: Durchfluss und Erweiterung

Die EXllusion von Lepa ist modular aufgebaut. An Pumpeneinheit und Radiator sind die Schläuche über Tüllen befestigt, die ohne Werkzeug geöffnet werden können. Lepa ermöglicht Kunden, weitere Kühlkörper und Radiatoren in den Kreislauf zu integrieren. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, Durchflusswerte im Kühlkreis der EXllusion zu ermitteln. Die folgenden Messwerte wurden mit dem Durchflusssensor Aquacomputer High Flow aufgezeichnet.

Neben der Messung im Werkszustand wurde der Durchfluss mit einem zusätzlichen Radiator (Alphacool ST30 240) und einem weiteren Kühlkörper (Alphacool GPX) gemessen. Dieser erweiterte Kreislauf entspricht somit einer Custom-Wasserkühlung mit CPU- und GPU-Kühlung sowie zwei Radiatoren. Die GPX-Module von Alphacool gehören zu den restriktiveren Kühlern auf dem Markt – dieses Setup ist also realitätsnah für Anwender übertragbar.

Die kleine Pumpe der EXllusion befördert ungedrosselt beachtliche 82 L/h durch den Kreislauf. Doch auch gedrosselt bei 6 Volt ist der Durchfluss noch im unbedenklichen Bereich – sogar nach der Erweiterung werden noch knapp 50 L/h erreicht. Die Kühlung kann also problemlos um einen Grafikkartenkühler und Radiator erweitert werden.

Bei 4 Volt Pumpenspannung sinkt der Durchfluss unter das Messintervall des Sensors, welches bei 40 L/h beginnt. Die ermittelten Werte sollten also nur als grobe Annäherung gesehen werden. Wer die Pumpe so weit drosselt und den Kreislauf noch ausbaut, sollte Temperaturen und Pumpendrehzahl im Auge behalten – wenn der Durchfluss in einer Wasserkühlung zum Erliegen kommt, steigen die Chiptemperaturen bei Belastung im Sekundentakt rapide an.

Die Erweiterung der EXllusion dauert

Das Entlüften und Befüllen eines Kreislaufs dauert länger, wenn die Pumpe schwach ist. Im Vergleich zu starken Pumpen wie einer Laing D5 oder DDC muss mit der EXllusion länger darauf gewartet werden, dass die Luft aus dem System gepumpt wird. Erschwert wird dieser Vorgang zusätzlich durch den formbedingt kleinen Ausgleichsbehälter: Bei jedem Befüllen kann nur wenig Flüssigkeit eingefüllt werden. Die Pumpeneinheit mit Reservoir ist außerdem nur für die Montage auf einem vertikal ausgerichteten Mainboard ausgelegt. Bei liegendem Mainboard gelangt mit jedem Ausschalten der Pumpe Luft vom Ausgleichsbehälter zurück in den Kreislauf.

Zur Erweiterung des Kreislaufs können Schläuche im Format 13/10 mm genutzt werden. Diese sind jedoch nicht ganz passgenau – Lepa gibt als Außen- und Innendurchmesser für die EXllusion 12,5 und 9,5 mm an. Ein Wechsel auf eine andere Schlauchgröße ist nicht möglich, da anstelle von Anschraubtüllen mit gängigem 1/4"-Gewinde fest installierte Schlauchtüllen an den Komponenten der EXllusion angebracht sind. Für die Erweiterung muss unbedingt Kühlflüssigkeit mit Korrosionsschutz eingesetzt werden, denn der Radiator der EXllusion ist aus Aluminium gefertigt, das ohne entsprechenden Schutz mit Kupfer im Kreislauf reagieren kann.

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