Naples: AMD rührt die Werbetrommel für den 32-Kern-Prozessor

Volker Rißka 73 Kommentare
Naples: AMD rührt die Werbetrommel für den 32-Kern-Prozessor

„Processor Cores matter“ ist eine der Schlagzeilen, die AMD in dieser Woche anschlägt. Damit eröffnet der Prozessorhersteller den Feldzug, um den Firmen den neuen High-End-Server-Prozessor mit dem Codenamen Naples schmackhaft zu machen. Dieser soll vornehmlich in 1- und 2-Sockel-Systemen zum Einsatz kommen.

Aktuell ist AMDs Serversparte bestenfalls noch auf dem Papier präsent. Bei den Opteron hat sich seit Jahren nichts getan, die gescheiterte Bulldozer-Architektur und der fehlgeschlagene Ausflug ins ARM-Segment hat die vormals bis zu 30 Prozent Marktanteil auf unter ein Prozent zusammenschrumpfen lassen. Nach fast zwei Jahren Ankündigungen sollen der lange geplanten Rückkehr nun endlich die Taten folgen: In Form von Naples auf Basis der Zen-Architektur.

In einem Blog-Posting bekräftigt Forrest Norrod, Senior Vice President und General Manager der Enterprise, Embedded & Semi-Custom Business Group bei AMD (EESC), die Ziele des Neuling mit seinen 32 Kernen und 64 Threads. Wie bereits mehrfach auf vorangegangenen Veranstaltungen ausgeführt, zielt AMD nicht auf extravaganten Vier-, Acht- oder noch höher skalierbare CPU-Sockel-Systeme, sondern greift in der Mitte an: beim 2P-Segment. Daran anknüpfend, betont Norrod, ist aber auch das 1P-Segment immer interessanter. Aufgrund der vielfältigen Virtualisierungsoptionen moderner Hard- und Software kann ein einzelner 32-Kern-Prozessor allein bereits massive Rechenleistung bereitstellen – dies spart sowohl Hardware- als auch Softwarekosten.

AMD Naples als Server-Chip mit 32 Kernen
AMD Naples als Server-Chip mit 32 Kernen

IT as a service und die Cloud sind ebenfalls Bereiche, die AMD damit adressieren will. Hand in Hand geht dabei auch das Thema Sicherheit, welches Forrest Norrod an die erste Stelle der neuen Plattform rückt. Zusammen mit dem weiter vorangetriebenen Ansatz des Heterogeneous Systems will AMD wenn möglich nicht nur die passende Prozessorplattform liefern, sondern auch die GPU bereitstellen – Stichwort Vega. Dort hat AMD bereits erste grobe Züge angekündigt, wie dies aussehen könnte.

Norrod erklärte abschließend, Naples sei für das erste Halbjahr dieses Jahres weiterhin im Fahrplan. Bis dahin soll die Industrie abgeholt sein und auf AMDs Zug aufspringen, hofft Forrest Norrod, wenn Stück für Stück weitere Informationen geteilt werden. Bereits im Sommer 2016 hatte AMD erklärt, dass die Partner bereits Zugang zu den Samples hätten. Im Server-Segment ist eine entsprechend lange Vorlaufzeit nötig, um die Systeme sattelfest zu machen, sodass sie jahrelang beim Kunden problemlos arbeiten.