Kingston KC1000 und A400: Erste M.2-NVMe-SSD und günstige Wundertüte

Michael Günsch 21 Kommentare
Kingston KC1000 und A400: Erste M.2-NVMe-SSD und günstige Wundertüte

In Las Vegas hat Kingston eine Reihe neuer SSDs angekündigt. Darunter die KC1000 als erste Consumer-M.2-NVMe-SSD des Herstellers sowie das neue Einstiegsmodell A400 mit SATA im gewohnten 2,5-Zoll-Gehäuse. Durch wechselnde Hardware entpuppt sich die A400 als wahre Wundertüte – alles zugunsten des Preises.

Kingston KC1000 als M.2-NVMe-SSD für Verbraucher

Im Feld der Anbieter schneller M.2-Module mit PCIe 3.0 x4 und NVMe fehlte Kingston noch. Mit der KC1000 wird sich das im zweiten Quartal 2017 ändern. Dann sollen die 80 mm langen M.2-SSDs mit Transferraten von bis zu 2.700 MB/s lesend und 1.600 MB/s schreibend auf den Markt kommen. Geplant sind Kapazitäten von 240, 480 und 960 GByte.

Kingston KC1000
Kingston KC1000
Kingston KC1000
Kingston KC1000

Kingston A400 als stets günstige Wundertüte

Die neue SSD-Einstiegsklasse heißt bei Kingston A400 und soll vor allem erstmalige Wechsler von HDD auf SSD ansprechen. Im herkömmlichen 2,5-Zoll-Format mit SATA-Schnittstelle werden 120 bis 480 GByte Nutzspeicher geboten. Die Transfergeschwindigkeit soll sequenziell bis zu 500 MB/s beim Lesen und 450 MB/s beim Schreiben erreichen. Kingston macht keinen Hehl daraus, dass bei diesem Produkt der möglichst niedrige Preis im Vordergrund steht. Bei der Leistung werden dafür Abstriche gemacht. So wird auf einen DRAM-Cache verzichtet. Das DRAM-less-Design spart Kosten, verlangsamt aber auch vor allem wahlfreie Schreibzugriffe. Zu Beginn werde die A400 mit dem S11-Controller von Phison (PS3111) sowie 2D-TLC-NAND-Flash ausgeliefert, im späteren Verlauf des Jahres sei der Wechsel auf 3D-NAND geplant. In Form einer Demo mit dem automatisierten Start diverser Anwendungen hat Kingston verdeutlicht, dass auch solch eine Budget-SSD die Systemleistung gegenüber einer HDD immens beschleunigt.

Kingston A400
Kingston A400

Hardware wechsle dich

Doch die verbaute Hardware ist nicht festgelegt und werde je nach Bedarf geändert, um durch diese Flexibilität das Preisniveau stets ganz unten zu halten. So spricht Kingston sowohl von verschiedenen Controllern – später sei statt Phison auch Marvell vorgesehen – als auch von NAND-Flash von unterschiedlichen Herstellern. Dort soll primär Toshiba zum Zuge kommen, aber auch Micron nannte Kingston gegenüber ComputerBase als Zulieferer. Von Toshiba wird zunächst klassischer TLC-Speicher genutzt, später dann auf BiCS2 und auch BiCS3 gewechselt. Für den Käufer bildet die A400 somit eine Art Wundertüte, bei der man nicht genau weiß, was nun genau drinsteckt. Für einen Großteil der Kundschaft dürfte dies aber kein Problem darstellen, solange die Leistung HDDs übertrifft und der Preis stimmt.

Anfangs regional begrenzt

Kingston wird die A400 vorerst nur in den Regionen China, Brasilien, Russland und USA auf den Markt bringen. Erst später, voraussichtlich im zweiten oder dritten Quartal, sollen andere Regionen der Welt bedient werden. Im Chat zum Livestream wurde erklärt, dass die A400 etwa 40 bis 45 US-Cent pro Gigabyte kosten wird. Die Handelspreise werden aber voraussichtlich weit darunter liegen.

Für Server nichts wirklich Neues

Im Bereich der Enterprise-SSDs hatte Kingston keine wirklichen Neuheiten zu zeigen. Die DC400 als Einstiegsmodell ist längst auf dem Markt und auch die schnelle DCP1000 mit vier M.2-PCIe-SSDs an Bo(a)rd war schon einmal zu sehen.

Die schnelle NVMe-SSD-Serie bietet der Hersteller mit bis zu 3,2 TByte Speicherplatz an. Die Variante DCP1000 liegt als HHHL-PCIe-Steckkarte vor, die Version DCU1000 besitzt ein hohes 2,5-Zoll-Gehäuse samt U.2-Anschluss. In einer Demo wurden mit beiden Modellen im Tandembetrieb knapp zwei Millionen IOPS erreicht. Der RAID-Verbund macht dies möglich.

2 Mio. IOPS mit zwei Kingston DCP/DCU1000
2 Mio. IOPS mit zwei Kingston DCP/DCU1000

Zwar primär für Server vorgesehen soll die DCP1000 auch in Workstations, beispielsweise in der Filmproduktion, Verwendung finden. Kingston erwähnt HP und Dell als mögliche Abnehmer. Das Demosystem einer Workstation war derart konfiguriert, dass von den vier M.2-SSDs auf der Karte eine allein für das Betriebssystem, eine als Cache und die restlichen beiden als schneller Massenspeicher genutzt wurden.

Update 07.01.2017 19:59 Uhr

Die ursprüngliche Meldung wurde nach dem Besuch bei Kingston auf der CES 2017 um Bilder und Informationen ergänzt.