Asus GeForce GTX 1080 Strix im Test: 300 MHz mehr Takt ohne Krawall für Nvidia Pascal 4/5

Jan-Frederik Timm et al. 400 Kommentare

Lautstärke & Temperatur

Die Mehrleistung unter Last stellt Asus ab Werk ohne einen Aufschlag bei der Lautstärke gegenüber der Founders Edition zur Verfügung: 42,5 zu 42,5 Dezibel aus 30 Zentimetern Abstand lautet das Ergebnis. In allen fünf Spielen liegen 2.060 bis 2.080 U/min an den Lüftern an. Etwas Spielraum haben Käufer allerdings noch.

Leiser durch manuellen Eingriff

Die von Asus gewählte Lüfterkurve hält die GPU unter Last bei maximal 73 °C. Das ist zehn Grad von der kritischen Temperaturgrenze von 83 °C entfernt. Anwender können die Lüfterdrehzahl also weiter reduzieren, ohne den Takt direkt negativ zu beeinflussen. Weil höhere GPU-Temperaturen über eine höhere Leistungsaufnahme aber das Power-Target früher greifen lassen, bleibt ein großer Sprung durch diese Maßnahme aus: In Anno 2205 lässt sich die Lüfterdrehzahl nur um 40 U/min senken, bevor der Takt gegenüber dem Automatikbetrieb leicht fällt. Deutlich ruhiger kann es werden, wenn das Power-Target eingeschränkt wird – mehr dazu im Abschnitt Asus GPU Tweak II.

Unter Windows schaltet auch die neue Asus GeForce GTX 1080 Strix OC Edition alle drei Lüfter ab. Im Gegensatz zur Founders Edition ist die Grafikkarte in diesem Betriebszustand damit unhörbar.

Leistungsaufnahme

Der Zugewinn an Leistung in Höhe von 14 Prozent geht mit 15 respektive 18 Prozent mehr Leistungsaufnahme des Testsystems in Anno 2205 und Rise of the Tomb Raider einher. Die restlichen Komponenten herausgerechnet, steigt der Verbrauch der Asus GeForce GTX 1080 OC Edition erwartungsgemäß überproportional mit dem Takt an.

Weil das auch bei der GeForce GTX 980 Ti der Fall gewesen ist, bleibt der Gewinn an Effizienz gegenüber Maxwell trotzdem beachtlich: Die GeForce GTX 1080 von Asus leistet im Schnitt 22 Prozent mehr als die Gigabyte GeForce GTX 980 Ti Gaming G1 und verbraucht mit demselben Testsystem doch 75 bis 90 Watt weniger. Dass dieses Ergebnisse nicht nur auf die Architektur sondern auch Asus' Umsetzung zurückzuführen ist, zeigt der Vergleich mit der maximierten GeForce GTX 1080 Founders Edition: Sie ist langsamer und braucht dennoch vergleichbar viel Leistung.

329 statt 163 MHz unter Windows

Weil die Version von Asus den Takt im Leerlauf nicht so weit senken kann wie die Founders Edition, fällt die Leistungsaufnahme unter Windows um vier Watt höher aus.

8 Einträge
Leistungsaufnahme des Gesamtsystems – Windows-Desktop
Angaben in Watt (W)
  • Idle (Ultra-HD-Display, 60Hz):
    • Nvidia GeForce GTX 1080 (8GB)
      48
    • Asus GeForce GTX 960 Strix (4GB)
      51
    • Asus GeForce GTX 1080 Strix OC
      52
    • Asus GeForce GTX 950 Strix (2GB)
      52
    • Asus Radeon R9 370 Strix (4GB)
      53
    • Asus GeForce GTX 950 2G
      53
    • Sapphire R9 Fury Nitro (4GB)
      54
    • Nvidia GeForce GTX 980 (4GB)
      54
    • MSI GeForce GTX 970 Gaming (4GB)
      54
    • AMD Radeon R9 Nano (4GB)
      56
    • Sapphire R9 380X Nitro (4GB)
      56
    • Asus GeForce GTX 980 Strix (4GB)
      56
    • Asus Radeon R9 380 Strix (4GB)
      57
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti (6GB)
      57
    • Gigabyte GTX 980 Ti Gaming (6GB)
      58
    • AMD Radeon R9 Fury X (4GB)
      63
    • MSI Radeon R9 390 Gaming (8GB)
      67
    • MSI Radeon R9 390X Gaming (8GB)
      68

Übertaktbarkeit

ComputerBase hat die Grafikkarte über Asus' Software GPU Tweak II übertaktet, die Pascal bereits unterstützt. Die Spannung wurde nicht angepasst. Aktuellen Meldungen zufolge geht das auch gar nicht.

Ohne diese Möglichkeit bleiben die erzielten Ergebnisse im Test hinter der von vielen erwarteten 2,1-GHz-Barriere für die GPU entfernt. Plus 50 MHz waren gegenüber der mit einem Power-Target von 120 Prozent versehenen Variante noch drin, bevor sich der Grafiktreiber aufgrund von Probleme wiederholt verabschiedete. Der Speicher lief hingegen bis zu einem Takt von 5.600 MHz ohne Probleme – wie beim Muster der Founders Edition sank die Geschwindigkeit der Grafikkarte oberhalb der 5.500 MHz wieder.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Spiel (3.840 × 2.160) Takt nach 20 Minuten Takt nach 20 Minuten
(maximales PT/TT)
Takt nach 20 Minuten OC
Anno 2205 1.898 MHz [PT] 1.949 MHz [PT] 2.000 MHz
Rainbow Six: Siege 1.987 MHz [PT] 2.012 MHz 2.063 MHz
Rise of the Tomb Raider 1.987 MHz [PT] 2.012 MHz 2.063 MHz
The Division 1.987 MHz [PT] 2.012 MHz [PT] 2.063 MHz
The Witcher 3 1.949 MHz [PT] 2.000 MHz [PT] 2.050 MHz
Durchschnittlicher Takt 1.962 MHz 1.997 MHz 2.045 MHz
[PT] = Power-Target limitiert, [TT] = Temperature-Target limitiert

Gegenüber dem Ausgangszustand steigt die Leistung durch Übertaktung in Anno 2205 um sechs Prozent an. Die Leistungsaufnahme wächst um 35 Watt, die Lüfterdrehzahl um 100 U/min. Die Lautstärke klettert auf 44 dB.

Das Tool von Asus hat noch Fehler

Wer beim Speicher vermeintlich früher an eine Grenze stößt, der könnte auf einen Fehler in der aktuellen Version des Tools GPU Tweak II hereingefallen sein: Das Programm gibt beim Übertakten immer nur die Hälfte des eigentlich eingestellten Aufschlags an. Hinter effektiv 10.600 MHz stecken also in Wirklichkeit bereits 11.200 MHz.

Asus GPU Tweak II

Wer die Asus GeForce GTX 1080 OC Edition ohne die Installation der Software des Herstellers nutzt, betreibt die Grafikkarte im OC Mode. Wird die Software installiert, lassen sich alternativ die Modi Gaming und Silent auswählen. Welche Auswirkungen das auf Takt, Stromverbrauch, Lautstärke und Leistung hat, hat ComputerBase nachfolgend am Beispiel von Anno 2205 gegenübergestellt.

Die drei Modi nach 20 Minuten in Anno 2205
OC Mode Gaming Mode Silent Mode Founders Edition
Takt 1.898 MHz 1.797 MHz 1.683 MHz 1.607 MHz
Leistungsaufnahme System 281 Watt 260 Watt 239 Watt 246 Watt
Lüfterdrehzahl 2.060 U/min 1.900 U/min 1.780 U/min 2.300 U/min
Lautstärke 42,5 dB 39,0 dB 37,0 dB 42,5 dB

Die Übersicht fasst die Leistungsfähigkeit der Asus GeForce GTX 1080 Strix OC Edition darüber hinaus gut zusammen: Bei derselben Geräuschkulisse gibt es deutlich mehr Leistung zum Mehrverbrauch von rund 30 Watt, bei vergleichbarem Verbrauch fällt die Leistung immer noch höher aus, die Lautstärke sinkt um fast 6 dB.

Neben GPU Tweak II steuert Aura die RGB-Beleuchtung
Neben GPU Tweak II steuert Aura die RGB-Beleuchtung

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