Speicherpreise: Starker Preisanstieg zum Jahresende für DDR3 und DDR4

Volker Rißka 81 Kommentare
Speicherpreise: Starker Preisanstieg zum Jahresende für DDR3 und DDR4

Zum Jahresende ist der erwartete Preisanstieg bei DDR3- und DDR4-SDRAM überdeutlich eingetreten. Statt 50 Euro wie im Sommer diesen Jahres müssen nun fast 90 Euro für ein DDR4-Speicherkit berappt werden. Bei DDR3-Speicher ist es ähnlich, denn dieser geht zuletzt nahezu Hand in Hand in der Preisgestaltung.

DDR3-Spotpreis hat sich seit Juni mehr als verdoppelt

Nachdem die Speicherpreise in der ersten Jahreshälfte am Boden lagen und viele Hersteller Verluste in dem Bereich einfuhren, ist nun die Trendwende endgültig eingetreten. Der Durchschnittspreis für einen DDR3-1600-Speicherchip in der Größe von 4 Gbit lag im März an der Speicherbörse DRAMeXchange bei 1,67 US-Dollar, im Juni nur noch bei 1,23 US-Dollar und markierte damit den Tiefststand. Danach ging es zügig wieder bergauf, Ende August lag er bei 1,71 US-Dollar, Anfang Oktober bereits bei knapp über 2,00 US-Dollar und heute sind es sogar 2,67 US-Dollar (DDR3 4Gb 512Mx8 1333/1600MHz) und damit mehr als doppelt so viel wie im Sommer dieses Jahres.

DDR4-Speicher schwimmt parallel dazu mit, seitdem sich im vergangen Jahr die Preise nahezu vollständig angeglichen hatten. Für einen DDR4-2133-Chip mussten im März noch 1,68 US-Dollar gezahlt werden, im Juni 1,46 US-Dollar, 1,81 US-Dollar Ende August und Anfang Oktober 2,21 US-Dollar – heute sind es 2,68 US-Dollar (DDR4 4Gb 512Mx8 2133 MHz). Der 8-Gbit-Chip für die DDR4-2133-Speicherriegel mit größerer Kapazität liegt nun bei 5,38 US-Dollar, nach zuletzt 3,72 US-Dollar, 3,63 US-Dollar und später 4,38 US-Dollar. Und laut Marktbeobachtern ist das Ende der Fahnenstange dort noch nicht erreicht, da aktualisierte Plattformen für den Desktop und das Notebook anstehen.

Nun auch Auswirkungen im deutschen Handel

Während es im Oktober mit den Auswirkungen im Handel hierzulande noch sehr überschaubar aussah, sind diese in der Vorweihnachtszeit dann doch deutlicher geworden. Wie in der Theorie an der Börse so verhalten sich die Preise auch im Handel: DDR3 und DDR4 kostet nahezu das gleiche. Dort entscheiden letztlich die Taktraten und Timings aber auch die Gesamtkapazität, wie der Preis pro Gigabyte ausfällt.

DDR3- und DDR4-Speicher mit passenden Mainboards
DDR3- und DDR4-Speicher mit passenden Mainboards

Im März kostete ein 16-GByte-Kit DDR4-2133 56 Euro aufwärts (3,50 Euro pro Gigabyte), im Juni waren es nur noch 52 Euro, Ende August bereits wieder 63 Euro – dort stand der Preis auch noch im Oktober. Jetzt sind bereits 88 Euro für das gleiche Speicherkit zu bezahlen. Theoretisch gibt es hier und da Module mit Preisen ab 4 oder 4,50 Euro pro Gigabyte, oft aber nur in Gesamtgrößen der Speicherkits von 32 GByte – oder als SO-DIMM. 5 Euro pro Gigabyte DDR4 müssen realistisch gesehen mindestens eingeplant werden.

Bei DDR3-1.600 sieht es nahezu gleich aus. Im März waren rund 3,60 Euro pro Gigabyte oder am Ende 58 Euro für das 16-GByte-Kit bestehend aus zwei Modulen nach Standard DDR3-1600 fällig, im Juni waren es noch 54 Euro, Anfang September kostete das gleiche lieferbare Speicherkit fast 68 Euro, im Oktober dann bereits 71 Euro, wenn es denn direkt lieferbar sein soll. Heute sind es in lieferbarem Zustand schon 89 Euro. Auch hier gibt es einige Exoten die noch etwas günstiger sind, 5 Euro pro Gigabyte sollten aber auch bei DDR3-Speicher nun mindestens eingeplant werden.

Weitere Preissteigerungen in Sicht

Die Preissteigerungen sollen auch Anfang 2017 anhalten, neben den neuen Plattformen von AMD und Intel steht das Neujahrsfest in China an, zu dem die Hersteller ihr Inventar auffüllen, da sie eine erhöhte Nachfrage erwarten, berichtet DigiTimes dazu passend. Die Speicherhersteller freut dies: Nanya erzielte beispielsweise im November den besten Umsatz seit März letzten Jahres. Nanya kommentierte das gute Abschneiden damit, dass sich der Markt sogar noch besser für die Hersteller entwickle als gedacht, schreibt die Taipei Times. Adata berichtet gar von ersten Engpässen, die auch in den kommenden Monaten Bestand haben sollen – dies lässt ebenfalls die Preise steigen.