Fake News: Facebook stuft erste Beiträge als „umstritten“ ein

Andreas Frischholz 113 Kommentare
Fake News: Facebook stuft erste Beiträge als „umstritten“ ein
Bild: Andrew Feinberg | CC BY 2.0

Facebook startet nun damit, von Nutzern gemeldete Inhalte als „umstritten“ zu markieren. Es ist Teil des Maßnahmenpakets, das Facebook im Januar präsentiert hatte, um die Verbreitung von Fake News in dem sozialen Netzwerk einzudämmen.

Dass bei einigen Nutzern die ersten als umstritten („disputed“) eingestuften Beiträge auf Facebook aufgetaucht sind, berichtete Recode am Wochenende. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich Fake News im sozialen Netzwerk verbreiten.

Erste Beiträge mit „Umstritten“-Label

Das „Umstritten“-Label ist eine der Maßnahmen, die Facebook infolge der Fake-News-Debatte nach der amerikanischen Präsidentschaftswahl angekündigt hatte. Nachrichten, die Nutzer als unglaubwürdig und irreführend einstufen, lassen sich nun leichter melden. Die Hinweise werden dann von unabhängigen Fact-Checking-Organisationen geprüft. In den USA sind das Gruppen wie Politifact und Snopes, in Deutschland ist es das Rechercheportal Correctiv.

Reporting-Tools für Fake News
Reporting-Tools für Fake News (Bild: Facebook)
„Umstritten“-Label für Fake News
„Umstritten“-Label für Fake News (Bild: Facebook)

Wenn diese ebenfalls der Ansicht sind, dass eine Nachricht unglaubwürdig ist, erscheint das „Umstritten“-Label unter dem Beitrag, samt einem Link auf die Begründung. Teilen lassen sich die Beiträge aber trotzdem noch. Darüber hinaus will Facebook sich künftig nicht nur auf die Nutzer verlassen, sondern Fake News auch automatisch erkennen. Solche Inhalte sollen zusätzlich im News-Feed-Algorithmus abgewertet werden, sodass sie erst weiter unten im Nachrichten-Stream auftauchen.

Inhalte von Satire-Seite als umstritten eingestuft

Nun startet also das Programm, reibungslos läuft es aber noch nicht. So verweist Recode darauf, dass auch ein Artikel von The Seattle Tribune als „umstritten“ eingestuft wurde. Was letztlich aber wenig überraschend ist, denn bei der Webseite handelt es sich um ein Satire-Magazin. Das betrifft damit direkt einen Punkt, den Kritiker immer angemahnt haben: In der Theorie klingt das Einstufen von Fake News noch vergleichsweise simpel, praktisch ist es aber stets ein Balanceakt.

Verschärfte Maßnahmen plant aber nicht nur Facebook, auch die Politik plant neue Gesetze. Im Falle der Bundesregierung sind das etwa Fristen, innerhalb der von Nutzern gemeldete Beiträge überprüft werden müssen. Andernfalls sollen Strafen drohen. Allerdings existiert noch kein konkreter Gesetzentwurf, zudem existiert innerhalb der Regierung noch keine gemeinsame Linie, wie der jüngste Vorstoß von Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) verdeutlicht.