Grafikkarten von Nvidia im Test: GTX 480, 580, 680, 780 Ti, 980 Ti und 1080 im Vergleich 3/3

Wolfgang Andermahr 139 Kommentare

Mehr Leistung, gesunkene Leistungsaufnahme

Nicht nur in der Mittelklasse, auch im High-End-Segment war die Energieeffizienz von Fermi miserabel: Sowohl im Desktop- als auch im Spielebetrieb benötigen sowohl die GeForce GTX 480 als auch die GeForce GTX 580 sehr viel Energie, im Vergleich zur Leistung fällt das Urteil noch schlechter aus. Seit Fermi hat Nvidia die Energieeffizienz aber teils beachtlich verbessert. Die beeindruckendste Leistung liefert zweifelsohne die aktuelle GeForce GTX 1080 ab, nur die GeForce GTX 680 verbraucht im getesteten Spiel noch weniger. Alle anderen Modelle werden trotz deutlich geringerer Leistung klar geschlagen.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem – RotTR
Angaben in Watt (W)
    • Nvidia GeForce GTX 680
      262
    • Nvidia GeForce GTX 1080
      290
    • Nvidia GeForce GTX 580
      315
    • Nvidia GeForce GTX 480
      325
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti
      356
    • Nvidia GeForce GTX 780 Ti
      357

Die GeForce GTX 680 war für Nvidia im Jahr 2012 der erste Schritt in die richtige Richtung. So bietet die Karte spürbar mehr Geschwindigkeit, die Leistungsaufnahme sinkt im Vergleich zur GeForce GTX 580 dennoch von 315 Watt auf 262 Watt. Die GeForce GTX 780 Ti benötigt auf Basis der gleichen GPU-Architektur zwar wieder 100 Watt mehr, bietet aber auch noch mal spürbar mehr Geschwindigkeit. Die GeForce GTX 980 Ti kommt auf dieselben Werte bei der Leistungsaufnahme, aber steigert die Performance erneut spürbar. Die GeForce GTX 1080 ist wie die GeForce GTX 680 wieder ein perfekter Hybrid: Die Rechenleistung steigt spürbar an und dennoch sinkt die Leistungsaufnahme im Vergleich zur GeForce GTX 980 Ti um rund 65 Watt. Hilfreich war hier natürlich auch die moderne FinFET-Fertigung.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem – Windows-Desktop
Angaben in Watt (W)
    • Nvidia GeForce GTX 1080
      47
    • Nvidia GeForce GTX 780 Ti
      55
    • Nvidia GeForce GTX 980 Ti
      55
    • Nvidia GeForce GTX 680
      57
    • Nvidia GeForce GTX 580
      82
    • Nvidia GeForce GTX 480
      91

Auch im Leerlauf unter Windows zeigen sich große Unterschiede. Die Ergebnisse der GeForce GTX 480 und der GeForce GTX 580 sind mit 92 Watt beziehungsweise 82 Watt für das Gesamtsystem schlicht katastrophal schlecht. Die GeForce GTX 680 bietet mit 57 Watt dann eine massive Besserung, während die GeForce GTX 780 Ti und die GeForce GTX 980 Ti mit 55 Watt genauso gut abschneiden. Die GeForce GTX 1080 bietet mit 47 Watt auch hier nochmals einen Fortschritt.

Fazit

Nvidia hat es in den letzten Jahren problemlos geschafft, die Performance bei der maximalen Ausbaustufe einer Architektur um 50 Prozent oder mehr zu verbessern – Probleme im Design hat es seit Fermi nicht mehr gegeben. Wenn man sich das Ergebnis der aktuellen GeForce GTX 1080 mit GP102 ansieht, wird der Wert bei einer entsprechend hoch getakteten Consumer-GeForce mit der vollen GP102-GPU („GeForce GTX 1080 Ti“) wahrscheinlich gar ein gutes Stück über 50 Prozent liegen.

Auffallend ist, dass die alten Fermi-Ableger GeForce GTX 480 und GeForce GTX 580 extrem weit abgeschlagen zurückliegen. Das liegt zum einen am kleinen Speicherausbau. Zum anderen aber auch an der Architektur, die für moderne Spiele nicht mehr geeignet ist. Kepler und damit zum Beispiel die GeForce GTX 680 mit nur 512 MB mehr Speicher ist ein gutes Stück voraus. Auch mit dieser Grafikkarte wird es heute allerdings eng, denn auch 2 GB Grafikspeicher sind oft zu wenig.

GTX 480 (oben, 2010) und GTX 1080 (unten, 2016)
GTX 480 (oben, 2010) und GTX 1080 (unten, 2016)

Pascal braucht absolut weniger als 80 Prozent der Vorgänger

Während Fermi in Sachen Energieeffizienz eine Katastrophe war, hat Nvidia sie bei den nachfolgenden Generationen deutlich verbessern können. Insbesondere die letzten zwei Generationen, Maxwell und Pascal, sind diesbezüglich ziemlich beeindruckend. So benötigen GeForce GTX 780 Ti und GeForce GTX 980 Ti gleich viel Energie, letztere ist aber 50 Prozent schneller. Und die GeForce GTX 1080 benötigt wiederum deutlich weniger Strom und arbeitet dennoch schneller als die GeForce GTX 980 Ti. Zudem ist der Energiehunger mit der Zeit nicht nur unter Last, sondern auch im Desktop-Betrieb deutlich gesunken. Vier von fünf Vorgängern verbrauchen im getesteten Spiel absolut mehr.

Zwei weitere Artikel zu den letzten Generationen Mittelklasse-Grafikkarten von AMD und Nvidia sind auf ComputerBase bereits vor einer Woche erschienen. Der Bericht zu den High-End-Modellen von AMD folgt in Kürze.

In einem abschließenden Überblick wird ComputerBase die Erkenntnisse aus den vier separaten Artikeln ins Verhältnis setzen.

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