8/14 AMD Radeon RX 480 im Test : Schnell und effizient mit 8 GByte für 260 Euro

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Lautstärke & Kühlung

Sämtliche Messungen der Radeon RX 480 sind bei Raumtemperaturen von 22-24 Grad Celsius durchgeführt worden. Während der heißen Tagen der ersten Testwoche von bis zu 34 Grad hatte dies primär Auswirkungen auf die Lüfterdrehzahl. Bei diesen hohen Raumtemperaturen war die Grafikkarte im Standard-Modus zwei Dezibel lauter (200 Umdrehungen mehr) und im maximierten Modus 2,5 Dezibel lauter (500 Umdrehungen mehr). Zudem wurde die GPU bei Standardeinstellungen zwei Grad wärmer, bei maximierten Einstellungen gab es dagegen keine Unterschiede.

Rund 700 Umdrehungen im Desktop-Betrieb

AMD lässt den Radial-Lüfter der Radeon RX 480 unter Windows mit geringen 700 Umdrehungen agieren, was lobenswert ist. Die Grafikkarte erzeugt im Testsystem so 29 Dezibel und ist kaum aus einem geschlossenen Gehäuse auszumachen. Im „offenen Betrieb“ fällt auf, dass zumindest der Lüfter des Testexemplar ein merkwürdiges Klackern erzeugt, das bei höheren Drehzahlen von rund 1.000 Touren verschwindet. Dieses ist aber nicht aus dem geschlossenen Testsystem zu hören

11 Einträge
Lautstärke – Windows-Desktop
Angaben in dB(A)
    • Sapphire R9 Fury Nitro (4GB)
      28,0
    • MSI Radeon R9 390X Gaming (8GB)
      28,0
    • MSI Radeon R9 390 Gaming (8GB)
      28,0
    • Sapphire R9 380X Nitro (4GB)
      28,0
    • Asus Radeon R9 380 Strix (4GB)
      28,0
    • Asus Radeon R9 370 Strix (4GB)
      28,0
    • Gigabyte GTX 1080 Gaming (8GB)
      28,0
    • Gigabyte GTX 980 Ti Gaming (6GB)
      28,0
    • Asus GeForce GTX 980 Strix (4GB)
      28,0
    • MSI GeForce GTX 970 Gaming (4GB)
      28,0
    • Asus GeForce GTX 960 Strix (4GB)
      28,0
    • Asus GeForce GTX 950 Strix (2GB)
      28,0
    • Asus GeForce GTX 950 2G
      28,5
    • AMD Radeon RX 480 (8GB)
      29,0
    • Nvidia GeForce GTX 1080 (8GB)
      29,0
    • Nvidia GeForce GTX 1070 (8GB)
      29,0
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti (6GB)
      29,0
    • Nvidia GeForce GTX 980 (4GB)
      29,0
    • MSI Radeon RX 480 (8GB)
      29,5
    • AMD Radeon R9 Nano (4GB)
      30,0
    • AMD Radeon R9 Fury X (4GB)
      34,5
      Hinweis: störendes Fiepen

Unter Last dreht der Lüfter dann auf 2.000 Umdrehungen pro Minute auf und sorgt für 43 Dezibel. Das ist gut aus einem geschlossenen Gehäuse zu hören, stört aber noch nicht. Für eine Referenzkarte ist dies ein durchaus gutes Ergebnis, das für Partnerkarten aber viel Spielraum für Verbesserungen lässt. Die Lautstärke ist vergleichbar mit denen der GeForce GTX 1080 Founders Edition und der Referenzkühlung der GeForce GTX 980. Nutzer eines Silent-PCs sollten auf die entsprechenden Umsetzungen der Partner warten. Für diejenigen, die keine hohen Ansprüche bezüglich der Lautstärke haben, geht das Referenzdesign in Ordnung.

Positiv anzumerken ist zudem, dass das Referenzdesign kaum elektrische Geräusche von sich gibt. Bei Frameraten von bis zu 200 FPS gibt es nur ein leises Zirpen, was aus einem geschlossenen Gehäuse nicht zu hören ist. Bei hohen dreistelligen Frameraten gibt die Radeon RX 480 dann das klassische Spulenfiepen von sich.

Das Power Target sprengt auch die Lautstärke

Anders sieht es dagegen bei maximiertem Power Target aus. Dann legt die Radeon RX 480 zwar gut an Geschwindigkeit zu, noch viel mehr aber an Lautstärke. Mit 58,5 Dezibel ist der Geräuschpegel bei 3.500 Umdrehungen dann unerträglich. Ein höheres Power Target bleibt damit den Partnerkarten vorbehalten.

AMD setzt bei der RX 480 auf eine ungewöhnliche Lüftersteuerung

Bei der von AMD eingestellten Lüfterkurve gibt es einige Überraschungen. So wollte AMD verhindern, dass die Lüfterdrehzahl schwankt (aufgrund variierender GPU-Temperaturen), weswegen man eine Hysterese implementiert hat – und zwar eine sehr extreme. Denn wenn man ein Spiel startet, passiert zunächst einmal gar nichts. Ungefähr ab 60 Grad beginnt der Lüfter dann in kleinen Schritten hochzudrehen, bis dieser bei den Standardeinstellungen die maximalen 2.200 Umdrehungen erreicht hat. Das passiert derart langsam, dass der finale Temperaturwert zuerst um ein paar Grad überschritten und erst später erreicht wird.

Zwei Nachteile hat dieses Verhalten aber: Wenn zum Beispiel ein Spiel per Alt-Tab-Tastenkombination in den Hintergrund verschoben wird und die GPU daher leicht abkühlt, reagiert der Lüfter und erreicht schnell 1.000 Umdrehungen und weniger, denn anders als das Aufdrehen geschieht das Reduzieren der Drehzahl deutlich schneller. Wenn man nun das Spiel wieder in den Vordergrund schiebt, steigt die Temperatur sehr schnell an, die Lüftersteuerung reagiert aber langsam. Das Ergebnis ist, dass die Radeon RX 480 dann auf die Maximaltemperatur kommt und bei etwa 88 Grad Celsius hinunter taktet. Etwa zehn bis 20 Sekunden lang arbeitet die Grafikkarte dann mit Frequenzen zwischen 800 und 1.000 MHz, was sich in niedrigeren Frameraten spüren lässt. Wenn der Lüfter wieder auf Touren gekommen ist, erreicht die Taktrate auch wieder das Maximum.

Dasselbe Problem gibt es bei einem höheren Power Target. In dem Fall steigt die Temperatur schneller an als die Lüftersteuerung reagiert, sodass die GPU heruntertaktet. In diesen beiden Fällen ist die von AMD implementierte Hysterese somit kontraproduktiv, da sie zu ausgeprägt ist.

Maximal erreicht die RX 480 84 Grad Celsius

Unter Windows erwärmt sich die Radeon RX 480 auf genügsame 35 Grad. Unter Last werden bei 2.000 Umdrehungen pro Minute des Lüfters 80 Grad Celsius erreicht, was im grünen Bereich liegt. Bei voll ausgefahrenem Power Target erhöht sich die Temperatur auf 84 Grad.

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