HDMI 2.1: Mehr Pixel und Hz mit neuem Kabel bei gleichem Stecker

Michael Günsch 40 Kommentare
HDMI 2.1: Mehr Pixel und Hz mit neuem Kabel bei gleichem Stecker
Bild: HDMI Licensing, LLC

Das HDMI Forum nutzt die CES für die Ankündigung der nächsten Etappe der verbreiteten Videoschnittstelle. Mit HDMI 2.1 wird die Datenrate deutlich aufgebohrt: Inklusive Overhead sind nun 48 Gbit/s ohne Kompression möglich, mit Kompression wird es noch mehr. Dafür wird allerdings ein neues Kabel nötig, der Stecker bleibt gleich.

Höhere Datenrate für größere Auflösungen und mehr Hertz

Gegenüber den 18 Gbit/s von HDMI 2.0 macht HDMI 2.1 somit einen gewaltigen Schritt nach vorne und übertrifft auch den DisplayPort-Standard, der seit Version 1.3 rund 32 Gbit/s erlaubt. Damit können künftig Auflösungen von 7.680 × 4.320 (8K) bei 60 Hertz oder 3.840 × 2.160 (4K, eigentlich UHD) mit 120 Hertz, jeweils mit 8 Bit pro RGB-Kanal, übertragen werden. Bei HDMI 2.0 war bereits bei 4K respektive Ultra HD mit 60 Hertz Schluss.

HDMI 2.0 HDMI 2.1 DisplayPort 1.4
7.680 × 4.320 (8K) @ 60 Hz @ HDR ✓*
3.840 × 2.160 (4K) @ 120 Hz @ HDR ✓*
7.680 × 4.320 (8K) @ 60 Hz
5.120 × 2.880 (5K) @ 120 Hz
5.120 × 2.880 (5K) @ 60 Hz
3.840 × 2.160 (4K) @ 120 Hz
3.840 × 2.160 (4K) @ 60 Hz
*nur mit Kompression (DSC)

Neues Kabel, gleicher Stecker

HDMI 2.1 ist abwärtskompatibel zu den älteren HDMI-Standards und lässt sich dank gleichbleibenden Steckertypen (A, C und D) auch mit älteren Geräten nutzen. Für die auf 48 Gbit/s gesteigerte Datenrate werden aber neue Kabel fällig, die in der Ankündigung als „48G cables“ bezeichnet werden. Den zahlenden Abnehmern aus der Wirtschaft soll die fertige Spezifikation HDMI 2.1 voraussichtlich Anfang des zweiten Quartals zur Verfügung stehen. Erst nach den üblichen Testphasen ist mit ersten Produkten zu rechnen, doch der sogenannte Compliance-Test muss erst noch entwickelt werden, was schon Monate dauern könnte.

Unklar bleibt, welche maximale Länge die neuen Kabel besitzen dürfen, um den vollen Funktionsumfang zu gewährleisten. Gegenüber CEPro erklärte Chris Pasqualino, der CEO des HDMI Forum, lediglich, dass es eine Voraussetzung „für aktive Kabel nach einer bestimmten Länge“ geben werde.

HDMI 2.1 per Firmware-Upgrade?

Rob Tobias, HDMI Licensing Administrator president, erklärte gegenüber CEPro, dass die Gerätekompatibilität zum neuen Standard von Produkt und Hersteller abhängig sei. Manche Hersteller könnten in der Lage sein, die „2.1 compliance“ allein durch „ein Firmware-Upgrade“ zu erzielen. Andere wiederum müssten auf „neue Hardware“ zurückgreifen. Um ein neues Kabel kommt allerdings keiner herum.

10K bei 120 Hz dank Kompression

Die offizielle Pressemitteilung spricht nur von „8K60Hz und 4K120Hz“ als mögliche Kombination aus Auflösung und Bildfrequenz. Doch den FAQ ist zu entnehmen, dass noch höhere Datenraten möglich sind: Selbst „10K“ mit 10.328 × 7.760 Bildpunkten soll bei bis zu 120 Hertz möglich sein. Bei üblicher Rechnung (Pixel × 24 Bit Farbtiefe × Hertz) übertrifft diese Kombination die 48 Gbit/s bei Weitem und ist somit ohne Kompression nicht möglich. Laut heise online soll daher genau wie bei DisplayPort 1.4 die sogenannte Display Stream Compression (DSC) 1.2 genutzt werden. Die maximale Datenrate bleibt unverändert, doch durch die Komprimierung können mehr Daten übermittelt werden. So bietet DisplayPort 1.4 mit 32,4 Gbit/s die gleiche Bruttodatenrate wie DisplayPort 1.3 und kann erst per DSC 1.2 größere Datenmengen übertragen, sofern die Geräte dies auch unterstützen.

HDMI 2.0 HDMI 2.1 DisplayPort 1.4
Datenrate (max., abzgl. Overhead) 18 Gbit/s 48 Gbit/s + DSC* 32,4 Gbit/s + DSC*
*Display Stream Compression 1.2 zur Datenkomprimierung,
nur bei Displays mit DSC-Support

Dynamic HDR

Mit HDMI 2.1 wird auch das sogenannte dynamische HDR unterstützt. Damit sollen bei Videos Szene für Szene oder sogar Frame für Frame stets die „idealen Werte“ für Detailgrad, Farbtiefe, Helligkeit und Kontrast dargestellt werden. Die Bildinformationen werden somit dynamisch übertragen und sind nicht auf statische Werte festgelegt. Für Dynamic HDR allein werde kein neues 48G-Kabel benötigt.

Game Mode VRR

Variable Bildwiederholraten bei der Darstellung von Videospielen werden durch den VRR-Modus (Variable Refresh Rate) unterstützt. Dadurch soll die GPU das Bild ausgeben können, sobald es gerendert wurde. Bildfehler durch den schnellen Wechsel zwischen Action-lastigen und ruhigen Szenen sollen dadurch vermieden werden. Die Ausgabe von Spielen soll flüssiger vonstatten gehen.

Neue Audio-Formate mit eARC

Mit eARC, was für Enhanced Audio Return Channel steht, wurde der Kanal für die Übertragung von Audiodaten verbessert. Dank dem Rückkanal können Töne beispielsweise vom Fernseher in Richtung Spielkonsole oder Receiver ohne ein zusätzliches Audio-Kabel übertragen werden, sofern die Geräte die Funktion unterstützen. Mit der neuen Version werden neue Audio-Formate wie object-based audio unterstützt, ein Beispiel dafür ist Dolby Atmos.

Laut den FAQ zu HDMI 2.1 wird eARC sowohl mit einem neuen 48G-Kabel als auch mit bestehenden HDMI-High-Speed-Kabeln mit Ethernet unterstützt.