Mark Zuckerberg: „Ich sorge mich um Filterblasen und Fake News“

Andreas Frischholz 47 Kommentare
Mark Zuckerberg: „Ich sorge mich um Filterblasen und Fake News“
Bild: Maurizio Pesce | CC BY 2.0

Die Welt verbinden, das war lange Facebooks offizielles Motto. Nun reicht das aber nicht mehr aus, schreibt Marc Zuckerberg in einem offenen Brief. Facebook müsse mehr machen, um eine globale Gemeinschaft zu schaffen, die für jeden funktioniert.

Auftrag: Eine soziale Infrastruktur für eine globale Gemeinschaft

Seit der Gründung lautet Facebooks Motto: „Make the world more open and connected.“ Das mit dem Verbinden hat funktioniert, angesichts von mehr als 1,6 Milliarden Nutzern, die mittlerweile bei dem sozialen Netzwerk registriert sind. Doch das allein ist noch kein Fortschritt, wie Zuckerberg nun in einem offenen Brief einräumt. Die wichtigste Frage ist für ihn aktuell: „Bauen wir damit eine Welt, die wir wollen?

Auf der ganzen Welt gebe es Menschen, die durch die Globalisierung zurückfallen und sich abschotten wollen, so Zuckerberg. Diesem Trend will er nun entgegensteuern. Die Aufgabe für Facebook wäre dabei: Eine sozialen Infrastruktur zu entwickeln, die den Menschen ermöglichen soll, eine „globale Gemeinschaft aufzubauen, die uns allen nützt“. Unterstützen, absichern, informieren, ziviles Engagement und eine Plattform für alle – das sind die Stichpunkte, die Zuckerberg nennt.

Unterschiedliche Realitäten statt globaler Gemeinschaft

Wenn man den offenen Brief liest, wird klar: Facebooks alte Mission funktioniert nicht mehr, zu viel ist in den letzten Jahren passiert, zu umstritten ist dabei die Rolle, die das soziale Netzwerk gespielt hat. Donald Trump wird zwar namentlich mit keinem Wort erwähnt, doch der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf samt seiner ersten Wochen im Amt haben offenkundig Spuren hinterlassen.

So erklärt Zuckerberg: Ursprünglich lautete das Ziel, die Nutzer mit Familie und Freunde zu verbinden. Doch mittlerweile ist Facebook eine Plattform, die sich zu einer Anlaufstelle für Nachrichten und öffentliche Debatten entwickelt. Das macht sich nun bemerkbar, wenn auch nicht so, wie es sich der Facebook-Chef gewünscht hat. Denn mit Aspekten wie Filterblase und Fake News ist Facebook kein Ort mehr, der Menschen verbindet, sondern unterschiedliche Realitäten befördert und damit die Gesellschaft polarisiert.

So könne es aber nicht weitergehen. Zuckerberg: „Unser Ziel muss sein, dass Menschen das vollständige Bilder sehen, nicht nur alternative Perspektiven.“ Facebook soll also weiterhin eine Plattform sein, auf der Menschen unterschiedliche Standpunkte teilen können. Nur soll daraus nicht eine gespaltene Gesellschaft, sondern ein „allgemeines Verständnis“ für die Welt entstehen.

Vorschläge für die soziale Infrastruktur

Bereits in den letzten Monaten hat Facebook erste Maßnahmen angekündigt, um etwa die Verbreitung von Fake News in dem sozialen Netzwerk einzudämmen. Das dürfte aber nur der Anfang sein, weitere Vorschläge sollten in den kommenden Monaten kommen. Dabei will Facebook etwa auch bei den Algorithmen Fortschritte verzeichnen, um etwa kulturelle und lokale Besonderheiten stärker zu berücksichtigen.