MacBook Pro 13 Zoll im Test: Ohne Touch Bar, aber mit schneller 15-Watt-CPU

Jan-Frederik Timm 121 Kommentare
MacBook Pro 13 Zoll im Test: Ohne Touch Bar, aber mit schneller 15-Watt-CPU

Das MacBook Pro ohne Touch Bar

Das neue MacBook Pro mit Touch Bar ist sowohl mit 13 als auch mit 15 Zoll rund 500 Euro teurer als der jeweilige Vorgänger. Aber Apple hält eine potentielle Alternative parat: Das 13 Zoll große neue MacBook Pro gibt es ohne Touch Bar auch für 300 Euro weniger. ComputerBase hat anhand dessen Basiskonfiguration getestet, was das Einstiegsmodell zu Leisten im Stande ist.

Zum Thema: MacBook Pro mit 15 Zoll im Test

Die Unterschiede zwischen mit und ohne Touch Bar

Der Verzicht auf die Touch Bar mit OLED-Display inklusive Touch ID ist nicht die einzige Einschränkung, die Kunden gegenüber dem nächst größeren 13-Zoll-Modell hinnehmen müssen. Auch auf zwei der vier Thunderbolt-3-Schnittstellen, einen Prozessor mit 28 Watt TDP und LPDDR3-2.133 gilt es zu verzichten. Beim kleinsten MacBook Pro kommen stattdessen 15-Watt-CPUs und LPDDR3-1.866 zum Einsatz. Dafür ist der Akku mit 54,5 zu 49,2 Wattstunden zehn Prozent größer. Gegenüber dem Vorgänger mit 74,9 Wattstunden bleibt der Verlust trotzdem groß.

Das kleine MacBook Pro gibt es mit und ohne Touch Bar
Das kleine MacBook Pro gibt es mit und ohne Touch Bar (Bild: Apple)

Der Takt macht den Unterschied

13 Watt Unterschied in der TDP machen sich in den Taktraten bemerkbar, die Grafikeinheit ist mit 48 Shadern und 64 MByte eDRAM trotz des unterschiedlichen Namens hingegen gleich aufgebaut. Die Unterschiede beim unterstützten Arbeitsspeicher scheinen hingegen eher produktpolitischer Natur zu sein, im Alltag ist LPDDR3 mit effektiv 2.133 MHz in der Regel nicht schneller als mit 1.866 MHz.

CPU TDP Basistakt Turbotakt iGPU
MacBook Pro 13 Zoll ohne Touch Bar
Intel Core i5-6360U 15 Watt 2,0 GHz 3,1 GHz Iris 540 mit 64 MB eDRAM, 1,00 GHz
Intel Core i5-6660U 15 Watt 2,4 GHz 3,4 GHz Iris 540 mit 64 MB eDRAM, 1,05 GHz
MacBook Pro 13 Zoll mit Touch Bar
Intel Core i5-6267U 28 Watt 2,9 GHz 3,3 GHz Iris 550 mit 64 MB eDRAM, 1,05 GHz
Intel Core i5-6287U 28 Watt 3,1 GHz 3,5 GHz Iris 550 mit 64 MB eDRAM, 1,10 GHz
Intel Core i5-6567U 28 Watt 3,3 GHz 3,6 GHz Iris 550 mit 64 MB eDRAM, 1,10 GHz

Weitere offensichtliche Unterschiede zwischen den beiden Varianten des kleinen MacBook Pro gibt es nicht: RAM und SSD lassen sich in beiden Fällen ab Werk gleich konfigurieren und trotz unterschiedlicher TDP und Akkukapazität gibt Apple die Laufzeit mit demselben Wert an. Auch das Display unterscheidet sich nicht.

Die SSD lässt sich zumindest theoretisch tauschen

Das Innere gibt hingegen weitere Differenzen Preis: Das MacBook Pro mit 15-Watt-CPU setzt nur auf einen statt zwei Lüfter für die Kühlung, dafür findet eine SSD im proprietären Steckplatz im Notebook Platz; bei den Versionen mit Touch Bar und stärkeren CPUs ist sie hingegen wie beim MacBook 12 Zoll auf dem PCB verlötet. Darüber hinaus verfügt das kleinste Modell nur über zwei statt drei Mikrofone, im Test waren Spracheingaben aber auch mit dieser Konfiguration kein Problem.

Alle Konfigurationen des MacBook Pro (Late 2016) 13"
Preis 1.699 € 1.999 € 2.199 €
Touch Bar ×
Touch ID ×
CPU i5-6360U i7-6660U
(+ 360 €)
i5-6267U i5-6287U
(+ 120 €)
i5-6267U i5-6287U
(+ 120 €)
i7-6567U
(+ 360 €)
i7-6567U
(+ 360 €)
iGPU Iris 540 Iris 550
dGPU ×
RAM 8 GB LPDDR3-1.866 16 GB LPDDR3-1.866
(+ 240 €)
8 GB LPDDR3-2.133 16 GB LPDDR3-2.133
(+ 240 €)
8 GB LPDDR3-2.133 16 GB LPDDR3-2.133
(+ 240 €)
SSD 256 GB PCIe 512 GB PCIe
(+ 240 €)
256 GB PCIe 512 GB PCIe 1 TB PCIe
(+ 480 €)
1 TB PCIe
(+ 720€)
Anschlüsse 2 × Thunderbolt 3
3,5-mm-Klinke
4 × Thunderbolt 3
3,5-mm-Klinke
Display 13,3", 2.560 × 1.600, 227 ppi, IPS, 500 cd/m², Display P3
Netzwerk 802.11ac, Bluetooth 4.2
Kamera 720p FaceTime HD Kamera
Audio Stereo-Lautsprecher
zwei Mikrofone
Stereo-Lautsprecher
drei Mikrofone
Akku 54,5 Wh
10 Std. WLAN-Surfen
10 Std. iTunes-Filme
30 Tage Standby
61 Watt USB-C-Netzteil
49,2 Wh
10 Std. WLAN-Surfen
10 Std. iTunes-Filme
30 Tage Standby
61 Watt USB-C-Netzteil
Abmessungen 30,41 × 21,24 × 1,49 cm (B×T×H), 1,37 kg

ComputerBase stand für den Test die absolute Basiskonfiguration mit 256 GB großer SSD, 8 GB RAM und Core i5-6360U leihweise zur Verfügung.

Leistung auf vorherigem 28-Watt-Niveau

ComputerBase hat das neue MacBook Pro mit Core i5-6360U in einer Reihe professioneller Anwendungen sowie dem Spiel Counter-Strike: Global Offensive getestet, um auch einfaches Spielen abzubilden. Zum Vergleich wurde ein MacBook Pro mit 13 Zoll aus dem Jahr 2013 (Late 2013) mit Intel Core i5-4258U heran gezogen. Mit seinem Alter von knapp drei Jahren stellt es bei vielen potentiellen Käufern der neuen Generation das Ausgangsmodell dar. Darüber hinaus kann so die Leistung einer 15-Watt-CPU auf Basis von Skylake mit einer zwei Generationen älteren 28-Watt-CPU (Haswell) verglichen werden. Und die Ergebnisse sind durchaus überraschend.

Denn trotz um 13 Watt reduzierter TDP liegt das neue kleinste MacBook Pro in allen Benchmarks deutlich vor dem Vorvorgänger. Der Abstand beträgt mindestens 15 Prozent, im Extremfall Adobe Photoshop sogar 50 Prozent. Während Desktop-Prozessoren die letzten Jahre nur wenig Leistung hinzu gewonnen haben, zeigen sich hier abermals die Fortschritte bei den effizienteren CPUs für Notebooks beim Wechsel von Haswell (Late 2013) auf Haswell Refresh (Late 2014) auf Broadwell (Early 2015) auf Skylake (Late 2016).

Im Vergleich zu bisher getesteten Notebooks mit Windows schlägt sich das MacBook Pro ebenfalls sehr gut. Der Core i7-7500U aus dem Tuxedo Book kann mit seinem hohen Takt zwar in Ein-Kern-Szenarien punkten, in allen anderen Benchmarks liegt der Core i5-6360U des MacBook Pro aber vorne. Er profitiert auch von seinen 64 MB eDRAM, die nicht nur der GPU sondern auch der CPU als schneller Zwischenspeicher zur Verfügung stehen.

Auch beliebte Spiele sind kein Problem

Der Leistungszugewinn stellt sich auch in Spielen ein: In Counter Strike: Global Offensive rechnet das neue MacBook Pro ebenfalls zwanzig bis dreißig Prozent schneller als das drei Jahre alte Modell mit 28-Watt-CPU. Der Wechsel auf das 15-Watt-Modell stellt für diese Kunden also keinen Rückschritt bei der Leistung dar. Die native Auflösung von 2.560 × 1.600 Pixeln sollten Spieler aber nur in Verbindung mit niedrigeren Details wählen, sonst sinken die FPS deutlich.

Counter-Strike: Global Offensive
  • 1.440 x 900, max. Details, 16 x AF, kein AA:
    • MBP 13 ohne Touch, i5-6360U
      83,0
    • MBP 13 (2013), i5-4258U
      65,0
  • 2.880 x 1.800, max. Details, 16 x AF, kein AA:
    • MBP 13 ohne Touch, i5-6360U
      30,0
    • MBP 13 (2013), i5-4258U
      25,0
  • 2.880 x 1.800, min. Details, Trilinear, kein AA:
    • MBP 13 ohne Touch, i5-6360U
      45,0
    • MBP 13 (2013), i5-4258U
      35,0

Die neuen MacBooks skalieren das UI ab Werk

Dem Diagramm nicht zu entnehmen ist, dass Counter-Strike auf dem neuen MacBook Pro bei maximaler Auflösung sogar mit 2.880 × 1.800 Pixeln anstelle der 2.560 × 1.600 Pixeln des Displays berechnet wird – wie beim MacBook mit 12 Zoll hat Apple auch beim neuen MacBook Pro die Skalierung angepasst. Beim alten MacBook Pro wurden weiterhin die maximal einstellbaren 2.560 × 1.600 Pixel für den Testlauf in hoher Auflösung genutzt.

Das neue kleine MacBook rendert ab Werk 2.880 × 1.800 Pixel, das entspräche ohne Skalierung der Darstellung mit 1.440 × 900 Pixel. Die Generationen davor hatten hingegen ab Werk 2.560 × 1.600 Pixel eingestellt – die native Auflösung. Auswählen lässt sich das weiterhin.

Die Änderung der Skalierung führt dazu, dass mehr Bildschirminhalt dargestellt wird, dafür ist das Bild theoretisch nicht mehr ganz so scharf wie beim Rendern in der nativen Auflösung. Aber nur wer sehr nahe an den Bildschirm heran geht, kann das sehen. In den Einstellungen des Displays unter macOS lässt sich das durch den Wechsel auf die nächst kleinere Stufe abschalten.

Die Leistung ist konstant hoch

Auch das noch kleinere neue MacBook Pro zeigt sich wie der Vorgänger von der Dauer der Last unbeeindruckt: Ob eine oder 30 Minuten Counter-Strike hat keine Auswirkungen auf die FPS, und der dritte Durchlauf in Cinebench erzielt dasselbe Ergebnis wie der erste. Es kommt somit nicht zum Throttling. Das haben bisher nur wenige Notebooks mit Windows und U-Prozessor im Test von ComputerBase geschafft.

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