5/14 AMD Radeon RX 480 im Test : Schnell und effizient mit 8 GByte für 260 Euro

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Testergebnisse

Wie ComputerBase Grafikkarten testet sowie die verwendete Hardware und Treiber kann in diesem separaten Artikel nachgelesen werden. Ab Mai 2016 hat ComputerBase das Testverfahren deutlich abgeändert, um moderne Grafikkarten besser bewerten zu können. Ein Blick in den Artikel wird entsprechend viele Unklarheiten beseitigt. Falls dennoch Fragen offen bleiben, können diese im Forum gestellt werden. Ebenso können dort Vorschläge und Wünsche geäußert werden, die in Zukunft (eventuell) berücksichtigt werden.

Ein neuer Treiber kurz vor dem Start behebt Bandbreitenlimit

AMD hatte ursprünglich den Crimson 16.6.2 zum Testen zur Verfügung gestellt. Wie ComputerBase jedoch an diesem Montag erfahren hat, hat dieser mit einem Bug zu kämpfen, der die PCIe-Bandbreite limitiert. AMD hat ComputerBase daraufhin den Crimson 16.20.1035.1001-RC1 zur Verfügung gestellt, der das Problem behebt. Alle Werte wurden daraufhin noch einmal erhoben, denn je nach Spiel steigt die Performance durch den neuen Treiber um bis zu fünf Prozent an. Im Durchschnitt ist die Radeon RX 480 etwa 1,5 Prozent schneller.

Die Radeon RX 480 taktet wie die Nano

AMD hat den Turbo-Mechanismus auf der Radeon RX 480 deutlich verändert. AMD hat das Power Target niedrig angesetzt, sodass die Polaris-10-GPU unter Volllast fast immer sofort in das Power Target rennt – und den Takt senkt, bis dieser mit der eingestellten Leistungsaufnahme konform geht. Der Turbo arbeitet somit wie auf der Radeon R9 Nano und nicht wie auf den meisten anderen AMD-Grafikkarten.

Die GPU ändert dabei den Takt extrem schnell – mit Tools ist es unmöglich, den realen Takt auszulesen. Deshalb sind die Ergebnisse eher eine Annäherung. Um zu verhindern, dass die Radeon RX 480 derart durch das Power Target ausgebremst wird, muss dieses im WattMan um 50 Prozent erhöht werden.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Spiel (2.560 × 1.440) Maximaler Takt Takt nach 20 Minuten Takt nach 20 Minuten
(maximales PT/TT)
Anno 2205 1.266 MHz 1.161-1.181 MHz [PT] 1.266 MHz
Ashes of the Singularity 1.266 MHz 1.161-1.201 MHz [PT] 1.266 MHz
Assassin's Creed Syndicate 1.266 MHz 1.201-1.228 MHz [PT] 1.266 MHz
Call of Duty: Black Ops III 1.266 MHz 1.171-1.217 MHz [PT] 1.266 MHz
Dirt Rally 1.266 MHz 1.204-1.239 MHz [PT] 1.266 MHz
F1 2015 1.266 MHz 1205-1.246 MHz [PT] 1.266 MHz
Fallout 4 1.266 MHz 1.178-1.242 MHz [PT] 1.266 MHz
Far Cry Primal 1.266 MHz 1.178-1.201 MHz [PT] 1.266 MHz
GTA V 1.266 MHz 1.200-1.265 MHz [PT] 1.266 MHz
Hitman 1.266 MHz 1.153-1.182 MHz [PT] 1.266 MHz
Just Cause 3 1.266 MHz 1.173-1.205 MHz [PT] 1.266 MHz
Metal Gear Solid V 1.266 MHz 1.209-1.248 MHz [PT] 1.266 MHz
Might & Magic: Heroes VII 1.266 MHz 1.164-1.198 MHz [PT] 1.266 MHz
Rainbow Six: Siege 1.266 MHz 1.149-1.177 MHz [PT] 1.266 MHz
Rise of the Tomb Raider 1.266 MHz 1.181-1.206 MHz [PT] 1.266 MHz
Star Wars: Battlefront 1.266 MHz 1.168-1.192 MHz [PT] 1.266 MHz
The Division 1.266 MHz 1.171-1.203 MHz [PT] 1.266 MHz
The Talos Principle 1.266 MHz 1.171-1.208 MHz [PT] 1.266 MHz
The Vanishing of E.C. Redux 1.266 MHz 1.200-1.217 MHz [PT] 1.266 MHz
The Witcher 3 1.266 MHz 1.166-1.199 MHz [PT] 1.266 MHz
XCOM 2 1.266 MHz 1.204-1.234 MHz [PT] 1.266 MHz
[PT] = Power Target limitiert, [TT] = Temperature Target limitiert

Die Radeon RX 480 taktet in jedem Spiel unterschiedlich. Eins haben aber alle gemeinsam: Die 1.266 MHz bekommt man in keinem Titel zu Gesicht. Zumindest nicht, wenn die Grafikkarte wärmer wird und damit die Leistungsaufnahme steigt. In manchen Spielen ist man nahe am Maximum dran. In F1 2015 arbeitet die RX 480 zum Beispiel in den Bereichen zwischen 1.205 und 1.246 MHz. In den meisten Spielen knackt die Radeon RX 480 somit zwar knapp die 1.200-MHz-Marke, erreicht diese aber immer nur kurzzeitig. Rainbow Six: Siege ist das Spiel mit den niedrigsten Frequenzen. Die Grafikkarte taktet mit 1.149 MHz bis 1.177 MHz. Auf den Basis-Takt von 1.120 MHz fällt sie jedoch auch in diesem Spiel nicht. Wenn man das limitierende Power Target maximiert, arbeitet der 3D-Beschleuniger durchweg mit den vollen 1.266 MHz.

Benchmarks in 1.920 × 1.080 und 2.560 × 1.440

In 1.920 × 1.080 kommt die Radeon RX 480 auf einen Gleichstand mit der Radeon R9 390, womit die erste Polaris-Grafikkarte fünf Prozent schneller als eine GeForce GTX 970 mit Referenztaktraten ist, aber noch knapp zwei Prozent hinter einer übertakteten Partnerkarte zurückliegt. Die Radeon R9 390X ist acht Prozent schneller, derselbe Wert gilt für die GeForce GTX 980. Der Vorsprung zum eigentlichen Vorgänger, der Radeon R9 380X, beträgt 41 Prozent. Wenn man das Power Target der Radeon RX 480 erhöht, kann diese in Full HD um vier Prozent zulegen, womit sowohl die Radeon R9 390X als auch die GeForce GTX 980 nur noch vier Prozent schneller sind.

16 Einträge
Performancerating – 1.920 × 1.080
Angaben in Prozent
    • Gigabyte GTX 1080 Gaming (8GB)
      184,5
    • Nvidia GeForce GTX 1080 (8GB)
      172,5
    • Gigabyte GTX 980 Ti Gaming (6GB)
      153,3
    • Nvidia GeForce GTX 1070 (8GB)
      145,7
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti (6GB)
      134,1
    • AMD Radeon R9 Fury X (4GB)
      121,4
    • Asus GeForce GTX 980 Strix (4GB)
      118,2
    • Sapphire R9 Fury Nitro (4GB)
      115,6
    • AMD Radeon R9 Fury (4GB)
      113,4
    • AMD Radeon R9 Nano (4GB)
      110,1
    • MSI Radeon R9 390X Gaming (8GB)
      108,9
    • AMD Radeon R9 390X (8GB)
      108,0
    • Nvidia GeForce GTX 980 (4GB)
      107,9
    • AMD Radeon RX 480 Max (8GB)
      103,6
    • MSI Radeon R9 390 Gaming (8GB)
      101,7
    • MSI GeForce GTX 970 Gaming (4GB)
      101,6
    • AMD Radeon R9 390 (8GB)
      100,2
    • AMD Radeon RX 480 (8GB)
      100,0
    • Nvidia GeForce GTX 970 (4GB)
      95,2
    • AMD Radeon R9 290 (4GB)
      91,7
    • Nvidia GeForce GTX 780 Ti (3GB)
      87,3
    • Sapphire R9 380X Nitro (4GB)
      75,2
    • AMD Radeon R9 380X (4GB)
      70,9
    • AMD Radeon R9 280X (3GB)
      69,3
    • Asus Radeon R9 380 Strix (4GB)
      66,8
    • Asus GeForce GTX 960 Strix (4GB)
      66,7
    • AMD Radeon R9 380 (4GB)
      65,7
    • Nvidia GeForce GTX 770 (2GB)
      61,9
    • Nvidia GeForce GTX 960 (4GB)
      60,6
    • Asus GeForce GTX 950 Strix (2GB)
      55,8
    • Asus Radeon R9 370 Strix (4GB)
      51,5
    • Nvidia GeForce GTX 950 (2GB)
      49,4
    • AMD Radeon R9 370 (4GB)
      48,7

In 2.560 × 1.440 fällt die Radeon RX 480 im Vergleich zu den älteren AMD-Grafikkarten dann etwas zurück. So kommt die Polaris-Karte nicht mehr an die Radeon R9 390 heran und agiert um vier Prozent langsamer. Die GeForce GTX 970 mit Referenztaktraten wird noch um vier Prozent geschlagen, während die übertaktete Partnerkarte um drei Prozent zügiger arbeitet. Anders als in Full HD legt die Radeon RX 480 mit einem maximierten Power Target in 2.560 × 1.440 ein gutes Stück mehr zu – die Mehrleistung beträgt sechs Prozent. Damit kommt die Grafikkarte dann knapp über das Leistungsniveau der Radeon R9 390.

Vergleicht man die beiden Auflösungen direkt miteinander, lässt sich vermuten, dass AMD das Problem der schlechten Einheitenskalierung in niedrigen Auflösungen mit der Polaris-Architektur angegangen ist. So verliert zum Beispiel die Radeon RX 480 beim Wechsel von 1.920 × 1.080 auf 2.560 × 1.440 mehr Leistung als die Radeon R9 390. Das hört sich im ersten Augenblick zwar schlecht an, jedoch macht es den Anschein, dass Polaris 10 bereits unter Full HD gut ausgelastet werden kann. Zudem spricht für die These, dass der Abstand zu den konkurrierenden Nvidia-Grafikkarten in höheren Auflösungen nicht größer wird.

6 Einträge
Performancerating – 2.560 × 1.440
Angaben in Prozent
    • Gigabyte GTX 1080 Gaming (8GB)
      197,5
    • Nvidia GeForce GTX 1080 (8GB)
      180,6
    • Gigabyte GTX 980 Ti Gaming (6GB)
      165,9
    • Nvidia GeForce GTX 1070 (8GB)
      149,8
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti (6GB)
      140,1
    • AMD Radeon R9 Fury X (4GB)
      132,6
    • Sapphire R9 Fury Nitro (4GB)
      126,7
    • AMD Radeon R9 Fury (4GB)
      121,3
    • Asus GeForce GTX 980 Strix (4GB)
      120,6
    • AMD Radeon R9 Nano (4GB)
      118,4
    • MSI Radeon R9 390X Gaming (8GB)
      113,0
    • AMD Radeon R9 390X (8GB)
      112,2
    • Nvidia GeForce GTX 980 (4GB)
      110,9
    • MSI Radeon R9 390 Gaming (8GB)
      108,3
    • AMD Radeon RX 480 Max (8GB)
      106,2
    • AMD Radeon R9 390 (8GB)
      104,4
    • MSI GeForce GTX 970 Gaming (4GB)
      103,1
    • AMD Radeon RX 480 (8GB)
      100,0
    • Nvidia GeForce GTX 970 (4GB)
      96,1

In den einzelnen Spielen zeigt sich schnell, dass sich die Radeon RX 480 doch deutlich von den älteren AMD-Grafikkarten wie zum Beispiel der Radeon R9 390 unterscheidet. In Anno 2205 setzt sich die Radeon RX 480 zum Beispiel auch in 2.560 × 1.440 knapp vor die Radeon R9 390X, während sie in Dirt Rally 20 Prozent zurückliegt.

Darum schneidet die Radeon RX 480 in Spielen so unterschiedlich ab

Die großen Unterschiede haben primär zwei Gründe. Die Radeon RX 480 ist darauf angewiesen, dass Spiele keine hohe Speicherbandbreite benötigen oder alternativ die neue Speicherkompression gut funktioniert. Ist letzteres nicht der Fall und die Engine benötigt eine hohe Bandbreite, ist die Radeon R9 390X diesbezüglich um 50 Prozent überlegen. Der zweite Grund ist in der überarbeiteten Architektur zu suchen. AMD spricht von bis zu 15 Prozent mehr Leistung bei Polaris – gibt aber explizit „bis zu“ an. Wenn die Verbesserungen nicht greifen, hat die Radeon R9 390X knapp mehr Rechenleistung – und im schlimmsten Fall noch eine 50 Prozent höhere Speicherbandbreite.

Maximiertes Power Target: Von Stromverschwendung bis sinnvoll

Darüber hinaus zeigt sich, dass je nach Spiel ein maximiertes Power Target selbst messbar kaum Vorteile bringt, in anderen Spielen hingegen für spürbar mehr Geschwindigkeit sorgt. In Dirt Rally bringt es beispielsweise kein Prozent mehr Performance, in Anno 2205 hingegen zwölf Prozent. Dies ist davon abhängig, inwieweit die Radeon RX 480 bei den Standardeinstellungen die Frequenzen verringern muss.

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