10 Jahre iPhone: Wie Apple das Telefon neu erfunden hat

Nicolas La Rocco 351 Kommentare
10 Jahre iPhone: Wie Apple das Telefon neu erfunden hat
Bild: Apple

Mehr als eine Milliarde verkaufte iPhones lassen auf eine erfolgsträchtige Geschichte aus 15 verschiedenen Modellen des Smartphones zurückblicken. Wie Apple das Telefon neu erfunden hat, zeigt ComputerBase im Rückblick auf zehn Jahre iPhone.

Are you getting it?

Es war der 9. Januar 2007, als Apple inmitten der Consumer Electronics Show eine Schar von Journalisten für einen Tag von der CES in Las Vegas nach San Francisco zur Macworld bat, um das erste eigene Smartphone vorzustellen – wobei das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht als gesetzt galt. Die ersten 30 Jahre waren erst der Anfang, lautete es auf der Einladung von Apple. Viele Journalisten folgten Apples Aufruf, ließen die hektische Messe Nevadas links liegen und lauschten stattdessen der mittlerweile legendären Präsentation des ersten iPhones durch Alleinunterhalter Steve Jobs.

Was Jobs auf der Bühne zu zeigen hatte, klang zunächst aber so ganz und gar nicht nach nur einem neuen Smartphone. Gleich drei revolutionäre Produkte sollten gezeigt werden: ein Widescreen-iPod mit Touch-Bedienung (Beifall), ein revolutionäres Mobiltelefon (viel Beifall) und ein bahnbrechender Internet-Communicator (verhaltenes Klatschen).

Der neue iPod, das Mobiltelefon und der Internet-Communicator sollten wenige Minuten später zu einem Produkt verschmelzen. „These are not three seperate devices, this is one device. And we are calling it... iPhone.“ „Today Apple is going to reinvent the phone“, sagte Steve Jobs.

Was Apple an besagtem 9. Januar in San Francisco zeigte, gilt als Blaupause für das, was wir heutzutage unter einem Smartphone verstehen. Geräte wie der Nokia Communicator, das Palm Treo oder das Motorola Q mögen mit einigen schlauen Features früher auf den Markt gekommen sein, langfristig durchgesetzt haben sie sich aber nie. Das Smartphone, wie wir es seit zehn Jahren kennen, ohne Knöpfe und nur mit großem Touch-Display auf der Vorderseite, hat Apple 2007 und niemand anderes salonfähig gemacht.

Das erste iPhone anno 2007
Das erste iPhone anno 2007 (Bild: Apple)

Multi-Touch – It works like magic

Anstatt auf mehrere Reihen fixer Tasten unterhalb des Displays zu vertrauen, die nicht unabhängig von der Anwendung agieren können, setzte Apple für die Bedienung auf Multi-Touch. Multi-Touch ist für die Nutzung mit den Fingern ausgelegt. Es sollte einen Stylus überflüssig machen, viel genauer als jedes bisher angebotene Touch-Display arbeiten, unbeabsichtigte Eingaben ignorieren und Mehrfingergesten erkennen.

Jobs sollte mit all seinen Behauptungen Recht behalten. Das Multi-Touch-Display ist der De-facto-Standard der Branche und jeder früheren Eingabemethode für Telefone meilenweit überlegen. Auf dem iPhone funktionierte Multi-Touch aber auch deshalb besonders gut, weil die Software, das Betriebssystem, perfekt dafür ausgelegt war.

Wo Jobs das erste iPhone sieht
Wo Jobs das erste iPhone sieht (Bild: Apple)
Steve Jobs erklärt Multi-Touch
Steve Jobs erklärt Multi-Touch (Bild: Apple)
Pinch to zoom in Aktion
Pinch to zoom in Aktion (Bild: Apple)

Das iPhone ohne App Store

Das allererste iPhone hatte viel bisher noch nie Dagewesenes zu bieten, aber eine Sache, ohne die heutzutage unabhängig vom Hersteller kein Smartphone oder Tablet mehr auskommt, fehlte dem ersten iPhone noch: der App Store. Mehr als 140 Milliarden App-Downloads später ist der App Store nicht mehr wegzudenken, weder für Nutzer im Alltag noch für Entwickler als feste Einnahmequelle. Erst ein Jahr später mit dem iPhone 3G und dem Update auf iPhone OS 2 sollte er seine Premiere feiern.

The S simply stands for speed

Mit dem iPhone 3G kam zum einen der App Store auf und zum anderen UMTS in das Smartphone. Das Design sollte sich hingegen nicht radikal verändern, auch nicht ein Jahr später mit dem iPhone 3GS, das mit einem deutlich schnelleren Prozessor, mehr Speicher, besseren Kameras und dem neuen iPhone OS 3 ausgeliefert wurde.

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